Frage von Navinoo007, 123

Tut eine Knochenmarktransplantation weh?

Meine Blutwerte sind ziemlich zu niedrig z.b. meine Thrombozyten usw. Nun wollen die vielleicht eine Knochenmarktransplantation machen. Tut es weh? Wie oft im Jahr macht man das?

Ich hab schon rum gegoogelt aber i h finde nichts.

Danke schonmal Im Voraus

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Antwort
von lauracon, 65

Hallo Navinooo007,

hast du Leukämie oder eine ähnliche Krankheit weswegen deine Blutwerte so schlecht sind? 

Wenn ja: Eine Knochenmarkstransplantation kann man nicht mal eben so von heute auf morgen machen. Zunächst muss getestet werden ob es einen Spender für dich gibt dessen HLA Merkmale (Gewebemerkmale) mit deinen zu fast 100% übereinstimmen. Wenn ja muss man bei dir durch eine Chemo oder Bestrahlung dein Immunsystem komplett herunterfahren, damit du nach der Transplantation keine lebensgefährlichen Abstoßungsreaktionen gegen das Knochenmark des Spenders entwickelst. In dieser Zeit musst du auch isoliert von anderen werden, da man extrem anfällig für Krankheiten ist und selbst die kleinste Erkältung lebensgefährlich sein kann. Die eigentliche Transplantation verläuft dann ähnlich wie eine Bluttransfusion, es wird einfach der Beutel mit dem Knochenmarkblut bzw. den Stammzellen angehängt und läuft dann über mehrere Stunden durch. Danach dauert es mehrere Wochen bis man hoffentlich Erfolge sieht und die Blutwerte sich bessern. Eine Stammzelltransplantation wird nur als letzte Chance gemacht, da sie wirklich für den Empfänger lebensgefährlich ist (Immunsystem wird runtergefahren, danach Abstoßungsreaktionen sehr häufig und noch dazu kann es sein,d ass die Stammzellen nicht angenommen werden). 

Deinen Informationen nach zu urteilen glaube ich dass du keine Leukämie hast, sondern erst einmal geschaut werden soll was mit dir und deinem Blut los ist. Daher glaube ich, dass du vielleicht keine Stammzelltransplantation meinst sondern eine Knochenmarkspunktion. Diese wird beim VERDACHT auf eine Leukämie oder eine ähnliche Erkrankung durchgeführt. Dabei wird dem Patienten etwas Knochenmark "entnommen". Dies wird über den Beckenkamm gemacht und verläuft teils ohne Narkose und teils mit. Wie oft man so etwas macht ist unterschiedlich, es wird z.B. auch als Kontrolle gemacht um zu schauen, ob die Leukämie dann geheilt ist. Die Punktion ist schon schmerzhaft, aber auch schnell wieder vorüber. Danach fühlt sich die Stelle ähnlich wie eine Prellung an. Ich selbst musste so etwas noch nicht mitmachen, da ich kerngesund bin, allerdings habe ich schon einmal Knochenmark gespendet und dies läuft ähnlich wie die Punktion nur dass einem dort um einiges mehr an Knochenmarkblut entnommen wird (statt ein paar ml wurden mir 1,5l entnommen) und die Spende findet immer unter Vollnarkose statt. 

Ich hoffe sehr, dass es bei dir keine Leukämie o.Ä. ist und du schnell wieder gesund wirst. Bitte mach dich nicht verrückt, falls die Ärzte von dir eine Knochenmarkspunktion haben wollen, sondern frag einfach nach dem genauen Ablauf und auch ob du eine Betäubung haben kannst.

Liebe Grüße

Kommentar von Navinoo007 ,

Hallo lauracon,

Danke für deine Info. Die Punktion hatte ich schon alles hinter mir, es wurde ein Verdacht gestellt auf eine aplastische anämie. Dann haben sie es nochmal gemacht und warten jetzt auf die Ergebnisse. Der Arzt meinte das ich wahrscheinlich Knochenmark brauche da mir bestimmte Zellen fehlen usw. Jetzt werden meine Geschwister geteste ob irgendjemand von den passt.

Kommentar von lauracon ,

Hallo, 

das tut mir Leid. Bei einer Aplastischen Anämie sind die Heilungschancen allerdings sehr gut und wenn einer deiner Geschwister für dich passt dann sind die Abstoßungsreaktionen auch geringer. Ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht leicht für dich ist, aber das wird schon. Alles Liebe und Gute Besserung :)

Kommentar von Navinoo007 ,

Dankeschön, aber das das Knochenmark durch die Vene geht das stimmt doch oder ? 

Kommentar von lauracon ,

Entweder durch eine größere Vene oder sehr häufig über einen Zentralen Venenkatheter so wie Hoegaard das schon geschrieben hat. Viele haben bis zur Transplantation diesen ZVK, weil man viele andere Medikamente benötigt und das über Tabletten schwer werden könnte. 

Antwort
von Hoegaard, 74

Diese Transplantation wird per Infusion verabreicht.


Die eigentliche Transplantation der Stammzellen des Spenders erfolgt wie eine Bluttransfusion über eine größere Vene am Arm oder über einen zentralvenösen Katheter
(zentraler Venenkatheter). Dabei führt der Arzt einen dünnen
Plastikschlauch in eine größere Vene (z.B. am Hals oder über dem
Schlüsselbein) ein und schiebt sie bis zum rechten Vorhof des Herzens
vor. Die Blutstammzellen erreichen über den Blutstrom das Knochenmark
und siedeln sich dort an. Nach etwa zwei bis vier Wochen zeigt sich, ob
die neuen Stammzellen ausreichende Mengen an Blutzellen bilden können –
also ob die Stammzelltransplantation erfolgreich war.
(onmeda.de, 10 Sekunden Googlen, erster Treffer)


Antwort
von archibaldesel, 54

Sowas kann man nicht einfach so machen. Knochenmarktransplantationen bekommen todkranke Leukämiepatienten. Und mögliche Spender werden oft erfolglos gesucht, weil man dafür einen genetischen Zwilling gebraucht. Das macht man nie mal so nebenbei wie Haarewaschen.

Antwort
von wolfruediger, 57

ja das tut es.

jeder Eingriff verursacht Schmerzen. es ist die Frage was will man und was erreicht man. ich denke ein Leben zu retten ist jeden Schmerz wert und der dank des geretteten Lebens entschädigt für alles. ich hätte mir gewünscht für meinen Sohn als Spender in Frage gekommen zu sein, das Glück wäre jeden Schmerz wert gewesen...

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