Frage von TheJoyn97, 39

Tut die Nachbehandlung bei Wurzelkanalbehandlung mit provisorischer Füllung weh?

Hey,

ich hatte aufgrund eines entzündentes Zahnnerves eine Wurzelkanalbehandlung. Diese musste in 2 Sitzungen durchgeführt werden da ich bei der 1. zu viele Schmerzen hatte (trotz 3 Einspritzungen) und mit dem ganzen Körper gezittert habe. Bei der 2. war es angenehmer aber es hat auch gezogen. Nun wurde eine provisorische Füllung reingemacht und morgen wird diese aufgebohrt und nachgeschaut ob es sich wieder entzündet hat oder wird um dann eine Krone draufzumachen. Nun möchte ich wissen ob diese Nachbehandlung wehtut damit ich mich mental vorbereiten kann.

Antwort
von MichiruKaio, 18

Au, da hat es dich heftig erwischt.

Du hattest eine Entzündung an der Wurzel. Da ist es gut möglich, dass bei der ersten Behandlung alles weh tut.

Schmerzen bemerkst du bei der Wurzelentzündung hauptsächlich so lange wie eine Entzündung da ist. Manchmal muss man daneben Antibiotika nehmen, ggf. reicht die Einlage aber aus. Nachdem bei der Behandlung die Wurzel abgetötet wird, wirst du auf dem Zahn auch keine Schmerzen mehr haben (sollte dieser nur eine Wurzel haben und nicht mehrere) Das Ziehen ggf. beim Reinigen auch vor der Füllung ist eher, da der Zahn sich ja trotzdem im Kiefer befindet. Es sind dann normal keine Schmerzen mehr. Sollten wirklich noch große Schmerzen vorhanden sein, solltest du es dem Arzt sagen, ggf. Ist der Zahn noch nicht so weit.

Es ist auch möglich, dass du nach der Einlage oder auch am Ersten Tag mit der Wurzelfüllung Zahnschmerzen bekommst. Mein Zahnarzt warnt mich da meistens vor, dass es möglich ist und ich sollten sie bis zum Folgetag nicht besser werden erneut kommen musst. Es ist aber sehr sehr selten. Gleich nach Behandlung kann es sein, da die Entzündung und die Einlage aufeinander reagieren bzw. der Zahn meint er hat immer noch nicht genug Luft, am Ende behaupte ich ist es ein Phantomschmerz, da der Zahn nach ggf. 1-2 Wochen erstmals komplett zu ist und der Kopf meint, dass müsste wie davor weh tun.

In der Regel tut nach und während der Wurzelbehandlung der Zahn nicht mehr weh, bzw. der größte Schmerz ist mit der Öffnung vom Zahn weg.

Stelle es dir so vor, du hast eine Entzündung im Zahn und da bilden sich durch die Entzündung Gasse. Nachdem die jedoch nicht entweichen können bekommst du Zahnschmerzen.

Diese zeigen sich am Anfang bei Temperaturen und gefolgt von Druck. Selbst leichte Berührungen bis hin zum Klopfen auf den Zahn lassen dich dann regelrecht an die Decke gehen. Da jedoch die Wurzel im Kiefer betroffen ist scheint sich der Schmerz so zu verteilen, dass man nur noch grob Bestimmen kann wo es schmerzt, außer man achtet stark darauf welcher Zahn Kälte/Wärme und später Druckempfindlich wird.

Mit der Betäubung wird versucht das Areal so zu beruhigen, dass du dem Zahnarzt nicht vom Stuhl springst, während er arbeitet. Je nach Entzündung sind da trotzdem Schmerzen möglich. Wir gesagt es haben sich Gasse gebildet und der Zahn reagiert auf Druck. Mit dem Bohrer übt der Zahnarzt einen Druck auf den Zahn aus. Dieser kann beim Öffnen zwischen Schmerzhaft bis Unangenehm liegen. Bis er die Quelle gefunden hat. Sowie die erreicht ist kommt oft sofort die erste Verbesserung. Das Gas kann entweichen, oft gefolgt von schlechtem Geruch. Je nach Entzündung wird er versuchen den Zahn bereits zu reinigen und so tief wie möglich zur Wurzel zu kommen und danach eine Einlage reinmachen, die die Entzündung bekämpft und Wurzel abtötet. Damit der Zahn erhalten bleibt und nicht gezogen werden muss.

Je nach Schmerzempfinden kann eine Wurzelbehandlung mehrere Sitzungen beinhalten, es hängt vom Grad der Entzündung ab.

Vor der eigentlichen Wurzelfüllung beim Abschluss kann es auch sein, dass du zum Reinigen des Zahnes, inkl. Austausch der Einlage hin musst. Bis der Zahn mit der Wurzelfüllung geschlossen wird. (Bei mir schwankt es zw. 2 - 5 Mal inkl. Schmerzbehandlung bis zur Wurzelbehandlung/Füllung)

Du beschreibst, dass du trotz Betäubung Schmerzen hattest und zittertest. Dies kann mehrere Gründe haben. Einmal natürlich die Zahnschmerzen, da du eine tüchtige Entzündung hast, ggf. auch eine zu Schwache Dosierung - jeder Mensch reagiert anders -, aber auch Phantomschmerzen sind möglich. Das Zittern könnte man auch darauf schieben, dass du ggf. Angst-Patient bist. Zumindest legt die Frage das Nahe. Gerade wenn man die Behandlung nicht kennt hat man da Panik.

Ich bin selbst Angst-Patient und natürlich, weiß das auch mein Arzt. Und ja... ich hatte schon mehre Wurzeln... zuletzt oben und unten zeitgleich, wodurch ich erst zum Hausarzt und danach zum Zahnarzt gegangen bin, da ich nicht wusste ob es Zahnschmerzen oder eine Mittelohrentzündung ist.

Mein Tipp: Ich schließe beim Zahnarzt die Augen. Wenn ich nicht sehe welche Geräte er nutzt bzw. wie lang die Bohrer/Spritzen sind so bekomme ich selbst weniger Panik und bin ruhiger. Je nachdem halte ich noch ein Buch oder Handy (wo ich zuvor während der Betäubung las) fest und denke an was anderes. Seit dem fällt mir der Zahnarztbesuch allgemein leichter, auch wenn ich ihn immer noch nicht mag. Ich weiß Pluspunkt, dass die sich während der Zeit erholen und man ist danach sogar Vergleichsweise erholt.

Antwort
von emily2001, 25

Hallo,

normalerweise sollte eine Wurzelbehandlung sowie eine Füllung nicht weh tun, wenn der ZA weißt, wie man Spritzen richtig setzt!

Nach dieser Behandlung such dir also einen neuen ZA!

Emmy

Kommentar von musso ,

Leider lassen sich akut entzündete Nerven nicht immer 100% betäuben. Deswegen muss man nicht gleich zu einem neuen Doc gehen

Kommentar von emily2001 ,

Ja, du magst Recht haben, aber ich habe eine solche Behandlung hinter mir, auch mit bestehender Fistel... Es hat nicht weh getan, weil der ZA wußte, wie man eine Spritze richtig setzt...

Emmy

Kommentar von MichiruKaio ,

Dann hast du sehr viel Glück. Viel wichtiger als trotz Betäubung keine Schmerzen zu haben ist jedoch die korrekte Behandlung der Wurzelfüllung. Da der Zahn sonst irgendwann erneut muckert. Je nach Entzündung kann eine Betäubung helfen und den Schmerz nahezu komplett abschalten, ihn besänftigen oder fast gar nix bringen. Letzteres häufig wenn Entzündung zu stark oder Dosis zu schwach. Der eine Brauch nur an Schmerzmittel denken und schwebt im 7. Himmel, der Andere brauch fast ne Dosis die einen Elefanten lahm legt. (ich tippe das Körpermaße da Unterschied machen)

Kommentar von emily2001 ,

Erstmals sprichst du von Nervenbetäubung, jetzt redest du über die "korrekte Durchführung der Wurzelfüllung"... Das ist auch wichtig und selbstverständlich, aber leider in diesem Zusammenhang irrelevant.... da die Rede einer effizienten Betäubung für den Patient ist!

Ich habe selber sehr wohl gemerkt  "im Laufe meiner Patientenkarriere", ob der ZA in Spritzen setzen und/oder Betäubung versiert ist oder nicht!

Außerdem gibt es die Möglichkeit, Antibiotika zu verschreiben, um die Entzündung einzudämmen, was die Arbeit des ZA auf jeden Fall  erleichtert...

Emmy

Antwort
von musso, 20

Das Schlimmste hast du hinter dir. Man reinigt noch mal die Nervenkanäle, das kann noch mal ziepen, aber keine Sorge, das ist nicht so schlimm.

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