expertin am 25.09.2007 um 11:42 Uhr
Welcher Tod könnte eurer Meinung nach mit Schmerzen verbunden sein, und welcher nicht? (innere Verletzung, "ausschalten" des Gehirns, Herzversagen,... usw)
Ich habe Menschen erlebt die mit einem leichten lächeln oder sagen wir mit einem entspanntem Gesicht "eingeschlafen" sind. Und andere sahen schon fast anders aus als vorher. Nun hat sich bei mir die Frage gestellt ob es vielleicht was mit Schmerzen zu tun haben könnte.

Ich denke, Sie beantworten die Frage schon selbst. Es kommt darauf an. Die Umstände, die zum Tod führen sind vielfältig.
Es ist eine Gnade, im Kreise seiner Angehörigen ohne große Schmerzen sterben zu dürfen. Doch viele sterben einsam, und unter Schmerzen, sowohl körperlicher wie auch seelischer Art.
Ich bin ein großer Befürworter von Sterbehospizen, weil es dort auch für Alleinstehnde möglich ist, würdevoll zu sterben. Dabei kommt auch große Bedeutung der Palliativmedizin zu, die es ermöglicht, die Schmerzen, die beispielsweise durch eine Krebserkrankung entstehen, weitestgehend zu lindern.

Ich denke, daß hat etwas mit der Einstellung des Sterbens zu tun... Meine Cousine wußte, daß es bald soweit ist und konnte sich rechtzeitig "verabschieden", sie ist mit einem friedlichen Lächeln eingeschlafen. Ihr Schwiegervater hingegen, war noch nicht soweit, wer "wollte nicht gehen", "er war noch nicht so weit", er habe herumgetobt und starb mit einem schmerzverzerrten Gesicht. Beide erhielten starke Medikamente und beide hatten Krebs... Wenn man weiß, daß die Zeit gekommen ist, nimmt man die Schmerzen glaub ich nicht mehr wahr...
Das Sterben ist ein körperlicher Vorgang, welcher sich verkrampfter abspielt, wenn man nicht loslassen will - im Geiste. Es gibt seelische Schmerzen und körperliche Schmerzen. An seelischen Schmerz gewöhnt man sich schwer und man zerbricht mit der Zeit daran und körperliche Schmerzen, so denke ich, werden mit den Tagen auch zur Gewohnheit, das Hirn schaltet das irgendwann nicht mehr so genau und wir gelangen in eine Art Dämmerzustand. Dann ist der Tod auch nur noch das ausknipsen der körperlichen Funktionen, so dass bei einer schmerzhaften Krankheitsgeschichte dieser eher als Erleichterung empfunden wird. Der Tod an sich ist nicht schmerzhaft, eher das Leiden davor. Sei dir sicher, unser Gehirn schüttet bei der Stunde X Stoffe aus, die uns meinen lassen das wir träumen. Es geht ganz leicht. Und was danach kommt ... weiss man nicht sicher, weder spirituell noch wissenschaftlich.
Wie wir hier lesen, kann man sich vieles 'denken' oder 'vorstellen'. Das sei jedem selbst überlassen - selbstverständlich! An aktuellen Tatsachen kommen wir allerdings nicht vorbei: Für 4-10 % aller Schmerzpatienten (z.B. bei Tumoren o.a.) haben die Ärzte KEIN wirksames Schmerzmittel (auch nicht Morphium o.ä.). Als letzter Ausweg bleibt das künstliche Koma, was nichts anderes als Sterbehilfe ist - auch wenn es die Ärzte nicht so nennen mögen! Mehr Info hier: www.peterpuppe.de
gute antwort!
dem ist m.E. nichts hinzuzufügen