Frage von Dara72, 115

Türreparatur - Trägt der Mieter die Kosten?

Hallo, lebe in einem ca. 40 Jahre alten DDR-Plattenbau. Die Innentüren (aus Spanplatten, also keine Massivholztür) sind genau so alt. Nun ist bei normaler Benutzung eine Türplatte aus der Verankerung gerissen. Der Vermieter ist der Meinung, dass ich die Kosten tragen muss, da ich den Schaden verursacht hätte. Bin mir aber keiner Schuld bewusst, da ich die Türen lediglich öffne und schließe und weder dagegen getreten habe oder sonstiges. Weiß jemand, wie hoch die Lebensdauer einer solchen Tür ist?

Vielen Dank im voraus.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 55

Eine Tür aus Spanplatte ist eigentlich unkaputtbar. Außer man wendet rohe Gewalt an.

Die Türen waren aber nicht aus Spanplatte, sondern Sperrholzplatten und dazwischen eine Art Wellpappe.

Lebensdauer solcher Türen?

Ich habe solche noch in einer meiner Mietwohnungen. Die dürften um die 50 Jahre alt sein. Ab und zu etwas neue Farbe und gut ist.

Ist die Tür evtl. mal feucht/nass geworden?

Nur so kann ich mir erklären das sich die Platte gelöst hat.

Kommentar von neuerprimat ,

Und das ist auch bis heute die Bauweise. Dünnes Furnier und dazwischen Wabenkarton. Das ist billig, leicht und hält auch einiges aus!

Antwort
von schleudermaxe, 21

Binde doch einfach die PH ein, die sich ja jeder Mieter eigentlich leistet und die regelt dann den Schaden.

Hier bei uns kommt der Tischler und repariert und die Kosten betragen rd. 50 EUR und Auftrageber ist immer der Vermieter. Viel Glück.

Ich kenner sogar Mieter, die haben fast neue Türen so zerbröselt und müssen den Schaden nicht wuppen, so die Gerichte hier bei uns.

Dafür bezahlen sie  Miete und der Vermieter muß rohe Gewalt beweisen und kann es natürlich nicht.

Kommentar von Dara72 ,

Hallo, daran habe ich auch schon gedacht. Allerdings würde es mir schwerfallen, dies glaubhaft zu begründen. Ich wäre körperlich gar nicht in der Lage, dieses Scharnier aus der Tür zu brechen. Ich bin mir sicher, dass der Schaden schon vorhanden war. Ich dies aber bei Einzug durch die darüber klebende Folie nicht gesehen habe. Und irgendwann (steter Tropfen höhlt den Stein) ist es dann doch ausgebrochen....

Antwort
von berlina76, 58

Das würde meiner Meinung nach unter die Kleinreparaturklausel fallen.

Einfachste Zargen liegen etwa bei 50 €, Türen ebenfalls. Eventuell brauchst du gar keine Tür, wenn du die passende Zarge findest. 

Mit etwas Geschick lässt sich sowas selbst neu einbauen. Ein Handwerker sollte dafür keine Milionen nehmen. 

Antwort
von beangato, 49

Ich habe ca. 12 Jahre lang in einer solchen Wohnung gewohnt. Das Haus selbst wurde ca. 1980 erbaut.

NIE ging da eine Verankerung kaputt, gescheige denn eine Tür überhaupt.

Kommentar von Dara72 ,

Also diese Blöcke wurden so 1970 gebaut und wie gesagt, ist es nicht meine Art, meine Innentüren durch dagegen treten zu öffnen....was die Vormieter so gemacht haben, weiß ich natürlich nicht...

Kommentar von beangato ,

Meine Schwiegermutter wohnt in einem Altneubau, welcher ca. 1960 gebaut wurde - auch da sind alle Türen noch nicht aus der Verankerung gerissen.

Antwort
von micompra, 69

die Lebensdauer einer solchen tür ist nicht massgeblich. wenn die türe normal gebraucht wurde und jetzt ersetzt werden muss, ist das Sache des Vermieters. ihm gehört sie schliesslich da du iwann bei auszug nicht mitnehmen wirst

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Aber nicht die Tür ist defekt sondern die Verankerung. Und so etwas passiert bei normalem Gebrauch nicht.

Kommentar von anitari ,

Zudem wurden die Türzargen aus Stahl und in Beton eingelassen. Die bekommt man nur raus wenn man das Haus in die Luft jagt;-)

Kommentar von Dara72 ,

Es ist ja auch die Tür, die defekt ist und nicht die Zarge....hantiere selten, fast gar nicht mit Sprengstoff..*g

Antwort
von Otilie1, 52

nach 40 jahren geht so eine tür nun mal kaputt. das ist 100%ig sache des vermieters, lass dich da nicht zwingen selber eine zu bezahlen. gilt auch für neue bäder, toilettenschüsseln und wohnungsböden - das muss der vermieter tragen

Antwort
von neuerprimat, 53

Meinst eine einfache Zimmertür?

Das Türblatt selber kostet da eh nur ~ 80€ und je nach dem welche Kleinstreparturen-Klausel du hast kann es schon sein, dass du das eben selber machen musst. Also wenn du z.B. bis 150€ pro Jahr selber zahlen musst, dann deckt das so eine Tür plus das Einhängen schon ab.

Das dann nicht mehr alle Türen gleich aussehen ... das ist dann halt so.

(Ich geh mal davon aus, dass die Verankerung natürlich nicht an der Wand kaputtgegangen ist !??)

Kommentar von Dara72 ,

Ja, eine einfache Zimmertür. Der Vermieter hat eine Kostenvoranschlag vom Tischler in Höhe von ca. 370,00 € ....

Kommentar von neuerprimat ,

Der Kostenvoranschlag ist BS. In jedem Baumarkt gibt es die Zimmertüren für deutlich unter 100€. Wenn das nun teurer wird, dann muss halt doch der Vermieter ran. Ist er aber auch selber schuld.

Auch verstehe ich nicht wieso du das Türblatt nicht selber geflickt hast. Mit ein paar Handwerkzeugen, Leim und etwas Zeit geht das sehr gut. Siehste dann zwar (aber auch nur bis zum nächsten Anstrich) aber so hätteste dir die Meldung beim Vermieter ganz sparen können.

Kommentar von Dara72 ,

Ein Stück vom Türblatt ist abgebrochen...da wo das Scharnier dran ist...darüber ist ja so eine Art Folie....Ich vermute, dass die Tür schon vor meinem Einzug einen Schaden hatte und ich dies durch die darüber geklebte Folie nicht erkennen konnte...

Kommentar von neuerprimat ,

Aber dann ist die Sache doch so eindeutig ... wie kann der Vermieter dir hier widersprechen?

Kommentar von Dara72 ,

Das kann ich ja nicht beweisen....

Kommentar von neuerprimat ,

Das musst du eventuell auch nicht. Wenn die Folie auf der Tür schon bei Einzug da war, dann konntest du das nicht sehen.

Und ehe jetzt wieder DIESE elende und alte Diskussion aufkommt:

Wenn im Übergabeprotokoll nix von der Folie steht, heißt das übrigens nicht, dass du hier ein Problem hast.

Das Protokoll ist nämlich nicht dazu da, damit der Vermieter von dir eine Wohnung wie bei Einzug zurückbekommt, denn abnutzen durch Bewohnen wirst du sie ja ohnehin, es ist nur dafür da, dass der Vermieter sich dagegen wehren kann, falls du einziehst und dann hinterher die Miete mindern möchtest. Dann kann er nämlich sagen: "Das wusstest du schon bei EInzug, keine Minderung!"

Es kann ja immer sein, dass dir Mängel (wie die offensichtlich vorher beschädigte Tür, Löcher in den Wänden) erst viel später auffallen, z.B. weil eben ein schlauer Vormieter da bei Auszug was drüber geklebt hat; Tapete oder eben Folie.

Antwort
von TreudoofeTomate, 56

Praktisch unendlich. Türen reißen nicht von allein aus der Verankerung, da hat dein Vermieter recht.

Kommentar von Dara72 ,

Gestern war endlich mal jemand von der Wohnungsbauges. da und hat sich den Schaden angesehen. Der hat dann festgestellt, dass die Tür an der entsprechenden Stelle schon einmal unsachgemäß repariert wurde. Ich dachte zuerst, dann ist ja alles klar. Aber nun stellt er sich die Frage, ob nicht ich selbst die Tür vorher repariert hätte....

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