Frage von Salvi93, 34

Tu cosa fai / cosa fai?

Hallöchen,

mir ist bewusst, dass man im italienischen in aller Regel das Subjektpronomen nicht mit schreibt, außer man möchte es extra betonen.

In meinem Lehrbuch zur italienischen Sprache wird dies auch genau so gesagt und in aller Regel praktiziert.

Nun bin ich in einem Kapitel wo auf einmal "Tu cosa fai?" anstatt "cosa fai" beziehungsweise die Variante mit che genutzt wird. Es erschließt sich mir kein Sinn, wieso dies hier extra mit angegeben wird. Einen Satz später wird auch wieder normal
"Che lavoro fai" geschrieben anstatt "Tu che lavoro fai?"

Meine Frage ist nun: schreibt man bei der Frage "was machst du (grad)" in aller Regel ein Tu mit oder ist das einfach nur im Buch mal so gemacht worden? Mir erschließt sich hier kein Sinn. In aller Regel kann das Tu doch wie immer weg gelassen werden?

Danke und Gruß!

Antwort
von Malavatica, 18

Vereinfacht ausgedrückt, werden diese Wörter dann geschrieben, wenn sie besonders betont werden sollen. 

Im Deutschen würde man dann so sagen: und was machst DU?  

Was für ein Lehrbuch hast du denn? :)

Expertenantwort
von Volens, Community-Experte für Grammatik, 21

Das war im Lateinischen noch ausgeprägter. Die Personalpronomen wurden mit Begeisterung weggelassen.
Es sei denn, sie sollten besonders betont werden.

Kommentar von laserata ,

Nein, das war nicht ausgeprägter. Das war nicht ausgeprägter als im Italienischen, Spanischen, Neugriechischen, Persischen, Slowakischen, Portugiesischen, Kroatischen usw. usw. usw. usw. Alles nichts besonderes.

PS: Das Personalpronomen wurde gar nicht "weggelassen". Diese Sichtweise hat man nur, wenn man als Deutscher oder Franzose ein Personalpronomen erwartet und es nicht vorfindet. Würde man im Deutschen in jedem Satz mindestens ein Adverb einbauen müssen, könnte man dann genauso gut sagen: "Im Latein lässt man gern die Adverbien weg".

Kommentar von Volens ,

Diskussionswürdiger Einwurf.
Was verdient, hervorgehoben zu werden, ist ja die Tatsache, dass die meisten späteren abendländischen Sprachen im Grunde subjektorientiert sind, die romanischen aber nur teilweise.

Expertenantwort
von latricolore, Community-Experte für Italien, Italienisch, Deutsch, Sprache & Schule, 23

Ohne den Kontext zu kennen, kann ich nur sagen, dass es dem Fragenden wohl wichtiger ist zu erfahren, was du machst, als was du machst.

Also eben genau dies:

dass man im italienischen in aller Regel das Subjektpronomen nicht mit schreibt, außer man möchte es extra betonen.

Kommentar von latricolore ,

schreibt man bei der Frage "was machst du (grad)" in aller Regel ein Tu mit

Nein.
Was machst du gerade? - Cosa stai facendo?

Wenn der andere aber vorher erzählt hat, was er selbst gerade macht, und dann wissen will, was du machst, dann fragt er:

E tu cosa stai facendo?

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