Frage von Laufkatze,

TSH-Werte leicht erhöht, fT3 und fT4 normal gleich T-Thyroxin mit Kaliumiodid nehmen?

Hallo,

ich habe Heute meine Blutwerte vom Arzt erhalten und habe leicht erhöhte TSH-Werte 6.26. Das t3 und t4 sind im Normalbereich. Da ich schon seit Monaten eine sehr starke Antriebslosigkeit habe und auch ständig müde bin, keine Motivation habe bzw. glaubte es würde an meinem Zyklus liegen. Irgendwie wollte ich immer etwas tun aber habe keine Konzentration Dinge richtig zu Ende zu bringen, kennt jemand diese Symptome bei einer Unterfunktion? Das man zu schnell überfordert ist? Solche Symptome habe schon seit mehr wie einem Jahr.

Jedenfalls hat mein Hausarzt mir keinen Termin oder Weiterüberweisung zu einem Facharzt empfohlen, sondern mir gleich 2 Packungen L-Thyroxin mit Kaliumiodid gegeben.

Ist es gut ohne ein Ultraschall der Schilddrüse gemacht zu haben L-Thyroxin mit Iod zu nehmen?

Antwort von Catlyn,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo Laufkatze,

der Hausarzt ist für Schilddrüsenpatienten definitiv der falsche Ansprechpartner. Ein TSH-Wert von 6,26 ist nicht leicht erhöht, sondern zeigt eine deutliche Unterfunktion an. Die neue laborunabhängige Obergrenze des TSH liegt bei 2,5. Gute Ärzte behandeln bei Symptomen bereits bei einem TSH von 2,0.

Eine Verordnung eines Kombipräparates mit Jod ohne eine vorherige ordentliche Schilddrüsendiagnostik ist schon eine Art Körperverletzung. Jod sollte nur dann - und wirklich nur dann - verordnet werden, wenn ein Jodmangel anhand eines 24-Stunden-Urintests und Blutanalyse nachgewiesen und eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse sicher ausgeschlossen wurde. Diese Untersuchungen macht jedoch nur der Facharzt (vorzugsweise Endokrinologe). Dazu müssen die Blutwerte TSH, fT4, fT3 sowie die Antikörperwerte TPO-AK (MAK), TG-AK (TAK), TR-AK bestimmt werden. Darüber hinaus ist eine Ultraschalluntersuchung zwingend notwendig bei der die Gewebestruktur und die Größe der Schilddrüse untersucht werden.

Das Präparat, das Du verorndet bekommen hast, kann nicht L-Thyroxin heißen. L-Thyroxin ist ein Monopräparat und enthält Thyroxin (=T4). Die gleiche Firma stellt jedoch ein Kombipräparat mit Jod her, nämlich Thyronajod. Ist es das, was Du verordnet bekommen hast?

Deine Symtpome wie starke Antriebslosigkeit und andauernde Müdigkeit, fehlende Motivation und Dinge nicht zu Ende zu bringen sind typische Unterfunktionssymptome. Da Dein Arzt dies auf Deinen Zyklus zurückführt, obwohl er festgestellt hat, dass Du Dich in einer Unterfunktion befindest, kann ich nur feststellen, dass der Arzt absolut inkompetent ist. Ich kann Dir nur dringend raten, den Arzt zu wechseln!

Meine Empfehlung an Dich ist, dass Du mit der Einnahme des Schilddrüsenpräparates noch wartest und Dir eine Überweisung zum Endokrinologen geben lässt (Du kannst dort auch direkt hingehen und nochmal die 10 Euro Praxisgebühr zahlen, sofern Du Dich nicht an das Hausarztmodell angeschlossen hast). Warte erst die dortigen Untersuchungen ab und lasse Dir bitte immer eine Kopie des Befundes geben, denn leider kann man sich als Schilddrüsenpatient nicht mehr auf die Aussage "alles im Normbereich, alles ok" verlassen. Es ist besser, selber noch einmal einen Blick auf die Werte zu werfen.

Solltest Du die Tabletten schon einnehmen, dann ist für die nächste Kontrolluntersuchung folgendes zu beachten: Eine Blutabnahme sollte nicht früher als 6 Wochen nach der letzten Dosisänderung (oder Beginn der Einnahme) erfolgen, da sonst die Werte nicht aussagekräftig sind. Termin für morgens zur Blutabnahme vereinbaren und morgens die Schilddrüsentablette NICHT einnehmen, da sonst auch die Werte verfälscht sind. Du kannst die Tablette zum Arzt mitnehmen und nach der Blutabnahme dann einnehmen (so mache ich das immer).

Ich persönlich würde auf keinen Fall das Kombipräparat mit Jod einnehmen, ohne die ordentliche Schilddrüsendiagnostik vom Facharzt gemacht zu haben! Es gibt noch eine Alternative, bis Du zu einem Facharzt gehst: Du könntest die Tabletten beim Apotheker in ein Monopräparat, z. B. L-Thyroxin umtauschen. Dann könntest Du praktisch mit der Therapie schon anfangen. Und denke daran: Blutabnahme immer erst 6 Wochen nach einer Dosisänderung.

Noch etwas ist zu beachten: Schilddrüsentabletten sollen unbedingt eingeschlichen werden! Welche Dosierung hat der Arzt Dir denn verordnet? 25er sind die kleinste Dosierung. Sollte man dennoch Probleme mit der Dosis haben, dann kann man die 25er auch halbieren. Dosis dann 10 Tage halten und dann auf 25 erhöhen, usw.

Aber gleichgültig, wie Du Dich jetzt entschieden hast, würde ich auf jeden Fall den Arzt wechseln. Du bist bei ihm definitiv nicht gut aufgehoben!

Alles Gute und liebe Grüße

Catlyn

Kommentar von Laufkatze,

Hallo Catlyn,

erstmal vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort :-) Also ich habe 2 unverkäufliche Muster von ihm bekommen darauf steht "L-Thyroxin Henning 50 plus" Levothyroxin-Natrium x H2o/Kaliumiodid (kleingedruckt) Es ist somit nicht nur L-Thyroxin obwohl das auf der Verpackung steht! Da ich selbst jahrelang in der Medizinbranche gearbeitet habe, lese ich Verpackungen sehr genau, daher ist es mir aufgefallen. Ich fand es auch komisch, dass er keine Weiterüberweisung zum Facharzt gegeben hat, weil Freundinnen von mir sofort erstmal zum Facharzt überwiesen wurden und dann deren Hausärzte nach dem Befund entschieden haben ob mit Jod behandelt wird oder mit Hormonen.

Ich würde gerne die Tablette umtauschen aber da es sich um ein unverkäufliches Muster handelt wird das wohl nicht gehen.

Was mich jetzt auch stutzig macht ist, dass bei einer Freundin von mir garkeine Urinkontrolle gemacht wurde beim Facharzt, lediglich eine Blutentnahme und ein Ultraschall der Schilddrüse und sie bekam reines Jod verschrieben.

Was ich richtig schlimm finde an meinen Symptomen ist, dass ich sogar nach 9 Stunden Schlaf morgens manchmal noch total lange im Bett liegen bleibe weil ich keine Energie habe aufzustehen. Am schlimmsten ist eigentlich, dass ich mich zu mehr Bewegung regelrecht zwingen muss, keine Motivation habe obwohl ich genau das gerne tun würde, wie eine Depression hat sich das angefühlt aber ich konnte nicht glauben, dass ich depressiv bin, dass ist untypisch für mich, da ich sonst eine Frohnatur bin und schlagartig diese unkontrollierbaren Stimmungsschwankungen auftraten.

Ich habe typische PMS, daher war es zuerst meine Vermutung, dass alles mit dem Zyklus zusammenhängt, habe vor der Periode ca. 1 Woche davor 2 Tage, fast 48 Stunden Kopfschmerzen. Und 3 Tage davor werde ich sehr weinerlich, teils aggressiv und habe auch starke Unterleibsschmerzen beim Einsetzen der Periode. Ich weiß nicht ob diese starke PMS auch von der Schilddrüse enorm beeinflusst wird?

In meiner Jugend hatte ich jedenfalls nicht solche heftige PMS, lediglich Unterleibsschmerzen aber keine hysterischen Anfälle oder Weltuntergangsstimmungen.

Ich habe in meinem Leben auch schon viele starke Medikamente nehmen müssen (Aknenormin, Reductil, Rimonabant, alle Arten von Schmerztabletten wie Tilidin, Ibuprofen, Naproxen, Buscopan, ASS und natürlich Paracetamol. Nichts half mehr richtig gegen die Kopfschmerzen jetzt nehme ich nur noch Paracetamol, weil ich schon üble Magenschmerzen bekommen habe von ASS und Naproxen.

Ich würde wirklich 10 Kreuzzeichen machen wenn alles sich legen würde sobald ich die richtigen Medi's für meine Schilddrüse bekomme, ich denke für meinen Körper würde ein neues Leben beginnen, wäre ich nur früher darauf gekommen, dass ich etwas mit der Schilddrüse haben könnte...da meine Großmutter auch schon seit Jahren mit L-Thyroxin behandelt wird.

Jedenfalls habe ich einen Termin am 24. April bei einem Nuklearmediziner oder soll ich direkt zu einem Endokrinologen gehen und nach diesem Urintest fragen?

Kommentar von Laufkatze,

Ach so wegen dem "leicht erhöht", so steht auf dem Bericht des Labors! Leicht erhöhte TSH-Werte.

Kommentar von Laufkatze,

**fT3 3.36 fT4 1.17 ** so meine Werte.

Kommentar von Laufkatze,

fT3 = 3,36 fT4 = 1,17 meine Werte auf dem Laborbefund.

Kommentar von Catlyn,

Hallo,

kannst Du für die Werte fT4 und fT3 noch den Normbereich posten? Ohne diese Angabe kann man wenig sagen.

Zu dem Beipackzettel von L-Thyroxin kann ich leider nichts sagen, da ich kein L-Thyroxin nehme (nehme ein natürliches Schilddrüsenhormon) und mir somit der Beipackzettel nicht vorliegt. Ich weiss nur, dass L-Thyroxin ohne Jod ist und Thyronajod mit Jod.

Deine PMS kann sehr wohl auch mit der Schilddrüse zu tun haben und die Kopfschmerzen kenne ich auch sehr gut. Wenn Du bereits längere Zeit in einer Unterfunktion warst, so kann dies zu einer Downregulation sämtlicher anderen Hormone führen und somit auch PMS entstehen. Wenn es allerdings schon so weit gekommen ist - spreche da auch aus eigener Erfahrung -, dann wird es schwer, wenn sich die Hormone nach guter Schilddrüseneinstellung wieder regulieren sollen. Bei mir hat sich das nicht mehr reguliert.

Leider ist das mit den Ärzten so eine Sache. Nachdem ich im Ausland in Behandlung bin und mir jahrelang Wissen angeeignet habe, habe ich etliche Ärzte "getestet" und das Ergebnis war niederschmetternd. Auch die Beobachtung, was andere Betroffene mit Fachärzten, die für die Schilddrüse zuständig sind, erleben mussten und auch die Erfahrungen in meiner weiteren Verwandtschaft sind noch viel frustrierender! Es ist sehr schwer, einen kompetenten Arzt zu finden und jede Diagnose, jede Verschreibung sollte man sich selber mal zu Gemüte führen. Deshalb kann ich Dir zu keinem Arzt raten, jedoch würde ich in Deinem Falle einen Endokrinologen dem Nuklearmediziner vorziehen. Der Endokrinologe ist der Facharzt für Hormone und sollte auch in der Lage sein, die Defizite anderer Hormone als dem Schilddrüsenhormon herauszufinden.

Du kannst ja mal in eine von SD-Patienten zusammengestellte Ärzteliste schauen unter top-docs.de. Außerdem ist das Forum http://www.ht-mb.de/forum/ empfehlenswert. Am besten die Rubrik Hashimoto, da Hashimoto-Patienten infolge der Erkrankung alle das Unterfunktionsproblem haben.

Bei mir wurde alles auch viel zu spät diagnostiziert. Weit über 10 Jahre hat es gedauert, obwohl ich immer wieder darauf hinwies, dass ich sicher sei, dass es die Schilddrüse ist. Und selbst dann musste ich auf eigene Kosten zu einer Koryphäe auf diesem Gebiet gehen, um eine Diagnose zu erhalten! Nach der Diagnose kam dann noch die Therapie, wobei ich dann jedoch aufgrund fehlenden Wissens des Arztes ins Ausland wechselte. Inzwischen habe ich aber einen - ja, einen einzigen - Arzt in unserer Region gefunden, der sehr kompetent ist. Schilddrüsenpatienten haben es sehr schwer, wenn es sich nicht gerade um eine einfache, fast symptomfreie Unterfunktion handelt.

Viele Grüße

Catlyn

Kommentar von Laufkatze,

Hallo Catlyn,

ja anscheind gibt es jetzt ein neues Produkt, dass genau so wie Thyronajod (selber Konzern) nur halt L-Thyroxin Henning 50 Plus heisst, da ist weniger Jod drin, aber dasselbe wie Thyronajod, in einem Schilddrüsenforum habe ich gelesen, dass viele das verwundert, dass der gleiche Konzern dasselbe Medikament nochmal herstellt nur mit anderen Jodmengen totale Verwirrung :-(

Also auf dem Laborbefund steht etwas von Normbereich für fT3 = 3.36 Normbereich= 2.0-4.4 für fT4 = 1.17 Normbereich= 0.90-1.70

Oh Mann das ist ja heftig was du schreibst über die Ärzte :-( Gott sei Dank hast du jetzt einen guten Arzt gefunden dem du vertraust :-) Also manchmal glaube ich, dass viele Patienten selbst schon fast kleine Ärzte sind und bald einen Arzt nur noch für Rezepte brauchen haha :-) Ich bin froh, dass ich überhaupt erstmal Gewissheit habe, dass etwas nicht mit der Schilddrüse stimmt. Wieso testen die Hausärzte eigentlich nur unter einer Bitte die Schilddrüsenwerte und wieso gehört das nicht in jede normale Blutentnahmeuntersuchung?

Am Dienstag werde ich ihn nochmal besuchen er soll mir die normalen L-Thyroxin aufschreiben, werde ihm einfach sagen, dass meine in der Familie ein Hashimoto Fall ist und ich Angst habe das Kombipräperat einzunehmen ohne vorher Gewissheit zu haben ob ich auch Hashimoto habe.

Mehr wie Nein sagen kann er nicht. Danke für die Infoseite mit Topdocs, dort steht auch eine gute Ärztin drin, bei der eine Bekannte in Behandlung ist bei ihr versuche ich einen Termin zu bekommen, sie ist in Frankfurt da wartet manchmal 4-5 Monate auf einen Termin :-(

Jedenfalls super vielen Dank für deine vielen Informationen und Frohe Ostern :-)

Kommentar von Laufkatze,

Hallo Catlyn :-),

ich war heute bei meinem Hausarzt also er hat mir normales L-Thyroxin verschrieben, die Apotheke hat gesagt, sie können mir nur Euthyrox 50 von Merck geben, da meine Kasse mit dem Produkt von Aventis keinen Vertrag hat. Jetzt ist nur meine Frage, ich habe in 2 Wochen einen Termin beim Nuklearmediziner.

Kann ich ab Morgen schon anfangen mit den Tabletten oder sollte ich einfach warten?

Ich habe auch gelesen, dass wenn man schon lange eine UF hat mit einer Vierteltablette anfängt oder ist eine halbe schon in Ordnung? Ich habe hohes Gewicht (Ü100) deswegen meine Frage :-/

Auch wird nicht nüchtern Blut abgenommen beim NUK-mediziner ist das denn alles richtig? Einen Termin bei der Endokrinologin wäre erst Ende Mai, ich kann nicht solange warten oder sollte ich auch nochmal bei ihr vorbeischauen? So ein Ärztehopping ist eigentlich nicht mein Fall, aber werden bei der Endokrinologin ggf. noch bessere Untersuchungen gemacht als nur beim NUK? Soll ich bei ihr nach diesem 24h Urintest fragen, muss dieser selbst bezahlt werden? Ist das überhaupt nötig bei meinen Werten?

Wäre dankbar um jede weitere Information, ja du bist bisher meine Einzige geeignete Informationsquelle und möchte mich nochmal sehr dafür bedanken :-)

Antwort von Flupp66,

Hey,

Nein ...bei manchen Erkrankungen sollte man kein Jod nehmen ...daher würd ich das von nem Facharzt nochmal überprüfen lassen und auchn Ultraschall machen lassen.

Hatte die gleichen Smyptome und ich durfte gar kein Jod zusätzlich nehmen.

Liebe Grüße, Flupp

Kommentar von Laufkatze,

Ja das habe ich auch schon oft gelesen als Hausarzt müsste er doch wissen, dass man nicht einfach L-Thyroxin mit Jod verschreibt? Er hat mir ohne zu zögern gleich 2 Packungen gegeben und meinte ich soll nach 6 Wochen nochmal zur Blutentnahme kommen um zu schauen ob sich die Werte verbessert haben. Ich finde das verwirrend, dass überall zu lesen und mein Hausarzt nichts davon erzählt hat? Er meinte auch, eigentlich müsste man mich garnicht behandeln bei leicht erhöhten Werten? Schon merkwürdig.

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