Ist es rechtens trotz übertariflichem Vertrag weniger Geld als im Tarif zu verdienen?

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5 Antworten

Wenn Du sagst, dass Dein Grundgehalt geringer sei als das eines tariflichen Arbeiters, dann ist etwas nicht in Ordnung!

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können in einem Betrieb, in dem ein Tarifvertrag anzuwenden ist, nicht beliebig entscheiden, wessen Arbeitsverhältnis "außertariflich" ist und wessen nicht!

"Außertariflich" bedeutet immer eine Qualifikation und Entgelteinstufung oberhalb der höchsten Entgeltstufe des im Betrieb anzuwendenden Tarifvertrags.

Siehe z.B. die Erläuterung aus  http://www.igmetall4you.de/studium-beruf/at-vertragaussertariflich/ :

Als "außertariflich" gilt grundsätzlich nur derjenige, der...

mit einer Aufgabe betraut ist, die höhere Anforderungen stellt, als sie für die höchste tarifliche Vergütungsgruppe definiert ist

und

ein Gehalt deutlich oberhalb der höchsten tariflichen Vergütungsgruppe erhält.

Entscheidend für die Zuordnung, wer als "außertariflich" gilt, ist der jeweilige Tarifvertrag. Gibt es keinen Tarifvertrag, kann auch nichts außerhalb des Tarifs vereinbart werden. Es ist dann schlichtweg ohne Tarif. Grundsätzlich muss der AT-Vertrag zwar nicht in jeder einzelnen Bestimmung, aber in seiner Gesamtbewertung besser sein als ein Vertrag in der höchsten tariflichen Entgeltgruppe. Je nach Branche und Tarifgebiet gelten andere Regelungen.


Grundsätzlich gleiche Informationen gibt es z.B. auch auf der Seite  haufe.de/personal/personal-office-premium/arbeitsvertrag-mit-aussertariflichen-angestellten_idesk_PI10413_HI3456483.html  (in Adresszeile des Browsers kopieren!):

Die Tarifvertragsparteien knüpfen den AT-Status überwiegend an die folgenden Voraussetzungen:

Die Tarifvertragsparteien knüpfen den AT-Status überwiegend an die folgenden Voraussetzungen:

- der Arbeitnehmer wird im Arbeitsvertrag ausdrücklich als AT-Angestellter bezeichnet,

- das Aufgabengebiet stellt höhere Anforderungen als die höchste tarifliche Beschäftigungsgruppe,

- die allgemeinen Vertragsbedingungen liegen bei einer Gesamtbeurteilung über dem Niveau der höchsten Tarifgruppe,

- das Gehalt übersteigt die Vergütung der höchsten Tarifgruppe um einen bestimmten Prozentsatz (10 – 25 %) oder um einen absoluten Betrag.

In der Konsequenz bedeutet das, dass Du ein Gehalt verlangen kannst, das den obigen Definitionen und Erklärungen entsprechend über dem Gehalt der tarifgebundenen Arbeitnehmer liegt - vorausgesetzt, die Bestimmung als "außertariflich" ist überhaupt gerechtfertigt.

Wie Du dann aber Dein "gutes Recht" gegenüber Deinem Arbeitgeber einfordern willst oder kannst, ist eine andere Frage ... ...

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Das kommt darauf an, was im Vertrag vereinbart ist. Außertarifliche Vereinbarungen sind nicht immer besser (wie Du selbst schon festgestellt hast).

Du wirst (nehme ich mal an ) ein höheres Grundgehalt haben als die MA die nach Tarif bezahlt werden. Bei Dir werden wahrscheinlich aber z.B. Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sein, für Dich gelten nicht die tariflich vereinbarten Wochenarbeitszeiten und wenn im Arbeitsvertrag die tariflichen Sonderzahlungen wie z.B. Urlaubs- und/oder Weihnachtsgeld nicht vereinbart wurden, kann es leicht passieren, dass man als "ATler" zusammen gerechnet weniger verdient als andere, vergleichbare MA.



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Kommentar von Matpod
07.01.2016, 15:28

Danke für die Antwort.

Das ist es leider, Mein Grundgehalt ist geringer als das einen Tariflichen Arbeiters. Mit allem anderen hast Du recht. Was kann ich dagegen unternehmen?

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kommt auf deine abzüge ab, die wir nicht kennen, aber natürlich können die höher sein als bei manch anderem.. die steuerprogression kommt auch noch dazu..

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Kommentar von Matpod
07.01.2016, 15:09

Es geht hierbei nicht um den Nettobetrag, sondern um den Betrag vor den Steuern und allen Abzügen.. also Brutto.

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 laut der Definition "Außertariflich", mehr verdiene als tarifgebundene Mitarbeiter meiner Branche

Was bringt Dich zu dieser Ansicht?

Hier wird lediglich festgelegt, dass Du abweichend von den Tarifvereinbarungen bezahlt wirst und das kann sich positiv oder negativ auswirken.

Scheinbar hast Du Dir nicht die Mühe gemacht zu hinterfragen, was der Arbeitgeber darunter versteht, andernfalls wärst Du jetzt nicht so überrascht ...

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Ist denn in dem Arbeitsvertrag denn vereinbart, dass du mehr als die tarifgebundenen Mitarbeiter verdienst? Steht diese Definition irgendwo in dem Arbeitsvertrag?

Ich glaube, du wurdest hereingelegt. Außertariflich heißt nur, dass sich dein Arbeitgeber nicht an den Tarifvertrag halten muss.

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Kommentar von Matpod
07.01.2016, 15:29

Nein das steht leider nirgends. Laut dem gesetzgeber heißt "Außertariflich" jedoch, dass das Grundgehalt 10-15% höher ist als bei dem höhsten Tariflohn in meiner Branche. Leider liege ich knapp 15% unter dem niedrigsten Tariflohn.

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