Frage von Sina1795, 71

Trotz Narkose aufwachen und alles spüren?

Hallo Zusammen,

ist vielleicht eine blöde Frage, aber ich habe nächste Woche einen OP Termin (Schilddrüse) und eine heiden Angst davor. Ist es möglich dass ich während der OP aufwache, mich nicht regen kann und sogar alles spüren kann??? Ein Vorgespräch mit dem Herr Doktor hatte ich schon, habe diese Frage natürlich nicht gestellt... Aber wie gesagt, habe eine Sch... Angst davor, dass so etwas passieren kann/wird :(

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ede45, 61

Das war ein Fehler, dass du im Gespräch nicht alles angesprochen hast. Es dürfen nach dem Gespräch keine Fragen mehr offen sein, sonst ist die Einwilligung zur OP/Narkose ungültig. Einiges kannst du als Patient nämlich selber beeinflussen. Wenn du deine Ängste schilderst, wird der Anästhesist dies berücksichtigen. Nachteil! Die Narkose wird evtl. tiefer bzw. länger als nötig. Also auch eine größere Belastung für Deinen Körper. Besonders für Deine Leber und die Nieren. Du wirst dann auch eine stärkere Prämedikation bekommen. Das macht man bei sehr ängstlichen Patienten so. Dann sind Deine Erinnerungslücken auch länger bzw. größer. Aber wie gesagt, für Deinen Körper ist das eher ein Nachteil! Je älter der Patient, um so schlimmer die Schädigung für den Körper. Bei einer Narkose ist es wichtig, dass der Anästhesist viel Erfahrung hat damit du nicht zu viel aber auch nicht zu wenig an N-medikamenten bekommst. Bekommst du zu viel, reicht die Palette von kognitiven Beeinträchtigungen, geist. Behind. bis hin zum Tod. Bekommst du zu wenig, wachst du während der Narkose auf. Wenn du Glück hast, ist das Schmerzmittel optimal dosiert, so dass du nur wach wirst, dabei aber keine Schmerzen verspürst. Das wäre mir persönlich lieber als eine zu tiefe Narkose. Wenn aber der Anästhesist auch das Schmerzmittel zu niedrig dosiert hat und man beim Aufwachen Schmerzen bekommst, ist das der Horror schlecht hin. Aber das würde der Anästhesist sofort bemerken, denn dann würde dein Puls und Blutdruck sofort in die Höhe gehen und er würde sofort die Dosis erhöhen. Aber gerade dann (bei unerfahrenen A.), ist die Gefahr sehr groß eine Überdosis zu bekommen. Dann passiert das Gegenteil und die Narkose wird zu tief. Die Folgen können Hirnschäden, Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie sein. Auch bei meiner N. ist leider einiges schief gelaufen und habe dadurch einen Narkose-schaden erlitten. Das KH in Duisburg Fahrn hat sich bei mir für die schlechte Narkose noch nicht mal entschuldigt. Du kannst aber davon ausgehen, dass diene Narkose eher zu tief wird als das du aufwachst. Das kommt sehr selten vor. Oft haben diese Pat. viele Vorerkrankungen und sind Herzkrank. Alles Gute! Übrigens! Du kannst deine Bedenken und Ängste auch noch im KH kurz vor der OP sagen. Tue das bitte auch!! LG

Kommentar von ede45 ,

Es gibt viele Gründe warum man dem Anästhesisten alles sagen sollte, z.B. dass man raucht, Alkohol trinkt oder Drogen nimmt. 1.) Die Narkoseeinleitung und die Intubation könnte schwieriger werden weil die erforderliche Tiefe der Narkose für eine Intubation möglicherweise nicht erreicht wird. Der Pat. könnte wieder aufwachen während der OP. Weiterhin besteht erhöhte Aspirationsgefahr weil beim Rauchen die Magensäureproduktion gesteigert wird. Das heißt, der Pat. ist nicht nüchtern. Man sollte mindestens 6 Std. vor der Narkose nicht mehr rauchen. 2.) Unabhängig davon schwächt rauchen das Immunsystem und schädigt alle Organe vor allem die Lunge. Darum erhöhte Gefahr einer Lungenentzündung nach der OP wegen der künstlichen Beatmung während der Narkose. Weiterhin sind die Bronchien eines Rauchers verschleimt weil Nikotin die Flimmerhärchen lähmt die den Schleim abtransportieren sollen. Auch deswegen ist die Lunge anfälliger für eine Lungenentzündung. 3.) Falsche Werte bei der Sauerstoffanzeige weil dass an Hb-gebundene Kohlenmonoxid fälschlicherweise miterfasst wird. Es gaukelt eine falsche Sauerstoffsättigung vor. Es zeigt 99% an, ist aber in Wirklichkeit niedriger weil Kohlenmonoxid fälschlicher Weise auch als Sauerstoff gemessen wird. 4.) Minderdurchblutung des OP- Gebietes bzw. des ganzen Körpers auf Grund der Gefäßverengenden und Gefäß schädigenden Wirkungen des Nikotins. Auch Alkohol schädigt die Gefäße. Daraus resultieren Wundheilungsstörungen u. Infektionen. 5.) Raucher u. Alkoholiker (wenn die Leber noch nicht geschädigt ist) benötigen mehr Narkosemedikamente. Die Toleranz für diese Med. ist größer. Bei längeren Genuss von Alkohol oder Drogen passt sich die Leber an und kann diese Gifte immer schneller und besser abbauen. Das bedeutet, dass diese Menschen mehr Narkosemedikamente benötigen weil auch die Narkosemedikamente schneller abgebaut werden. Sonst könnten diese Pat. während der Narkose plötzlich aufwachen. 6.) Alkoholiker und Kiffer haben mehr Rezeptoren bzw. die Rezeptoren werden unempfindlicher an denen auch die Narkosemed. andocken. Darum benötigen sie mehr Narkosemedikamente bis alle Rezeptoren besetzt sind. Diese Aussage trifft aber nur zu, wenn vor der OP kein Alkohol oder THC/CBD-Spiegel vorhanden war. War ein Spiegel vorhanden, verstärken sie die Wirkung der Narkosemedikamente (additive Wirkung). Dies führt zu einer tiefen Narkose und kann das Aufwachen verzögern sowie die Atmung beeinträchtigen (Atemdepression). Eine zu tiefe Narkose führt zu einer Hypotonie. Dies kann Lebensbedrohlich werden. Bei Rauchern ist vor allem durch die vorgeschädigte Lunge die Sauerstoffaufnahme in den Lungenbläschen reduziert. Wenn zur Aufrechterhaltung der Narkose ein Gas verwendet wird, benötigen Raucher eine höhere Konzentration an Gas um die gewünschte Wirkung zu erzielen weil der Gasaustausch durch die geschädigten Lungenbläschen beeinträchtigt ist. Im Zweifel wählt der Anästhesist eine TIVA. Nikotin und Alkohol lösen im gesamten Körper Stress aus. Darum haben sie einen erhöhten Stoffwechsel, Bluthochdruck und mehr Adrenalin im Blut. Durch den erhöhten Stoffwechsel und den hohen Adrenalinspiegel werden auch Narkosemedikamente schneller verstoffwechselt bzw. abgebaut. Auch darum benötigen Raucher mehr Narkosemedikamente damit sie während der OP nicht aufwachen (Awareness). Auch sehr ängstliche bzw. aufgeregte Pat. haben einen erhöhten Adrenalinspiegel bzw. ein erhöhtes HZV. Dadurch fließt ein geringerer Anteil Blut also auch weniger Sauerstoff und Narkosemed. zum Gehirn. Darum benötigen aufgeregte, ängstliche Patienten auch mehr Hypnotikum und Schmerzmittel. 7.) Alkohol schädigt jede Körperzelle. Aber besonders Leber, Gehirn, Herz und Knochenmark. Durch die giftigen Abbauprodukte des Alkohols (Acetaldehyd etc.) werden die Leber und das Gehirn besonders geschädigt. Daraus resultiert nach längerem Genus: Sodbrennen, Gastritis, Pankreatitis, Hypertonie, Leberzirrhose, Aszites, Ösophagusvarizen, Blutungen, Nierenschäden, Eiweißverlust, Arteriosklerose, Peritonitis, Schädigung der Herzzellen u. Herzkranzgefäße. Folgen: Herzschwäche, Herz-Rhythmusstörungen, Herzinfarkt. 7.2) Durch Alkohol wird der Tonus des unteren Speiseröhrenschließmuskels herabgesetzt sowie die Peristaltik der Speiseröhre (Aspirationsgefahr). 7.3) Die Leber hat einen erhöhten Sauerstoffverbrauch (Abbau von Alkohol, Fetten etc.). Eine Sauerstoffunterversorgung des empfindlichen Gehirns im Rahmen einer Narkose könnte die Folge sein. 7.4) Durch die Schädigung der Leber kommt es zu Gerinnungsstörungen. Dadurch kann es zu Blutungen bzw. Nachblutungen kommen. 7.5) Bei Rauchern kann es zu Adhäsionen von Blutzellen kommen. Das heißt, Blutzellen können verklumpen und so eine Thrombose, einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie auslösen. Also unbedingt alles angeben. Hierbei ganz wichtig! Ein Anästhesist mit viel Erfahrung der die ganzen Komplikationen ausreichend beherrscht bzw. angemessen entgegen wirken kann! LG

Kommentar von ede45 ,

Falls Du sehr ängstlich bist, dann meinen anderen Kommentar unten nicht lesen!!

Kommentar von Sina1795 ,

Erst einmal, vielen lieben Dank für deine Kommentare und die Mühe!!! Was Ehrlichkeit betrifft, wie rauchen, Alkohol, Drogen , Medikamente, Vorerkrankungen etc. war ich offen und ehrlich. Ich bin glücklicherweise noch jung und soweit nicht Herzkrank, abgesehen vom Herzrasen, was aber typisch bei Morbus Basedow (der A. weiß Bescheid!) Beim Vorgespräch sind mir keine Fragen dazu eingefallen (die haben mich super aufgeklärt, auch was die Risiken betrifft, abgesehen meiner Angst), trotz allen Dingen, fallen mir solche Fragen/Ängste ja doch erst im Laufe der Tage ein. Was mich aber unheimlich beruhigt ist, dass ich doch noch vor der OP die Chance habe, zu sagen was mir auf dem Herzen liegt! Nochmals Danke für deine ausführliche Info!!!

Kommentar von ede45 ,

Danke für das Kompliment! Du kannst es dem Pflegepersonal auf der Station sagen. Die geben es dann weiter. Falls du das Gefühl hast, dass das Pflegepersonal nicht professionell genug ist, kannst du es auch noch im Einleitungsraum dem Anästhesisten sagen. Laut Patientenschutzgesetz von 2013 muss dir der Anästhesist im Einleitungsraum noch genügend Zeit geben damit du deine Bedenken oder Ängste aussprechen kannst. Der Anästhesist sowie das Pflegepersonal müssen dann darauf Rücksicht nehmen. Alles Gute!

Antwort
von LotteMotte50, 59

du hättest ausführlich mit dem Arzt und deinem Anästhesisten reden müssen die hätten dich aufgeklärt sicher man hat schon viel gehört aber ob es immer so stimmt weis man auch nicht 

Antwort
von ThePsilosopher, 63

Es kann auch passieren, dass du einfach nicht mehr aufwachst, aber beides ist ziemlich unwahrscheinlich.

Kommentar von Sina1795 ,

Na ja, ich denke dass das zu den "normalen" Risiken gehört, worüber man auch aufgeklärt wird. Ob man allerdings aufwachen kann... nicht.

Kommentar von ThePsilosopher ,

Du hast eher Angst davor, "aufzuwachen", als zu sterben... Krass :D

Ich kann dich beruhigen. Es gibt zwar solche Fälle, aber sehr, sehr wenige. Narkosemittel macht einen richtig fertig, ich war nach meinen OPs so als wäre ich richtig, richtig, richtig hart besoffen, so richtig doll. Und das nicht nur 1 mal.

Sag einfach vor der OP, dass du aufgeregt bist, meist kriegst du dann sone Leck-mich-am-Rektum-Tablette.

Kommentar von Sina1795 ,

Im Moment schon... wenn ich mir vorstelle ich bekomme alles um mich herum mit, samt Schnerzen, kann mich aber null bemerkbar machen^^ Wobei ich mir sicher bin , dass ich da in guten Händen bin, aber wenn die Medizin mal versagt... ist doch der absolute Horrortrip: o

Kommentar von ThePsilosopher ,

Aber du kannst so oder so nichts daran ändern :) Also entspann dich. Wird schon glattgehen.

Antwort
von youarewelcome, 71

Also ich bin vom Fach, kann Dich absolut beruhigen...du wirst weder aufwachen noch sonst irgendetwas mitbekommen, Du wirst GANZ sicher erst im Aufwachraum wieder zu Dir kommen und dann ist alles schon vorbei.

Und die Schilddrüsenop's sind in der Regell nicht schlimm...kann sein, dass Du bisschen Halsschmerzen hast, aber man bekommt Schmerzmittel über die Infusion und da ist alles ganz gut auszuhalten.

LG, und beste Wünsche

Antwort
von youarewelcome, 41

Liebe FS, mache Dir wegen der "Romane" unten keine Sorgen...es wird nichts passieren, glaube mir...es gibt keinen Grund warum Du Dich von Horrorgeschichten verrückt machen lassen solltest...melde Dich nochmal wenn Du wieder zu Hause bist, ich bin sicher Du stimmst mir zu 100% zu...und wirst  mir mit einem virtuellen Grinsen berichten, dass es genauso lief,wie ich Dir gesagt habe.


PS: Freue mich auch über eine Bewertung wenn ich helfen konnte


Antwort
von Amikino, 57

Gib Dein Gewicht ehrlich an, dann ist das mehr als unwahrscheinlich.

Kommentar von Sina1795 ,

Habe ich, auch was Drogen, Alkohol, Rauchen etc betrifft. Ich habe eben vor kurzem einen Bericht gelesen, dass sowas passieren, was das ganze auch nicht besser gemacht hat: o

Kommentar von Amikino ,

Die Fälle, wo das vorgekommen ist, haben immer andere Gründe: es sind ältere oder geschwächte Menschen, wo die Narkose möglichst niedrig dosiert wird, weil andere Risiken bestehen...wo man halt den Zeitraum so kurz wie möglich halten MUSS und den künstlichen Schlaf nicht so tief möchte. 

Sprich über Deine Ängste mit den Narkosearzt, er wird Dich mit Infos versorgen und besonders aufpassen. :-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community