Frage von moeder, 119

Trotz Anzeige zur Polizei (beruflich)?

Hallo ich bin 16 und wurde mit einem Roller erwischt der 45kmh fährt obwohl ich nur einen Mofaführerschein habe. Jetzt bekomme ich eine Anzeige , kann ich trotzdem später noch zur Polizei gehen (beruflich) oder wird mir das nun verweigert ?

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei, 39

Hallo moeder,

im Bezug auf Deine Frage gibt es zwei Voraussetzungen, die man erfüllen muss um in den Polizeidienst aufgenommen zu werden:

  1.  Du darfst nicht wegen einer Straftat verurteilt worden sein und
  2. es darf kein Strafverfahren gegen Dich anhängig sein.

Nummer 1 trifft schon einmal nicht zu, denn noch bist Du nicht verurteilt worden.

Aber Nummer 2 trifft zur Zeit noch zu, denn die Polizei hat gegen Dich ein Strafverfahren nach folgender Rechtsgrundlage eingeleitet:

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§ 21 StVG - Fahren ohne Fahrerlaubnis

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

  1. ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder ihm das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist, oder
  2. als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist

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Solange dieses Strafverfahren noch nicht durch:

  1.  durch eine Verurteilung oder
  2. durch eine Einstellung des Verfahrens

abgeschlossen wurde, hast Du keine Chance Dich erfolgreich zu bewerben. Gleiches gilt natürlich, wenn Du wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden bist.

Du kannst also nur hoffen, dass das Strafverfahren zu dem Zeitpunkt an dem Du Dich bewerben willst abgeschlossen ist.

Und hier ist es halt wichtig, dass das Strafverfahren für Dich nicht mit einer Verurteilung abgeschlossen wurde, sondern dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren:

  •  gem. § 170 StPO einstellt, weil der Tatvorwurf nicht aufrecht erhalten werden konnte oder
  • gem. § 153 StPO wegen Geringfügigkeit einstellt oder
  • gem. § 153a StPO gegen Auflagen einstellt

Ansonsten sehen Deine Chancen Polizist zu werden sehr schlecht aus.

Das man nicht in die Beamtenlaufbahn und ins besondere nicht in den Polizeidienst aufgenommen werden kann, wenn man straffällig geworden ist ergibt sich aus folgender Rechtsgrundlage:

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§ 60 Bundesbeamtengesetz (BBG) - Grundpflichten

(1) Beamtinnen und Beamte dienen dem ganzen Volk, nicht einer Partei. Sie haben ihre Aufgaben unparteiisch und gerecht zu erfüllen und bei ihrer Amtsführung auf das Wohl der Allgemeinheit Bedacht zu nehmen. Beamtinnen und Beamte müssen sich durch ihr gesamtes Verhalten zu der freiheitlichen demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bekennen und für deren Erhaltung eintreten.

(2) Beamtinnen und Beamte haben bei politischer Betätigung diejenige Mäßigung und Zurückhaltung zu wahren, die sich aus ihrer Stellung gegenüber der Allgemeinheit und aus der Rücksicht auf die Pflichten ihres Amtes ergeben 

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Wie Du dem fett dargestellten Text entnehmen kannst, bist Du verpflichtet Dich so zu verhalten, dass Du die Gesetze achtest und genau das hast Du nicht getan.

Durch die Verletzung dieser Grundpflicht hast Du im Falle einer Verurteilung kaum noch eine Chance Polizist zu werden. Oder andersrum; Nur wenn das Verfahren gegen Dich eingestellt wurde hast Du Chancen noch Polizist zu werden.

Dir bleibt jetzt also nichts anderes übrig, als den Ausgang des Verfahrens abzuwarten. In der Regel dauert es von der Anzeige bis zum Abschluss des Verfahrens ca. 3 ~ 6 Monate. Je nach Auslastung der Polizei/Staatsanwaltschaft/des Gerichtes kann es unter Umständen auch mal länger dauern, kann aber auch durchaus schneller gehen.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Ranger8707, 13

Geht nicht mehr. Jemanden den ich kenne haben die nicht mal genommen weil er mit den steuern im hintertreffen war.

Antwort
von Aylin191919, 68

Als wenn dir das verweigert wird. Ich würde mich da mal erkundigen bei so einer Berufshilfe die müssten da besser Bescheid wissen

Antwort
von Malkastenpark, 34

Das ist kein Problem. Erstens biste nichtmals vorbestraft oder verurteilt , also gar nix.

Kommentar von Sirius66 ,

Oh oh ... gefährliches Unwissen. Warum sind manche hier so schnell mit Meinungen, ohne einen Funken Ahnung zu haben?!

Gruß S.

Kommentar von migebuff ,

Ohne einen Funken Ahnung würde man vielleicht davon ausgehen, dass das Verfahren gegen ein 16-jähriges Kiddie beim ersten FoFE nicht gegen Auflagen eingestellt wird. Natürlich bekommt er gleich eine Geld- oder Freiheitsstrafe. Als Ersttäter. Mit 16. Soviel zum "gefährlichen Unwissen".

Bis er sich bewirbt, ist kein Verfahren mehr offen, das jetzige gegen ein paar Sozialstunden eingestellt - wo genau liegt also das Problem?

Kommentar von Sirius66 ,

Wer meint, in die Zukunft schauen zu können und subjektive Prognosen als Wahrheit prophezeit, gehört für mich zu den gefährlich Halbwissenden.

Man sollte auch - wenn man schon mit FoFE (???) um sich schmeißt, Ordnungswidrigkeiten und Straftaten unterscheiden können.

Du weißt nicht, ob es das erste Vergehen ist. Du weißt nicht, wie das Verfahren läuft - aber es läuft und muss auch im Falle einer Bewerbung als solches angegeben werden. Du weißt doch gar nicht, wann er/sie sich bewerben will. Im mD geht das schon mit 16.

Die gute Aussicht, WENN es eingestellt wird, wurde EBENFALLS erwähnt - wenn auch nicht von mir, aber ich habe drauf hingewiesen.

Deine Antwort beruhigt den TE auf eine sehr vage Vermutung hin. Daher halte ich sie für gefährlich, weil ggf völlig falsch.

Gruß S.

Kommentar von migebuff ,

Ich ging irrtümlich einfach mal davon aus, dass die landläufige Abkürzung "FoFE" für "Fahren ohne Fahrerlaubnis" jemandem bekannt sein dürfte, der eine solche Frage kommentiert und noch dazu das Wissen anderer bewertet.

Eine OWi habe ich nirgends erwähnt, der Hinweis auf OWi/Straftat unterscheiden ging daher wohl an jemand anderes.

Dass es die erste Auffälligkeit ist, geht aus der Frage hervor. Wäre er vorher schon straffällig geworden, müsste er jetzt nicht nachfragen, da das Thema dann ohnehin schon erledigt gewesen wäre. Daraus ergibt sich dann auch der Ablauf des Verfahrens - Diversionsverfahren bei jugendlichem Ersttäter und die daraus folgende Einstellung gegen Auflagen.

Kommentar von Ranger8707 ,

Es geht nimmer

Expertenantwort
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 31

The Grow hat ja schon alles erklärt. Ganz abgesehen davon kannst du Probleme bekommen, den FS zu machen. Eine MPU ist wohl absehbar. Das dauert ja auch alles. Der ist aber im Laufe der Ausbildung, im gD schon bei der Bewerbung Pflicht.

Da kannst du nur den Ausgang abwarten und (ein wenig) hoffen.

Sicherlich überflüssig, aber dennoch - ein Betrüger in der Bank? Ein Exhibitionist im Kindergarten? Ein Drogenstraftäter in einer Schule? Ein wegen Korruption Verurteilter im Jura-Studium? Alle (oder zumindest verbeamtete) bezahlt und krankenversichert über den steuerzahlenden Bürger?

Gruß S.


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