Frage von Shinobiofmoon, 105

Trotz Krankmeldung zur Arbeit, Firma dagegen?

Hallo zusammen,

ich wurde für eine Woche krank geschrieben, muss aber in der Arbeit was erledigen und bin deshalb vorher zurück. Die Personalabteilung hatte was dagegen und haben gesagt ich darf nicht dort bleiben und wenn ich zurück will brauche ich eine gesundschreibung.

Ich habe gelesen das dem nicht so sei und mein Vorgesetzter ist der gleichen Meinung.

Doch wie sieht es wenn ich früher gehe ist es dann Minusstunden oder wie schaut es aus?

Beispiel: Wenn ich die Arbeit bereits erledigt habe.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DarthMario72, 17

Eine "Gesundschreibung" gibt es in Deutschland nicht - da liegt die Personalabteilung falsch. Wenn du dich fit genug fühlst und deine weitere Genesung nicht gefährdest, darfst du selbstverständlich arbeiten gehen, trotz AU. Denn die AU stellt kein Arbeitsverbot dar.

Andererseits hat der AG eine Fürsorgepflicht und kann durchaus verlangen, dass du für die Dauer der AU nicht zur Arbeit kommst. Wenn es so wichtig ist, was du zu erledigen hast, informieren deinen AG, damit der das von einem anderen Mitarbeiter erledigen lässt.

Antwort
von Othetaler, 45

Eine Gesundschreibung gibt es normalerweise nicht. Du bist ja "nur" krankgeschrieben und hast kein Arbeitsverbot.

Das heißt, wenn du dich gut fühlst, darfst du arbeiten gehen. Wenn sich da die Personalabteilung aber querstellt, würde ich an deiner Stelle keinen Aufstand machen, sondern einfach zuhause bleiben und die freien Tage genießen.

Kommentar von PeterSchu ,

Richtig, eine Gesundschreibung gibt es in der Regel nicht. Wenn man aber unbedingt wieder arbeiten will und dem Betrieb die Entscheidung erleichtern will, spricht nichts dagegen, erneut zum Arzt zu gehen und sich von ihm ein Schreiben aushändigen zu lassen, dass die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt ist.

Im Normalfall sollte man aber wie du beschrieben hast, die Zeit zum Auskurieren nutzen.

Antwort
von Dommie1306, 13

Hallo,

schau mal, hier ist das sehr gut von einem Rechtsanwalt erklärt:

https://www.allianz.de/recht-und-eigentum/rechtsschutzversicherung/arbeiten-trot...

Prinzipiell gilt: Wenn du dich wieder gesund fühlst und nicht ansteckend bist, kannst du arbeiten. Aber du musst wieder gesund sein! Nicht einfach nur "zu viel Pflichtbewusstsein" haben und dich krank in die Arbeit schleppen...

Antwort
von TechnologKing68, 49

Ich denke schon, dass die Firma dir verbieten kann, krank zur Arbeit zu gehen, schliesslich haben sie auch eine Verantwortung gegenüber dir und den anderen Arbeitern.

Ich würde zuhause bleiben und Stress vermeiden.

Kommentar von Shinobiofmoon ,

Ich habe nix ansteckendes.

Kommentar von Biba85 ,

Aber eine krankschreibung.. 

Kommentar von schmiddihb ,

Aber du bist krank. Wie auch immer das aussehen mag.
Du musst dich ja schlecht fühlen - sonst wärst du ja nicht zum Arzt gegangen. Und wenn er meint, dass du genesen sollst, macht man das zu Hause und nicht bei der Arbeit.
Minusstunden dürften nicht anfallen, weil dich der Arzt ja für den kompletten Tag krankschreibt. Egal ob du früher gegangen bist.

Kommentar von TechnologKing68 ,

Es ist eine Frage der Haftung. Und somit hat die Firma das Recht, dir das Arbeiten zu verbieten.

Kommentar von DarthMario72 ,

Es ist eine Frage der Haftung.

Das hat nichts mit Haftung zu tun. Der AG haftet nicht anders als sonst auch. Wenn überhaupt geht es hier um die Fürsorgepflicht des AG gegenüber seinen Arbeitnehmern.

Kommentar von TechnologKing68 ,

Wenn jemand einen Arbeitsunfall hat und sich dann herausstellt, dass dieser jemand von seiner AG arbeiten gelassen wurde, obwohl er amtlich arbeitsunfähig war, dann haftet die sehr wohl auf Schadenersatz wegen unerlaubter Handlung (Delikthaftung). Das hat auch nichts damit zu tun, dass sie eine AG ist, das würde auch ein privater Arbeitgeber.

Antwort
von PeterSchu, 26

Grundsätzlich darf man zwar schon vor Ablauf der Krankmeldung wieder arbeiten, aber nur, wenn man wieder gesund ist. Die Aussage, dass du unbedingt was zu erledigen hast, ist kein Argument.

Wenn der Betrieb der Ansicht ist, dass du noch nicht wieder gesund bist, darf er dir durchaus verbieten, zur Arbeit zu gehen.

Ich finde es sogar beispielhaft, wenn ein Betrieb nicht nur auf den Profit schaut, sondern die Gesundheit der Mitarbeiter im Auge hat.

Antwort
von GerdausBerlin, 9

Es gibt keine "Krankschreibung" und keine "Krankmeldung" und keine "Gesundschreibung"!

Es gibt nur ein ärztliches Gutachten namens "Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung", kurz "AU"! Mit einer "voraussichtlichen" Dauer.

Wenn ich also eine bestimmte Arbeit nicht die geforderten 8 Stunden ausführen kann, kann mir der Artz eine AU bescheinigen. Das kann er natürlich auch, wenn er meint, ich wäre gar nicht "au", sondern würde nur schneller wieder "a" bzw. gesund, wenn ich nicht arbeite.

Und genau daran hat auch der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse! Deshalb kann er dir untersagen, während einer AU woanders zu arbeiten, soweit dies deiner Genesung abträglich ist (etwa in deinem gemeldeten Zweit-Job).

Wenn ich aber ein Bein gebrochen habe und deshalb kein KfZ führen kann, kann ich dennoch von zu Hause aus als Versicherungsmakler arbeiten, sogar, wenn ich das Bett hüten muss. Und ich kann in die Firma gehen und am PC eine Arbeit erledigen - muss es aber nicht, wenn ich zwecks Heilung - nicht wegen der "AU"! - besser im Bett bleibe.

Deine Personalabteilung übertreibt also womöglich ihre Fürsorgepflicht bzw. ihre Sorge, dass du durch deine Arbeit erst viel später wieder voll gesundest.

Aber du hast ja keine AU wegen der Sache, die du erledigen willst! Also du fährst kein Auto mit gebrochenem Fuß oder mit geschwollenen Augen.

Jetzt musst du nur noch der Personalabteilung glaubhaft machen, dass du

a) keiner Gefahr ausgesetzt bist und auch keinen Dritten gefährdest oder eine Sache, wenn du deine Arbeit kurz erledigst

b) nicht erheblich länger benötigst für die Heilung deiner AU, wenn du diese Sache erledigst.

Manchmal möchten manche Institutionen dafür gerne einen anderen Attest eines Arztes sehen. Das wäre keine "Gesundschreibung", sondern eher ein "Tauglichkeits-Attest" - der aber schlimmstenfalls selbst bezahlt werden muss. Beispiel: "Hiermit attestiere ich Herrn Max Mustermann, dass er Tätigkeit X für Y Stunden ausüben kann, ohne seine Heilung zu gefährden."

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort
von Ifm001, 19

Das mit der Gesundschreibung ist Quatsch. Ein Arzt ist kein Hellseher und daher räumt eine Krankschreibung dem Arbeitnehmer erstmal nur das Recht ein, vom Arbeitsplatz ohne weitreichende rechliche Folgen fürchten zu müssen.

Der Arbeitgeber hat aber eine Fürsorgepflicht. Die besteht zwar auch ohne Krankschreibung, nur muss dann der Arbeitgeber genauer hinschauen. Es kommt hier ein bisschen auf die Art der Krankheit (die den Arbeitgeber aber eigentlich von rechtlicher Seite nichts angeht) und deiner Tätigkeit an. Insbesondere in größeren Unternehmen werden daher die Daten auf der Krankschreibung 1:1 eingehalten.

Antwort
von AalFred2, 10

Doch wie sieht es wenn ich früher gehe ist es dann Minusstunden oder wie schaut es aus?

Entweder bist du gesund, dann musst du die volle Zeit arbeiten, oder bist krank, dann bleibst du die volle Zeit zu Hause. Krank nacch Erfordernis oder Belieben gibt es nicht.

Antwort
von schmiddihb, 33

Du darfst arbeiten gehen! Eine Gesundschreibung gibt es nicht!

Lies bitte:
https://anwaltauskunft.de/magazin/leben/gesundheit/387/arbeiten-trotz-krankschre...

Kommentar von PeterSchu ,

Mit einer Einschränkung:

"Ist ein Mitarbeiter offensichtlich krank und nicht in der Lage zu arbeiten, muss der Arbeitgeber ihn nach Hause schicken. Das gebiete die Fürsorgepflicht."

Und da der Betrieb kaum die medizinischen Kenntnisse hat, dies verlässlich zu beurteilen, darf er ruhig auf Nummer sicher gehen und das arbeiten verbieten.

http://www.sueddeutsche.de/news/karriere/arbeit-arbeitnehmer-darf-trotz-kranksch...

Antwort
von ChulatasMann, 33

Wenn Du eine Krankmeldung abgegeben hast darf Dein Arbeitgeber Dich nicht arbeiten lassen. Die Aussage der Personalabteilung ist absolut korrekt.

Kommentar von klara1953 ,

Diese Aussage ist falsch.

Kommentar von ChulatasMann ,

Dann verbessere mich.

Kommentar von DarthMario72 ,

Nein, die Aussage ist - jedenfalls auf D bezogen - alles andere als korrekt.

Kommentar von ChulatasMann ,

Dann verbessere mich.

Kommentar von DarthMario72 ,

Eine AU ist kein Arbeitsverbot - jedenfalls nicht in D. Falls du anderer Ansicht bist, bin ich sehr gespannt auf deine Rechtsquelle, die du mir dann sicher nennen kannst.

Solange man die eigene Genesung oder die Gesundheit anderer nicht gefährdet, darf der AN grundsätzlich auch arbeiten.

Antwort
von Schnoofy, 39

Das ist ein haftungsrechtliche Frage.

Sollte Dir ein Arbeitsunfall passieren weil Dich der Arbeitgeber trotz bescheinigter AU beschäftigt  haftet er für die daraus entstehenden Schäden.

Das möchte normalerweise kein Arbeitgeber.

Kommentar von bartman76 ,

Wenn man in der Lage ist, seine Arbeit wieder anzutreten, kann man das tun. Die AU bescheinigt ja nur eine "voraussichtliche AU-Dauer".

Wenn allerdings der Chef den Eindruck hat, dass er nicht arbeitsfähig ist, muss er seine Fürsorgepflicht nachkommen.

Da ist also keine grundsätzliche, sondern eine Einzelfallentscheidung.

Grundsätzlich ist es möglich trotz AU seine Arbeit wieder aufzunehmen.

Eine "Gesundschreibung" gibt es nicht.

Kommentar von Schnoofy ,

Habe ich etwas anderes behauptet?

Kommentar von bartman76 ,

Das bedeutet aber auch: Der AG haftet nicht (anders) für einen etwaigen Schaden.

Kommentar von DarthMario72 ,

Sollte Dir ein Arbeitsunfall passieren weil Dich der Arbeitgeber trotz bescheinigter AU beschäftigt  haftet er für die daraus entstehenden Schäden.

Wie kommst du darauf? Bitte Rechtsquelle nennen. Der AG haftet nicht anders als sonst auch.

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