Frage von Priol23, 62

Trompete / Ventilposaune: Wie kann ich mit 3 Ventilen 12 Halbtöne spielen?

Kann mir jemand erklären wie man die Intervalle auf den Blechblasinstrumenten spielt?

Ich habe den Grundton und wenn ich die Ventile unterschiedlich drücke, habe ich maximal 8 verschiedene Stellungen. Wie kann ich dann einen Halbton spielen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Skinman, 11

Steht alles auf Wikipedia.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ventil_%28Blasinstrument%29

Kommentar von Priol23 ,

Danke dir.

Antwort
von Grobbeldopp, 37

Auf den Instrumenten kann man ohne Ventiel eine Obertonreihe spielen.

Auf der Trompete in B sind das z.B. die Töne b, f1,b1 usw.

Mit den Ventilkombinationen verlängert man die Rohrlänge. Die drei Ventile schalten dabei maximal, wenn alle gedrückt sind, lediglich einen Tritonus zu.

Das reicht aber, um von b auf e zu kommen und von f1 auf h. Ab dann brasucht man schon nicht mehr alle Ventilkombinationen weil die Grundtöne näher beieinanderliegen als ein Tritonus.

Lediglich wenn man den Pedalton noch dazunimmt, nämlich das große B, hat man eine Lücke in den spielbaren Tönen zwischen e und B. Aber diese Töne sind sehr tief bei der Trompete und Ventilposaune ohnehin nicht gefordert. Andere Instrumente haben öfter ein viertes Ventil (Quarte) oder sogar fünftes, um auch diese Lücke zu schließen.

Kommentar von Priol23 ,

Danke dir für die Antwort.
Nur zum Verständnis. Ich nehme mal ein Instrument mit dem Grundton C an.

Die Naturtonreihe wäre bei Grundton-oktave, Quinte, Quarte dann C-C-G-C bei maximaler Länge.

Was passiert, wenn ich über die Ventile das Rohr verkürze bzw. verlängere? Dann habe ich ja wieder ein Rohr mit einem neuen Grundton, auf dem ich wieder eine Naturtonreihe spielen kann.

Ist das dann nicht irgendwie unpraktisch, wenn ich nicht alle Tonarten spielen kann? Oder brauche ich für jede Tonart ein eigenes Instrument?

Kommentar von Grobbeldopp ,

Also du hast die Trompete in C. Mit den verschiedenen Ventilen hast du in der Tat praktisch noch folgende 6 "andere Trompeten", also verlängerte Versionen zur Verfügung: H, B, A, As, G, Ges. Auf diesen Grundtönen kannst du spielen.

Aber du hast trotzdem die Möglichkeit, auch in jeder anderen Tonart zu spielen, das ist ja gerade der Zweck der Ventile. 

Also z.B. von G auf C kommt man chromatisch runter mit 6 Ventilkombinationen: 

(Ventil 1: 2 Halbtonschritte; Ventil 2: ein Halbtonschritt Ventil 3: drei Halbtonschritte)

g: 0 #

ges: 2

 f:1 

e: 1+2 

es: 2+3 

d: 1+3 

des: 1+2+3  

und dann C: 0

Man kann alle Tonarten spielen, obwohl man nicht alle "12 Trompeten" zur Verfügung hat. 

Kommentar von scheggomat ,

Top-Antwort!

Allerdings möchte ich noch hinzufügen, dass Ventilkombinationen nie so genau sind wie ein Extraventil.

Quarte als Beispiel: 1 u.3 sind zusammen im Verhältnis zum restlichen Horn zu kurz, 4 passt genau. Begründet ist es dadurch, dass jedes Ventil im Verhältnis zum restlichen Horn für sich alleine passt, in Kombination allerdings nicht. Griffkombinationen klingen meistens zu hoch, ohne Ausgleich durch den Ansatz können das 'mal just' 30-40 Cent sein! Je tiefer der Ton, desto schlimmer wird diese Diskrepanz.

Dieses Problem wird an der 3-ventiligen Trompete kurzerhand weggetriggert, bei der Zugposaune mit 'weiter raus' ausgeglichen und bei vollkompensierten Instrumenten tritt es gar nicht auf.

Was macht man als Tubist (bin ich) mit einer 3 ventiligen Kanne?(Gott bewahre vor so einem Schrott!) Kein Trigger, nichts.

Man kann nur durch Ton am Ansatz 'verbiegen' halbwegs richtig spielen. Sehr unkomfortabel und in schnellen Passagen äußerst schlecht zu realisieren. Und z.B. ein ordentliches H kann man aus den Noten streichen. 123 passt nie!

Daher spiele ich ein Monstrum von Tuba mit 5 Ventilen und Trigger. Da passt alles und man fällt niemals negativ auf.

Kommentar von Grobbeldopp ,

Ja, das Problem ist gerade bei der Tuba ja auch, dass die oft nur knapp über den Pedaltönen spielt, bei der Trompete wird ja nicht nur weggetriggert, sondern man spielt auch seltener in den komplett bedenklichen Lagen (also eine F-Tuba hat ja die Tessitura nicht Oktave plus Quarte tiefer als die Trompete, sondern noch tiefer).

Also z.B. ein dreiventiliges Tenorhorn hat durchaus seinen Zweck (für Tenorhornstimmen), ein Euphonium nicht, einfach nur weil man in Euphoniumstimmen mehr Noten findet, die in den Keller gehen.

Kommentar von scheggomat ,

Ou yeah, Subkontraoktave! :)

Halbe Note, Puste weg, Putz von der Wand. 

Was ich aber mal eben nicht weiß: Bei den Hoch X Trompeten, ist da das vierte Ventil auch eine Quarte oder etwas kürzer? 

Frag ich mich schon länger, bin aber immer drüber weg gekommen und kenne auch persönlich niemanden mit so einem Instrument. 

Weißt du das? 

Kommentar von Grobbeldopp ,

Ja ist auch eine Quarte. Die ist auch bitter nötig, weil man damit ohnehin nicht höher spielen kann als auf der B-Trompete, nur treffsicherer. 

Kommentar von scheggomat ,

Guck an.

Gleich 2 Sachen gelernt. Dankeschön!

Antwort
von hoermirzu, 29

Lippen!

Deswegen hat man irgendwann in grauester Urzeit Trichtermundstücke gebaut.

Theorie dazu ist fade und wenig schlüssig. Kaufe ein Mundstück (10 od. 20€) und los geht's, auch ohne langes Rohr dahinter. Ist eine eigene "Wissenschaft über Gefühle in den Lippen", aber erlernbar, selbst für Liebhaber, die das Instrument nur in der Freizeit anblasen wollen.

Viel Erfolg! 

Kommentar von Grobbeldopp ,

Was hat das mit einem Mundstück zu tun? 

Kommentar von hoermirzu ,

Das Mundstück ist auch bei Ventilposaunen ein Zacken oder mehr, im  Schlüssel zur Tonhöhe. Die Ventile sind nur Hilfen, keine Tastatur, wie auf dem Klavier.

Kommentar von scheggomat ,

Find ich Banane. 

Von z.B. groß F auf groß D ist es, an den Lippen gefühlt, ein Klippensturz.

Das schiebt sich kein Mensch zurecht. 

Kommentar von hoermirzu ,

Ein Tag im Monat Banane, die Woche darauf einen Tag Nylons, ...

Ich kann mir vorstellen, dass priol grundsätzlich wissen wollte, was sie/er damit anfangen kann.

Antwort
von dersmue, 38

Blechbläser spielen - je nach Lippenspannung - verschiedene Töne der Naturtonreihe. Die liegen in nach oben hin immer kleiner werdenden Absänden. Mit den Ventilen verlängerst Du die Tonsäule und versetzt damit die gesamte Naturtonreihe um 1-7 Halbtöne nach unten. Ab dem 4 Oberton hast du somit eine chromatische Skala. Näheres kann die vermtl Wikipedia sagen.

Kommentar von Grobbeldopp ,

Es sind 1-6 Halbtöne und chromatisch ist es ab unter dem ersten Oberton.

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