Frage von igorvongstbstrs, 154

Triggern Antidepressiva Amokläufe?

Bei wikipedia steht unter Nebenwirkung "erhöhte Suizidalität " was bei Amokläufen gegen Ende oft der Fall ist. Da jetzt wieder die Spieleindustrie in die Diskussion gerät, ist die Frage, bei welchen Spielen sich der Spieler am Ende selbst erschießt. (ich kenne keins)

Es gibt auch von einem Leipziger psychiatrie Professor die Vermutung, das es bei der Wirkung von Antidepressiva (Antriebssteigerung und Stimmungsaufhellend) dazu kommen kann, das die Antriebssteigerung vor der Stimmungsaufhellung eintritt.

Antwort
von seagreen, 70

Der Verdacht, dass die Einnahme von Antidepressiva zu Amokläufen führen kann, wird nur allzu gerne von den Pharmakonzernen und einem Großteil der Psychiater negiert, jedoch bestätigen viele Quellen die Verbindung zwischen Psychopharmaka und Homiziden. Unter anderem warnte die amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde FDA schon 2005 vor gravierenden Störfaktoren unter Patienten, die SSRIs, sogenannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, einnehmen - darunter zählen Suizidalität, motorische Unruhe bis hin zur Akathisie, Impulsivität, Aggressivität und Gewalttätigkeit. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind von den durch die Medikamente induzierten Nebenwirkungen betroffen. Außerdem haben Antidepressiva oftmals einen depersonalisierenden Effekt auf Patienten, i.e. sie geben an, dass sie gleichgültig geworden seien, dass sie nichts mehr kümmere, obgleich das vor der Medikamenteneinnahme nicht so gewesen ist. Mit dieser Indifferenz, die andere Menschen schnell zu leblosen Objekten degradiert, lässt es sich einfacher töten, da es an einer moralischen Hemmschwelle fehlt.

Natürlich sind Amokläufe zumeist multikausale Phänomene, jedoch tragen die Medikamente ihren erheblichen Beitrag dazu bei. Ob sie die Amokläufe nun auslösen oder als Katalysator für die Tat fungieren, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Aber ja, die verharmlosten und in den Himmel gelobten Antidepressiva machen einen Amoklauf wahrscheinlicher - auch wenn diese Wahrscheinlichkeit relativ gering ist, darf man bei der allgegenwärtigen Diagnoseinflation von psychischen Erkrankungen nicht vergessen, dass mit der steigenden Zahl von Medikamentierten auch die Anzahl von Tötungsdelikten steigt.

Die Videospieleindustrie zum Sündenbock herabwürdigen zu wollen, halte ich für das substanzlose Kratzen an der Oberfläche einer Problematik, die tiefere und effizientere Recherchen und Lösungsstrategien in puncto Psychopharmaka, Erziehung, Bildung und psychosozialen Faktoren zur Präventation von Amokläufen bedarf - alles andere ist Kaffeesatzleserei von Leuten, die sich nicht mal eine Minute lang Zeit genommen haben, um ihre trivialen von den Medien beeinflussten Meinungen zu reflektieren. 

Antwort
von Fragensammler, 120

Bullshxx.. Sorry aber Ballerspiele haben da wenn nur minimal einen Einfluss. 80~90% der Jugendlichen spielen doch solche Spiele und dementsprechend müsste es doch wohl mehr Amokläufe geben, oder nicht? Also ich finde das einfach aus dem Raum gegriffen.. Ich hab da mal so ein Beispiel gehört: Wenn du gut Fifa spielen kannst, wirst du nicht gleich zum Fußballstar...

Antwort
von Steffile, 117

Ich glaube die Analogie ist nicht 1:1, das sagt auch keiner. Amoklaeufer sind ja ein extremer Ausnahmefall.

Apropos Spieleindustrie:  Tatsache ist, dass Amoklaeufer besser treffen (und es mehr Opfer gibt), seit es die Spiele gibt, dazu gab es schon Studien als es in den USA mehrere Faelle von Amoklaeufern in Schulen gab. 

Kommentar von Midlife16 ,

Tatsache ist, dass es Amokläufe erst gibt, seitdem es die neuen AD, SSRI gibt...

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Das ist schlichtweg falsch

Kommentar von Midlife16 ,

Ist es nicht wahr,dass sich die Zahl der Amoklaeufe in den letzten ca.40 Jahren drastisch erhoeht hat?

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Und wieso sollte das mit SSRIs zusammenhängen? 

Da kann man genauso gut Egoshooter dafür verantwortlich machen, beides ist unsinnig 

Kommentar von seagreen ,

Man kann dafür keine Absolutheit beanspruchen, aber de facto haben sich Amokläufe und die Einnahme von Antidepressiva in den letzten 20 Jahren in diversen Ländern gravierend erhöht. Wie sehr die beiden miteinander korrelieren muss noch erforscht werden. Angesichts der vielen Störfaktoren, die diese Medikamente mit sich bringen, mit besonderem Augenmaß auf die gewaltfördernde Wirkung (Prozac/Fluctin, eines der gängigsten SSRIs wurde in einer Studie des ISMPs zur Erforschung des Gewaltpotentials unter Patienten nach Einnahme erforschter Medikamente als das zweit gefährlichste gelistet - mit einer 10,9 höheren Wahrscheinlichkeit zur Gewalt als bei anderen Wirkstoffen) ist der Verdacht nicht sehr weit hergeholt und bietet einen validen Anlaufpunkt zur weiteren Eruierung zur Prävention von Massenmorden.

Die Analogie zu den Egoshootern ist aufgrund der Langzeitstudien über den Konsum von Videospielen von Kindern und Jugendlichen nicht schlüssig, da keine Verbindung zwischen Gewaltdelikten und dem Medium gefunden werden konnte.

Antwort
von Suboptimierer, 130

Das würde mich wundern. Da es Antidepressiva sind, sollten sie genau das Gegenteil bewirken, nämlich Suizide vermeiden. Schaffen sie es nicht, handelt es sich entweder um schlechte Mittel oder zu weit fortgeschrittene Krankheiten.

Kommentar von thorsengel ,

Sry. Aber deine Antwort ist Unsinn und wenn sie der Falsche liest auch noch gefährlich!
Bei jedem Antidepressivum besteht die Gefahr, dass sich Depressionen verschlimmern oder sie zum Suizid führen.
Darum gehören sie ja auch eigentlich gut überwacht eingestellt.

Kommentar von seagreen ,

Dass Antidepressiva suizidverhindernde Mittel sind, ist schlicht und ergreifend falsch. Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde warnt ausdrücklich vor dem Verschreiben von Antidepressiva an Menschen unter 25 Jahren aufgrund des erhöhten Suizidrisikos. Selbst "gesunde" Menschen werden suizidal, wenn sie die Medikamente einnehmen.

Kommentar von thorsengel ,

Man sollte hier hervorheben, dass sogar die Amis davor warnen.
Und in D munter Teenager mit dem zeug zugedröhnt werden.

Kommentar von seagreen ,

Zur Ergänzung sollte ich noch hinzufügen, dass auch die Europäische Agentur für Arzneimittel dieser Warnung beigepflichtet hat, allerdings werden diese Warnungen sowohl in Amerika als auch in Europa ignoriert. Was in Amerika nicht überraschend ist, da die FDA dort von der Industrie, sprich den Pharmakonzernen finanziert wird. 

Kommentar von igorvongstbstrs ,

Amokläufer -üben- mit Egoshootern und das ist auch logische Konzequenz. Schließlich wollen sie möglichst viele Menschen mitnehmen. So eine Tat vorbereiten können vllt viele aber die Durchführung nicht, weil dazu auch der Suizid gehört und davor hat jeder normal tickende nicht auf Pharmaka eingestellte Mensch ob depressiv oder nicht, Angst. Dieser Suizid unterscheidet sich von dem herkömmlichen, weil aus Rache und einem defizit an Aufmerksamkeit gehandelt wird. Man solle sich an den Täter erinnern. Durch Vorbilder weis der Täter was er anrichtet, daraus ist auch abzuleiten, dass solche Taten in Zukunft zunehmen, wenn nicht ehrlich darüber debattiert und gearbeitet wird. Das jetzt schon wieder nur von Counterstrike die Rede ist, ist ein Witz.

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