Frage von IHasCakes, 84

Trifft das auf die Forschung im Allgemeinen zu oder nicht (ich bin kein Verschwörungstheoretiker)?

Ich greife mir jetzt nur mal eine Branche als Beispiel raus, aber das Beispiel lässt sich eigentlich auf alles übertragen.

Die Entwicklung von Autos

Und zwar die Energiequelle (ich spreche hier jetzt von NICHTS anderem. Ja, es wird an Biosprit, Wasserstoffbrennzellen, Elektroautos, usw. usf. geforscht und auch entwickelt... aber das passiert schon seit Ewigkeiten und es tut sich einfach fast gar nichts (ja mir ist klar, dass es schon welche zu kaufen gibt... aber die Entwicklung ist einfach total rudimentär).

Der Grund ist (für mich) auch ganz klar... was hält wohl die riesige Erdöllobby, wahrscheinlich eine oder die mächtigste auf der ganzen Welt davon, wenn morgen keiner mehr Öl braucht. Ist es also zutreffend, dass von dieser und/oder anderen Lobbys die Entwicklung solcher Autos sehr klein gehalten wird?

Ich bin wie gesagt kein Verschwörungstheoretiker und ich "beharre" auch nicht auf meiner Meinung, also bitte keine persönlichen Angriffe auf mich.

Antwort
von Agronom, 28

Zum Teil wurde/wird da sicher auch mal die ein oder andere Technologie ausgebremst, im Wesentlichen war es aber eine Entwicklung die durch Kosten und Fortschritte bedingt ist.

Elektroautos z.B. gibt es schon seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, also vor denen mit Verbrennungsmotoren. Anfang des 20. Jahrhunderts hat der Fortschritt bei den Verbrennungsmotoren aber die Elektromotor/Batterie-Technik überholt und bot größere Reichweiten mit geringeren Kosten, dieser Trend ist bis Heute geblieben.

Eine Umstellung auf andere Technologien ist einfach mit großen Kosten für die Forschung und Entwicklung verbunden, das gilt in vielen Fällen auch in anderen Bereichen. Häufig ist es eben einfach nur so, dass sich zu einem bestimmten Zeitpunkt für eine Technologie entscheidende Fortschritte ergeben haben, durch welche diese sich gegen andere durchsetzen konnte, da muss nicht immer ein Lobbyismus hinter stehen.

Antwort
von Dampfschiff, 9

Wir müssen da zwei Sachen unterscheiden.

Einerseits die Entscheidungen innerhalb der einzelnen Unternehmen, welche Forschungen und Entwicklungen sie betreiben wollen, und welche Produkte sie auf den Markt bringen wollen. Da zählt fast nur, was sich in absehbarer Zukunft (jetzt sofort und in den nächsten 5-10 Jahren) gewinnbringend verkaufen lässt. Selbst finanziell sehr gut aufgestellte Unternehmen können es sich nicht leisten, Produkte zu entwickeln, die sie anschließend kaum verkaufen können, weil das nötige Käuferinteresse / die nötige Zahlungsbereitschaft der potentiellen Käufer nicht da ist. Letztere hat sehr viel mit den gesellschaftlichen, infrastrukturellen, polititischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu tun, auf die die einzelnen Unternehmen zwar ein bisschen Einfluss haben, aber eben nicht sehr viel.

Wer Produkte entwickelt, die ökologisch/gesellschaftlich/moralisch etc. viel besser wären, für die aber nicht genug Kunden jetzt sofort einen gewinnbringenden Preis bezahlen würden, der wird Opfer des Prinzips: "Auch der, der langfristig betrachtet das richtige tut, kann kurzfristig Pleite gehen!".

Andererseits kann die Politik durch die Gestaltung von Rahmenbedingenen (Steuergesetzgebung, Subventionen, Planungsrecht, Umweltgesetzgebung, Forschungsförderung, ...) Einfluss auf Forschung- und Entwicklungsentscheidungen ausüben. An dieser Stelle glaube ich eher, das speziell in der Vergangenheit eine mächtige Lobby z. B. der Ölbranche eine schnellere Entwicklung hin zu anderen Energiekonzepten verhindert hat. Das passiert auch heute noch - siehe die Auseinandersetzungen um das aktuelle Erneuerbare-Energien-Gesetz, auch wenn das jetzt nicht so viel mit dem Thema Autos zu tun hat.

Antwort
von SirKermit, 40

was hält wohl die riesige Erdöllobby, wahrscheinlich eine oder die
mächtigste auf der ganzen Welt davon, wenn morgen keiner mehr Öl
braucht.

Was hält sie davon, wenn es in einigen Jahren kein Öl mehr zu fördern gibt? Unabhängig davon, bislang ist der typische Verbraucher nicht bereit, mehr als notwendig Geld für sein Auto auszugeben. Was hat der 3 Liter Lupo gekostet und wie viele davon wurden verkauft? Jeder will das E-Auto haben (oder viele), aber wenn es denn aufgrund der niedrigeren Stückzahlen deutlich teurer wird als die 180 PS 6 Zylinder Karosse, dann greift man doch lieber zum Verbrenner klassischer Bauform.

Kurz: der Markt muss es hergeben und es müssen ausreichend Käufer vorhanden sein, sonst fasst das kaum jemand an.

Entwicklung kostet viel Geld und wir reden nicht nur über das Auto, sondern auch über die vorhandene Infrastruktur wie Tankstellen etc. Auch das will berücksichtigt werden.

aber die Entwicklung ist einfach total rudimentär).

Was erwartest du? Fortschritte wie beim Smartphone? Da wird jedoch meist alter Wein in neuen Designs verkauft. Das ist meist nur virtueller Fortschritt.

Antwort
von dompfeifer, 24

Beim Elektroauto ist die Menge der verbrannten fossilen Brennstoffe und auch der CO2-Ausstoß pro Strecke deutlich größer als beim Verbrennerauto, wenn man die gesamten Energietransporte und Energieumwandlungen von der Quelle bis zum Rad rechnet (well to wheel-Rechnung). Die Schadstoffe werden in größerer Menge an den Schloten der Kraftwerke emittiert, inmitten der verqualmten Innenstädte. Für die Elektromobilisierung im großen Maßstab müsste man auch die Stromtrassen auf ein Vielfaches ausbauen. Wozu soll das alles taugen?

Kommentar von IHasCakes ,

Auch diese ganzen Entwicklungen schließe ich mit ein. Das kann man alles verbessern, wenn einem keine Steine in den Weg gelegt werden.

Kommentar von Comment0815 ,

Ja, mit Strom aus fossilen Quellen zu "tanken" macht bei einem E-Auto wenig Sinn. Aber wer z.B. eine eigene PV-Anlage hat und sein Auto damit auflädt kann 1. viel Geld sparen und 2. die Umwelt stark entlasten. Aber es dauert halt noch, bis das in allen Köpfen angekommen ist.

Also bitte verteufle E-Autos nicht grundsätzlich.

Kommentar von dompfeifer ,

Das ergibt rechnerisch keinen Sinn. Der Teil an regenerativer Energie, den Du den E-Autos zurechnest, fehlt eben rechnerisch dann an anderer Stelle. Die wird dann mit mehr Kohlestrom versorgt.

Antwort
von Miete187, 40

Aus berichten im TV habe ich entnommen, das gerade die Ölmultis die Zeit erkannt haben und viel Geld für neue Techniken in die Hand nehmen.

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