Baiana am 23.09.2009 um 16:17 Uhr
Hallöchen!
Ich hab ein Problem mit der Trennung von Wörtern bei folgender Situation:
In einem Artikel, der in neuer Rechtschreibung geschrieben ist, werden Zitate verwendet, die in alter Rechtschreibung geschrieben sind (und der Autor möchte sie auch nicht angleichen, auch wenn das üblich ist - seine Sache). Dass dort also "daß das Portemonaie zwischen den Delphinen stecken bleibt" steht, statt "dass das Portmonee zwischen den Delfinen stecken bleibt" steht, ist klar - aber wie sieht es bei der Trennung aus? Im Zitat nach alter oder neuer Rechtschreibung trennen? Also:
.1. "daß das Portemonaie zwischen den Delphinen stek-
ken bleibt"
oder
.2. "daß das Portemonaie zwischen den Delphinen ste-
cken bleibt"
Der Rest des Textes wird selbstredend nach neuer Rechtschreibung getrennt.
Was würdet ihr machen? Auf welche Variante hin würdet ihr den Text korrigieren? Und: Warum nicht anders?
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Alte Rechtschreibung, neue Trennung sieht schon rein optisch seltsam aus. Man stolpert direkt drüber. Bei alter Trennung in alter Rechtschreibung fällt dies nicht so auf.
In Zitaten gilt die Rechtschreibung des zitierten Textes.
Wenn nicht im Originaltext an genau dieser Stelle getrennt worden ist, kommt ein Zeilenende „stek-“ zwar nicht vor. Daher ist ein Auslegungsspielraum vorhanden. Aber das Zitat war immerhin in alter Rechtschreibung. Eine Abweichung durch neue Trennung innerhalb alter Rechtschreibung ist nicht stimmig. Der Autorwille sollte zwischen den Anführungszeichen gelten.
Alte Rechtschreibung (bis 1996) ist „Portemonnaie“. Diese Schreibung ist auch in der neuen Rechtschreibung nicht abgeschafft worden, seit 2006 sogar die Hauptvariante.
Nach alter Rechtschreibung hieß es „steckenbleiben“. Steht im Originaltext wirklich „stecken bleibt“ und nicht „steckenbleibt“? Hier könnte eine Rückfrage an den Autor angebracht sein, was er will.
Ich möchte aber einen Trennungsschmerz vermeiden. Bei so wenigen Buchstaben, um die es geht, würde ich einen Umbruch nach „Delphinen“ versuchen.

dass das Portemonnaie zwischen den Delphinen stecken bleibt
So würde ich es schreiben.
Baiana am 23. September 2009 16:21 Huch - da ist außerdem wohl noch ein n in mir stecken geblieben.
Danke, dass Du es gefunden hast. :-)
SevenStarMantis am 23. September 2009 16:23 TEAMwork ^^


ken bleibt"

http://de.wikibooks.org/wiki/DasSchreiblernbuchf%C3%BCrFortgeschrittene/Silbentrennung_ck --- neue Rechtschreibung, neue Trennung

Damit es zusammen passt.
Dass das Zitat in der alten Rechtschreibung stehen bleiben muss, ist klar.
Bei der Silbentrennung würde ich die neue Rechtschreibung anwenden, denn der Artikel ist in der neuen Rechtschreibung verfaßt.
Neue Rechtschreibung deswegen, weil ich Wörter mit Migrationshintergrund (das Wort "ausländisch" ist ja wegen politischer Korrektheit zu vermeiden!^^) auch nach unserer Orthografie behandle. Da informiere ich mich auch nicht lange, wie das nach den Regeln der Fremdsprache getrennt werden müsste.
Baiana am 23. September 2009 18:48 Stimmt ... die beliebten Wörter mit Migrationshintergrund ... (muss ein bisschen kichern, da es in den Artikeln tatsächlich ausschließlich um Migration geht. :-)).
Ich denk, ich wart die Antwort von Swissladys persönlicher Journalistin ab - oder vertraue auf das Wissen des Verlages. :-)

Ich bin für eine salomonische Lösung, da es u.U. für den Fall "Zitat alte Rechtschreibung - welche Trennregel gilt?" keine einheitliche Regelung gibt. Ich werde mich aber auch danach erkundigen.
In Deinem Fall würde ich die Trennung leicht vorziehen, so dass sich kein Konflikt ergibt, also:
>daß das Portemonnaie zwischen den Delphi-
nen stecken bleibt.<
Das gibt kaum einen Unterschied im Textumbruch; spätestens nach dem nächsten Abschnitt ist alles wie gehabt. Warum die Dinge verkomplizieren? ;o)
soust am 24. September 2009 09:07 Albrecht hat natürlich "rechter" als ich: der Umbruch sollte nach "Delphinen" liegen. Ich fass mir an den Kopf;((
Das war auch mein erstes "Gespür" - aber irgendwie ... es sieht total seltsam aus.
Weißt Du, dass die allg. Korrekturvorschrift so ist? Oder wo man diese für solche Sonderfälle herbekommt?
Ich würde es seltsam finden, wenn man schon Zitate in alter Rechtschreibung belassen will, dann trotzdem die neue Trennregel anzuwenden. Aber wissen tue ich rein nichts. Ich kann eine befreundete Journalistin fragen, aber ob die es weiss....? Dies wird auch bestimmt ein paar Tage dauern. Für dich dann wohl zu spät, aber ist vielleicht trotzdem interessant zu wissen.
Nein, das wäre nicht zu spät. Ich sitz gerade über einer Endkorrektur. Bevor das Ding an den Verlag geht, dauert es noch ein kleines bisschen. Und bis dann die Druckfahnen wieder da sind, dauert es noch etwas länger.
Denn: Durch den Satz verschiebt sich dort ja noch einiges, sodass ich erst bei den endgültigen Druckfahnen diese Trennungsgeschichte durchführen kann. Ist mir nur bei einem Aufsatz aufgefallen, in dem das "Problem" schon bei der Vorfassung auftrat. :-)
Danke - frag sehr gerne nach, das Ergebnis interessiert mich! :-)
Habe bereits ein Mail geschrieben. Ich melde mich, wenn ich was erfahre.....
Hier die Auskunft der Schweizer Journalistin:
"Meines Wissens gibt es keine allgemeingültige Vorschrift. Aber ich würde ganz klar nach neuer Rechtschreibung trennen, auch wenns ein altes Zitat ist. Denn die Form des Textes (welche die Trennung ja erst nötig macht) ist neu; deshalb ist für mich logisch, dass etwas Formales wie Trennung nach aktuellem Stand angwendet wird."
Danke für die "offizielle" Ansicht, wenn auch nicht allgemeingültig. Schön, dass noch nicht alles in DIN-Form gepresst ist. :-)