Frage von Citrus123, 37

Trennung der Eltern, einziger Wohnort bei Vater, was tun?

Hi,ich bin 15 Jahre alt und vor kurzem haben meine (unverheirateten) Eltern gesagt,dass sie sich trennen werden. Vor so knapp einer Woche ist meine mom dann ausgezogen. Dadurch das wir in ner relativ guten Gegend wohnen und meine Mutter unbedingt in meiner nähe sein wollte, aber nicht soo viel verdient,kann sie nur ne Einzimmerwohnung mieten. Ich blieb dafür mit meinem Vater in unserer alten Wohnung (100 Quadratmeter,was meiner Meinung nach für 2 Personen zu Groß ist). Versteht mich nicht falsch,ich liebe meinen Vater total,trotzdem vermisse ich meine Mutter halt sehr. Bei einem Kumpel von mir,wo die Eltern auch getrennt sind,haben sie es so geregelt,dass er eine Woche bei seiner Mutter und eine bei seinem Vater wohnt. Mir wäre das auch am liebsten,das geht nur eben nicht, weil die Wohnung von meiner mom für zwei Leute zu klein ist. Trotzdem hab ich halt zu meiner Mutter (wie die meisten Menschen) ein noch besseres Verhältnis als zu meinem Vater und würde, wenn die oben genannte Methode nicht funktioniert, lieber bei ihr wohnen. Hab das auch schon mit meiner Mutter besprochen,sie weiß aber auch keine Lösung. Möchte halt nicht nur bei meiner Mutter zu besuch sein,sondern wirklich bei ihr wohnen.

Antwort
von 12enya, 19

Hallo Citrus, toll, dass du dir hier Rat holen möchtest. Es ist natürlich schwierig einen solchen zu geben, wenn man die Situation nicht näher kennt. Vielleicht ein paar Hinweise- wenn du bei deiner Mutter wohnen würdest, bekäme sie Kindergeld und Unterhalt für dich; zu zweit habt ihr (bei der Sozialhilfe) Unterstützungs-Anspruch auf 60 m2 Wohnfläche zu einem örtl. festgelegten Preis. Bei niedrigem Einkommen gibt es den Wohnberechtigungsschein (bei der Stadt oder dem Landratsamt), mit dem man besonders günstige Wohnung z.B. von einer Wohnungsgesellschaft anmieten kann. Auch Wohngeld kann man beantragen, wenn man selbst Geld verdient (aber eben wenig). Vielleicht gibt es in der Familie oder im Freundeskreis jemanden der mit euch dreien mal gemeinsam die unglückliche Situation bespricht. Wie sieht denn dein Vater die Situation? Würde er deine Mutter unterstützen, damit du (auch) bei ihr wohnen kannst? Hilfe und Beratung in solchen Situationen bieten oft auch ört. Organisationen an z.B. Beratungsstelle bei der Stadt oder dem Landratsamt, bei profamilia, Diakonie o.ä. Ihr seid sicher kein Einzelfall, aber ich bin sicher, dass sich da eine Lösung finden lässt.

Kommentar von Citrus123 ,

Auch dir herzlichen Dank für die Tipps

Wie ich auch schon unten erwähnt hab,ist in den Augen meines Vaters nur meine Mutter schuld und er wird sie daher eher nicht unterstützen. Grob gesagt: "meine Mutter wollte sich trennen,daher muss sie es auch ausbaden und alleine wohnen" in der Hinsicht wird nicht wirklich Rücksicht auf meine Interessen genommen,weil es mein Vater natürlich lieber hat,dass ich bei ihm wohne als als,dass er alleine wohnt. Und das stört mich natürlich, aber meine Mutter kann da schließlich auch nix dagegen machen  und mein Vater ist mit der Situation, zumindest relativ ,zufrieden 

Antwort
von FrauKlabauter, 2

Das Problem liegt ja bei der Finanzierung. Nun ist es so, dass deiner Mutter kein Barunterhalt für dich zusteht, wenn du

a) nicht bei ihr wohnst oder

b) genauso viel bei ihr wie bei deinem Vater wohnst. Diesen Fall nennt man Wechselmodell - 1 Woche hier, 1 Woche da. Dann kommen beide Eltern ihren Unterhaltspflichten dadurch nach, dass sie dir ein Dach über dem Kopf und Essen etc. bezahlen.

Unterhalt für dich bekommt deine Mutter also nur dann, wenn du vollständig zu ihr ziehst! Das würde aber bedeuten, dass du dich in den Streit deiner Eltern einmischen müsstest und ein klares Votum aussprechen müsstest. Je nach dem wie deine Eltern gestrickt sind, kann das erhebliche Auseinandersetzungen nach sich ziehen. Leider können viele Menschen ihren Trennungsschmerz nicht trennen von der Regelung ihrer Beziehung zu den Kindern.

Deine Mutter sollte sich in der Tat informieren, ob sie finanzielle Unterstützung beantragen kann, damit sie eine größere Wohnung finanzieren kann. Allerdings hast du ja schon gesagt, dass ihr in einer besseren Gegend wohnt. Es kann also sein, dass deine Mutter eine größere Wohnung nur in einer anderen Gegend bekommen kann. Das wäre dann eine weitere Möglichkeit. Das wäre für dich zwar unbequemer, aber vielleicht dennoch die bessere Lösung. Überlegt Euch das!

Antwort
von Schlumpfbaby, 22

Auch wenn deine Eltern nicht verheiratet waren, steht deiner Mutter doch zumindest Unterhalt für dich zu, wenn du bei ihr wohnst. Und du hast das Recht, selbst zu entscheiden, bei wem du wohnen möchtest.

So wie ich das lese, würdest du, wenn es keine andere Möglichkeit gäbe, auf jeden Fall bei ihr leben wollen, und ohne deinen Vater angreifen zu wollen, ich denke da übersieht er deine Bedürfnisse einfach.

Mach deinen Eltern deinen Standpunkt klar, du hast ein Recht dazu. Am sinnvollsten wäre es doch eigentlich, wenn deine Eltern einfach die Wohnung tauschen würden, also du und deine Mutter, ihr nehmt die 100 qm Wohnung und dein Vater die kleine, ein Zimmer Wohnung. Und zusammen mit dem Kindesunterhalt den dein Vater zahlen muss, sollte sie in der Lage sein, eine passende Wohnung für euch beide zu finanzieren.

Du stehst damit übrigens nicht so alleine da, wie du es vielleicht empfindest. Wenn dich die Situation überfordert, oder du das Gefühl hast, deine Bedürfnisse werden nicht ausreichend berücksichtigt, dann gibt es viele Hilfsangebote für dich.

Angefangen mit dem Kinder- und Jugendtelefon, über Angebote der Caritas, die auch Familien gemeinsam in schwierigen Situationen beraten, bis hin zum Jugendamt als Ansprechpartner.

Ich wünsche dir alles Gute für diese schwierige Zeit.

Kommentar von Citrus123 ,

Vielen Dank für die Hilfreichen Tipps. Das Problem ist nur,dass es mein Vater sicher nicht einsehen wird,in eine kleinere Wohnung zu ziehen,da in seinen Augen nur meine Mutter an der Trennung schuld ist und er ihr sicher nicht den Gefallen tun möchte,in eine kleiner Wohnung zu ziehen und ihr dazu noch Geld zu zahlen...

Kommentar von Schlumpfbaby ,

Ich kann mir das lebhaft vorstellen. Aber weißt du, er muss es nicht einsehen, zumindest nicht, dass er Unterhalt zahlen muss. Den kann Deine Mutter notfalls auch einklagen und sich dann eben eine größere Wohnung suchen.
Manchmal ist eine friedliche Lösung nicht möglich, ich würde aber versuchen, nochmal vernünftig mit ihm zu reden. Und dass deine Mutter schuld ist an der Trennung ist eine aussage auf Kindergartenniveau. An einer Trennung sind immer beide beteiligt, und es geht hier sowieso nicht um die Klärung irgendwelcher Schuldfragen.
Holt euch Hilfe, lasst euch beraten beim Jugendamt, evtl. auch von einem Anwalt. Dein Vater kann nicht verhindern, dass du bei deiner Mutter lebst.

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