Frage von Maefii, 42

Trekking mit 25l rucksack?

Ich flieg montag nach schottland um den west highland way zu gehen. Nun war das eine sehr spontane entscheidung... Ich habe keinerlei trekking erfahrung und hab mir meine ganze ausrüstung neu kaufen müssen. Trainiert bin ich auch nicht... Aber egal ein versuch ist es wert und ich freu mich riesig!

Nun habe ich mir einen sehr kleinen rucksack zugetan (25l), da ich sehr schlank bin (ca. 50kg) dachte ich mir lieber wenig mitnehmen und nicht so nen riesen trekking rucksack. Habe alles mit müh und not reingebracht, ausserd das zelt schnalle ich unten frest.

Nun meine frage: Das ding find ich jetz aber doch sehr schwer (ca 8-9kg)... Wäre es leichter einen grossen trekkingrucksack zu nehmen? Verteilt sich das gewicht da besser oder so?

Ach ja ich reise allein, also keine möglichkeit das gewicht mit jemandem zu teilen...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DanielDewald, 15

Zunächst einmal sind 8-9kg nicht sonderlich schwer. Eine autarke Trekking Tour fängt schon mal leicht mit 15-20kg Rucksack an wenn man alles selbst tragen muss. Das es dir so schwer vorkommt, liegt vermutlich am Rucksack selbst, weil er für dieses Gewicht nicht gemacht ist.

Das Zelt außen fest schnallen ist keine so gute Idee. In Schottland regnet es sehr oft. Wenn es eins gibt was man trocken halten muss, dann ist es Innenzelt und Schlafsack! Wenn außen befestigen, dann nur im wasserdichten Beutel! Den Schlafsack (trotz innen Lagerung) am bessern auch noch wasserdicht verpacken!

Nun zu der Tour selbst: Als erste Tour ist Schottland recht anspruchsvoll aber ok. Ich gehe mal davon aus du hast nicht vor die ganzen 154km des West Highland Way zu gehen oder?

Dein größtes Problem werden deine Füße sein. Wenn die Schuhe auch neu sind hast du in wenigen Tagen dicke Blasen und die Tour ist vorbei. Tipp: Füße mit Hirschtalgsalbe einreiben! Gute Socken kaufen! Mehrere Socken ineinander Tragen. Das alles beugt vor. Wenn du die Zeit noch hast, lauf die Schuhe wenigstens noch ein bisschen ein.

Zusätzlich ist um diese Zeit die Mückenbelastung in Schottland sehr hoch. Kauf dir gleich vor Ort dieses krasse Antimückenzeug (sieht aus wie Teer). Ist das einzige was hilft (auch wenns vermutlich pures Gift ist).

Last but not least: Touren alleine sind auch eine große psychische Herausforderung. Die erste Tour wäre ich an deiner Stelle nicht alleine gegangen. Zu schnell gibt man auf weil man fertig ist und niemanden hat der noch zieht oder überfordert sich weil man nicht merkt wanns zu viel wird.

Ich wünsche dir trotz allem auf jeden Fall sehr viel Spaß (egal wie weit du kommst. Der Weg ist das Ziel!) und viele schöne Eindrücke! Erzähl mal wies war danach ;).

Zum Schluss noch den wichtigsten Rat unter "Trekkies": Nimm nichts mit außer deinen Eindrücken. Lass nichts da außer deinen Fußspuren.

Kommentar von Maefii ,

Danke für die ausführliche Antwort! Ich werd mich dann wohl heute noch um einen grösseren Rucksack bemühen...
Die schuhe habe ich die ganze woche zur arbeit getragen (hoffe das hat wenigstens ein bischen was gebracht). Für gute Socken ist auch gesorgt.
Ja inzwischen ist mir auch klar das ich wohl nicht all zu weit kommen werde, aber nichts desto trotz, ein versuch ist es wert! Zum glück gibt es ja einigermassen gute zug und bus verbindungen an den einzelnen etappen.
Wasserdicht verpackt habe ich das meiste, sollte eigentlich nicht zum problem werden.

Nun wie ich mich schlagen werde bin ich sehr gespannt! Schreibe gerne einen kleine reisebericht, der hoffentlich positiv ausfählt :)

Kommentar von CampoLuisa05 ,

Hast ja hier schon tolle Tipps bekommen. Auch ich finde für so eine Tour sind 9 kg ziemlich leicht. Wünsche dir viel Spaß!

Kommentar von Maefii ,

Zum Glück habe ich mir noch den 65l Rucksack zugelegt! Und oh Wunder ich habe den ganzen weg in 6 Tagen geschafft *stolz* 

Es war eine unvergessliche Reise und ich bin unheimlich froh das ich es durchgezogen habe! Die ersten drei Tage waren doch sehr hart, vor allem psychologisch... Hättest du mich in dieser Hinsicht nicht vorgewarnt, hätte ich es vielleicht nicht durchgezogen. Nach dem ich mir dann doch eine Nacht im Bunkhouse statt im Zelt gegönnt habe nach dem 3 Wandertag, konnte ich den Weg wieder voll gestärkt fortsetzen. Wettertechnisch hatte ich sehr Glück und fast ausschliesslich schönes Wetter. Nur am ersten Tag wurde ich richtig voll geregnet... Von Mücken wurde ich auch fast ganz verschont und Blasen hatte ich auch keine nennenswerten. Insgesamt 4 mal gezeltet, 1 mal Hütte und 1 mal Bunkhouse. Und ja 8-9 kg war der Rucksack dann doch nicht... Fertig gepackt und mit Essen und Wasser dann doch um die 12kg und mit dem nassen Zelt war es dann noch ein wenig mehr :)

Auf alle fälle werde ich nächstes Jahr sicher wieder einen Fernwanderweg begehen! Auch alleine machbar (mit viel willen und bisschen Glück).

Kommentar von DanielDewald ,

Nicht schlecht für die erste Tour ;-). Schön zu hören das du nicht aufgegeben hast. Ich weiß wie groß die Versuchung ist und wie die Einsamkeit auf einem lasten kann. Vor allem wenn man durchnässt und frierend rumläuft und sich irgendwann fragt was zum Geier man da eigentlich macht :-D. Umso schöner ist das Gefühl wenn man durchhält! Willkommen in der Gemeinde der Verrückten :-P.

Antwort
von Grautvornix16, 10

Hi,- jetzt ist sowieso zu spät noch in Details zu Möglichkeiten des Gewichtsparens und soweiter zu gehen. Und mit 8-9 Kilo hast du entweder 'n paar Sachen vergessen oder aber schon alles recht prima optimiert. Aber etwas größerer Rucksack um mehr Volumen aufzunehmen ist schon besser.

Dann kannst du nämlich die leichten Sachen mit viel Volumen (Schlafsack, Zelt, Ersatzkleidung etc. nach unten packen und schwerere oben drauf. Das hat den Vorteil, dass der Schwerpunkt weiter nach oben in Schulternähe kommt und der Rucksack in den Trageriemen nicht so über das Schlüsselbein und in die Lendenwirbel zieht. - Wichtige Sachen immer unbedingt gegen Nässe schützen - auch im Rucksack. Der Rest ist Lust am Abenteuer und Erfahrung. Und wenn du die Tour abbrechen mußt - auch egal. Der Everest wird auch nicht in einem Rutsch bestiegen. - Aber eben weil du deine Grenzen und die möglichen Lücken in deiner Planung auch erst auf der Tour finden mußt verschaffe dir unter allen Umständen einen Überblick über Jugendherbergen und andere Übernachtungsmöglichkeiten - auch in Abständen, die kürzer sind als die geplanten Etappen!!! (Und wenn es nur dazu da ist, die Sachen endlich einmal wieder trocken zu bekommen denn wenn du in eine Schlecht-Wetter - Phase kommst nutzen dir auf Dauer auch deine eigenen Schutzmaßnahmen nichts mehr). Ordonance Survey-Karten 1:25.000 hast du hoffentlich auch zu deiner Tour. Kompaß kann auch nicht schaden. --

Jo man, Five Sisters, Loch Shieldag, Loch Torridon, Skye, Durness ....... viele Erinnerungen - würde am liebsten mitkommen! :-)

Find ich toll was du machst. Einfach ausprobieren, nie leichtsinnig werden.

Viel Spaß!!! :-))



Kommentar von Maefii ,

Hallo und danke für die (auch wenn späte) Antwort :)

War wirklich unvergesslich schön und kann stolz berichten das ich die ganzen 154km in 6 Tagen bewältigt habe! Absolutes Wetterglück bis auf den ersten Tag sonst immer trocken und machmal sogar sonnig. Die Landschaft war echt der Hammer und in der Wildnis zu campen ist echt unschlagbar. Am morgen aufzuwachen, das Zelt aufziehen und dann die krasse Aussicht geniessen! Aber ja 1 mal in einem Bunkhouse und 1 mal in ner Hütte zu schlafen hat doch sehr viel Erleichterung gebracht vorallem am Anfang. Und ja der Rucksack war dann doch paar Kilo schwerer als 9 kg und bin froh noch auf einen 65l Rucksack umgestiegen zu sein (wtf wie habe ich alles in den 25l gebracht?).

Schreit auf alle fälle nach Wiederholung. Nächstes Jahr vielleicht nach Skye oder irgendwo nach Skandinavien :)

Kommentar von Grautvornix16 ,

:-)

Antwort
von werdas34, 14

Falls der Inhalt, der selbe bleibt macht der größere keinen Sinn. Der einzige Vorteil ist das man mehr "Ordnung" halten kann. Dafür aber neigt man auch dazu mehr mitzunehmen, weil eben noch viel Platz vorhanden ist. Dann wird es noch schwerer.

Anscheinend hast du ja nur den Rucksack und das Zelt und beides am Rücken bzw unterhalb. Vielleicht hast du ja eine Tasche oder so, die du vorne trägst mit den wichtigsten Utensilien. Damit das ganze Gewicht nur auf den Rücken liegt sondern sich  am Körper verteilt. Dann musst du mit den Körper nicht so nach vorne beugen um das Gewicht zu halten und gleichzeitig ist es viel gesünder für deinen Rücken.

Viel Spaß. :)

Kommentar von Maefii ,

Danke für die schnelle antwort!

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