Frage von i8Sn0wZ, 63

Traumjob Zweifel?

Ich würd so gern Astronom werden :-)
Leider jedoch erschütterte mich das Physik-Studium :( 10 Jahre mindestens sind ... Stress pur :(

Was meint ihr? Sollte man ein "Ziel" troz eines Knochenweges versuchen zu gehen?

Expertenantwort
von uteausmuenchen, Community-Experte für Astronomie, 24

Hallo i8Sn0wZ,

anders herum wird ein Schuh draus: Wie willst Du mehrere Jahrzehnte in dem Job bestehen, wenn Dir das Studium zu viel ist...?

Ja, das Physikstudium ist lang und viele springen unterwegs ab.

Schwer ist es vor allem deshalb, weil der Stoff der Praktika und Übungen über das in den Vorlesungen Gehörte hinausgeht. Anwendungsbeispiele und Vertiefung muss man sich also immer selbst erarbeiten. Das ist anders als in der Schule, wo Hausaufgaben eher wiederholen, was besprochen wurde.

In aller Regel muss man recht lang probieren, bis der Groschen fällt und man den Lösungsweg für die Aufgaben findet. Nicht selten hat man dann auch mal 2 Stunden probiert - nur um zu wissen, wie es nicht geht.

Das ist frustrierend, besonders wenn man es von der Schule nicht gewohnt war, in Mathe oder Physik nicht sofort oder doch sehr schnell die Lösung zu haben. Man fragt sich erst mal "hey, was ist mit mir los? Bin ich in der richtigen Veranstaltung?"

Tatsächlich muss das Studium so sein, denn es bereitet auf den Forschungsalltag vor. Physiker arbeiten sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Industrie in der Produktentwicklung später fast immer an grundsätzlich ungelösten Problemen.

Wie soll ich sagen? Wir haben 7 Milliarden Menschen auf der Welt. Davon nicht wenige richtig schlaue Köpfe. Ungelöste Probleme sind in aller Regel deshalb ungelöst, weil sie nicht einfach zu lösen sind. Leuchtet ein, oder?

Man muss im Beruf also damit leben können, dass es schlicht niemanden gibt, den man fragen kann. Dass man nicht weiß, ob und wann man ein Problem lösen kann.

Das ist eine andere Art von Stress und psychischer Belastung als einfach nur viele Arbeitsstunden pro Woche.

Mit dem "Wurf ins kalte Wasser" bei den Aufgaben im Studium wird diese Nervenbelastung simuliert. Es geht um die Frage, ob man als Person geeignet ist für den Job.

Bei der Jobwahl geht es ja nicht nur um Interessen und Talente. Man muss auch von der Persönlichkeit her der richtige sein für einen Job. Und es ist besser, wenn man im Studium merkt, dass diese Art von Stress einem nicht liegt - als hinterher nach 5 Jahren Berufsleben.

Du kannst Dir eigentlich jetzt nur überlegen, ob Du denn denkst, mit dieser Art Stress gut zurecht kommen zu können. Dann solltest Du Dich vom Studium nicht abhalten lassen - denn es bereitet ja nur auf das vor, was Du später ein Berufsleben lang hast.

Oder wenn Du den Eindruck hast, dass Du solche Unsicherheit nicht haben willst oder kannst, dann wäre zu überlegen, ob die berufliche Richtung nicht besser eine andere sein sollte. "Ziel" ist ja nicht gleich mit "Zwang"...

In 10 Jahren hast Du übrigens die Promotion zumindest in aller Regel schon mit einberechnet. Den Master of Science hat man in aller Regel schneller.

Grüße

Kommentar von i8Sn0wZ ,

danke für deine Antwort :)

Antwort
von WozuDennNur, 31

Ich kenne zwei Physiker... der eine Diplomphysiker (mittlerweile Dr.) und DIE andere noch im Masterstudium.

Sowohl Diplom als auch Masterstudium (was ja für dich relevant ist) dauert WEITAUS!!! kürzer als 10 Jahre. Studiere Physik, wenn du so intelligent bist und das wirklich schaffen kannst. Dazu kann ich dir nur raten! Du wirst auf jeden Fall leicht einen Job finden.... (vergleichsweise leicht).

Wenn du Physik an sich eh interessant und "einfach" findest, wird es auch absolut kein "Knochenweg" für dich sein.  Und es dauert wie gesagt weitaus kürzer als 10 Jahre... 

Antwort
von ReckerM82, 34

Zum Arzt werden muss man doch auch ein sehr langes Studium machen
Ich denke das hat immer was mit willensstärke zu tun
Klar sind 10 Jahre viel aber was soll's ,:D

Antwort
von Kodringer, 27

Warum nicht? Wenn es dir Spaß macht, wird dir wohl auch das Studium gefallen!

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