Frage von SumpfZiegee, 89

Traumberuf freiberufliche Hebamme?

Hallo.

Ich will nun seit längerer Zeit Hebamme werden. Mag allerdings absolut nicht in ein Krankenhaus!

Durch den Versicherung-"streit" hab ich den Wunsch erst einmal beiseite gelegt. Zumal ich der Annahme war das Hebammen Ausbildungsstop haben. Befinde mich nun im letzten Jahr der Ausbildung Kinderpflege und beschäftige mich natürlich mit mein weiteren Werdegang. Meine Lehrer wollen alle das ich Erzieher weiter mache. Bin jetzt mit mir am kämpfen möchte ich mein Lebenswunsch nachgehen oder Sicherheit haben? Eine Lehrerin erzählte mir jetzt das Hebammen gar keine Ausbildungsstop haben, sondern sich "einfach" nur selber Versichern müssen.

Nun zu meinen Fragen.

  • gibt es zwei Ausbildungen, zur Hebamme und freiberuflichen ?

  • muss ich in einem Krankenhaus in Ausbildung gehen oder geht auch z.B. Geburtshäuser ?

  • wie genau ist das nun mit der Versicherung ?

  • wo könnte ich mich noch Informieren ? (Muss sagen finde sehr schlecht was über den aktuellen stand, da überall was anderes steht)

Vielen dank im vorraus

Antwort
von isebise50, 24

Es gibt in Deutschland zwei Möglichkeiten der Ausbildung zur Hebamme:

Die althergebrachte Ausbildung erfolgt an einer der 58 Hebammenschulen im
Bundesgebiet. Die Ausbildung zur Hebamme dauert 3 Jahre und umfasst
1600 Stunden Theorie und 3000 Stunden Praxis - zumeist in Krankenhäuser
mit Geburtsmedizin und Hebammen.

Mittlerweile gibt es aber auch einen Bachelorstudiengang (z.B. in Bochum, Fulda und Berlin) zur Hebamme.

Das heißt, sowohl die staatliche Hebammen- als auch die Bachelorprüfung werden an der Hochschule abgenommen.

Seit September 2009 wird außerdem ein European Master of Science in
Midwifery an der Medizinischen Hochschule Hannover angeboten.

Nach dem Hebammenexamen kannst du angestellt, ganz oder neben einer
Festanstellung freiberuflich arbeiten und rechnest dann über die
Gebührenverordnung mit den jeweiligen Krankenkassen ab.

Freiberuflich arbeitende Hebammen brauchen zwingend eine Berufshaftpflichtversicherung. Die Absicherung vor Schadensersatzansprüchen Dritter ist für sie nicht nur zur eigenen Sicherheit essentiell, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben.

Deren Prämien sind in den letzten Jahren extrem gestiegen, nicht weil Hebammen für mehr Geburtsschäden verantwortlich sind, sondern weil die Kosten für den einzelen Schadensfall sich vervielfacht haben. Derzeit liegt sie 6.274 Euro für die freiberufliche Geburtshilfe. Im Juli steigen sie erneut auf über 6.800 Euro jährliche Prämie. Bereits in der Vergangenheit konnten viele Hebammen die steigenden Haftpflichtkosten aufgrund anhaltend niedriger Vergütung nicht mehr erwirtschaften. Keine geburtshilflich tätige Hebamme bekommt aktuell noch einen finanziellen Ausgleich für ihre Haftpflichtkosten. Der GKV-Spitzenverband hat das bisherige System des Haftpflichtausgleichs für freiberufliche Hebammen abgeschafft. Der Hebammenverband wird dieses Vorgehen nicht hinnehmen und eine Klage einreichen gegen den Beschluss der Schiedsstelle zum Haftpflichtausgleich.

Leider steigen viele Hebammen aus der Freiberuflichkeit oder sogar ganz aus ihrem Beruf aus, denn von seiner Arbeit sollte man schon leben können. Das wiederum führt dazu, dass mittlerweile viele Schwangere keine Hebamme mehr in ihrer Umgebung für die Vorsorge, die Wochenbettbetreuung oder eine außerklinische Geburt finden.

Es gibt keinen "Ausbildungsstop" und die Aussichten für Berufseinsteiger auf dem Arbeitsmarkt an Kliniken sind gut. Auch können Hebammen nicht ersetzt werden, denn in Deutschland gibt es die sogenannte Hinzuziehungspflicht, die im Hebammengesetz unter II. ABSCHNITT - Vorbehaltene Tätigkeiten § 4 festgelegt ist.

Auf der Seite des Deutschen Hebammenverbands e.V oder des jeweiligen
Landeshebammenverbands findest du weitere Informationen und unter http://www.ausbildung-hebamme.de/Bewerbung-Hebammenausbildung.html nützliche Tipps zur Bewerbung.

Alles Gute für dich und viel Erfolg!

Antwort
von isebise50, 25
Kommentar von isebise50 ,

Ups, da ist irgendwas schief gelaufen...

Habe meine Antwort neu eingestellt.

Antwort
von Hazel7, 29

Hallo

es gibt nur eine Ausbildung (und seit einigen Jahren auch ein Studium) zur Hebamme. Dabei wirst du die meiste Zeit in einem Krankenhaus verbringen. Es gibt lediglich ein Externat (bei uns im Studium sind das 8 Wochen) das du bei einer freiberuflichen Hebamme oder in einem Geburtshaus verbringen kannst. Mehr ist es leider für die Ausbildungszeit nicht. Die meisten Geburten finden heutzutage in Kliniken statt und dort wird man die meisten Erfahrungen in der Ausbildungszeit sammeln. Ich denke dass viele Hebammen Hausgeburten oder Geburtshausgeburten sehr motivierend und schön finden aber die Realität zeigt leider einen anderen Trend. Zu der enormen Verantwortung (die man natürlich auch im Krankenhaus hat!) kommt auch noch der Versicherungsstreit den die Hebammen seit Jahren führen. Es wird nur noch selten außerklinische Geburtshilfe angeboten weil keiner mehr davon leben kann. Ich selbst studiere momentan Hebammenkunde und wenn du irgendwelche Fragen hast kannst du mir gerne schreiben. 

LG

Antwort
von sozialtusi, 49

Es gibt nur eine Ausbildung zur Hebamme.

Man absolviert sie an einer Hebammenschule. Diese ist normalerweise an ein Krankenhaus angeschlossen.

Informieren kannst Du dich direkt bei den Schulen. Die Plätze sind extrem begehrt - nach wie vor. Es kann Jahre dauern, bis Du angenommen wirst, wenn Du angenommen wirst. Richte Dich darauf ein.

Falls Du nicht geniommen wirst, fang eine andere Ausbildung erstmal an und bewirb dich jedes JAhr wieder an Deinen ausgewählten SChulen.

Kommentar von SumpfZiegee ,

Vielen Danke, für die Schnelle Antwort. Eine Ausbildung. Wie entstehen dann diese "zwei Berufe" ? Also Hebamme und Freiberufliche Hebamme ?

Kommentar von sozialtusi ,

Aus der Tatsache, dass man als festangestellte Hebamme in Krankenhäusern, Geburtshäusern oder Hebammenpraxen arbeiten kann oder sich eben selbstständig (=freiberuflich) macht.

Antwort
von SiViHa72, 48

Das mit der Versicherung ist auf jeden Fall so. Das treibt die Hebammen ja auch in die Resignation.

Was ich an Deiner Stelle versuchen würde? 

Eine Hebamme kontaktieren und die fragen.

Wen sie es Dir nicht erklärt, dann kann sie Dir aber sicherlich sagen, wo Du mehr Info kriegst.

Viel Erfolg!

Kommentar von SumpfZiegee ,

Danke für die Schnelle Antwort. Das ich da , nicht selber selber drauf gekommen bin :) 

Kommentar von SiViHa72 ,

Ich weiß,  dass die Hebamme, die bei der Geburt meiner Nichte dabei war, sich für so was, also Fragen von Interessierten, echt Zeit nimmt.

Ein Hoch auf die Frau, ohne die wäre meine Nichte tot.

Der Klinikarrzt fand, ne Erstgebaerende, die nach 42 (!) Stunden sagt,sie kann nicht mehr, will Kaiserschnitt, die ist aber wehleidig.

Hebamme stand dahinter und gab so viel Ruckemdeckung 'sie hat gesagt. Sie will den! Hören Sie Ihr zu!"

Die Frau war und ist Gold wert.

Leider ist meine Sis grad paar Monate im Ausland, sonst würd ich mal nach Namen usw fragen

Kommentar von SumpfZiegee ,

Auch wegen so einem punkt bin ich gegen Krankenhaus. Meine Geschwister und ich sind zuhause geboren, bis auf einer. Ich war also schon bei 3 von 4 Geburten dabei und bin begeistert. Von der einen Nacht im Krankenhaus (anfangs Herzprobleme, weswegen mein Bruder per Kaiserschnitt musste) hatte meine Mutter Albträume. Das war eine Geburt mit Zeitdruck und ohne großes Einfühlungsvermögen. Aber Naja anderes und viel zu großes Thema.

Vielleicht könnten sie ja dennoch nach den Namen fragen. Vielen Dank :)

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