Frage von BroBarney, 32

Traum oder Vorahnung?

Also ich hatte heute Nacht einen Traum über Harry Potter (obwohl ich mich am Vortag eigentlich nicht einmal mit Harry Potter beschäftigt hatte). Kurze Zusammenfassung: Es ging wohl um eine Neuverfilmung und fast alle der alten Schauspieler waren da, um ihre Nachfolger zu bestimmen. Nur Snape/Alan Rickman könne laut Aussage der anderen Leute nicht erscheinen. Der weitere Verlauf ist mal irrelevant.

Heute hab ich gelesen, dass Alan Rickman gestorben ist und eben musste ich an meinen Traum nachdenken.

Das ist jetzt nur ein Beispiel von mindestens Hundert (nein, das ist wirklich keine Übertreibung), wo ich von einer Sache geträumt habe und diese gleich am darauffolgenden Tag mehr oder weniger wahr wurden.

Eigentlich bin ich ein ziemlich rationaler Mensch und würde so etwas als Zufall bezeichnen, wenn mir das nicht so häufig passieren würde...

Mich würde nur interessieren, was ihr von sowas haltet, und ob das für euch nach einem großen Zufall klingt oder doch mehr dahinter steckt?

Antwort
von Kapodaster, 16

Und ich habe Sonntag Abend mit einer Freundin lange über David Bowie gesprochen. Wir wissen alle, welche Meldung Montag früh durch die Medien ging. Eine Vorahnung?

Wohl kaum, denn ich mag Bowies Musik seit Jahren und spreche öfters darüber, zumal ja gerade das neue Album draußen ist. Außerdem haben wir Arthur Schnitzler (Schriftsteller, schon lange tot) gesprochen und über lauter Leute, die auch heute noch quietschmunter sind.

Nur die normale Fälle vergisst man schnell wieder. Wenn aber  einmal zufällig so ein Traum oder ein Gespräch mit einem Todesfall zusammentrifft, merken wir es uns. Das nennt man selektive Wahrnehmung.

Antwort
von Xirain, 19

Ich hatte sowas mal in der 11. Klasse.

Ich glaube allerdings, dass es letztendlich nur ein Deja-Vu Gefühl war.
Denn ich kann mich selten konkret an meine Träume erinnern und wenn dann nur kurz nach dem aufwachen, aber in der 11. dachte ich auch ich "Hey das hab ich schonmal geträumt".

Letztendlich hat sich das gegeben...

Schreib doch nach dem Aufwachen mal deine Träume auf. Dann hast du genauere "Vergleiche".

Oft sind es wirklich nur verkappte Deja-Vus die sowas auslösen.

Antwort
von nowka20, 3

Da hilft nur Erkenntnis

---Wer Erkenntnisse auf diesem Gebiete hat, der weiß, daß typische unterbewußte Seelenvorgänge bei den verschiedensten Menschen sich in die verschiedensten Lebensreminiszenzen einkleiden und daß es nicht auf den Inhalt des Traumes ankommt.

---Man kommt nur darauf, was da eigentlich zugrunde liegt, wenn man sich darin schult, von dem Inhalt des Traumes ganz abzusehen, wenn man sich darin schult, ich möchte sagen, die innere Dramatik des Traumes ins Auge zu fassen: ob der Traum davon ausgeht, in einer gewissen Traumvorstellung zuerst eine Grundlage zu legen, dann eine Spannung zu schaffen und einen Ablauf, oder ob eine andere Folge da ist, ob zuerst eine Spannung und dann eine Auflösung da ist.

---Es bedarf einer großen Vorbereitung, den Ablauf des Traumes in seiner Dramatik, ganz abgesehen von dem Inhalt der Bilder, ins Auge zu fassen. Wer Träume verstehen will, muß in der Lage sein, etwas auszuführen gegenüber dem Traume, das gleich käme dem, wenn man ein Drama vor sich hat und sich für die Bilder nur insoferne interessiert, als man dahinter den Dichter ins Auge faßt, in dem, was er auf- und abwogend erlebt.

---Erst wenn man aufhört, den Traum durch eine abstrakte symbolische Ausdeutung der Bilderwelt ergreifen zu wollen, erst wenn man in die Lage kommt, sich einzuleben in die innere Dramatik des Traumes, in den inneren Zusammenhang, abgesehen von der Symbolik, von dem Inhalte der Bilder, erst dann merkt man, in welchem Verhältnisse die Seele zu dem steht, was geistige Umwelt ist. Denn diese kann nicht durch die Traumbilder gesehen werden, in die derjenige, der kein imaginatives Schauen hat, durch die abnormen Verhältnisse des Schlafes das Wirkliche kleidet, sondern nur durch das imaginative Bewußtsein.

---Was sich abspielt jenseits der Traumbilder als Traumdramatik, das ist nur durch das imaginative Bewußtsein zu erkennen.
(Steiner: GA 73 Seite 187f)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community