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Tragen Opernsänger einen Gehörschutz?

gefragt von LuiseLuise am 12.05.2008 um 9:07 Uhr

Wenn der Heldentenor mit seiner Angebeteten eng umschlungen im Duett eine Arie singt, die Stimme saalfüllend erhoben, dann müssen die beiden doch einen Gehörschaden bekommen, oder nicht? Jedenfalls stelle ich mir das so vor. Deshalb frage ich mich schon seit Längerem: Tragen die irgendeinen Gehörschutz?


Reply


Knowledge
beantwortet von Knowledge am 12. Mai 2008 09:37
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Luise, deine Gedanken betreffen viel eher die Musiker als die Sänger (ich habe einen Hörgeräte-Hersteller als Beratungs-Kunden). In einem Artikel der "Wiener Zeitung" dazu habe ich folgendes gefunden:

"Seit 1987 arbeitet Dr. Ulrike Preiml als Arbeitsmedizinerin an der Wiener Volksoper. Und sie hat schon einiges zur Verbesserung des Arbeitsplatzes Orchestergraben beigetragen. Einmal machte sie sich stark für die Anschaffung von ergonomischen Stühlen, dann für eine ausreichende Pultbeleuchtung. Zuletzt erreichte sie, dass die Volksoper als eines der ersten Theaterhäuser sich bereit erklärte, ihre Musiker mit einem individuell angepassten Gehörschutz zu versorgen. Zwar nicht gerade bei Mozart-Opern, aber bei Wagners "Ring" oder Musical-Aufführungen, die wie die Popmusik mit elektronischer Verstärkung arbeitet, können im engen Orchestergraben aufgrund der Schallreflexion Lärmspitzen erreicht werden, die die Arbeitsmedizin als gesundheitsgefährdend einstuft".

Du siehst, dieser Berufskrankheit wird mit PSA ("Persönliche Schutzausrüstung") beigekommen.

Kommentar von F61069d1563c93579d711465a7fac6e6smallLuise am 12. Mai 2008 09:44

Danke Dir Knowledge und DH. Aber tragen die dann einen Gehörschutz im Orchestergraben und bei den Arien? Weil es ja verschiedene Ansichten gibt, dass dann zu viele Anteile an den Tönen gedämpft werden, für qualitätvolle Musik. Oder nur bei Wagner und ausnahmsweise?

Kommentar von 1e984dbe12c8a779526c498701b8bc73smallKnowledge am 12. Mai 2008 09:51

Luise, der Hörgeräte-Hersteller hat sogar "intelligente" In-Ohr-Geräte im Programm, die nur bestimmte Frequenzen dämpfen (wie bei Formel 1-Fahren, bei denen die Motor-, aber nicht die Funk-Sprach-Frequenzen gedämft werden). Da kann man sogar das eigene Instrument besser hören. Der Geschäftsführer sagte mir, dass sich manche "normalhörende" Menschen solche Geräte extra für einen Opernbesuch kaufen (die Dinger kosten allerdings fast 10 000,- €); geh mal auf die Seite von "oticon.de" (das ist mein Kunde).

Kommentar von F61069d1563c93579d711465a7fac6e6smallLuise am 12. Mai 2008 10:07

Vielen Dank Dir. Kennst Dich einfach super aus. Nicht, dass ich das bräuchte, aber ich denke mir das schon lange und war gestern erst wieder in der Oper.

Kommentar von 1e984dbe12c8a779526c498701b8bc73smallKnowledge am 12. Mai 2008 10:26

Danke Luise...formvollendet verbeugt. Aber es ist Zufall, dass ich gerade einen Hörgeräte-Hersteller berate (und ich lerne gern dazu; das hält jung). Da habe ich gerade Glück gehabt, dass ich dir helfen konnte.


jonny95
beantwortet von jonny95 am 12. Mai 2008 09:09
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Ja, sie tragen einen, das hatten wir irgendwann mal in Musik durchgenommen.

Kommentar von F61069d1563c93579d711465a7fac6e6smallLuise am 12. Mai 2008 09:12

Danke. DH




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