Frage von lilly8liz, 34

Träume ohne zu sehen?

Ich hatte eine sehr seltsame Erfahrung heute. Ich machte ein gemütliches halbe-Stunde Nachmittagsschläfchen aus dem ich in einer äußerst seltsamen Art erwachte... Ich bin dreimal aufgewacht, die ersten beiden Male in eine Art von luzidem Traum. Diese Erfahrung hatte ich schon öfter, aber noch nie zwei Mal. Was mich am meisten verstört ist aber der Inhalt des ersten Traumes. Ich dachte ich bin aufgewacht, konnte aber meine Augen nicht öffnen, der Traum war komplett ohne irgendwelche Bilder etc. nur schwarz. Ich hörte ein Radio und dachte zuerst das in meinem Zimmer läuft aber dann wurde es lauter und lauter und es kamen so Störungen wo inzwischen eine Stimme sprach. Ich hatte totale Angst in dem Traum, danach wachte ich in einen normalen Halbschlaf Traum, in dem die Bewegungen schwammig waren, aber ich konnte mein Zimmer sehen so wie es normalerweise in diesen Träumen ist und bin dann ganz aufgewacht.

Was bedeutet es, nur mit Gehör zu träumen? Ich bin nicht blind, oder eingeschränkt in irgendeiner Art. Hab es auf dem Handy gegoogled und nichts gefunden...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dxmklvw, 15

Ich halte auch diese Art des Träumens für normal, auch wenn es vielleicht nur selten vorkommt oder nur selten ins Bewußtsein gelangt, in solcher Weise geträumt zu haben.

Vorrangig ist wohl, daß nach einer Erklärung gesucht wird und daß es in diese Richtung kaum oder gar keine allgemein zugänglichen Informationsquellen gibt.

Da bleibt zunächst nur Raum für Spekulationen aufgrund solcher Informationen, die man in etwas anderen Zusammenhängen erlangt hat.

Ich kenne Träume mit "nur hören" nicht aus eigener Erfahrung, aber ich dafür kenne ich Träume mit "nur taktil empfinden", mit "nur denken" und auch solche Träume, die ich als "mehrdimensional" bezeichne (träumen, daß man aufwacht, dann noch einmal dasselbe und noch einmal, und erst dann ist man zumindest halbwach.

Meine Spekulation geht dahin, daß während des Träumens ganz unterschiedliche Regionen des Gehirns aktiv werden und daß das Aufwachen einzelner Regionen nicht zwangsläufig gleichzeitig oder gleichschnell erfolgt. Wacht zuerst das Sehzentrum auf, dann befinden sich andere Bereiche (vielleicht das akustische Zentrum" vielleicht noch in der Traumphase use.

Ebenso ist es für mich vorstellbar, daß Träume gelegentlich auch rekursiv erfolgen könnten, so daß man während des Gesamttraums (gefühlt bzw. wahrgenommen) von einer Traumwelt in eine noch tiefere rutscht und daß vielleicht auch in diversen Stufen.

Doch letztlich sehe ich Träume als eine notwendige Funktion im Menschen, die dem Zweck dient, aufgenommene Informationen sinnvoll zu filtern und unterschiedlichen zuständigen Bereichen zuzuorden, damit das Leben im Wachzustand funktionsfähig bleibt.

Meine Darstellung ist aber meiner Vermutung nach subjektiv verzerrt, weil ich auch sehr oft solche Träume habe, die sich logisch angepaßt mit dem beschäftigen, was mir in der Zeit vor dem Einschlafen durch den Kopf gegangen ist (viele Träume helfen mir, Problemlösungen zu finden, die ich im Wachzustand nicht finden konnte), so daß ich zwangsläufig auch aus einem Erleben heraus urteile, wie es andere vielleicht nicht kennen.

Kommentar von lilly8liz ,

Ja das lustige ist, dass ich mit meinen Freunden beim Mitagessen noch über Walkie Talkies geredet habe und eine hat mir eine Geschichte erzählt von sehr starken Walkie Talkies bei denen sie manchmal sogar Funksprüche mithören konnten. Das seltsame ist ja, dass das alles mehr wie ein Albtraum war und mich total in Panik versetzt hatte, vor allem als es so laut wurde.

Der Theorie, dass es mit den verschiedene Hirnregionen zu tun haben könnte, stimme ich vollkommen zu, als ich das erste mal "aufwachte" konnte ich nur hören, beim zweiten Mal hörte ich dasselbe Radio mit der Stimme, konnte aber sehen und sprechen, hatte auch das Gefühl dass das ausgesprochene wirklich aus meinem Mund kam. Ich habe nach Mama gerufen weil ich meinte dass ich im Fenster die Spiegelung einer Gestalt sah die hinter mir stand. Dann beim dritten Mal war ich wirklich wach, konnte mich bewegen etc. Allerdings bin ich immer noch sehr schreckhaft. :/

Kommentar von Dxmklvw ,

Wenn man intensiv sein Handy für Gespräche benutzt, dann liegt der Fokus zwangsläufig mehr auf dem Akustischen, und die visuelle Wahrnehmung entzieht sich mehr oder weniger und in manchen Fällen sogar ganz dem Bewußten (wird weniger wichtig).

Wenn genau aus solcher Handybenutzung oder den Gesprächsinhalten ungereimte, aber dennoch wichtige Informationen hervorgehen, dann ist es naheliegend, daß sich dies auch in Träumen wiederspiegelt, die dann überwiegend oder auch ganz akustische Inhalte haben anstatt visuelle.

Wenn aber Trauminhalte alptraumhaft sind, dann würde ich es als Hinweis werten, daß einige der im Traum verarbeiteten Informationen in solchen Augenblicken Bereichen zugeordnet werden, in denen Erfahrungen abgelegt sind, die mit negativen Emotionen belegt sind (Angst, Bedrohung, Verlust usw.).

Antwort
von welox, 11

Nichts sehen/ blind sein:
Der Traum deutet an, daß sich der Träumende sträubt, die Wahrheit zu sehen. Er hat die Realität aus den Augen verloren, oder er 'übersieht' Eigenschaften an sich, die ihm mißfallen. Auch Verantwortungslosigkeit oder Schuldgefühle und Gewissenskonflikte können sich im Traum durch Blindheit ausdrücken. Als Zeichen kann es auch dafür verstanden werden, daß man blind durchs Leben geht. Deshalb erkennt man weder Gefahren noch Chancen.

Vom eigenen Erwachen zu träumen symbolisiert neue Einsichten und Erkenntnisse. Berufliche oder persönliche Neuorientierungen nehmen einen guten Verlauf. Aufwachen kann aber auch den Träumenden ermahnen, endlich wach zu werden, aufgeweckter und entschlossener durchs Leben zu gehen.

Hoffentlich war das irgendwie hilfreich... (Ist die psychologische Interpretation)

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