Ursprünglich waren Leiharbeiter zwar teurer als eigene Angestellte, machten ein Unternehmen aber flexibler.
Heute werden Leiharbeiter eingesetzt, um Lohnkosten zu senken. Das bedeutet für die Arbeitnehmer jedoch niedrigere Löhne, womit auch weniger Gelder in die Krankenkassen fließen.
Da die Arbeitnehmer bei weniger Lohn jedoch nicht seltener Krank werden, bleiben die Kosten für die Krankenkassen dieselben. Sind die Zeitarbeitsunternehmen also mitschuldig an der Erhöhung der Krankenkassenbeiträge?

Ich habe die Regierung als Schuldigen gewählt, weil der Gesetzgeber dieses ungeheure Lohndumping erst ermöglicht hat. Sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, für die reguläre Löhne gezahlt wurden nach und nach systematisch abgebaut, dank unserer Gesetzgeber. Unser ganzes Sozialversicherungssystem pfeift auf dem letzten Loch - nicht nur die Krankenversicherung. In der Renten- und Pflegeversicherung sieht es auch nicht besser aus. Die Zeitarbeitsfirmen sind nur eine Ursache, eine weitere Ursache sind die 400,00 Euro Jobs. Halbtagskräfte werden, im Gegensatz zu früher, fast ausschließlich als geringfügige Kräfte eingestellt. Das dritte Übel sind die 1,00 Euro Jobs, die eigentlich nur zusätzliche Arbeitsgelegenheiten sein sollten. Die Sozialverbände stellen in diesem Bereich viele Arbeitsgelegenheiten. Wenn ich mir nun eine Altenheimküche beispielsweise ansehe, fällt auf, das hier außer dem Koch, fast nur noch 1,00 Euro Kräfte tätig sind. Dann stelle ich mir die Frage ob der Koch früher wirklich alles alleine gemacht hat. Viel zu viele ziehen den Nutzen aus diesen miserabel bezahlten Arbeitsverhältnissen - die Kosten hierfür dürfen die anderen bezahlen.