Frage von Peace16, 26

Traditionskrirtik?

Ich halte nächste Woche ein Referat über die Historisch Krisitische Methode ich hab einen Text bekommen den ich nicht Verstehe darin Steht: " Die Verfasser, Überlieferer und redaktionellen Bearbeiter biblischer Texte stehen in vielfältigen historischen Kontext, die sie bei ihrer Tätigkeit beeinflussen und mit bestimmen, Die Traditonskritik interessiert insbesondere die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen sofern diese ihren Niederschlag in biblischen Schriften Gefunden haben. Die Traditonskritik untersucht nicht nur den Zusammenhang zwischen außerbiblischer Zeit-, Geistes-, Kultur-, Religionsgeschichte und den biblischen Texten sondern, sie arbeitet auch die innerbiblischen Vorstellungskomplexe heraus." kann mir jemand bei diesem Text helfen?

Expertenantwort
von Nadelwald75, Community-Experte für Schule, 8

Hallo Peace16,

an einen anderen Fragesteller hatte ich zum Thema Traditionskritik einen Beitrag geschrieben, den ich einfach mal hier wieder kopiere. Vielleicht kannst du etwas damit anfangen.

Hier mein Text:

Zunächst mal eine Info: Unter "Tradition" = Weitergabe wird in der katholischen Kirche in Beziehung zum Neuen Testament nicht verstanden, dass man da außerbiblische Geheimdokumente hat oder dass man sich an
bestimmte Bräuche hält.

Man geht davon aus, dass die Schriften des Neuen Testaments erst entstanden sind, als es eine Lehre und eine Gemeinde= Kirche bereitsgab. Dazu kannst du dir den Anfang des Lukasevangeliums mal durchlesen.

Die Kirche sieht sich daher als Verfasser des NT berechtigt, die
Schrift auszulegen im Sinn der Lehre Christi und weiterzugeben = zu
tradieren.

UnterTradition versteht man daher in diesem Zusammenhang die legitime Art und Weise der Auslegung des Evangeliums.
Wenn jemand an der Tradition, der Auslegungsweise, Kritkik üben will,dann ist er sehr interessiert zu erfahren, welchegeistesgeschichtlichen Richtiungen in dieser Zeit so wirksam waren, dass dies im Evangelium zu sehen war.

Beispiel: Anfang des Johannesevangeliums: Im Anfang war das Wort
..... Hier kennt Johannes genau die griechische Philosophie, die von
Platon und Aristoteles her einen ganz bestimmten Logosbegriff hatte. Und
den verwendet Johannes dann und bezieht ihn auf Christus: Und das Wort ist Fleisch geworden ...



Antwort
von RegiTra, 18

Kernaussagen dieses Textes zur historisch-kritischen Methode sind:

  • Historischer Kontext: Verfasser usw. von biblischen Texten sind in ihrem historischen Kontext zu betrachten, d. h. man muss sich anschauen, in welcher Zeit sie gelebt haben, welche Anschauungen in dieser Epoche vorherrschten, welche Ereignisse es gab, alles, was irgendwie von der Geschichte her prägend für eine Person ist. 
  • Traditionskritik umfasst folgendes: 1. Man schaut sich diesen historischen Kontext an, sofern dieser Einfluss auf einen biblischen Texte hat.2. Man schaut sich den biblischen Text an und schaut welche Vorstellungen sich daraus ergeben. 

Hoffe, ich konnte weiterhelfen. Lg, RegiTra

Kommentar von Peace16 ,

Vielen Dank das ist das erste mal seit Tagen das mir das jemand so gut erklärt :)

Kommentar von RegiTra ,

Das freut mich :)

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo RegiTra,

und zur Ergänzung: Man könnte sich mal genaus ansehen, welche Auswirkungen die klassische griechische Philosophie auf die Texte hatte, welche Auswirkungen z.B. die manichäische Denkweise und später dann, etwa bei Thomas von Aquin, der arabische Neuplatonismus.

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