Frage von MaliFen, 71

Traberstute als Freizeitpferd trainieren?

Ich habe eine 9 jährige Traberstute die vorher auf der Rennbahn ging & nun ein Freizeitpferd ist. Ich habe nur ein Problem.. wenn wir vom Stall rausgehen wird sie immer ganz nervös & wenn wir zurück gehen wird sie immer sehr schnell. Wie kann man das am besten trainieren ? :)

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 19

Ein Pferd, das von klein auf trainiert worden ist, immer das schnellste sein zu wollen, legt derartige Verhaltensmuster nicht einfach so ab. Die Ausbildung eines Trabers hat nichts mit der Ausbildung zu tun, die andere Reitpferde erhalten. Es geht nicht um Durchlässigkeit, Stellung, Biegung und Lektionen, sondern um Kondition, Schnelligkeit und Kampfgeist.

Ich weiß, dass es durchaus auch Traber gibt, die nach ihrem Karriereende zu richtig guten Dressur- und Springpferden geworden sind - doch das sind die ruhmreichen Ausnahmen, die immer gerne zitiert werden, um zu belegen, was alles möglich ist.

Die meisten Pferdebesitzer ehemaliger Traber haben jedoch reiterlich einiges zu bewältigen und bestimmte Verhaltensmuster (Macken) werden unter Umständen auch niemals ganz geändert werden können.

Generell ist fundierte Dressurarbeit, vertrauensbildende Maßnahmen, wie Bodenarbeit und guter Unterricht ein Schlüssel dafür, viele Probleme in den Griff zu bekommen. Arbeite an der Durchlässigkeit und daran, dass sie Dir in der Dressur folgt und lernt, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Wenn Dir das gelingt, kannst Du sie auch im Gelände da mit ablenken und Dressurlektionen einfordern. Gewöhne ihr reine Schrittausritte an. Wenn Du Glück hast, lernt sie, dass es auch etwas anders als wegpreschen und heißwerden gibt. 

Kommentar von MaliFen ,

Ja, mit Zeit, gedult & vertrauen wird das schon werden, ich denke immer positiv. :) 

Meine Traberstute ist sehr lernwillig & aufmerksam, sie reagiert sehr auf die Stimme & ist einfach ein Traum. <3 

Wir werden das bestimmt schaffen, ich gebe die Hoffnung nicht auf !!! :D 

Kommentar von Sallyvita ,

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen! Geduld, Liebe und viel und guter Unterricht, das werden Deine Schlüssel sein. 

Kommentar von MaliFen ,

Wenn ich mit ihr langsam gehen will, tänzelt sie dann immer neben mir här & schlägt mit dem Kopf herum, weil sie sich wsl so ärgert...

Kann man da auch irgendwas machen bzw wie trainiere ich das am besten Weg ? 🤔

Kommentar von Sallyvita ,

Ich kenne Dein Pferd und seine Persönlichkeit nicht und kann auch nicht einschätzen, wo Du reiterlich stehst. Meine Stute ist zwar keine ehemalige Traberstute, dafür aber ein recht heißer Feger ohne gute Nerven. Sie ist vom Wesen her unglaublich lieb, aber es gibt durchaus Tage, an denen stelle ich während des Reitens fest, dass es besser ist, wenn ich nicht weiter versuche, das durchzusetzen, was ich eigentlich wollte, weil es zu nichts führen würde, außer zu meiner eigenen Frustration;-) Ist das Wetter schön genug, verlasse ich dann lieber die Halle oder den Platz und dreh ne Runde durchs Gelände, ganz entspannt und ohne Druck. Danach sind wir dann meist wieder versöhnt.

Wenn ich Deinen Text aber richtig lese, dann ist das mit dem entspannt durchs Gelände gehen bei Deiner Stute aber nicht möglich. Und da musst Du Dich echt rantasten. Selber entspannen. Keine Erwartungshaltung unter dem Motto: "Gleich rennt sie los." Erst rausgehen, wenn Du sie gearbeitet hast und sie einen Großteil ihres Dampfes abgelassen hat. Wochen- oder Monatelang erst mal nur Schritt ausritte machen - kein Traben, kein Galoppieren und am besten immer mit sehr gechillten Pferden. Ausreichend Werdegang, Paddock und Bewegung und nimm viel und guten Unterricht! Arbeite an der Durchlässigkeit und finde die Wege, wie Du die Stute so gearbeitet bekommst, dass sie keinen Stress hat, sondern effektiv gearbeitet wird. Bei meinem Wallach erreiche ich unglaublich viel über Übergänge. Meine Stute macht das in der Regel nur nervös. Bei ihr ist das Programm ein ganz anderes und es brauchte einige Ansätze, bis ich den für die richtigen Weg gefunden hatte.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 10

um dein pferd "umzutrainieren", wäre es prima, wenn du an einem isländerstall auf die ovalbahn könntest.

dort dürfte sich dein pferd viel sicherer fühlen, als auf einem dressurviereck oder im gelände.

die "nervosität" beruht in der regel mehr in der freude, dass es bewegung gibt. du kannst ein bisschen mehr einsitzen, die beine etwas zurücknehmen (beide) und die hände tief nehmen, dazu das becken ankippen und einen leichten rundrücken machen. diese hilfe sollte dein pferd kennen und in einen gemütlichen jog verfallen. traber gehen nicht gern schritt und du kannst den jog - der übrigens total bequem zu sitzen ist - nehmen, um das pferd warmzureiten oder auch um längere strecken zurückzulegen. die meisten traber laufen problemlos 2-3 stunden oder noch länger am stück im jog.

wenn dein pferd eine bewegung hat, die es kennt, fühlt es sich wohler.

schnellere gangarten solltest du vorerst, wenn überhaupt, nur auf der ersten hälfte des ausritts einlegen. auf dem rückweg wieder einen gemütlichen jog reiten und ein paar seitengänge einbauen. die zügel eher lockerlassen. tempo über den sitz regulieren. eventuell auch auf dem rückweg ein paar schrittreprisen einlegen, damit dein pferd sich konzentrieren muss.

auf einer ovalbahn wäre das ganze jedoch um längen einfacher.

das ganze geht auch nicht von heute auf morgen. ein paar monate wird es dauern, bis pferd und du sich gegenseitig lesen können. behalt die ruhe, summe oder singe auf dem pferd vor dich hin - oder sag gedichte oder vokabeln auf. damit reitest du weniger mit kopf, sondern mehr mit gefühl und spürst das pferd viel besser.

Kommentar von MaliFen ,

Vielen Dank für die Hilfe, ein islämderstall ist bei uns leider nicht in der Nähe. :( 

Aber ich werde mein bestes geben, ich geb ihr die Zeit & überstürze natürlich nichts ! :) 

Kommentar von MaliFen ,

Ich habe auch gehört & öfters gelesen, dass viel bodenarbeit gut sein soll, stimmt das ? 

Am liebsten hätte ich eine Trainerin, die sich damit wirklich auskennt & Erfahrung mit Traber hat, aber sowas findet man leider sehr schwer & in NÖ finde ich leider keinen. :( 

Kommentar von ponyfliege ,

mit einem traber würde ich die bodenarbeit zunächst auf führtraining und spazieren gehen beschränken.

traber sind rennpferde und darauf gezüchtet, sich möglichst viel bewegen zu wollen. mit ruhiger arbeit denke ich, ist die stute zur zeit noch völlig überfordert.

generell ist bodenarbeit immer gut - allerdings solltest du bei bewegungspferden damit vorsichtig sein und zunächst mal ihren bewegungsdrang ausleben lassen.

falls es noch mal einen warmen tag gibt, gönne deinem pferd zur abwechslung nach der arbeit mal eine wäsche mit warmem wasser. wasser anschliessend mit dem abzieher gut entfernen und dann pferd erst ein paar minuten mit, dann ohne decke trockenführen. gerade beim traber ist das waschen eine vertrauenaufbauende angelegenheit.

Antwort
von skjonii, 24

Ich denke hier brauchst du vor Allem Geduld. Immer wieder auch mal zwischendurch stehen bleiben und erst weiterlaufen, wenn sie entspannt ist, mal wieder umdrehen, mal hierhin und mal da in. Eine Wunderlösung gibt es hier glaube ich nicht, sondern nur viel Ruhe und Geduld. 

Wenn ihr bspw. kurz vorm Hof angekommen seid, lass sie einfach stehen und bleib vor Allem selbst ganz ruhig. Wenn sie sich dann auch beruhigt, streichel über den Mähnenkamm und dann geht's nach Hause. Dann lernt sie, dass sie nicht zurück kommt, wenn sie nicht ruhig ist. 

Kommentar von MaliFen ,

Ich arbeite mit Geduld & geb ihr siebter was sie braucht. Aber auch wenn ich länger warte bis sie sich beruhigt & wieder umdrehen vorm Stall, sie wird einfach nicht locker :/ 

Antwort
von Secretstory2015, 18

Arbeite mit ihr an ihrer Trennungsangst. Eine gute Übung ist es beispielsweise, wenn Du vom Ausritt zurück kommst, zum Stall reitest, und dort nochmal umdrehst. Du steigst also nicht ab, sondern gehst nochmal vom Stall mit ihr weg. Dann steigst Du ab und führst sie zurück in den Stall.

Dadurch lernt sie, dass der Stall nicht unbedingt das Ende eures Ausrittes darstellen muss.

Kommentar von MaliFen ,

Das ist ja nicht nur beim ausreiten so, auch wenn wir zum reitplatz gehen oder zurück gehen & sie wird dann immer schneller & nervöser beim zurück gehen, sie zieht dann immer so das man sie fast nicht mehr halten kann, also sie gebe ich in keine unerfahrnere Hände, weil man sie mal festhalten muss, am liebsten würde sie loslaufen. :o Außerdem ärgert sie sich immer gleich wenn sie langsam gehen muss..

Kommentar von Secretstory2015 ,

Wie äußert sich ihr "Ärger", wenn sie langsam gehen muss?

Antwort
von MaliFen, 19

Das ist ja nicht nur beim ausreiten so, auch wenn wir zum reitplatz gehen oder zurück gehen & sie wird dann immer schneller & nervöser beim zurück gehen, sie zieht dann immer so das man sie fast nicht mehr halten kann, also sie gebe ich in keine unerfahrnere Hände, weil man sie mal festhalten muss, am liebsten würde sie loslaufen. :o Außerdem ärgert sie sich immer gleich wenn sie langsam gehen muss..

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