Frage von LaurelFabienne, 181

Traber Stute Freizeitpferd tipps?

Meine Freundin hat sich vor ca. 3 Wochen eine 11 jährige Traber Stute angeschafft die bis zu ihrem 10. Lebensjahr erfolgreich an rennen teilnahm, mit Wagen wie auch unterm Sattel. Diese intelligente wunderschöne Stute ist jetzt meine Reitbeteiligung. Sie stand nach ihrer karriere in einem Stall mit täglich koppel Gang und ab und zu mal wurde sie geritten. Dadurch hat sie natürlich etwas zu genommen und an Muskeln verloren. Trotzdem hat sie eine verwunderlich gute rücken Muskulatur. Sie stand ihr Leben lang in dem gleichen Stall in einer Großstadt (München Traberrennbahn) und jetzt ist sie nun mal am Rande eines Waldes. Kennt keine Wälder keine Flüsse usw. Sie hat ordentlich vortschritte gemacht was am Strick führen und teilweise reiten angeht da sie ziemlich hektisch und tollpatschig ist. Nun zu meiner Frage: habt ihr ein paar Tipps wie man 1. Ihr Gleichgewicht stärkt 2. Sie dazu bringt sich etwas zu beruhigen und nicht so hektisch zu sein und 3. Nicht so springt beim traben. Mir ist klar, dass nicht alles davon 'behandelt' werden kann aber ich würde einfach gerne einpaar tipps von Leuten bekommen die auch Erfahrung mit Trabern haben um es vielleicht ihr abzugewöhnen oder einfach nur zu lindern. Auch jegliche andere Arten von Tipps was traber angeht sind erwünscht. Vielen Dank im voraus für euer feedback ❤ Lg

(Und ihr müsst mir nicht tausend mal sagen, dass wir zu unerfahren und zu dumm waren um und eine Traber Stute anzuschaffen. Das ändert nämlich rein gar nichts und wir bereuen es auch nicht. Und auch das wir uns einen Trainer holen sollen, den haben wir bereits aber trotzdem kann man jawohl einfach um ein paar Tipps Bitten oder etwa nicht? Also bitte sagt mir nicht immer das was ich bereits weiss.)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von trabifan28, 50

Am besten ist es, wenn ihr bzw. deine Freundin sich einen guten Reitlehrer sucht, der ihr dabei hilft. und dann wäre es natürlich noch super, wenn der sich auch ein bisschen mit Trabern oder "schwierigen" Pferden auskennt und vorsichtig, langsam an die verschiedenen Dinge rangeht.

Wieso hat sich deine Freundin denn überhaupt einen Traber gekauft? Ich hoffe dass ihr vorher klar war, dass das sehr viel Zeit und Geduld in Anspruch nimmt solch ein Pferd umzuschulen. Das geht nicht von heut auf morgen und es wird auch immer wieder Rückschritte geben. 

Auch wenn ein Traber in der Anschaffung vermeintlich billig ist, könnte man sich auch genauso gut ein "normales" Freizeitpferd kaufen, denn man muss definitiv eingies an Geld für Unterricht, usw. reinstecken.

Viel Bodenarbeit machen, spazieren gehen, Schrecktraining machen, longieren usw. Wichtig ist, dass ihr dabei ruhig und entspannt seid, sonst überträgt sich das sehr schnell aufs Pferd (gerade Traber sind da oft sehr sensibel). Stangenarbeit - stärkt die Muskulatur und das Gleichgewicht.

Was meinst du mit "springen beim Traben"?

Traber haben eben einen anderen Trab als andere Pferde... da kann es sein, dass sich das anfangs etwas komsich anfühlt.

Kommentar von LaurelFabienne ,

Sie hat sich einen Traber angeschafft da sie ja ziemlich billig sind. Jetzt wissen wir aber auch wieso das so ist.

Mit springen im Trab meine ich, dass man beim Traben sich nur schwer hinsetzen kann und aussitzen kann man total vergessen. 

Aber danke für die Tipps, ich werde ihr das aufjedenfall mal vorschlagen!

Kommentar von trabifan28 ,

Und genau das ist das Problem. Viel zu viele Leute kaufen sich einen Traber, eben weil es günstige Pferde sind, merken aber erst nach der Anschaffung dass sie sich damit total überschätzt haben.

Traber sind ganz tolle Pferde, aber man muss mit ihnen umgehen können.

Ich konnte meinen anfangs auch nicht aussitzen, das kam erst mit der Zeit als er dann auch ruhiger wurde im Trab. Allerdings habe ich das alles gemeinsam mit einer super Reitlehrerin erarbeitet, denn alleine hätte ich das wahrscheinlich auch nicht so gut hinbekommen.

Man braucht wirklich viel Zeit und Geduld, nicht mit Druck arbeiten. Auch wenn nur ein klitze kleiner Fortschritt zu sehen ist, loben und für den Tag gut sein lassen.

Wenn sie keinen Wald usw. kennt, dann nehmt ihr euch ein langes Bodenarbeitsseil und geht mit ihr raus, macht Bodenarbeit. Ich nehme meinen auch oft zum Joggen mit (allerdings sollte das Pferd langsam und brav nebenher laufen). Einfach mal ein kleines Stück gehen, wenn sie brav ist grasen lassen und wieder umdrehen. Verschieden Sachen (Bach, Brücke, Straße, Baumstämme, usw.) zeigen, vorbei schicken.

Wichtig ist auch, dass das Pferd genügend Bewegung und Auslauf bekommt! sonst kann es passieren, dass sie übermütig wird, rennen will usw. Da muss man sich eben im Klaren darüber sein was das Pferd während seiner Rennbahnkarriere leisten musste, wie es trainiert und gearbeitet wurde.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 50

ihr solltet kontakt aufnehmen mit dem trainingsbetrieb, der die stute für rennen trainiert und im rennen gefahren hat.

erstens könnt ihr dort mehr über das pferd erfahren - und zweitens mal ausmachen, euch einen tag lang anzuschauen, wie dort so gearbeitet wird.

meist werden die pferde aber in den letzten wochen ein bisschen auf ihr späteres leben vorbereitet und auch abtrainiert.

wenn man mehr darüber weiss, wie der alltag des pferdes bisher ausgesehen hat, dann kann man auch mehr darauf eingehen und dem pferd durch langsames umgewöhnen sicherheit geben.

auch satteltraber kennen annähernd keine schenkelhilfen.

bevor stellen und biegen anfängt würde ich ein solches pferd möglichst viel geradeaus gehen lassen. ausritte im schritt und jog wären optimal, um das pferd langsam umzumuskeln. dazu gern auch mit sehr tiefer hand reiten, damit die stute nach und nach über die hinterhand aktiver wird. je mehr sie sich trägt, umso besser lässt sich das tempo regulieren.

erst dann mit longieren beginnen.

bodenarbeit mit stellung im stand üben ist okay. über stangen führen ist okay, ebenso dinge wie podestarbeit (fördert die balance und gibt den pferden selbstvertrauen) oder führen um pylonen oder ein stangenlabyrinth.

Antwort
von sukueh, 32

Ich fürchte, wenn sich deine Freundin den Traber nur deshalb angeschafft hat, weil er günstig war und jetzt nach Tipps im Internet sucht, wäre es wirklich am besten, ihr sucht euch für das Pferd einen guten Trainer und lasst das Pferd noch mal "neu" ausbilden.

Auch wenn die Vorstellung, ein Pferd selbst auszubilden, verlockend sein mag und als "Herausforderung, die es zu meistern gilt" angesehen wird, würde ich an eurer Stelle und um des Pferdes Willen nicht alleine daran herumbasteln.

Ein guter Trainer bildet jedes Pferd individuell aus und achtet auf Lerngeschwindigkeit und Charakter des Pferdes. Hat man selber keine Ahnung von Pferdeausbildung neigt man dazu, nach einem "Punkteplan" vorzugehen oder einfach die Tipps aus Büchern bzw. dem Internet abarbeiten zu wollen. Möglicherweise schleichen sich aber genau dabei neue Probleme ein, weil das Pferd zwar lernt, aber eben vielleicht weitere "unerwünschte" Dinge.

Viele Probleme mit Pferden lassen sich von vorneherein vermeiden, wenn man es richtig macht. Der Ruf bzw. die Nachfrage nach "Pferdeflüsterern" ist erst entstanden, als immer mehr Leute mit Pferden zu tun hatten, die eigentlich nicht wirklich wussten, was sie taten.

Nachdem es immer schwieriger und auch "härter" für das Pferd ist, etwas unerwünschtes abzutrainieren, sollte man als Pferdebesitzer dafür sorgen, dass es eben nicht zu diesem Verhalten kommt. Und das erreicht man meiner Meinung nach am besten, in dem man sich professionelle Hilfe vor Ort sucht.

Das kann jetzt neben dem "Profi-Trainer" durchaus ein anderer Traber-Besitzer sein, der schon mehrfach Traber zu Freizeitpferden "umgebaut" hat. Da müsst ihr euch in eurer Umgebung halt mal umschauen, wenn da in Frage käme.

Das wird zwar eventuell was kosten, aber dafür war ja immerhin der Anschaffungspreis des Pferdes günstig(er).

Antwort
von NoLies, 65

Solche Pferde muss man meist neu "einreiten". Leider kaufen viele leute ex-Rennpferde als Traber wissen aber nicht damit umzugehen.

Eine Lösung kann sein dass ihr nochmal ganz von vorne anfängt. Heisst: ab jetzt ca. ein halbes Jahr lang nur noch Bodenarbeit. Bitte mit einem Kappzaum (nur so ist das Pferd richtig gestellt an der Longe!) und diesem Longen kurs: http://www.amazon.de/Praxiskurs-Bodenarbeit-Tania-Konnerth/dp/3440133907

Dannach kann euch ein kompetenter Bereiter weiterhelfen.

Kommentar von LaurelFabienne ,

Ja, wir wissen wahrscheinlich nicht alles was man beachten und wissen muss über Traber. Und auch wir hatten schon unsere Zweifel ob das so eine gute Idee war mit dem Kauf. Aber wirgendwie werden es versuchen und hoffentlich auch schaffen auch wenn es mehrere Jahre dauert. Kappzaum und longe ist alles vorhanden aber ein longier und reitplatz fehlt da die Pferde an dem Privatsall nur Freizeit geritten werden. Aber wir suchen nach einer Lösung.  Danke aber für deine Tipps, ich werde mir das Buch aufjedenfall mal anschauen!

Antwort
von m4rc32, 51

Es wird viel arbeit sein einem traber das normale springen beizubringen undso. Da wird man auch nicht zuviel machen können das pferd kennt das ja nicht. Und wenn das pferd angst hat dann steigst du besser ab und zeigst dem pferd deine umgebung das es sich da langsam dran gewöhnst das ist ja wie wenn du vom land kommst und nach München oder Berlin ziehst da kann man sich nicht an einem tag dran gewöhnen das braucht seine zeit .

Lg marc

Kommentar von LaurelFabienne ,

Das haben wir gemacht. 2 1/2 wochen lang sind wir mit ihr durch den Wald spazieren gegangen und haben sie langsam an Flüsse geführt.

Antwort
von AlmayFadil, 25

Ich habe selbst ein Traber, und sie hatte fast nie vor etwas Angst. Außer vor einer Ecke in unserem Paddock. Bei meiner Stute würde ich erstens nie eine Peitsche anwenden! Ich würde mich entspannen, und im Trab auch wenn sie hektisch ist oder ein wenig zu schnell sein sollte und so lange auszusitzen wie ich möchte das sie trabt. Bei mir hatte es geklappt. Aber trotzdem passiert es nicht sofort.

Kommentar von LaurelFabienne ,

Da hattest du wohl großes Glück :)

Antwort
von AlmayFadil, 23

Nach einem Jahr hatte sie sich entgültig entspannt, im Schritt und im Trab. Ich habe sie über den Winter nicht geritten, und als ich sie jetzt vor kurzem wieder geritten wurde, verhielt sie sich 1A!!!

Antwort
von LyciaKarma, 43

Ponyflieges Antwort ist super. 

Ich würde außerdem erstmal nur mit anderen Pferden rausgehen, damit sie sich an denen orientieren kann und lernt, dass es draußen schön ist und nicht furchteinflößend. 

Wenns ist - ich bin auch aus München. 

Kommentar von LaurelFabienne ,

Das härten wir auch vorgehabt aber sie versteht sich nicht so mit dem Wallach und die Stute ist genauso hektisch und unausgelastet da sie leider nicht viel bewegt wird.

Kommentar von LyciaKarma ,

Die braucht sich mit dem Wallach nicht  verstehen, wenn man die ins kalte Wasser wirft, ist das vergessen. 

Da ist sie mehr damit beschäftigt, die Umgebung zu erkunden und sich zu fürchten, als sich mit dem Wallach zu zanken. 

Einfach außerhalb der Reichweite zum Wallach laufen und gut ist. 

Kommentar von LaurelFabienne ,

Haben wir bereits ausprobiert und sie hat angefangen ein Wettrennen zu starten.

Kommentar von LyciaKarma ,

Ein Wettrennen im Schritt? 

Kommentar von LaurelFabienne ,

Ja, sie wird immer schneller und versucht anzutraben. Ihr Puls steigt und sie fängt an zu schwitzen. Bis sie dann komplett in Panik gerät. 

Kommentar von LyciaKarma ,

Hol dir einen Trainer. Oder hol mich ;) 

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