Frage von barbie76, 31

Traber Stute 8 Jahre?

Wir haben uns vor kurzem eine 8 jährige dunkle Traber Stute gekauft. Sie ist die liebste und bravste die es gibt, zu Traber Vorurteilen will ich auch nichts hören! Wir sollen sie trainieren damit sie Muskeln bekommt (Bodenarbeit, Longieren) Das Problem ist sie macht nicht mit, sie isst den ganzen Tag und hat definitiv zugenommen. Wenn ich sie longieren läuft sie 1 nicht nach außen sondern immer nach innen zu mir und wenn ich sie dann mit der Gerte antreibe galoppiert sie sofort los wie eine verrückte einmal ist die schon aus gerutscht ( Die ist ein echter Trampel) wie soll ich es möglichst langsam anlernen und daran gewöhnen ?

Antwort
von Heklamari, 3

Traber können wundervolle freizeitpferde werden, wenn sie von erfahrenen profis trainiert werden.

In laienhand werden sie leider oft zu  hundefutter.

Sie sind es nicht gewohnt, sich zu biegen, und ihren schwerpunkt richtig zu verlagern fällt. Ihnen schwerer als einem fohlen!

Wenn du dann auch noch ein langes Pferd erwischt hast, hurra....  :~((

Fang an wie mit einem fohlen und erwarte die mehr als dreifache Zeit, bis der traber überhaupt in der Bodenarbeit mit den Bögen klarkommt.

Zwischen durch reite immer mal wieder aus, damit die Arbeit weiter freude mach.

Denn der traber wird gaaanz viel Muskelkater bekommen. Also lerne gleich mal massieren...

Und laß unbedingt einen Trainer ran, der mit dem untrainieren von trabern Erfahrungen hat.

Traber werden selten gute Dressur Pferde aber dafür tolle Distanz Pferde , kutschpferde  und  sind oft sehr menschenbezogen.

Mit Glück haben sie auch töltveranlagung.

Ups, ich fang schon wieder an zu schwärmen... . :-)

Viel Erfolg

Antwort
von Dahika, 17

Lerne vielleicht erst mal selbst das fachgerechte Longieren. Das ist nämlich sauschwer und hat nicht "mit Pferd läuft im Kreis" zu tun.

Und wenn du das gelernt hast, mit Reitlehrer, dann holst du dir noch jemanden als Hife hinzu. Allerdings... wenn man das fachgerechte Longieren beherrscht, braucht man eigentlich nur selten Hilfe.

Wenn das Pferd ein Traber ist, kann es sein, dass das Pferd lange - zu lange - zwischen den Stangen des Sulkies gelaufen ist. Dem Pferd fällt es vermutlich weit schwerer, sich zu biegen als einem rohen Reitpferd. Es kann also sein, dass es sich wehrt, weil ihm das unangenehm ist.

Aber, wie gesagt, durch fachgerechtes Longieren bekommst du das hin, aber nur durch fachgerechtes Longieren. Nicht durch das Schleudern und Zentrifugieren.

Das bringt dem Pferd weniger als nichts.


Antwort
von Baroque, 12

Ich fürchte, da sollte jemand dran mit Pferdesachverstand, denn ganz wichtig bei der Sache ist ja, eine korrekte Muskulatur anzutrainieren und nicht irgendeine, die zu dauerhaften körperlichen Schäden führt. Sehr vieles Deiner Beschreibung lässt drauf schließen, dass Du dem fachlich nicht gewachsen bist. Um nur ein paar Stellen aufzuzählen:

- Dem Fachmann ist völlig egal, ob das Tier helles oder dunkles Fell hat

- Der Fachmann weiß, dass es nicht "die liebste und bravste, die es gibt" gibt, sondern dass die Summe der Erfahrungen der Pferde und sein aktuelles Ziel ausmacht, wie es einem Menschen gegenübertritt und dass ich mir somit jedes Pferd lieb und brav machen kann, aber auch jedes agressiv und lästig.

- Der Fachmann weiß, dass ein Pferd ein Dauerfresser ist und erwähnt das nicht extra.

- Der Fachmann weiß, wie er ein Pferd davon abhalten kann, ihm näher zu kommen und er weiß auch, dass man mit der Gerte nicht einfach "antreibt", sondern seine ganze Körpersprache einsetzt und die Gerte ihm einfach eine Möglichkeit gibt, dem Pferd auch auf Abstand etwas genauer zu zeigen.

- Der Fachmann würde niemals ein Pferd als "Trampel" stempeln, wenn es weg rutscht, sondern wissen, er hat versagt, er hat Balance verlangt, für die das Tier noch nicht traniert war. Pferde rutschen nicht weg, weil sie doof sind, sondern weil sie ihre Beine noch nicht untern Schwerpunkt bringen. Also bringe man sie dann noch nicht in eine Situation, wo sie das müssten.

Es ist schwierig, als Mensch von null weg zu lernen, wenn man ein unausbalanciertes, bisheriges Gradeauslaufpferd hat, das noch nicht genug bemuskelt ist, um auch nur ein bisschen mitzuspielen und - sonst würdest uns nicht fragen - keinen kompetenten Trainer beauftragt. Das kann nur schief gehen. Im besten Fall ruiniert sich dabei nur das Pferd die Gesundheit, eventuell aber auch der Mensch und, wenns ganz dumm geht, noch Außenstehende, die zufällig zu nah geraten.

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