Frage von Franz577, 57

Trabant oder Wartburg - Was ist die bessere Wahl?

Das ist im Moment nur so eine Gedankenspinnerei von mir, aber irgendwie hätte ich mal Lust, einen PKW mit Zweitaktmotor zu fahren und da kommen eigentlich nur ein Trabant oder Wartburg in die engere Wahl.

Der Wartburg scheint ja das etwas größere Auto zu sein und hat auch stärkere Motoren, allerdings bin ich da ein absoluter Laie und weiß weder, wieviel für die jeweiligen Modelle mit welchem Motor, welchem Baujahr und Kilometerleistung da als Preis gerechtfertigt ist noch worauf man bei diesen Autos sonst noch achten muß.

Welches ist das unproblematischste Modell und welchen Motor sollte man wählen (ich möchte wenn dann nur einen Zweitakter).

Mischen diese Motoren selbst bzw. füllt man Sprit und Öl getrennt ein oder tankt man das fertige Gemisch?

Wie gut heizen diese Autos im Winter und wieviel Kosten sie im Unterhalt, Wartung etc. Wie sieht es mit dem Wiederverkauf aus?

Wer kennt sich damit aus und kann mir ein paar Basis-Tipps geben?

Danke!

Antwort
von sajuchriju, 13

Mein Tipp, kauf dir keinen Oldtimer, wenn du "nur mal so als Spaß" damit unterwegs sein möchtest. Weder Trabant noch Wartburg würden dir lange Freude bieten, weil sie wie alle Oldtimer liebevolle Pflege bedürfen (böse Zungen nennen das dann, da ist "immer irgendwas kaputt"). Auch um die Autos ist es Schade, wenn jemand mit ihnen nur zum Spaß rumfahren will, weil sie unter der dann fehlenden Wartung doch ziemlich stark leiden.

Such dir eine der vielen (vor allem im Osten der Republik) zu findenden "Ausleihstationen", da kannst du den Spaß am Trabant- oder Wartburg-Fahren finden (oder auch nicht) und vielleicht auch Freude an langfristiger Nutzung, dann kannst du dir immer noch ein solches Auto zulegen.

Ich selbst fahre seit Jahren Wartburg, nicht täglich, sondern bei gutem Wetter. Ansonsten steht er in der Garage trocken abgestellt (dann fahre ich Elektro-Auto). An Trabant kam ich noch nie recht ran, weil ich schon als Kind immer mit Wartburg, nie aber mit Trabant unterwegs war. Trabant fuhr ich erst ab 1990. Im Vergleich ist der Wartburg nach meinem persönlichen Empfinden eindeutig das angenehmere Fahrzeug von beiden und ich möchte behaupten - anders als die anderen Antworter - dass die Heizung wunderbar funktioniert. Nach vier Kilometern Strecke ist das Auto wärmer als der zwei Jahre alte Benziner meiner Frau, daher fahre ich auch im Winter gern mit dem Wartburg. Lass dir nicht erzählen, dass der Wartburg-Motor luftgekühlt sei, der hatte schon immer einen Wasser-Kühlkreislauf und Wärmetauscher (anders, als der Trabant), daher auch das schnelle Aufheizen.

Ach und mein Wartburg verbraucht erstaunlicherweise nicht mehr Benzin als der Benziner, den wir in der Familie fahren.

Nachteilig beim Wartburg ist aber für viele Menschen, dass er aufgrund seiner angenehm weichen Federung (passend für die DDR-Straßen damals) und weichen Sitze häufiger mal Übelkeit durch Reisekrankheit verursacht. Ich kenne ungewöhnlich viele Menschen, die sagen, das Auto würde zu stark schwimmen und dadurch für Übelkeit bei Beifahrern sorgen.

Zu den Vorteilen der einfachen Reparatur (für Interessierte und Bastler) und der Möglichkeit, heute viel mehr als damals an alle Ersatzteile heran zu kommen, zählen für mich persönlich noch das Schiebedach, das meine Kinder zum Hand-raushalten lieben (und dass stärker, als man vermutet, die Klimaanlage im Sommer erspart) und die heute so nicht mehr zulässigen Klappsitze, die sich in eine echte Liegeposition umlegen lassen (mit Hebel, nicht mit Rad, daher in 1 sek. erledigt), was junge Pärchen immer wieder erfreuen kann (da spreche ich aus eigener Erfahrung).

Antwort
von AnyBody345, 28

Diese Frage stelle ich mir auch schon länger : 353er oder 601er... Wegen dem Kultstatus und der unverwüstlichkeit, sowie der einfachsten Reparatur würde ich mich für den 601er entscheiden. Würde ich gern Ostalgisch und doch bequem unterwegs sein wollen , dann den 353er. Er bietet eben etwas mehr Auto um einen herum . Die Heizung ist bei beiden bescheiden. Die Auspuffheizung bietet nur begrenzt Heizleistung. Dort wird die aufsteigende wärme vom Abgaskrümmer genutzt da diese Motoren luftgekühlt sind und somit nicht über einen Wasserkühlkreislauf verfügen , welcher bei anderen Autos den Wärmetauscher im Innenraum versorgt.

Antwort
von Furino, 32

Im Wartburg dürfen Sie etwas mehr Komfort erwarten als im Trabant.

Ich fuhr einen hellblauen Trabi 601 infolge eines Lottogewinns mit 4 Wochen Wartezeit. Da war man schon deswegen ein Glückspilz.

Was ist anders?

Da gibt es einen versteckten Benzinhahn, welchen man vor der Fahrt öffnen muß. Der Normverbrauch liegt etwa bei 8 - 9 l/100 km und das bei einer Leistung von 26 PS.

Eine Heizung gibt es zwar, welche aber trotzdem verpflichtet bei Temperaturen unter 0 sich warm anzuziehen. Wenn noch kälter wird sollten Sie die Frontscheibe innen mit Frostschutz einreiben, damit Sie Durchsicht behalten. Aber wo soll es bei 26 PS auch noch herkommen.

Aber basteln können Sie da noch richtig. Zündung nach Gehör und Probefahrt einstellen. Vergaser säubern und wenn der Keilriemen reißt ist richtig Reparatur angesagt. Wenn sich die 6-Volt Batterie mal im Winter zu schwach ist und nicht startet, können Sie das Fahrzeug im 2. Gang auch allein anschieben um sich dann mit einem akrobatischen Sprung ins Fahrzeug begeben und zu fahren.

Den 20 Liter Tank  müssen Sie mit einem Gemisch aus Zweitakt-Öl und Benzin füllen. Da ist man gut beraten, wenn man einen 20l-Kanister mitführt um unterwegs problemlos zu tanken.

Antwort
von ratatoesk, 18

Trabant

gibt es als 2 u- 4 takter,unverwüstlich,leicht zu reparieren, - arschkalt im Winter und nur bedingt Langstreckentauglich

Wartburg

2 u. 4 Takter,gemütlicher und bequemer

Da es das Gemisch,für 2takter, nicht mehr an Tankstellen gibt,musst Du selber mischen.

Trabant kannst hier ja mal testen

http://www.trabisafari.de/de/ueber\_uns/faq

Antwort
von BiggerMama, 21

Die letzten Trabants und Wartburgs waren Viertakter. Vor 1988/89 gab es nur Zweitakter.

Nach dem Gemisch musst Du Dich erkundigen. Vielleicht findest Du dazu etwas mit geeigneten Suchwörtern im Internet. Ältere Mitarbeiter an "Ost-Tankstellen" können Dir sicherlich auch etwas dazu sagen, vielleicht auch ältere Auto-Fahrer.

An den DDR-Tankstellen wurde dieses Gemisch in der richtigen Mischung angeboten. Du wirst also immer selber mischen müssen.

Wenn Du nicht hauptsächlich im Oste´n unterwegs bist, würde ich Dir abraten. Im Osten gibt es sicherlich noch genug Menschen, die sich mit einem Trabi auskennen und Dir weiterhelfen können, wenn Du Probleme hast.


Expertenantwort
von bronkhorst, Community-Experte für Auto, 18

Frag mal einen Arzt, ob er eher Pest oder Cholera empfehlen würde.

Ich habe für Ostalgie nur sehr geringes Verständnis (oder fand man in den Sechziger Jahren das Dritte Reich auch "irgendwie cool"?).

Aber wenn man so ein Auto haben will, dann sollte man es als Oldtimer pflegen (wobei die "schöneren" 311er Wartburgs inzwischen auch kein billiger Spaß mehr sind) und nicht von vornherein als Durchgangsstation planen.

Diese Autos waren - schon nach damaligen, erst recht nach heutigen Maßstäben einfach nur schlecht. Einer der ständigen Stachel für die DDR-Insassen, der zum Sturz des Regimes führte, war wohl auch, dass jeder Westbesucher - auch jedes noch so kleine Licht - mit einem Auto angereist kam, gegen den die Ostautos einfach nur traurig aussahen.

Dass man angeblich alles selbst reparieren konnte, war nur ein schwacher Trost dafür, dass eigentlich immer irgendetwas repariert werden musste. Ersatzauspufftöpfe für den Trabant waren eine Art Ersatzwährung und wurden gern auf Vorrat und als Tauschware gekauft, weil die so schlecht gemacht waren, dass ein Trabant die Dinger einfach fraß.

Wenn's Dir um das Erlebnis geht - kauf Dir einen alten Fiat 126 und fahr ihn mit gezogener Handbremse. Um den Innenraumgeruch zu simulieren,  zerschneide ein paar alte, stark getragene Kunstlederschuhe in kleine Schnipsel und streue diese in die Frischluftschlitze der Belüftung; DDR-Autos hatten Innenverkleidungen, deren Kunststoff mit sehr eigenartig ausdünstenden Weichmachern hergestellt worden war...

Oder Du lässt es bleiben und kaufst Dir ein Auto.

Kommentar von Franz577 ,

Daß keines der beiden Autos ein Luxusliner ist, das ist mir klar.

Und mir geht es auch nicht um "Ostalgie", sondern ich würd einfach nur gerne einen PKW mit Zweitaktmotor fahren.

Aber andere Hersteller als diese beiden kenne ich da nicht.

Kommentar von bronkhorst ,

In Westeuropa wurden Zweitakter noch bis in die Sechziger Jahre gebaut - die Autos sind heute ebenfalls Oldtimer, aber mit etwas Suchen immer noch zu bekommen.

DKW als einer der Audi-Vorgänger baute zahlreiche Zweitaktmodelle (sogar die Bundeswehr höckerte lange mit zweitaktenden DKW Munga-Geländewagen herum); und SAAB ebenfalls (ich glaube sogar, anfangs mit einer von DKW konstruierten Maschine). Diese (Saab 92-96, bis Mitte der Sechziger) findet man besonders in Skandinavien, wobei gepflegte Exemplare zunehmend begehrt sind.

Das waren sehr robuste Autos, mit denen in insbesondere in den Fünfzigern trotz leistungsmäßiger Unterlegenheit Rallyes gewonnen wurden, weil todesmutige Fahrer wie Erik Carlsson einfach fast immer Vollgas gaben, um nie den Schwung zu verlieren...

Antwort
von anja199003, 30

Nimm den Trabant. Der ist infernalischer und rostet weniger (da zum großen Teil aus "Pappe")

Kommentar von BiggerMama ,

Dass das Fahrzeug nicht ganz aus Pappe sein kann, ist doch klar. Und ein Trabi rostet an den unmöglichsten Stellen. Dein Argument, ein Trabbi "rostet weniger" ist einfach falsch.

Kommentar von anja199003 ,

na, zumindest Die Beplankung der Karosse rostet nicht. Die tragenden Teile natürlich genau so doll, wie auch beim Wartburg. Insgesamt ist die Fläche, die rosten kann jedoch deutlich geringer als bei Vollblech-Karosserien. Insofern ist meine "weniger"-Aussage schon korrekt.

Kommentar von Franz577 ,

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir überhaupt einen kaufe und wenn ja, wie lange ich ihn fahren will.

Aber wenn, dann sollte er mir in dieser Zeit natürlich nicht allzu viele Probleme machen, weshalb es mir hauptsächlich darum geht, ein möglichst unproblematisches Modell zu wählen.

Da ich auch etwas größer bin (um die 190cm) stell ich es mir in einem Trabbi etwas eng vor bei nur ca. 3,50m Länge (ein Wartburg ist immerhin um die 4,20m lang).

Klar, ein Trabbi sieht etwas cooler und witziger aus, aber mit einem Wartburg sind vielleicht auch mal etwas längere Strecken machbar und er dürfte auch etwas schneller und "spritziger" sein, da er stärkere Motoren hat.

Natürlich wäre es in erster Linie ein Spaßfahrzeug und kein Reisemobil oder Autobahnrenner, aber halbwegs wohl fühlen sollte man sich darin schon trotzdem.

Kommentar von anja199003 ,

Das sind mittlerweile alles Oldtimer. Lange Strecken und unproblematisches Fahren kannst Du da vergessen. 

Für große Leute ist - erstaunlicherweise - der Trabant am besten geeignet. Das liegt an der Sitzposition und der Verstellmöglichkeit des Sitzes.

Kommentar von Fraganti ,

Du hattest offensichtlich noch nie einen Oldtimer und kennst auch niemanden mit einem. 

Oldtimer haben nichts mit eurem ungepflegten, 10-20 Jahre alten Alltagsschrott gemein! Sie kommen in der Regel ohne den kleinsten Mängel durch den TÜV und machen jede Urlaubsfahrt ganz problemlos mit. 

Antwort
von einstein1989, 9

Wartburg. 311 oder 353. nen Kumpel fährt ihn schon 25 Jahre und fährt immer noch. Und das als alltagsauto!

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