Frage von EineGegenAlle95, 113

Tod durch Ärzteversäumnis?

Hallo liebe Leute,

Bitte um Hilfe und eventuelle Infos, vielleicht hat jemand Erfahrung damit gemacht..Wie man gegen sowas vorgehen kann..

Am 30.10.15 wurde mein Vater mit einem Schlaganfall ins KH geliefert, dort wurde er auf der "Stroke Unit" Station dementsprechend behandelt, nach wochenlanger Behandlung ging es mit ihm Bergauf die Ärzte beantragten einen Rehaplatz für ihn. Es sollte noch einige Wochen dauern bis er einen Platz bekommt, die Zeit bis es soweit ist sollte er auf der Geriatrie verbringen. Meinem Vater ging es zunehmend schlechter, er war die meiste Zeit Benommen und wenig ansprechbar, schlief bei den meisten Besuchen..Wir hatten öfter nachgefragt warum sich sein Zustand dermaßen verschlechtert hatte, denn zuvor hatten wir zu Hause besuch von einer Krankenhausbeauftragten die sich in unserem Haus umsah um mögliche Barrieren durch seinen Rollstuhl auszuschließen und umändern zu lassen. Mein Vater hatte Angst, bei einem Besuch flüsterte er mir; "Das sie ihn anschreien würden und das er durstig sei". Leider war zu dieser Zeit weder ein Arzt noch eine Krankenschwester aufzufinden. Also verschob ich das Gespräch auf den nächsten Tag. Am nächsten Tag, am 15.12. wurde uns mitgeteilt mein Vater habe hohes Fieber und müsste wieder auf eine andere Station verlegt werden. Mein Vater kam auf die Intensiv wo die Ärzte uns plötzlich erklärten das sie nichts mehr für ihn tun können, da er eine Lungenentzündung habe und das seine Lunge voller Eiter wäre und sie ihn ins künstliche Koma versetzen damit er keine schmerzen hat. Am nächsten Tag bekam ich einen Anruf die Nieren von meinem Vater würden versagen und wir könnten kommen um uns von ihm zu verabschieden. 1 Stunde später wurden alle Maßnahmen eingestellt und mein Vater starb am 16.12..

Uns wurde zu keiner Zeit mitgeteilt das mein Vater eine Lungenentzündung hat, obwohl wir täglich dort waren und auch mit den Ärzten des öfteren über seinen Zustand gesprochen hatte. Ist ein Arzt nicht dazu verpflichtet die Angehörigen bei einer Lungenentzündung zu benachrichtigen? Wir wurden doch über andere Sachen auch informiert.,Diabetes, etc..

Meine Befürchtung ist das sie es zu spät erkannt haben, Recherchen zu folge stirbt man erst nach min. 1 Woche an einer UNBEHANDELTEN Lungenentzündung..

Wenn ja, ist es ein Ärzteversäumnis? Habe ich das Recht die Krankenakte meines Vaters anzufordern? Habe ich überhaupt eine Chance gegen die Behandelnden Ärzte Rechtlich vor zu gehen und wie stehen die Chancen?

Das sollte keinem Menschen mehr passieren..

Antwort
von Negreira, 50

Zunächst erst mein herzliches Beileid zum Tod Deines Vaters.Als meine Musch vor einigen Jahren starb, war ich versucht, aus dem Krankenhaus eine Achterbahn zu machen.Sie war schwer herzkrank, aber ich wollte einfach nicht einsehen, daß sie einfach so eingeschlafen sei, obwohl man kurz zuvor nochmangeblich  nach ihr gesehen habe. Glaube mir, ich hätte ALLES getan, wenn ich es hätte ungeschehen machen können. Ich habe vor nichts und niemandem Angst und hätte mir da auch keine Zurückhaltung auferlegt. Ich bin selbst Medizinerin, aber meine Mutti wäre nicht wieder zurückgekommen.

Was Dich vermutlich so wahnsinnig macht, ist das Gefühl, irgendetwas versäumt oder unterlassen zu haben, oder nicht drängender zu den Ärzten gewesen zu sein. Nur die Ärzte sind Deine Ansprechpartner; NICHT die Schwestern, obwohl die meistens mehr Ahnung haben als die Leute mit den vielen Kugelschreibern, je mehr Kulis desto höher der Arztrang, wußtest Du das nicht?

Es gibt Vorschriften, wie man  nach dem Tod eines Menschen mit den Angehörigen umgehen sollte, aber nicht jedem ist es in die Wiege gelegt, solche Dinge auch rüberzubringen. Manche Ärzte können es einfach nicht. Und, unter uns gesagt, hackt eine Krähe der anderen immer noch kein Auge aus, kein Arzt wird den eventuellen Fehler eines anderen anprangern, da hast Du ganz schlechte Karten. Gerade im Internet findest Du jede Menge links zu der Anforderungen von Arzt-und OP-Berichten, aber bitte versprich Dir nicht zuviel davon. Wenn Du in einer Rechtsschutzversicherung bist, dann nimm die in Anspruch, ansonsten wirst Du arm.

Du forderst ein Gutachten an, daß Krankenhaus sagt, es ist alles richtig gewesen. es folgt ein Gegengutachten, Dein Vater soll aber doch auch sicher beerdigt werden, oder willst Du ihn von einem Kühlsaal in den anderen schieben lassen? Hinterher existieren nur noch Papiere und manche Blätter sind die Tinte nicht wert, mit der sie bedruckt werden

Ich selbst habe im Februar 2012 eine Hirnblutung gehabt, die niemand erkannt hat, obwohl ich wegen eines Fußbruchs im Krankenhaus lag. Ich bin vor Kopfschmerzen fast Amok gelaufen, man fragte immer nur nach meinem blöden Bein. 8 Wochen später wurde dann auf mein Drängen ein MRT gemacht, da war die Blutungshöhle noch Hühnerei groß. Während der ersten Zeit habe ich, genau wie Dein Vater, auch immer das Gefühl gehabt, ich würde nicht richtig behandelt. Da kann man als Patient ganz schön rabiat werden. Man fühlt sich unberstanden, allein gelassen, zu nichts  mehr nütze und kann die kleinsten und harmlosesten Dinge nicht mehr. Dann ruft man eine Schwester, die kommt nicht sofort, hat vielleicht eine laute Stimme und schon "werde ich angeschrieen". Ich hatte immer das Gefühl, man wollte mich zu Hause nicht mehr haben und wartete nur darauf, daß man den Deckel zumachte, Blöde Idee, Bei mir ist nach einigen Einschränkungen, an denen ich ziemlich zu knabbern hatte, alles wieder gut geworden, das einzige, was ich bekomme, sind Ohnmachtsanfälle aus heiterem Himmel, auch nicht prickelnd, aber ich bin froh, ich lebe ja noch, kann wieder schreiben und lesen.

Vermutlich wird die Lungenentzündung das Tüpfelchen auf dem i gewesen sein. Wenn man Dir gesagt hätte, es sei multiples Organversagen gewesen, dann hättest Du erst malgefragt, welche Organe, wieso, wann, warum wurde nichts getan, das alles wollte der Arzt sicher umgehen und hat die Lungenentzündung als Sterbegrund angegeben.

Die Blutwerte Deines Vaters werden sich rapide verschlechtert haben, nicht immer kann man eine Lungenentzündung sofort feststellen. Ob dann sein geschwächter Körper überhaupt noch mit Antibiotika behandelbar war, ist die nächste Frage.

In jedem Fall hast Du als Kind Deiner Vaters, sollte Deine Mutter noch leben, sie zuerst, Anspruch auf die Krankenakte Deines Vaters. Es gibt Krankenhäuser, die schicken Dir OP-Berichte, andere weitern sich da einfach, Eine Kopie der Akte steht Dir zu, wenn Du sie selbst bezahlst, sie ist in den meisten Fällen aber kostenlos, wenn Du sie selbst anforderst. Zum Besuch eines Anwalts würde ich Dir nur mit einer Versicherung im Rücken raten, weil die Kosten immens sein dürften.

so, angenommen, Du hast alles durchgestanden und ein Gericht sagt, es ist alles mit rechten Dingen zugegangen. Was ist dann? Macht es Deinen Vater wieder lebendig? Das kann sich Jahre hinziehen. Oder es stellt fest, Herr Dr. M. oder Schwester P. haben Mist gebaut. Willst Du die dann verklagen? Auf Schmerzensgeld? Bringt Dir das Deinen Vater zurück?

Ich verstehe Deine Traurigkeit und Deíne ganze Wut, die irgendein Ventil braucht, aber überlege Dir wirklich, ob Du zu diesem Streß auch noch den Gerichtsstreß, und dazu wird es kommen, bereits bist. Alles Liebe

Antwort
von Fiddi, 47

So was kommt leider nicht selten vor. Ihr solltet Euch einen Anwalt suchen der sich in Medizinrecht auskennt und eine Kopie der kompletten Patientenakte Deines Vaters aus den Krankenhaus anfordern durch den Anwalt.

Das ist zwar mit kosten verbunden. Ich hatte beim Anwalt für meine Akte um die 120 Euro bezahlt, aber das war es auf jeden Fall wert und hatte mir sehr weiter geholfen. 

Vielleicht findet ihr ja auch was in der Akte Deines Vaters was Euch dann weiterhilft um einen Fehler seitens des Krankenhauses zu finden. 

Antwort
von KaeteK, 68

Du stellst hier Fragen, die dir keine wirklich beantworten kann. Tut mir leid, dass dein Vater verstorben ist, aber wie das alles zusammenhängt, ist hier bestimmt nicht zu klären. Wenn du wirklich meinst, gegen die Ärzte angehen zu müssen, dann hol dir Hilfe bei einem Anwalt

Vielleicht hilft dir dieser Link: http://www.aerztepfusch-linkliste.de/

lg

Kommentar von KaeteK ,

Hier noch ein informativer Link: http://www.zdf.de/volle-kanne/was-tun-bei-einem-aerztefehler-6598350.html

Ich persönlich würde mir den Stress ersparen, denn es bringt deinen Vater nicht zurück und kostet nur Geld und Nerven. lg

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