Meine Tochter -25- hat Ihr Studium wegen Krankheit abgebrochen und wohnt seit einem 3/4 Jahr in einer Wohnung unseres Hauses die wir ansonsten vermieten könnten. Ich bin selbständig kann mich aber seit Euro Einführung und MwSt Erhöhung kaum noch über Wasser halten. Meine Tochter ist nicht zu bewegen weitere ärztliche Hilfe anzunehmen geschweige denn das Haus zu verlassen. Das ihr geholfen werden muß ist klar, aber es nutzt nichts wenn uns die Bank die Existens zerstört. Sie hat nie gearbeitet, steht ihr irgendeine finanzielle Hilfe zu? Sie wird zu keinem Amt gehen, kann ich irgendwas beantragen, wenn ja wo? Ich bin für jeden Rat Dankbar
Du hast da gleich zwei Probleme auf einmal... ein finanzielles und ein elterliches...
Als erstes würde ich mal mit der Tochter einen Mietvertrag machen. Schließlich nutzt sie die Wohnung - und das kann nicht weiterhin kostenlos geschehen. Du kannst - wenn es für Dich finanziell machbar ist - auf 70 % der ortsüblichen Vergleichsmiete gehen.
Auf Mietzahlung solltest Du ihr gegenüber dann auch bestehen. Ohne Einkommen wird sie die Miete nicht zahlen können. Sie muß dann wohl oder übel mal zu einem Amt gehen. Sie muß irgendwelche Anträge stellen, um etwas zu bekommen. Das kannst Du ihr nicht abnehmen.
Es ist klar, daß der Druck, den Du damit aufbaust, Deiner Elternliebe zuwiderläuft. Eine Weile kann man vielleicht seine Tochter auch so durchziehen - aber sie muß auf irgendeine Weise kapieren oder zumindest akzeptieren, daß da finanzielle Grenzen gesetzt sind!
Notfalls erkläre ihr, daß sie nun aktiv werden muß, da Du sie ansonsten rauswerfen mußt. Es gibt Spielregeln im Leben, die einzuhalten ein Mensch lernen muß.

spontan würde ich sagen, dass ihr keine finanzielle unterstützung zusteht, sondern dass sie schleunigst in psychiatrische behandlung gehört. in wie weit zwang dazu nötig ist, kann ich nicht entscheiden. ansonsten guck doch mal hier:
lg und viel glück

Wenn sie nicht zum Arzt will und auch keine Hilfe vom Staat annehmen will, dann solltest du sie auf die Straße setzen. Klingt hart, ist aber wohl der einzige Weg der dir bleibt um selbst finanziell überleben zu können. Mit 25 Jahren sollte man soviel Verstand haben, das man für sich selber sorgen kann und nicht den Eltern auf der Tasche liegen
Du hast recht aber DAS kann ich nicht.
enfield - das wäre dennoch auch mein Rat!
Mache Dir klar, daß es auch zu Deiner elterlichen Fürsorgepflicht gehört, Deine Tochter überlebensfähig zu machen. Dazu gehört in diesem Fall: Hilfe annehmen - und zwar von außen: Arzt oder Amt oder beides!
Lola60 am 31. März 2008 09:53 so sehe ich es auch, zumindest solltest du ihr den Rausschmiss ernsthaft androhen
Du solltest dich glaube ich erst mal mit dem Thema Sozialphobie auseinander setzen. Das bedeutet nämlich das dieser Mensch angst hat vor sozialen Kontakten. Das heißt für diese Menschen ist ein enormer Kraftaufwand nötig um mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Diese Menschen verlassen nicht einfach das Haus um zum Arzt zu gehen, diese Menschen kämpfen mit sich um rausgehen zu können. Sie müssen sich immer wieder aufs neue dazu überwinden auf die Straße zu gehen, immer neu überwinden mit anderen Menschen zu reden und immer neu überwinden um soziale Kontakte zu knöpfen. Es hat nichts mit Verstand zu tun dass sie nicht auf das Arbeitsamt geht und sich die Unterstützung holt die ihr zusteht, sondern es hat was mit der Angst zu tun, die dieser Mensch vor den anderen Menschen hat.
Lola60 am 31. März 2008 09:54 ich sage ja auch nicht, das man ihr nicht helfen soll, aber bevor man selber dran kaputt geht.....
Die Sache ist aber die dass es nicht von heute auf Morgen geht. Wenn sie ihre Tochter jetzt raus wirft hat sie nur eines gekonnt, nämlich das ihre Tochter daran kaputt gehen wird, denn sie wird sich auch dann keine Hilfe suchen. Was sie machen muss ist ihre Tochter davon zu überzeugen das ein Psychiater helfen kann und das sie diese Hilfe in Anspruch nehmen sollte. Damit das möglich ist muss sie vorher aber beim Arbeitsamt Hartz4 beantragen, damit sie Krankenversichert ist und nicht die Kosten für diese Behandlung tragen muss. Dahin muss sie ihre Tochter lenken, notfalls muss sie sich als Vormund einsetzen lassen und dann kann sie die Gänge zum Gang übernehmen.
Die Krankenversicherung bezahlen wir seit sie das Studium abgebrochen hat, zum besseren Verständnis , ich bin der Vater.
Um so besser, dann ist der nächste Schritt sie soweit zu bringen das sie ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt. Dazu ist Vertrauen aufbauen eines der wichtigsten Schritte.
Sven_Buchien: Du hast natürlich recht, daß es nichts mit "Verstand" zu tun hat. Aber dennoch muß die Tochter "Überleben" lernen - oder nicht?
Mag sein, daß Eltern zunächst einen ärztlichen Rat einholen, damit sie lernen, wie sie mit dieser psychischen Situation ihrer Tochter umgehen können. Aber der Tochter alle Belastungen ersparen und selber finanziell dabei zugrunde gehen - das kann nicht die richtige Lösung sein!
Darum geht es nicht, es geht darum dass ihre Tochter erst lernen muss mit Menschen umzugehen, dass kann sie nicht und solange sie das nicht kann, kann man noch soviel Druck aufbauen, es wird am Ende maximal dazu führen das die Tochter depressiv wird und sich dann noch mit Selbstmordgedanken quält, wenn sie es nicht eh schon tut.
Es gibt viele Menschen die ein Leben lang nicht alleine überleben könnten! Wer sind wir zu entscheiden ob dies ein solcher Fall ist! Die Vormundschaft zu übernehmen scheint mir der Einzige weg! Nur weil Psychische leiden nicht Sichtbar sind sind diese nicht weniger schlimm als Physische! Ihr würdet von einem Tetraplegiker wohl auch nicht erwarten das der sich 1000 Stufen hoch schleppt! Also mein Typ! Beantrage die Vormundschaft! Nur so kann ihr wirklich geholfen werden!
Vormundschaft gibt es nicht mehr! Man kann die Pflegschaft übernehmen - aber auch dazu ist ein Arztbesuch erforderlich!!!
Es ist doch egal wie es heißt, wichtig ist doch nur das der Tochter geholfen wird und zwar ohne sie unter Druck zu setzen.

Die sogenannte Agoraphobie ist eigentlich gut behandelbar. Du solltest mit Deiner Tochter noch einmal das Gespräch suchen und mit viel Empathie darauf hinarbeiten, dass es nicht schlimm ist, sich wegen der Psyche in Behandlung zu begeben. Letztendlich muss bei Deiner Tochter jedoch der Leidensdruck so hoch sein, dass sie es selbst will. Vorher kannst Du recht wenig machen. Denn Zwang nützt nichts. Mit Anträgen ist es schwierig. Ab dem 25. Lebensjahr würde ihr rein theoretisch etwas zustehen, jedoch ist sie ein mündiger Mensch und sie muss den Antrag selbst stellen. Du kannst ihr höchstens helfen. Kopf hoch, das wird alles schon wieder! Immer einen klaren Kopf bewahren.
So jetzt einmal meine Antwort, nachdem ich bisher nur Kommentiert habe.
Als erstes solltet ihr als Eltern versuchen euch mit der Krankheit auseinander zu setzen. Ihr müsst Fachbücher lesen, eventuell auch mit einen Psychiater Kontakt aufnehmen und mit diesen über die Probleme eurer Tochter reden. Nach und nach solltet ihr eure Tochter mit in diese Gespräche einbauen, damit diese Vertrauen zum Therapeuten aufbauen kann und dann muss der Therapeut den richtigen Moment abpassen und mit ihr dann eine Verhaltenstherapie beginnen.
Vielleicht braucht eure Tochter aber auch schon Anti-Depressiva, die ihr helfen das Leben wieder positiver zu sehen und ihr die Kraft geben nach vorne zu schauen und alles was notwendig ist zu erledigen.
Aber, sie hat eine soziale Phobie und das bedeutet nicht mehr und auch nicht weniger als das sie Angst vor anderen Menschen hat. Sie wird die ersten Schritte nicht alleine machen weil sie das nicht kann. Ihr ist es nicht möglich zum Arzt zu gehen oder auf ein Amt, weil ihr Körper, ihre Angst sie daran hindert. Darum wird es auch nichts bringen Druck auf sie Auszuüben. Das einzige was dabei rauskommen wird ist, dass sie in tiefere Depressionen verfällt und am Ende noch Selbstmordgedanken zu ihrer Krankheit hinzukommen und dann wird es noch schwerer.
Mir ist klar das es hier auch um euer finanzielles Überleben geht, aber es darf keine Hau-Ruck Aktion werden. Wie gesagt, notfalls müsst ihr eben die Vormundschaft übernehmen und halt auch über eine Stationäre Behandlung nachdenken.
viele grüße
Vormundschaft gibt es nicht, nur Pflegschaft. Und was glaubst Du, was passiert, wenn Du die beantragst? Dazu ist zumindest mal ein ärztliches Gutachten notwendig...
Auch hier, es ist egal wie es heißt.
Was glaubst du was passiert wenn du jemanden mit einer Sozialen Phobie unter Druck setzt? Garantiert nicht das was in den Posts davor zu lesen war. Ich selber war auch wegen sozialer Phobien in Behandlung und ich weiß wie schwer es ist damit zu leben. Ich kann es immer noch nicht, ich kann Arbeiten, ja, ich kann mich auch selbst ernähren, sicher. Aber ich kann auch nicht einfach so zum Amt gehen und dort Hilfen beantragen, für soetwas brauche ich sehr viel Kraft und sehr viel Überwindung. Und Druck hilft da auf keinen Fall weiter. Druck verschärft das Problem.

Alles was hier gesagt wird erschein einleuchtend. Es wäre gerade für Dich ( Enfield 303 ) sicherlich wichtig zu erfahren warum Deine Tochter derartige Probleme hat...
Ich habe zwar nie unter Sozialphobie gelitten, habe aber auch einige Ticks ( z.B. telefoniere ich NIEMALS mit fremden Menschen, das mach das Leben auch nicht unbedingt einfacher...) ABER ich weiss woher die Macke kommt und ich arbeite daran. Das ist nur möglich, weil ich mir einen Therapeuten ( Psychiater ) gesucht habe und einige Sitzungen mit ihm hatte...
Ich Wünsche Dir ( und Deiner Tochter ), dass ihr einen Therapeuten findet... Ob nun Psyciater oder ienfach einen cleveren Menschen, dem Deine Tochter vertraut ist erstmal egal, wichtig ist Kontakt, Reden und Sicherheit !!!
Ich hoffe ihr bekommt das auf die Reihe Alles Gute !!!
Ich möchte mich bei euch allen für die mitfühlenden Antworten und Ratschläge bedanken.
bei einer psychischen erkrankung kann man sich als vormund einsetzen lassen,das ist gerichtich möglich.die überprüfen dann die notwendigkeit,weis ich aus eigener erfahrung und der vormund kann dann alles erledigen was für die existenz nötig ist,auch eine einweisung n die psychatrie wenn nötig
also sie kann wohngeld beantragen und sozialhilfe oder eben du aber warum wehrt sie sich so dagegen hat sie angst allein zu sein dann würde ich doch nach einer wg umschauen vielleicht ist es dann einfacher für sie ja und sie braucht eben nen arzt dem sie vertraut dem hausarzt z.b. und der kann ihr da bestimmt auch helfen hoffe ich konnte dir helfen viel glück
Vorsicht! Ihr habt schon alle eine Diagnose parat, doch es gab ja schon eine Krankheit (welcher Art?), deretwegen das Studium abgebrochen wurde. Auch unser Sohn hatte eine Krise mitten im 5. Semester, saß nur zu Hause, war antriebsarm und frustriert. Nach vielen Gesprächen und Angeboten zur Hilfe war er zu bewegen, ein ganz anderes Studium aufzunehmen. Er war nicht seelisch krank, sondern fand es einfach bequem bei uns zu Hause. Heute fühlt er sich in seinem Beruf wohl und lacht nur noch über diese Schaffensphase von damals.
Wieso eigentlich Vorsicht? Die überschrift redet von eine Sozialen Phobie und das ist nun mal eine psyschiche Erkrankung
Eine Sozialphobie (Überschrift) gehört zu den neurotischen funktionellen Störungen und zählt nicht zu den psychischen Erkrankungen

Ich kann dir nur empfehlen, dich an die Telefonseelsorge deiner Stadt zu wenden. Die haben entsprechende Erfahrungen und können dir die richtigen, kompetenten Ansprechpartner vor Ort sagen.
Gute faire Antwort! Einwandfrei richtig!
Ist das selbe Prinzip wie als wenn du einer Magersüchtigen unter Druck und mit Zwang das Essen beibringen möchtest. Versteh mich nicht falsch, sicher sollen die Eltern nicht finanziell kaputt gehen, aber das ist leider der falsche Weg, bzw. ein Schritt zu früh.