Frage von Mondsteinfee, 131

Tochter, 17, will keinen Kontakt mehr zum Vater. Er bemüht sich nun nicht mehr darum. Was tun?

Wir leben seit 1,5 Jahren getrennt. Beide inzwischen zusammen mit neuen Partnern. Mein Sohn, 14, ist alle zwei Wochen bei seinem Vater und das klappt auch. Nur meine Tochter weigert sich. Schon am Anfang wollte sie keinen Kontakt. Auch hier hat der Vater sehr schnell aufgegeben sich um Kontakt zu bemühen. Irgendwann hab ich dann ein Machtwort gesprochen und sie einfach mitheschickt. Das klappte anfangs ganz gut. Auch mit der neuen Freundin schien sie sich zu verstehen. Die Kinder wurden beide sehr verwöhnt und mit Geschenken überhäuft. Mein Sohn bekam zum Geburtstag u Weihnachten zusammen (Geburtstag im November) eine PlayStation 4 und meine Tochter durfte sich kurz vor Weihnachten Modeschmuck im Wert von 400 Euro aussuchen (ebenfalls als Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk/Geburtstag im Februar) Das kam mir ziemlich überteuert vor... Aber naja. An ihrem Geburtstag waren die Kids dann das Wochenende beim Papa und er ging mit ihnen abends in eine Cocktailbar mit der neuen Lebensgefährtin und deren beiden Freundinnen. Dort kam es dann zum Streit, weil sich meine Tochter patzig verhielt und sich such nicht mit den Frauen unterhalten wollte. Seitdem ist Funkstille. Mein Exmann und seine Lebensgefährtin sind enttäuscht, da sich meine Tochter nicht dankbar zeigte und keinerlei Respekt vor ihnen hat. Als Konsequenz wurde meine Tochter bei beiden aus der Facebook Freundesliste gelöscht. Antonia reagierte dann auch auf Whatsapp Anfragen von ihrem Vater nicht mehr, war genervt von seinen Vorhaltungen und blockierte ihn schließlich. Er drohte, wenn sie nicht mit ihm reden würde, würde es Konsequenzen geben. Schließlich hat meine Tochter auch whattsapp vom Handy gelöscht. Seither geht gar nichts mehr. Sie ist sauer, enttäuscht und will nichts mehr von ihm wissen. Mit ihm kann ich darüber gar nicht reden, weil er nur erwartet, dass sie sich entschuldigt. Er erwartet Respekt und dass sie sich ihm gegenüber freundlich benimmt. Ist aber null bereit auch nur einen Schritt auf sie zuzugehen... Wenn sie was will von mir, dann soll sie kommen. Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Ich verstehe meine Tochter. Find ihr Verhalten dem Vater gegenüber zwar nicht richtig aber ich verstehe ihn noch viel weniger. Er ist so stur und macht sich und ihr alles kaputt. Was kann ich tun, dass die beiden sich wieder nahe kommen? Das Taschengeld für meine Tochter wird nun auch nicht mehr von ihm gezahlt, weil sie es nicht verdient... Habt ihr ein paar Ratschläge für mich?

Antwort
von priesterlein, 58

Er schleppt einen 14jährigen abends in eine Cocktailbar? Sollte man nicht froh sein, zu solchem keinen Kontakt mehr zu haben?

"Kein Taschengeld", weil "das Kind hat das nicht verdient" ist irgendwie auch merkwürdig. Seit wann müssen Kinder Taschengeld verdienen? Das ist kein Lohn.

Kommentar von fusselchen70 ,

DAS waren auch meine ersten Gedanken...

Kommentar von Mondsteinfee ,

Naja, Antonia wollte unbedingt irgendwohin, wo es Cocktails gibt. Daher die Cocktailbar. Muss allerdings dazu sagen, dass Florian nichts mit Alkohol bekommen hat. Ihm hat es zwar auch nicht unbedingt gefallen, aber es war ihr Geburtstagswunsch.

Der Schlechte Stimmung kam übrigens auf, weil sich meine Tochter nicht von den anderen richtig beraten hat lassen und bestellt hat was ihr gefallen hätte. Nur gschneckt hat ihr der Cocktail dann doch nicht. Sie bekam dann natürlich nichts Neues, weil sie sich ja nicht beraten lassen wollte und daher selbst schuld sei. Nachdem sie dann schlechte Laune hatte, wurde ihr vorgeworfen sie sei undankbar und kaltherzig gegenüber der Lebensgefährtin und ihren Freundinnen. Das hat bei ihr ziemlich gesessen

Kommentar von fusselchen70 ,

Okay, das ändert die Cocktailbargeschichte schon aber wie so etwas derart aus dem Ruder laufen kann ist schon übel. Und das als undankbar und kaltherzig zu bezeichnen geht für mich irgendwie in die falsche Richtung. Sieht mir aus, als wenn da schon Animositäten zuvor gewesen sind, die an dem Tag dann eskaliert sind.

Kommentar von Mondsteinfee ,

Ich dachte, dass sich Antonia gut mit der Neuen versteht. Ich kenne sie auch von früher, war mal eine Arbeitskollegin von mir, hatten uns aber aus den Augen verloren nach Wechsel und Umzug. Mir hat es zwar teilweise, grad am Anfang etwas weh getan, wenn die Kids heimkamen und Antonia erzählte, dass sie mit ihr shoppen war oder beim Friseur und so weiter, aber mit der Zeit hat das nachgelassen und ich hab den Kids gegönnt, dass sie sich dort wohlfühlen. 

Es war ne Wahnsinnstrennung... Innerhalb von drei Monaten... Aus vorbei, ne Neue... 

Aber auch ich hatte sehr schnell eine neue Beziehung und alles klappte auf einmal so gut. Da war keine Wut mehr, kein Verletzen, kein Streit... Und über die Kinder konnten wir immer reden. Und jetzt auf einmal ist alles so kompliziert geworden.

In unserer Ehe haben wir jahrelang das perfekte Paar gespielt. Ich lerne erst jetzt wieder, dass man verschiedener Meinung sein kann, dass es Streit geben darf, dass man diskutieren darf und dass man sich vielleicht grad im Streitmoment nicht unbedingt mag, aber die Liebe trotzdem da ist. 

Und ich denke, dass er es jetzt mit den Kindern genauso macht. Außen perfekt, aber nicht fähig, einen normalen Streit zu bewältigen.

Kommentar von fusselchen70 ,

Na, du lebst ja auch gerade in "bewegten Zeiten". Aber ich denke wirklich, das du noch mehr akzeptieren musst, die Fäden innerhalb der Familie nicht allein in der Hand zu halten und das mancher Streit auch tatsächlich ausgehalten werden muss.

Kommentar von Mondsteinfee ,

Lach, ja, das stimmt!

Antwort
von kiniro, 30

Ein paar Absätze im Text würden das Ganze lesbarer machen.

Dankbar zu erzwingen ist blöd - das können sich dein Ex und seine Neue gerne hinter die Ohren schreiben.

Ich würde mich aus deren Problem raus halten.
Vor allem aber die Tochter bestärken, dass sie keinem Menschen irgendwo rein kriechen muss.

Kommentar von Mondsteinfee ,

Dankbar ist man oder man ist es nicht!  Und Respekt verdient man, den kann man nicht erwarten!

Das hab ich ihr auch schon gesagt. Sich verstellen, um etwas zu bekommen... Das hat sie noch nie gemacht! 

Sie ist am Anfang mit Geschenken überhäuft worden... Mit was für Sachen sie nach Hause kam. Kissen, Bücher, Armbänder, neue Frisur... Dachte mir da schon, dass sowas nicht lange gut geht. Für mich ist das Liebe kaufen!  

Aber okay, war ja nicht mein Geld! 

Meinem Sohn (14!!!) hat er gleich am ersten Wochenende nach dem Streit als sie schon nicht mehr mit wollte, versprochen, dass er mit 18 das Auto der Lebensgefährtin bekommen wird!

Das Taschengeld für meine Tochter zahlt im übrigen jetzt mein Freund. Er hat sich dann angeboten, nachdem ich das Rechnen angefangen habe

Kommentar von kiniro ,

Uiui da hat er ein Versprechen gemacht (Auto), von dem er gar nicht sicher sein kann, ob es überhaupt einlösbar ist.

Das mit dem Taschengeld finde ich eine nette Geste von deinem Freund.

Bei der Dankbarkeit und dem Respekt stimme ich dir zu.
Außerdem klappt es mit dem Respekt meistens besser, wenn ich ebenfalls respektvoll agiere.

Antwort
von gerti77hotchick, 62

Hallo,

Deine Tochter ist mit 17 Jahren in einem Alter, in dem sie sich von Dir nicht mehr viel sagen lassen wird. Der Kindsvater sollte die Größe besitzen, ihr zu vergeben und mit ihr ein ruhiges, klärendes Gespräch führen. Wenn Du ihn zu euch nach Hause einlädst, könnt ihr ja gemeinsam mit Antonia sprechen..

LG Gerti

Kommentar von Mondsteinfee ,

Leider kommt von ihm gar nichts. Nach der Trennung war er ja nicht mal fähig ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Da war er grad eine Woche weg. Auch hier hat sie ihm schon bei whattsapp gesperrt... Kinder !!!... Aber seine Reaktion war darauf, nun habe er keine Möglichkeit mehr mit ihr Kontakt aufzunehmen... 

Telefon, Post oder gar persönlich, wenn er seinen Sohn holt... Hm... Das gibt es wohl in der heutigen Zeit nicht

Antwort
von musso, 53

Sie ist fast 18, dann kann sie es sowieso selbst entscheiden. Der Unterhalt steht ihr allerdings zu.

Was sagt sie denn dazu?

Kommentar von Mondsteinfee ,

Hierzu muss ich sagen. Das mit dem Unterhalt funktioniert. Der wird pünktlich gezahlt. Von Anfang an ohne Probleme. Allerdings gibt es bei Sonderbedarf wie die neue Brille immer wieder die Diskussion, ob und wieviel er zahlen muss. Hier hab ich mir aber vorgenommen, dies künftig über den Anwalt einzufordern, da ich solche Diskussionen leid bin und er ihr in seiner letzten Nachricht auch noch vorgeworfen hat, dass sie ihn abgelockt hat

Antwort
von Volkerfant, 35

Du musst die Entscheidung deiner Tochter akzeptieren.

Kommentar von Mondsteinfee ,

Ich weiß. Ich finde es nur furchtbar mit der Familie zerstritten zu sein! Sie würde bestimmt wieder nachgeben. Ich denk schon, dass ihr das weh tut. Sie zeigt Gefühle nicht so gern. Daher ärgert es mich so, dass er sie einfach so fallen lässt.

Bei uns daheim wird auch mal gestritten. Ja, sie kann rotzig sein. Sie ist 17. Da ist das halt so. Aber irgendwann ist die Luft raus und es wieder gut. Und dann ist sie auch wieder normal. Schlechte Laune und Aufbegehren gesteh ich einer 17jährigen durchaus mal zu!!!

Antwort
von Virginia47, 22

Er benimmt sich wie ein Tyrann und will die Liebe seiner Tochter erkaufen? Da ist es nur rechtens, dass deine Tochter sich von ihm distanziert. 

Sie ist in einem Alter, in dem man erkennt, dass man Respekt nicht erzwingen kann, sondern sich verdienen muss. 

Und wenn er sie zuerst von Facebook gelöscht hat, ist das schon Kindergartengebaren und verdient keinen Respekt. Da soll er nun auch die Konsequenzen tragen. 

Außerdem finde ich es richtig von ihr, dass sie sich nicht mit Taschengeld erpressen lässt. 

Glaub mir: Sie ist glücklicher ohne ihn dran. 

Kommentar von Mondsteinfee ,

Tut gut dass mal von Außenstehenden zu hören!  Hab immer ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich schlecht von ihm denke, weil das so nach enttäuschter verlassener Ehefrau aussieht.

Aber ich fühle mich so befreit seit er weg ist. Verletzt war ich nur am Anfang. 

Meine Tochter hat sich so geöffnet mir gegenüber und auch mit meinem neuen Freund kommt sie, und auch mein Sohn, sehr gut aus. 

Mein Ex war im Fernverkehr und nur am WE da und da müsste alles nach ihm gerichtet werden. Das ist so schön, zu sehen, dass es anders geht. Auch wenn wir viel allein unternehmen, grad an den, bis vor kurzem noch, freien Wochenenden, machen wir doch vielmehr mit den Kindern als vorher. Wo die Kinder vorher in ihren Zimmern waren, sind sie nun doch viel mehr bei uns unten. Schön ist das!

Kommentar von Virginia47 ,

Na, siehst du. Da machst du doch nichts verkehrt. Die Kinder fühlen sich wohl bei dir. Warum sollte deine Tochter da den ungeliebten Vater besuchen? 

Kommentar von Mondsteinfee ,

An sich hast du ja recht! 

Ich hatte Glück mit meinen Eltern und würde mir das auch für Antonia wünschen. Auch wenn wir nicht mehr zusammen sind, ist er immer noch ihr Vater. Ich glaube schon dass man einen Vater braucht und würde mir wünschen, dass er sich endlich wie ein Vater benimmt und nicht wie ein Vorgesetzter!!!

Kommentar von Virginia47 ,

Man braucht keinen Vater. 

Mein Ex hatte sich auch nicht um unsere Kinder gekümmert. Sie waren bei mir - und waren glücklich. Sie haben ihn nicht vermisst. 

Warum willst du etwas erzwingen, was nicht funktionieren kann? 

Du hast dich von deinem Ex getrennt (oder er sich von dir), weil er ein Ar... ist. Und das war die richtige Entscheidung. 

Du hast einen neuen Partner, der sehr gut mir deinen Kindern zurecht kommt. Lass es dabei - und gut ist es. 

Antwort
von fusselchen70, 60

Herzlichen Glückwunsch, das du mit diesem Mann nicht mehr zusammen leben musst. 

Weiterhin rate ich dir, dich da rauszuhalten. Deine Tochter ist aufgrund ihres Alters und ihrer Erfahrungen sehr wohl selbst in der Lage, Entscheidungen dieser Art zu treffen. Ausserdem muss es ja keine Entscheidung fürs Leben sein. Das kann in ein paar Jahren schon anders aussehen.

Ansonsten finde ich es auch bescheuert, das Taschengeld mit dieser Begründung zu streichen und einen 14-jährigen in eine Cocktailbar zu schleppen. 

Kommentar von Mondsteinfee ,

Danke für die Antwort! Ich versuche mich im Großen und Ganzen rauszuhalten. Mit meinem Ex kann ich darüber gar nicht reden, er sieht sich völlig im Recht und verhält sich stur und in meinen Augen auch kindisch. Mit meiner Tochter rede ich schon darüber. Ich möchte vermeiden, dass sie sich ihm gegenüber ganz verschließt. Und ich möcht ihr auch beibringen dass man sich Konflikten stellen muss. Sie meint aber, dass sie ihm gegenüber keine Chance hat, da er nur seine Meinung gelten lässt und auch erwartet, dass sie sich bei ihm und seiner Lebensgefährtin entschuldigt.. 

Kommentar von fusselchen70 ,

Deine Tochter stellt sich auf ihre Weise dem Konflikt. Sie ist der Meinung dem Vater gegenüber keine Chance zu haben und zieht daraus ihre Konsequenzen. Aus meiner Sicht ein ganz normales Verhalten, welches auch du akzeptieren musst. Du bist nicht für das Verhältnis deiner Kinder zu ihrem Vater verantwortlich. Das ist nach der Trennung in erster Linie deren Angelegenheit. Natürlich kannst du dabei helfen oder stören, aber es ist ein schmaler Grat, was die richtige Dosis ist.

Nun kann auch dein Exmann lernen, das sein Verhalten seiner Tochter gegenüber "Konsequenzen" haben kann und sich die bisherige Vater-Tochter-Beziehung ändert. Sie ist eben nicht mehr das Kind, das sie einmal war sondern eine fast erwachsene Frau, die es zunehmend gewohnt ist, für ihre Entscheidungen einzustehen.

Ich würde an deiner Stelle wirklich aufhören, deine Tochter in der Angelegenheit irgendwie beeinflussen zu wollen. Dich auf dem aktuellen Stand zu halten wäre okay. Vielleicht auch mal den Sohn fragen, ob und wie der Vater und seine Aktuelle nach der Tochter fragen.

Kommentar von Mondsteinfee ,

Das mit dem Sohn ist schwierig. Er genießt es natürlich den Papa wieder ganz für sich zu haben. Er ist auch lieber ohne Antonia dort, da die beiden gemeinsam im Wohnzimmer geschlafen haben. Da hat er nun wieder mehr Platz. Seit Antonia nicht mehr dabei ist, werden auch wieder Ausflüge geplant. Und ja sie sprechen mit ihm darüber. Was mich ungemein stört, da Florian letztens gleich nach der Ankunft daheim erzählte, dass Antonia unten durch ist... 

Darauf hab ich meinen Exmann sofort angesprochen, nicht auch noch die Kinder gegeneinander aufzuhetzen.

Kommentar von fusselchen70 ,

ja, und was meinte er dazu? Also die Kinder doch nicht gegeneinander aufzuhetzen??

Kommentar von Mondsteinfee ,

Er hat so getan als würde er nicht wissen von was ich rede... Wäre nur eine normale Information gewesen...

Kommentar von fusselchen70 ,

Also wenn es notwendig ist mache beiden klar, das du dich da grundsätzlich raus hältst und die ihre Streitigkeiten alleine regeln müssen. 

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