Frage von Agent086, 135

Tipps zum durchs Genick reiten?

Hallihallo liebe Gutefrage-Community =D Ich habe ein kleines aber feines Problem meine Reitbeteiligung durchs Genick zu reiten.Richtig durchs Genick wird er wohl nicht mehr gehen.Er ist 2 facher Weltmeister im Pony-cup (Kutsche fahren gewesen)(daher keine gute Dressurausbildung),jetzt ca.19 und dazu noch ein Schulpferd.Also kann ich es mit durchs Genick gehen wahrscheinlich so ziemlich knicken.Trotzdem will ich es noch irgendwie verbessern.Ich hätte gerne dass er seinen Kopf etwas runder macht und etwas mehr runtergeht...Er läuft mit komplett geradem hals... Zwar ist das Genick der höchste Punkt und der Kopf kurz vor der Senkrechten,aber es sieht immer noch ziemlich bescheiden aus wie er läuft. Auch tritt er teilweise nicht schön unter und läuft manchmal in einem sehr ungleichmäßigem Takt. Wenn ich treibe wird er höchstens schneller...Auf Beinhilfen reagiert er nicht optimal...Sollte ich Sporen benutzen?Und wie kann ich die oben aufgeführten Probleme verbessern?Ich weiß, dass Ferndiagnosen immer schwierig sind... Aber momentan geht es leider nicht anders.LG,Agent086

Expertenantwort
von WinniePou23, Community-Experte für reiten, 135

Huhu,

du verlangst jetzt von uns, dir zu erklären, wie du ein bestimmtes Pferd wieder korrigieren kannst und nebenbei noch, wie man dieses Pferd überhaupt richtig reitet. Könntest du richtig reiten und andere Pferde würden bei dir so schnell, wie du es angibst, schön laufen, wüsstest du erstens, was du tun musst und zweitens, dass es unmöglich ist, dir hier deine gewünschte Antwort zu geben. Wir kennen dich nicht, wir kennen das Pferd nicht.

Um ein Pferd zu korrigieren, müssen alle Beteiligten miteinander arbeiten, das ist bei euch schon mal nicht der Fall.

Um die Problemursache zu finden, müsste ein guter Trainer deinen Sitz und deine Entwicklung überprüfen, dich korrigieren und dir passende Übungen an die Hand geben, das scheint bei euch nicht der Fall zu sein, da du sonst nicht fragen würdest, was du tun sollst.

Bei dir scheint das grundsätzliche Verständnis des Reitens und Treibens zu fehlen. Die Kopfposition und Halsrundung kommt durch die richtige Muskulatur, die das halten können muss, und richtiges Laufen. Man reitet ein Pferd von hinten nach vorne. Wenn hinten alles läuft, kommt das Pferd vorne von selbst runter und an die Senkrechte. Wie der Hals und der Kopf des Pferd steht ist mehr eine Möglichkeit zur Überprüfung, als ein erreichen zu wollendes Ziel. Das Ziel ist das gesunde Laufen, nicht die Halsrundung des Pferdes, diese folgt lediglich aus dem gesunden Laufen.

Liebe Grüße

Kommentar von Agent086 ,

Ich glaube hier sind einige Missverständnisse aufgekommen: Ich habe mir meine Frage noch mal genau durchgelesen und ich bemerkte tatsächlich einige unklarheiten. Also als erstes mal klingt es so als würde ich die Sporen zum Treiben benutzen wollen. Mir ist natürlich völlig klar dass sie zur verstätkung der Verständigung der Schenkelhilfen (welche ich hier dummerweise als "Beinhilfen" beschreibe) dienen sollen. Jetzt zum wesentlichen Teil: Ja, du hast Recht. Zwar besitze ich eine Reitlehrerin, doch die Umstände sind zu kompliziert um sie hier zu beschreiben... Dann ist mir bewusst, dass das Ziel das gesunde Laufen sein soll. Das ist es auch. Doch es bestehen keine Anzeichen des gesunden Laufens bei diesem Pferd, was ich gerne ändern würde (was bedeutet dass ich will dass das Pferd gesund läuft). P.S: Auch wenn deine Antwort sehr unverschämt klingt, nehme ich deine Kritik auf. Jedoch solltest du doch wohl wissen, wie verschieden Pferde sein können. Die anderen Pferde sind gut ausgebildet und keine Problempferde. Sie nehmen die Hilfen gut auf, weswegen es nicht so viel aufwand kostet es in die richtige Stellung zu führen. Und ich sagte bereits dass Ferndiagnosen schwer bis unmöglich sind. Aber ich fragte ja auch nach Tipps, die ich ausprobieren könne, und nicht nach einer korrekten Reitanleitung, oder? Liebe Grüße zurück.

 

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde & reiten, 71

Wie fange ich jetzt am besten an......

  • Takt
  • Losgelassenheit
  • Anlehnung
  • Schwung
  • Geraderichten
  • Versammlung

Die Punkte der Skala der Ausbildung sind dir sicher bekannt. (Der korrekte Ausbildungsweg eines Reitpferdes.) Einige der angegeben Punkte entwickeln sich nur im Zusammenspiel mit anderen. So ist ohne Takt und Losgelassenheit des Pferdes z.B. keine korrekte Anlehnung an die Reiterhand möglich.

Die Skala der Ausbildung findet ihre Anwendung aber nicht nur in der Ausbildung junger Pferde. Eigentlich sollte jede einzelne Trainingseinheit danach aufgebaut sein. Wann immer Schwierigkeiten auftauchen, sollte der Reiter die Skala der Ausbildung Punkt für Punkt durchgehen um herauszufinden, wo das Problem liegt. Es nützt z. B. nichts, an der Kopfhaltung des Pferdes herum zu doktern und experimentieren zu wollen (" das Pferd geht nicht am Zügel / Macht den Hals zu lang/ usw."), solange das Pferd nicht einmal Taktklar und in einer vernünfitigen Dehnungshaltung laufen kann.

Takt: Der Takt ist dem Pferd von Natur aus gegeben. Jedes Fohlen hat bereits seinen eigenen Takt. Diesen gilt es wärend der Ausbildung und Nutzung als Reitpferd zu erhalten. (Bei viel zu vielen Pferden ist der Natur gegebene Takt bereits kaput geritten......viel zu viele Pferde haben leider keinen vernünftigen Takt mehr. Es ist eine menge Arbeit einem verrittenen Pferd seinen atürlichen Takt wieder an zu trainieren.)

Losgelassenheit: Auch das sieht man leider viel zu selten. Ein zufriedenes, entspanntes, sich richtig wohl fühlendes Pferd das in Dehnungshaltung läuft. Viele Pferde trauen sich das gar nicht mehr. Sie werden von Anfang an zusammen gezogen und sollen in einer vom Reiter vorgegebenen "Anlehnung" laufen. Diese Erzwungenen haltungen haben nichts mit einer korrekten Anlehnung zu tun.

Du solltest also erst mal mit deinem RL zusammen an den ersten beiden Punkten der Ausbildungsskala arbeiten. Sporen und Co. lösen das Problem des Pferdes definitv nicht. Das einzige was du damit erreichst, du erzeugst Druck und versuchst darüber das Pferd in eine Haltung zu zwingen.

Kommentar von Agent086 ,

Danke, ich arbeite mit ihm so gut wie jede Woche daran. Mittlerweile lässt er sich an guten Tagen sogar richtig fallen (damit meine ich nicht aufs Gebiss legen). Mit dem Takt hast du Recht, ich versuche ihm zu helfen, so gut es mir möglich ist, seinen Takt zu finden. Das versuche ich immer am Anfang der Stunde und versuche dann während der Stunde, ihn zu halten. Mit der Versammlung habe ich ehrlich gesagt noch nie so richtig beschäftigt da ich eher noch . Und danke wegen der Sporen. Endlich mal ein Grund, mit dem ich was anfangen kann und nicht so was wie: "Du weißt nicht damit umzugehen!" In der Reitstunde läuft er immer ziemlich beschissen da er vorher von einer Anfängerin geritten wird und er sich danach sehr anspannt. Und in der Reitstunde machen wir so gut wie gar nichts momentan. Die RL gibt uns auch keine Tipps was wir besser machen können und wenn man danach fragt ist das sofort ne "Sonderbehandlung".

Antwort
von Isildur, 109

Hallo,

löse ich dich erst einma von dem Gedanken dass das Pferd gu läuft wenn der Kopf in der geünschten Position ist. Die Kopf - Hals Position sollte vom Pferd alleine durch korrektes Reiten eingenommen werden und zwar von hinten nach vorne. Aus der Ferne ist das immer sehr schwer zu beurteilen. Man sollte, wenn man solche Probleme feststellt grundsätzlich ersteinmal klären ob denn gesundheitlich alles in Ordnung ist. Ein Pferd das jahrelang in falscher Haltung geritten wurde, wird mit relativ hoher Wahrscheinlichkiet Probleme habebn - im harmlosesten Falle sind es nur Muskelverspannungen. Das kann dir ein guter Physio oder Osteo aber sagen. Des Weiteren sollte man natürlich abklären, ob die Ausrüstung korrekt sitzt und keine sonstigen Problem (Zähne!) vorhanden sind. Als nächstes schaut man bei sich selbst nach. Keiner ist perfekt. Wie sieht es aus, wenn man auf anderen PFerden reitet, laufen diese willig an den Hilfen oder hebeln sie sich auch raus oder zeigen andere Anzeichen von Unmtut.

Die Beschreibung klingt ein bisschen nach einem Pferd das nur nach der "optischen Form" - sprich Nase muss an die Senkrechte, gerittn worden ist. Ich würde vermutlich (wenn die oberen Punkte abgeklärt sind) versuchen dass das Pferd lernt in Dehnungshaltung zu laufen und ein Bewusstsein für seinen Körper bekommt. Dazu kann man Recht viel über Stangenarbeit und Biegungen und Wendungen erreiche. Zur Lockerung der Muskulatur und zur Förderung der Aufmerksamkeit bieten sich auch Geländeritte an (über Baumstämme kletter, Bergauf-bergab, unterschiedliche Böden, durch Wasser, und und und). Vom Boden aus kannst du beginnen dem Pferd Seitengänge näher zu bringen. Wenn Schultervor u.ä. vom Boden gut klappt kannst du es in dein Trainingsprogramm mit einbeziehen. Suche dir einen guten Reitlehrer der Ahnung davon hat, wie Pferde gesund gearbeitet werden. Auch Beigungen (anfangs groß, bis die Balance stimmt) und häufige Handwechsel können bei vielen Pferden helfen sich loszulassen.

Zum Aufbau von der richtigen Muskulatur und zum lockern und dehnen ist Freispringen auch eine schöne Möglichkiet und wird von den meisten Pferden sehr gut angenommen, ebenso einige Zirkuslektionen.

Sporen werden dir dabei nicht helfen. Du willst ja nicht in höchster Versammlung reiten, sondern dein Pfrd steht ganz unten in der Ausbildungsskala (Takt, Losgelassenheit, Anlehnung).

Kommentar von Agent086 ,

Vielen Dank für die guten Tipps. Nein, ich reite manchmal andere Pferde und die meisten davon gehen alle nach maximal einer viertel Stunde mehr oder weniger super. Meine Rb wird leider gottes oft von Anfängern geritten, welche ihm häufig im Maul herumreißen oder in den Rücken fallen. Ich reite ihn leider nur Sonntags und manchmal in der Reitstunde. Zusätzlich etwas mit dem Pferd zu machen (beispielsweise longieren) ist vom Hof her nicht möglich da es fast jeden Tag geritten wird. Springen ist nicht erlaubt, wenn man alleine reitet (sonntags). Was bedeutet das ich allgemein sehr eingeschränkt bin.

Kommentar von Isildur ,

Dann befürchte ich, dass es sehr schwer wird.  Stell dir vor dein Job ist es Dinge von A nach B zu bringen. An sechs Tagen ind er woche ist der Rucksack total blöd gepackt, dir drückt immer ein harter Gegenstand im Rücken, die Trageriemen sind unterschiedlich eingestellt und zu schwer ist das Ding auch noch. Du wirst wahrscheinlich relativ schnell eine Schonhaltung annehmen um den beginnenden Rückenschmerzen auszuweichen (aber natürlich trotzdem welche bekommen), nur an einem Tag der woche passt der Rucksack. Du wirst vermutlich trotzdem nicht mehr normal gehen und den Rucksack tragen sndern irgendwie versuchen deine Muskulatur zu entlasten und "mrkwürdig" laufen. Genauso geht es dem Pony höchstwahrscheinlich.

Kommentar von Agent086 ,

Allerdings... Leider weiß ich das selber aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Minimale Verbesserung: An 5 Tagen die Woche.. Er hat 2 rb's und das andere Mädchen ist auch keine Anfängerin :)

Kommentar von Isildur ,

Tut euch zusammen udn lest euch schlau. Dürft ihr vom Boden asu mit euch arbeiten? Gibt es die Möglichkiet im Reitunterricht an den seitengängen zu feilen?

Antwort
von hupsipu, 98

Ich glaube jedes Pferd in jedem Alter kann noch lernen, sich fallenzulassen. Lös Dich für eine Weile von dieser Genick-als-höchster-Punkt-Sache. Versuch das Pferd von hinten nach vorne über den Rücken zu lösen, so dass es sauber untertritt, sicj entspannt und den Hals fallen lässt. Damit bekommst Du das Genick von ganz alleine. Probier aus was ihm liegt: Tempowechsel innerhalb der Gangarten? Übergänge? Biegung? Stangenafbeit und kleine Cavaletti? Streich dabei viel über, trab vor allem leicht und galoppier im leichten Sitz, mCh ihm nur so viel Druck von hinten wie es braucht damit die Hinterhand das treibende Element ist. Lass ihn den Weg in die Tiefe suchen und belohne ihn für jedes Anzeichen von Entspannung (nicht: Aufrichtung! Daskommt erst später).

Kommentar von Agent086 ,

Das ist ein guter Tipp, danke. Werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren :) Mir gefällt deine Einstellung: "Jedes Pferd in jedem Alter kann noch lernen sich fallen zu lassen". Meine Reitlehrerin hat mir gesagt, dass Dublin (der Name des Pferdes) schon zu alt sei und von zu vielen Anfängern geritten wird... Jedenfalls danke für den Tipp ^^

Antwort
von Sonja66, 109

Ich denke mal, dass viel am (falschen) Sitzen liegen wird. Es wäre aufwendig, es erneut zu üben, aber mindestens genauso lohnend, denn ohne das wirklich richtige Sitzen geht eigentlich nicht viel, stellt es eine wichtige Basis dar. Gehe davon aus, dass du die falschen Hilfen gibst und zu wenig Kontakt zu und mit deinem Pferd hast.
Ohne dich beleidigen zu wollen, aber meist liegt es halt doch am Reiter selbst.

Sporen fände ich richtig fies gegenüber dem Pferd, weil dein Text darauf schließen lässt, dass du sie nicht wirklich angemessen einsetzen kannst. Also wie gesagt, nicht persönlich nehmen, ist halt meine Meinung.

Kommentar von Agent086 ,

Das kann sein, dass es am Sitz liegt da ich ein kiss-syndrom habe. Und womöglich hast du da was falsch verstanden: Ich treibe nicht mit den Versen oder boxe dem Pferd in die Rippen... 

Kommentar von Sonja66 ,

Ja, es liegt unglaublich viel am Sitz.

Bitte bedenke, dass ich lediglich auf deine Ausführungen schreibe und natürlich auch Vermutungen anstelle(n muss). Sehe alles einfach als Denkanstöße. Hier etwas zu persönlich zu nehmen ist sicherlich ungünstig ;-)

Antwort
von MrMo85, 88

Such dir eine gute Reitlehrerin, ferndiagnosen sind da schwer weil wir weder dich noch das Pony sehen können

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