Frage von ComplicatedCora, 35

Tipps von Autoren zum Schreiben?

Ich habe in den letzten 5 Jahren viele Kurzgeschichten geschrieben und mehrere versuche gestartet, einen Roman zu schreiben. Bin aber meist nach 50-100 Seiten gescheitert, weil mir die Ideen ausgingen oder ich nicht richtig drin war.

Jetzt eine Frage an alle Autoren (wenn auch nur Hobby Autoren) da draußen: Welche Tipps könnt ihr mir geben? Egal welche, bin für alles offen, das mir helfen könnte ^^ Habe z.B. gehört, man soll über das schreiben, was einem am meisten Angst macht. Stimmt ihr da zu?

Antwort
von MarkusPK, 14

Nein. Ängste solltest du beim Spannungsaufbau in jedem Fall mit einfließen lassen, sie können auch einen großen Teil deines Romans einnehmen. Aber das Grundprinzip muss auf positiven Empfindungen ausgelegt sein, sonst verliert man schnell die Begeisterung fürs Schreiben.

Um bein Schreiben voranzukommen, ist besonders ein roter Faden wichtig. Bastle dir zuerst einen groben plan, wo du mit deiner Geschichte hin willst und wo du entsprechende Wendepunkte setzt. Das musst du zuerst nur im ganz groben machen, dann schreibst du los. Während du schreibst bekommst du sichet jede Menge neuer Ideen, so dass du eigentlich in jedem einzelnen Kapitel zugleich etwas schreiben kannst. Somit wächst dein Roman nicht linear, sondern an manchen Stellen mal mehr, an anderen weniger. Erst ganz zum Schluss musst du den Roman dann noch einmal überarbeiten und die Kapitel miteinander verknüpfen. 

Antwort
von MyNameIsCharlie, 12

Also ich schreibe hier wie ich das im Normalfall mache.

1. Charaktäre ausdenken. Im normalfall nehme ich einen Charakter und ein Aussehen was mir ziemlich ähnelt, damit ich mich besser hineinversetzten kann. Leute die Freunde des Protagonisten werden dann meisten so ähnlich wie meine realen Freunde. Bei Liebesromanen wird bei mir die 2. Hauptfigur meistens eine erfundene Person.

2. Inhalt. Man sollte nicht sofort einfach drauflos schreiben sondern sich einen sehr groben Plan machen. Z.B.
1. Kennenlernen zwischen ihr und ihm durch das und das
2. Spannung durch irgendwelche Ereignisse wie Entführungen, Plötzliche Krankheiten, Depressionen, Gefährdung der Beziehung usw. (Hier kann man auch das mit den Ängsten machen, aber wenn man es nicht wirklich erträgt, dann sollte man es einfach lassen)
3. Sie bleiben für immer zusammen / Sie trennen sich / Jemand wichtiges Stirbt / ...
Nicht jede Geschichte braucht ein Happy End.
So einfach hat man eine ganze Geschichte in wenigen Worten zusammen.

3. Umsetzung. Man muss nicht wirklich jeden Einzelnen Tag beschreiben, sondern kann auch viel Überspringen und zu halbwegs Wichtigen Ereignissen springen. Bei Kurzgeschichten wird es denke ich zumindest auch so gemacht, dass unnötige Ereignisse einfach weg bleiben.

4. So ein Roman braucht Zeit. Viel Zeit. Man kann auch einfach den Roman für einige Wochen oder Monate weglegen und dann kommen einem neue Ideen. Man sollte einfach nur darauf Achten nur dann zu schreiben wenn man wirklich Bock hat und nicht wenn man sagt "Heute habe ich nichts zu tun, schreibe ich doch mal weiter" das Verzweifelt einen nur, weil man dann nicht weiter kommt.

Wichtig ist nur das du Spannung aufbaust (z.B. bei einem Kuss wenn es ein Liebesroman werden soll) und diese Spannung dann durch etwas unterbrochen wird, aber das sollte nicht zu oft passieren, da es dann irgendwann nerven könnte.

So mache ich das meistens, wenn mir Ideen für Geschichten kommen und ich die Geschichten auch wirklich schreibe. Es kann aber bei jedem unterschiedlich sein!

Ich hoffe ich konnte dir irgendwie helfen

LG

Antwort
von Kiliara, 4

Viele haben dir bereits interessante Anregungen gegeben, weshalb ich mich kurzfassen möchte.

Das mag jetzt komisch klingen, aber immer, wenn ich bei meinen Geschichten nicht weiter komme - sei es beim Plotten oder im Schreibprozess - lasse ich mir ein heißes Bad ein und rede in der Wanne mit den Charakteren. Tatsächlich rede ich laut - oder eher halblaut. Genau genommen ist es eher ein Murmeln, aber die Charaktere "antworten"  mir immer auf meine Fragen. Stehe ich noch am Anfang meiner Geschichte, dann ist das etwas schleppend und dauert ein paar Minuten, aber je besser ich die Charaktere kennenlerne, desto besser funktioniert diese Methode. Natürlich "rede" ich nicht lediglich im Bad mit ihnen. Oft gehe ich spazieren und stelle ihnen an der frischen Luft meine Fragen. Auch dann murmelnd. Selbstverständlich muss ich dann mit komischen Blicken rechnen, aber, um ehrlich zu sein, bin ich so in die "Gespräche" vertieft, dass ich das mittlerweile gar nicht mehr bemerke. Das Wichtigste ist hier nicht der Ort, sondern dass du dich entspannen kannst, allein bist und deinen Kopf frei hast. Dann fließen die "Antworten" automatisch. Und wer wüsste am Besten über die Handlung bescheid, als die Charaktere, welche die Entscheidungen treffen?

Abgesehen davon hilft mir auch der Blog http://www.schriftsteller-werden.de/

Hier findest du viele wertvolle Tipps für alle Themengebiete (bevor jemand  fragt: Nein, ich bin nicht die Betreiberin des Blogs, sondern finde diesen wirklich hilfreich.).


Hoffentlich konnte ich ein wenig weiterhelfen.

Alles Liebe,

Kiliara


Antwort
von PeterP58, 9

Ich überlege mir vor dem Schreiben immer diverse Charaktäre mit interessanten Namen, Eigenheiten und Jobs, die dann in der Geschichte auftauchen. Zu denen fällt mir dann immer etwas ein und vor Allem wie sie die Geschichte weiterbringen.

Wieso oder dass man über Dinge schreiben soll, welche einen persönlich Angst machen habe ich noch nie gehört und kann ich nur bedingt nachvollziehen.

Du könntest (zum Üben) eine alte Kurzgeschichte von Dir nehmen und diese ausarbeiten. Also Umgebung, Szenerie, stimmung und Personen genauer beschreiben. Damit kann man schon ein paar Seiten (unterhaltsam) füllen und die Geschichte nachvollziehbarer machen.

Antwort
von littlefenja, 16

Ich schreibe meine Bücher oft indem ich etwas Träume und dann aufs Papier bringe. Du kannst am Anfang jeder Geschichte eine kurze Zusammenfassung in deinem Kopf machen was alles so rein soll und was du vielleicht noch ändern kannst.

Viel Glück

Antwort
von Ketzer84, 10

Ich mache mir Notizen.

Ich fange mit den Protagonisten an schreibe mir auf wie sie aussehen sollen, was sie so im Leben durchgemacht haben, was ihr Ziele sind und wie sie in welchem verhältniss miteinander stehen.

Dann überlege ich mir wie die Geschichte sein soll, teile das ein in Anfang, Hauptteil Schluss. und bestimme quasi Etappenziele der Einzellnen Abschnitte.

wenn ich das habe werden dann quasi die Verknüpfungen zusammen gewoben.

Der Vorteil ist, merke ich das etwas nicht passt, oder ich ne andere Idee bekommen habe, muss ich nicht alles neu Erfinden.

Und ich suche mir immer Inspiration. Ich gucke mir meistens Bilder mit dem thema an über das ich schreibe und meist finde ich da auch eine Anregung.

Antwort
von AnnJabusch, 4

Wenn du "richtige" Kurzgeschichten geschrieben hast, also nicht einfach nur kurze Geschichten, sondern "funktionierende" kurze abgeschlossenene Storys mit nur skizzierten Charakteren, die an einem unbestimmten Ort zu einer nicht näher bestimmten Zeit eine Handlung vornehmen und auf eine überraschende Pointe zusteuern, dann hast du doch schon mal ein gutes Gerüst.

Jetzt musst du doch nur noch das Gerüst füllen, die Charaktere ausmalen und ihre Motive vertiefen. Gib ihnen zeitlich und örtlich einen Rahmen, den du auch beschreiben solltest. Jetzt werden fast wie von allein auch die anderen Protogonisten mit weiteren Handlungssträngen melden :-)


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