Frage von 98Papagei98, 101

Tipps um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen?

Hallo also zu erstmal der Grund warum ich mein Leben nicht mehr im Griff habe: Depressionen. Ich bin auch auf der Warteliste von einer Klinik aber ich brauche Tipps wie ich mein Leben wieder in den Griff bekomme und zwar jetzt weil so kann es nicht weiter gehen. Ich musste wegen des Klinikaufenthalts und auch aufgrund der Zu hohen Belastung meine Ausbildung unterbrechen sitze also den ganzen Tag zuhause. Ich habe auch kaum noch Freunde weil sie mit meinen Depressionen nicht klar kamen. Dazu kommt das ich in letzter Zeit immer aggressiver werde wenn man etwas sagt oder tut was mir nicht passt und das nicht wirklich unter Kontrolle habe so sage ich schnell Dinge die ich gar nicht sagen will. Und in letzter Zeit kam noch ein Problem mit dem Essen dazu: ich esse viel zu viel vermutlich als Ausgleich meiner Psyche und kann es einfach nicht lassen ich nehme immer mehr zu und das ärgert mich auch aber während ich esse denke ich nicht groß drüber nach ich esse einfach. Hobbys hab ich auch keine mehr ich habe sie aufgegeben da ich mich dank der Depressionen nicht mehr dazu aufraffen kann ich kann mich ja nicht mal mehr dazu aufraffen mal ein bisschen aufzuräumen oder sowas. Mein Hobby war sportlich und das aufgeben des Hobbys hat sicherlich nichts gutes zu meiner Gesundheit beigetragen denn Sport macht mich mittlerweile kaputt ich hab schon nach 5-10 Minuten Probleme beim Atmen und Herzrasen so das ich das Gefühl habe es springt gleich raus, am Gewicht kann es allerdings nicht liegen da ich zwar zugenommen habe mein Ausgangsgewicht aber sehr niedrig war und ich daher jetzt im Normalgewicht meiner Größe liege wenn das aber so weiter geht habe ich Angst dick zu werden. Was soll ich tun? Tipps zu den Problemen nehme ich dankend entgegen Aber bitte keine dummen Sprüche oder so etwas

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ninni381, 27

Hi P! Es ist großartig und bewundernswert, dass du dich der Situation stellst und bald fachärztliche Hilfe annehmen wirst. Leider bin ich kein Profi, doch durch betroffene Bekannte weiß ich sehr gut, wieviel Mut und Selbstüberwindung dazu gehört. Die Depression als Krankheit zu akzeptieren und sie richtig behandeln zu lassen, ist wirklich das Allerbeste und das einzig Sinnvolle, was du jetzt tun kannst. Du solltest mit dir selbst nur bitte nicht so hart ins Gericht gehen, denn die beschriebene Antriebslosigkeit gehört definitiv mit zum Krankheitsbild.

Im Rahmen deiner Therapie wirst du ganz bestimmt sehr gute Impulse bekommen, um dein Leben dauerhaft wieder strukturiert, sportlich und abwechslungsreich gestalten zu können. Dich jedoch zum aktuellen Zeitpunkt selbst unter den riesigen Druck zu setzen, trotz Depression einen ganz "normalen" Alltag führen zu wollen, sehe ich sehr kritisch. Mein Ratschlag an dich ist daher unbedingt, dich auch schon vor dem anstehenden Klinikaufenthalt von einem Facharzt betreuen zu lassen, damit dieser gegebenenfalls erste, ambulante Behandlungsschritte einleiten kann.

Ein kleiner Tipp aus meiner persönlichen Zeit der Trauerbewältigung ist es, jeden Tag mit wenigstens einer winzig, winzig kleinen Aufgabe (Duschen, Spülen, Emails checken, Unkraut zupfen, ein Kapitel im neuen Buch lesen, Bettwäsche wechseln, Müll raustragen etc.)zu füllen. So unbedeutend sie einem auch erscheinen mag, erschafft man sich damit dennoch zumindest eine solide Grundmotivation, überhaupt aufzustehen und dem Tag eine Chance zu geben.

Zum Abschluss möchte ich dich nochmals darum bitten, fürs Erste den selbstgemachten Druck, Leistung abliefern und nahtlos an das alte Leben anknüpfen zu wollen, völlig herauszunehmen. Gerade in der heutigen Zeit und innerhalb unserer "Ellbogen-Gesellschaft" werden die Besinnung aufs Innere und das Gefühl für die eigenen körperlichen und seelischen Grenzen immer wichtiger, um sich nicht zu verlieren.

Alles erdenklich Gute für dich und ganz viel Kraft wünsche ich dir, deine Ninni*

Kommentar von 98Papagei98 ,

Die Wartezeit bis zur Klinik beträgt nur noch wenige Wochen und bis dahin hab ich für alle 2 Wochen einen Ambulanten Psychologen von der Klinik für den Übergang jedoch hilft mir die Gesprächstherapie alleine nicht sehr viel weiter

Kommentar von Ninni381 ,

Das kann ich sehr gut verstehen, denn alle 2 Wochen Gesprächstherapie erscheint mir viel zu wenig zu sein. Ich hätte erwartet, dass man dir für die nächsten Wochen zumindest schon einmal entsprechende Medikamente verschreiben würde. Das ist jetzt nur eine spontane Idee- aber vielleicht könntest du derweil den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe aufnehmen?

Leider habe ich keine diesbezüglichen Erfahrungen, doch ich stelle mir solche Treffen sehr hilfreich und befreiend vor, weil man sich auf gleicher Ebene begegnet, sich offen über die Krankheit austauschen kann und dazu noch erfährt, wie andere Betroffene mit der Situation so umgehen. LG*

Antwort
von Brunnenwasser, 26

Du musst die Ursachen bekämpfen. Ich lese zwar viel Text aber bekomme keine Idee, was Dich dort hin gebracht hat.

Suchtest Du Computerspiele ? Dann rate ich Dir sofort damit aufzuhören, meinetwegen erst einmal offiziell zu pausieren. Es muß von DIR kommen Dein Leben umkrempeln zu wollen. Du bist nicht allein, weder im echten Leben noch sonstwo - selbst hier hilft man Dir.

An dieser Stelle breche ich daher erst einmal ab und warte auf Deinen Input.

Kommentar von 98Papagei98 ,

Aufgrund von Mobbing und dem Verlust wichtiger Personen (sind leider viele in den Familie an einer Lungenkrankheit verstorben) und anderen in der Vergangenheit zurück liegenden Ursachen die ich selbst noch nicht alle kenne

Antwort
von tryar144, 6

Hier haben zwar schon viele Leute geantwortet, doch ich möchte auch meinen Senf dazu geben. :D
Ich bin leider auch depressiv, doch mittlerweile geht es mir besser. Ich habe mich (trotz der Anstrengung) wieder meinem Hobby, dem Fußball gewidmet. Zuerst alleine, in dem ich mit Köpfhörern auf'n Bolzplatz ging und einfach mit mir selbst kickte. Ich habe mich mit den Dingen beschäftigt, die mich mal glücklich gemacht haben. Das Leben hat so viele schöne Seiten, die gilt es zu entdecken. Manchmal tuen auch Tage gut, an denen ich mal nichts mache und mir Filme reinzieh', auch da gibt es bestimmte Filme die zeigen, dass das Leben immer eine schöne Wendung haben kann.
Ich bin sehr religiös und glaube an die Kraft Gottes. Das war für mich immer schon ein unglaublich starker Halt.
Eigentlich gibt es nur noch zu sagen, wir packen das!
Bald sind wir wieder glücklich, ich glaube fest daran!
Ich wünsch' dir viel Erfolg in der Klinik. :)
Und nicht vergessen, nie nie niemals aufgeben!

Antwort
von HalloRossi, 17

Du solltest dein Komplettes Leben umkrempeln! So geht es ja nicht weiter! Wenn du Sport nicht mehr magst, gehe in dich und horche was dir gefällt. Kaufe dir eine Kamera und mache tolle Naturbilder. Wenn du gerne isst und das auch irgendwie brauchst, dann koche lecker und gesund! Das macht Spaß! Dieses herumhängen bringt dich nicht weiter!

Kommentar von 98Papagei98 ,

Wenn das so leicht getan wie gesagt wäre. Das es so nicht weiter gehen kann weiß ich auch aber die Depressionen nehmen mir den Spaß und die Antriebskraft an Allem also nicht nur an Sport sondern auch an dingen die mir ursprünglich Spaß gemacht haben, ich bin also nicht in der Lage Spaß zu empfinden

Antwort
von Betonphilosoph, 31

Hallo,

es scheint so, als wärst du in ein tiefes Loch gefallen, sprich, Freunde größtenteils weg, Ausbildung unterbrochen (= Keinen geregelten Tagesablauf mehr) und keine Motivation, die "freie Zeit" sinnvoll zu Nutzen.

Das ist nachvollziehbar, aber auch wirklich schlimm, da in so einer Phase das Leben praktisch nur an einem vorbeiplätschert und die Zweifel an sich Selbst immer größer werden.

Was ich dir raten würde, ist, die freie Zeit, am besten mit Freunden, draußen zu verbringen. Sollten alle Freunde weg sein oder keine Zeit für dich haben, könntest du einfach so mal durch die Stadt schlendern. Hauptsache, du kommst unter Leute und versauerst nicht alleine in deiner Wohnung, mal salopp gesagt. Wahrscheinlich fehlt dir auch dazu der Antrieb, aber ich rate dir, es dennoch zu versuchen.

Das mit der Warteliste ist ja schon mal ein Anfang, aber da sich so etwas hinziehen kann, würde ich an deiner Stelle versuchen, einen Therapeuten oder einen Psychologen zu finden, dem du dich anvertrauen kannst. Das geht meist schneller und kann auch sehr helfen.

Die Sache mit dem Essen würde ich erstmal vergessen, da dein Gewicht, wie du sagst, normal ist und die Essprobleme ja durch dein ursprüngliches Problem, d.h. die Depression, kommen. Sollte sich dieses also erledigen, passt da wahrscheinlich auch wieder alles.

LG

Kommentar von 98Papagei98 ,

Ich komme leider nicht oft raus da wir in einem abgelegenen kleinen Dorf wohnen und der Bus hier sehr selten fährt man mindestens eine Stunde fahren muss und es noch dazu sehr teuer ist 

Kommentar von 98Papagei98 ,

Und die Sache mit dem Essen will ich vorher geregelt bekommen weil ich sonst kugelrund bin bis ich den Klinikplatz bekomme geschweige denn die Depressionen weg sind

Kommentar von 98Papagei98 ,

Die Wartezeit bei einem Psychologen ist länger als die bei der Klinik und ich war schon bei vielen Psychologen es hat mir nichts gebracht nur drüber reden bringt mir einfach nichts :/

Antwort
von HamsterKnabbi, 3

Hi,
Ich kann dir auch nur meinen Respekt zollen, denn das Problem zu erkennen und anzunehmen ist ein erster Schritt zur Besserung. Ich habe selbst keine Erfahrung mit Depression, aber jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen und Probleme mit denen er sich rumschlagen muss. Diese Probleme anzugehen ist ein harter Weg, aber glaub mir, irgendwann wirst du ankommen. :)
So blöd es jetzt klingen mag, ich habe in meinem Leben entdeckt, dass es jemanden gibt, auf den man sich immer verlassen kann: Jesus. Ich glaube daran, was in der Bibel steht, wenn Jesus sagt: "Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet, ich werde sie euch abnehmen." (Matthäus 11,28)
Das Gebet gibt mir Kraft und erlöst mich von Druck, den ich mir selbst mache, weil ich wissen darf: Am Ende ist es nichts, was ich schaffen muss, sondern Gott wird mir immer helfen. Diese Hilfe kann durch ein Fachbuch sein, das kann durch andere Menschen sein oder bei dir kann das der Klinikaufenthalt sein, aber egal was du tust, er ist auf deiner Seite. :)

Ich wünsche dir das beste für deine Zeit in der Klinik und wie auch mein Vorredner schon gesagt hat, mach dir nicht zu viel Druck! Du bist schon auf dem richtigen Weg und ich bin mir sicher, dass du ihn erfolgreich bestehst.

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