
Bei Angststörungen ist es sinnvoll, sich mit dem Angstobjekt zu konfrontieren. Wenn Du fliegen musst, vertraue Dich der Stewardess an. Sie hat mit Sicherheit schon einige Passagiere mit diesem Problem erlebt. Mein Ex-Freund hat auch eine extreme Flugangst. Deshalb konnte er micht nicht nach Singapur begleiten. Wir sind nach Griechenland geflogen, und er hat sich derart besoffen, dass er schon vor dem Start eingeschlafen ist.
Hoffentlich hilft dir meine Antwort in Stichworten weiter. Ich versuche das Wesentliche kurz zusammenzufassen.
Habe selber Flugschein für Flugzeuge und Hubschrauber.
Ausbildung Luftfahrtpersonal: Erheblich intensiver und umfangreicher als bei Landfahrzeugen. Auch gesundheitlich schärfere Anforderungen als z.B. bei Bus-oder LKW-Fahrern. Untersuchungen für z.B. Berufspiloten 1x jährlich und bei Privatpiloten alle 2 Jahre gesetzl. vorgeschrieben -nur bei einem Fliegerarzt (fliegerärztliche Untersuchung) Nähere Einzelheiten gerne auf Anfrage, sonst wirds hier zu lang.
Techn. Untersuchung Luftfahrtzeuge: Wesentlich umfangreicher und häufiger als bei Landfahrzeugen. Z.B. bei Sportflugzeugen alle 50 Betriebsstunden kleine Inspektion und alle 100 Betriebsstunden grosse Wartung. Alle 2000 Betriebsstunden i.d.R. zwingender Wechsel des Triebwerks vorgeschrieben, ggf. begrenzte Verlängerung möglich.
Bei Reiseflugzeugen ähnliche Vorschriften teils noch "schärfer".
Flugvorbereitung vor dem Start: Im Vergleich beim Autofahren, zuerst Rundum-Aussencheck ob noch alles ok, anschliessend bis zum Start Innencheck. Alle Checks lt. Checkliste. Arbeitet man diese gewissenhaft ab, kann kaum etwas vergessen werden. Auch vor dem Start ist Triebwerkscheck vorgeschrieben.
Wetter: Flugwetterberatung vor dem Start dringend angeraten, bei Reiseflügen erfolgt für Piloten IMMER ein sog. Wetterbriefing. Im übrigen Wetteradar im Flugzeug um Schlechtwetterfronten rechtzeitig zu erkennen und auszuweichen. Stichwort Blitzschlag: Flugzeug ist wie Auto ein "Fahradayischer Käfig" so gut wie keine Gefahr für Passagiere.
Reiseflüge meistens im sog. IFR-Verfahren (instrument-flight rules) Hierbei u.a. durch Radarleitstelle Flughöhe, Geschwindigkeit, Steuerkurs, Steig-und Sinkflugrate vorgeschrieben. Radarleitstelle erkennt auch rechtzeitig entgegenkommenden Verkehr und gibt rechtzeitig Ausweichinstruktionen.
Notverfahren: Werden von den Piloten mind. 1x jährlich intensiv simuliert. Bei Sportflugzeugen und Hubschraubern bei Triebwerksausfall kein Anlass senkrecht zu landen. I.d.R. Gleitsinkflüge bzw. Autorotation problemlos möglich um sichere Landung sicherzustellen. Ich selbst bekomme sowas regelmässig von meinem Chef überraschend simulationsmässig vorgesetzt.
Schlussatz für diese Mail: Der Weg vom und zum Flugplatz ist gefährlicher wie das Fliegen selbst.

Ich halte die bisherigen Antworten von "stefiffm", vor allem aber von "Brandenburg" als die besten. Ich bin selber Vielflieger, möchte die Antworten deshalb dahin gehend aus meiner Erfahrung ergänzen: Versuche vom Gate aus eine emotionale Verbindung zu dem Flugzeug aufzunehmen, in das Du einsteigen wirst. Genauso verfahre mit der Crew der Maschine und führe vor und nach dem Einstieg kurze Gespräche mit ein oder zwei Crewmitgliedern. Denke dabei daran, das sie in dem Flugzeug sozusagen "leben" und täglich viele Stunden in der Luft sind. Spreche offen Dein Problem an. Bei einer guten und seriösen Airline wirst Du auf offene Ohren und Hilfe stoßen. Die Flugbegleiterinnen sind dafür geschult. Gelegentlich bietet sich auch ein Gespräch mit einem der Piloten, etwa im Raucherbereich am Gate. Auf Langstreckenflügen, besonders auf einem Nachtflug, unterhalte ich mich immer in einer ruhigen Phase mit der Crew, während die meisten Passagiere schlummern. Früher hatte ich auch mal Flugangst, weil ich nicht im Cockpit saß und keine Kontrolle über das Luftfahrzeug hatte - alles war anonym. Der Aufbau dieses zwischenmenschlichen Vertrauensverhältnisses und das zum Flugzeug haben mir geholfen. Heute fühle ich mich im Flugzeug wie zu Hause.

Flugangst entsteht ja weil man angst hat das man runterknallt. Schau einfach mal bei google die unfälle von Flugzeugen und von Autos an. Die Flugzeuge sind die sichersten Transportmittel.
Lloyds am 22. Juli 2008 11:39 Ich will ja nichts sagen aber beim Auto/Fahrrad/etc. kann man anhalten aber beim Flugzeug geht das nicht...
Soulreaver110 am 22. Juli 2008 11:44 Warum passieren dann mehr unfälle auf der strasse als in der Luft?^^ denk mal drüber nach

einfach fliegen! Konfrontiere dich selbst, das ist die beste Therapie!
ich fliege ja nach wie vor...aber die angst davor wird immer schlimmer...mir ist vor dem flug immer dermaßen schlecht...dass ich meine ernsthaft krank zu sein
fabienne1997 am 22. Juli 2008 11:42 dann denk darüber nicht so viel nach... Nehme vorher Johanniskrautkabseln ein und lese ein spannendes Buch...Und vorallem, schau dir keine Katastrophenfilme an!

Es kommt doch da ganz auf die Ursache /genaue angstauslösende Zustände an (was genau verursacht die Ängste? Was befürchtest du dann? Wie hoch stufst du deine Ängste ein? Was müste passieren, damit du dich besser/schlechter fühlst?...) - pauschal etwas zu sagen, ist nicht möglich. Bei einer "richtigen" Flugangst kann dir nur ein Therapeut helfen.
stimmt wohl

Ich meine ein teures Flugseminar oder am besten nicht Wegfliegen.:-) Das ihr Euch es nicht abgewöhnen könnt uns darauf hinzuweisen was ihr nicht wollt, dass ist doch bei so einem wie mir eine Einladung.
LOL ;-)
Hallo Sarah,
die teuren Seminare gegen Flugangst helfen auch nicht immer. Mein Mann hat eines besucht und viel Geld dafür ausgegeben. Die Flugangst blieb ihm aber erhalten. Wir waren schon ganz verzweifelt, weil wir endlich mal woanders Urlaub machen wollten, als in Deutschland. Letztendlich hat ihm etwas ziemlich preisgünstiges und einfaches geholfen, nämlich eine einfache Idee. Woran es liegt, dass die geholfen hat, können wir beide nicht nachvollziehen, aber es hat geklappt. Wenn du das auch mal ausprobieren möchtest, dann findest du die CD unter http://www.flugangst-besiegen.de. Er kann zwar noch immer keine Langstreckenflüge ertragen und fühlt sich auch nicht gerade pudelwohl in der Luft, aber er kann es jetzt aushalten und das hilft uns sehr viel weiter.
BG ilonaluna
LOL...das ist auch eine Option, ja. hehe