Frage von kingaless, 180

Tilidin Abhängigkeit?

Hat jemand Erfahrungen mit Tilidin Abhängigkeit? Ich nehme jeden abend ca 400mg allerdings nicht gegen schmerzen sondern nur der beruhigenden Wirkung halber und so langsam wird es kritisch glaube ich wenn ich mal nichts nehme denk ich fast durchgehend daran wann ich wieder was nehmen kann

Antwort
von Negreira, 83

Je nach Einnahmedauer mußt Du Tilidin ausschleichen. 400 mg sind eine viel zu hohe Dosis. Über den Tag verteilt mag das manchmal gehen, nicht aber auf einmal. Und daß man nach den Tabletten immer gut schläft, ist längst nicht bei jedem Patienten so. Die Tropfen haben sogar häufig den Effekt eines Flashs, da ist mit Schlaf nichts zu machen. Und das, obwohl sie nur 50 mg Wirkstoff enthalten, Du aber vermutlich 100 mg-Tabletten nimmst.

Bei einer so hohen Dosierung wirst Du kaum ohne Hilfe davon herunterkommen, also sprich bitte mit Deinem Arzt. Wie lange nimmst Du die Tabletten schon? Merkst Du keine Nebenwirkungen wie Schwindel, Wortfindungsstörungen etc.? Auch Persönlichkeitsveränderungen sind oft die Folge.

Wenn Du es allein schaffen willst, solltest Du wöchentlich die Dosis reduzieren, also zunächst nur noch 300 mg tgl., dann 200 mg, 100, und dann diese halbieren, also 1 Woche nur 75, 50, 25 mg täglich, wenn überhaupt noch nötig. Bei Problemen irgendwelcher Art MUSST Du zum Arzt.

Kommentar von kingaless ,

ja schlafprobleme habe ich auch

Kommentar von Negreira ,

Ja klar, das kommt von der hohen Tilidin-Dosis.

Antwort
von skipworkman, 81

Hi,

entweder zum Arzt oder langsam abdosieren oder einen kalten Entzug machen.

Hast du denn Entzugerscheinungen wie Unruhe, Gliederschmerzen, laufende Nase und allgemeines Unwohlsein ? 

Lg

Antwort
von norbert9014, 56

Wenn Du ein derartiges, also rezeptpflichtiges Medikament "einfach so" nimmst wegen der beruhigenden Wirkung, muss jedem normalen Menschen einfach klar sein, dass das in Abhängigkeiten führt.

Zudem: Weißt Du dass diese Droge hoch aggressiv macht? Jugendliche in Berlin (und anderswo) nehmen das gezielt ein um ihre Gang "vertreten" zu können (siehe das Buch der (verstorbenen) Richterin Kirstin Heisig "Das Ende der Geduld" und diverse Artikel im Netz)

Ich stelle das voran, weil ich hoffe, Du machst Dir aus diesem Grunde noch einmal etwas "mehr Kopf".--- aber wahrscheinlich weißt Du das auch schon. [Ich will hier vielleicht einfach nur nichts unversucht lassen...]

400ml...??? Das ist ein Riesending!! 

Abgesehen von allem: Dein "Craving"  (= das durchgehende beschäftigen im Kopf mit der nächsten Einnahme) zeigt von einer schon recht massiven Problematik.

Aus diesem Grund würde ich keinen kalten Entzug empfehlen: Medikamente können in Ihren Entzugserscheinungen deutlich länger durch den Körper toben als z.B. das bei Heroinabhängigkeit/Opiate.... der Fall ist.  Bei Valium, z.B. weiß ich, können massivste Mißempfindungen (z.B. ein Brennen, dass man glaubt die Haut würde bei lebendigem Laib....) bis zu 9 Monaten nach der Absetzung auftreten.

Darum: Vertrau Dich einem Arzt an!  Damit Du "Dein Ding in trockene Tücher" bringen kannst

Das größte Problem ist aber die Dynamik in der die körperliche Toleranz gegenüber dem Medikament steigt: Je länger Du wartest, desto schwieriger wird Dein Entzug... aber eben auch die Wirksamkeit des Tilidin. Du wirst sehr schnell an Deine Grenzen kommen.... und die Wirkung wird ab irgendeinem Punkt die gewünschte Beruhigungsphase nicht einmal im Ansatz erreichen.

Ich würde mir unbedingt ärztlich helfen lassen: Und wegen der Schweigepflicht brauchst Du Dich auch  zu nichts drängen lassen: Dein Arzt wird Empfehlungen aussprechen.. das was aus medizinischer Sicht vernünftig scheint: Aber nicht,- gar nichts wird ohne Deine Einwilligung geschehen.

 

>>> Als letzten Hinweis noch vielleicht diesen gf-User hier: https://www.gutefrage.net/frage/warnung-abhaengikeit-von-tilidin-valoron-tramall...

Sincerely, Norbert

Kommentar von kingaless ,

also das mit der Aggressivität ist ein Mythos aber beim rest gebe ich dir recht.

Kommentar von norbert9014 ,

Wenn du das glauben willst??

Ich arbeite seit über 25 Jahren in der Suchtkrankenhilfe... und wie gesagt: Es gibt jede Menge Berichte... auch hier im Netz. siehe den entsprechenden Link.

Aber ich will nicht Recht haben: Du hast ein Problem... und Du kannst ja sortieren, wie es Dir beliebt.

Aber genau damit bist Du mitten im Spiel: Jedem Süchtigem, dem der Spiegel vorgehalten wird, der sagt: Das ist bei mir nicht so!

O.K.- Aber warte nicht, bis Du durch deine Lebensereignisse zu dieser Einsicht gezwungen wirst.

das Schlimmste in meinem Leben war in der Psychatrie aufzuwachen oder in der Ausnüchterungszelle... und mir erzählen zu lassen, was ich wieder angestellt hatte: Und das waren alles Dinge... die tue ich nicht! So bin ich nicht!

Es sei denn... ich war "zu"... dann habe ich Dinge getan die ich nicht für möglich hielt. Ohne Tilidin... das braucht es ab irgendeinem Punkt gar nicht mehr  :-)

Aber auch: das war und ist mein Leben... deines mag anders sein... und was Du aus meinem rat ziehen magst ist alleine Deine Entscheidung: ich sitze nicht an Deinem Bettrand und halte Dein Händchen...

 

Norbert

Kommentar von kingaless ,

ich gebe dir in fast allen recht aber das mit der Aggressivität ist ein Ammenmärchen. Wenn man aggressiv wird liegt das nicht am Tilidin sondern an der person selbst. wenn du dich im Internet mal schlau machen würdest würdest du das wissen und eigentlich sollte dir das auch jeder Arzt sagen können.

Kommentar von norbert9014 ,

:-) Ich arbeite mit einem Teil dieser Klienten

Ist aber auch egal... es geht nicht darum, "wer jetzt den Längeren hat"... Du glaubst was du glauben willst... das ist o.k.

Aber mal so... hast Du Dir diesen "Gutefrage.net-Link" den ich einkopiert habe mal angesehen? Dieser User nimmt nur "... soweit das ich 100ml in 2 tagen nehme , ich werde immer agressiver so das es heute meiner frau gegenüber zu handgreiflichkeiten kam ..." - "...man redet es sich förmlich ein das man alles im griff hat das schlimmste ist man macht nicht nur sich sondern auch alle menschen um sich rum fertig ohne es zu wollen,..."

Das ist auch "Internet"- jeder findet das was er will...

Aber wie gesagt: Du hast Dein Leben,- welche Risiken Du eingehen willst und wo es endet ist für Dich bedeutsam,- für mein Leben spielt das keine Rolle.

Ich wünsche Dir Klarheit und einen Umgang mit dem Sch@ß, dass Du zu einem zufriedenen Leben finden kannst.

Und ganz ehrlich: Sollte alles anders kommen als Du denkst, sollten sich die Türen einer Psychatrie oder ähnliches hinter Dir schließen oder Du nach einer möglichen Therapie eine Selbsthilfegruppe suchen... darfst Du mich anschreiben: Ich bin in 2,3,4 Jahren immer noch hier... ich helfe dann gerne

Sincerly, Norbert

Antwort
von VegasEditing, 51

Versuch ein kalten Entzug. Am besten mit der Hilfe von Freunden/Verwandten. Lenk dich ab und versuche immer irgendetwas zu tun zu haben, denn das Verlangen wird am schlimmsten wenn man Langeweile hat.
Falls der kalte Entzug nicht klappt kannst du auch versuchen langsam dich runter zu dosieren.

Auf jeden Fall solltest du einen Entzug sehr schnell angehen! Ein Benzoentzug kann sehr sehr schlimm sein. Schlimmer als bspw. ein Heroinentzug. Je länger du den Entzug vor dir her schiebst, desto mehr gewöhnt sich dein Körper an die Substanz und desto schlimmer wird der Entzug.

Wenn du arbeitest nimm dir für den Anfang des Entzugs 1-2 Wochen Urlaub um nicht während des körperlichen Entzugs arbeiten zu müssen.
Der körperliche Entzug ist hart, aber relativ schnell überstanden. Danach kommt der noch härtere psychische Entzug, dieser kann ewig dauern und man kann selbst nach Jahren rückfällig werden.
Deshalb, sobald du es geschafft haben solltest zu entziehen, denk nicht, dass du wieder Benzos nehmen kannst, auch nicht nur einmalig oder selten.
Natürlich gibt es Menschen die nach einem erfolgreichen Entzug verantwortungsvoll mit der Substanz umgehen, aber die Chance rückfällig zu werden is enorm hoch, setzt das lieber nicht aufs Spiel.

Ich drück dir die Daumen, dass du es schaffst.
Wenn du willst melde dich in den Kommentaren, dann kann ich dir noch mehr zu dem Entzug erzählen, denn ich hatte in meinem näheren Bekanntenkreis Leute die von Benzos entzogen haben.

Kommentar von kingaless ,

tilidin ist kein benzo

Kommentar von VegasEditing ,

Oh sorry da hab ich mich vertan. Tilidin ist natürlich ein Opioid.
Aber trotzdem gilt auch dafür alles, was oben steht, außer, dass der Entzug schlimmer ist als ein Heroin Entzug.

Kommentar von kingaless ,

es sollte in etwa das gleiche sein wie ein heroin entzug

Kommentar von VegasEditing ,

Naja lässt sich schwer beurteilen. Kommt ja auch auf die Person an sich, die Dauer der Sucht und wie hoch man dosiert ist an.

Antwort
von Kathyli88, 77

Ich denke das geht recht schnell bei tilidin.

Ich war vor ein paar wochen im krankenhaus wegen einem bandscheibenvorfall und bekam dort unter anderem tilidin intravinös für eine woche. Als ich entlassen wurde, mehr schlecht als recht, ein rezept mit 100 stück. Ich habe sie aber trotz schmerzen nicht eine genommen, weil ich merkte dass sich eine abhängigkeit einstellt. War etwas unruhig, fühlte mich unwohl, ein unangenehmes gefühl. Deshalb hab ich sie nicht mehr genommen...ich lass mich nicht schmerzmittelabhängig machen. Mit ibuprofen und krankengymnastik geht es. Lass diese dinger weg, es sind opioide und von denen kommt man ganz schwer wieder weg meist nur mit hilfe einer entzugsklinik. Wenn dann nur für eine kurze einnahme weil die verletzungen so massiv sind dass andere schmerzmittel gar nichts helfen. Du scheinst dich grad an der grenze zu befinden, also schmeiß sie weg.

Kommentar von KatzenMarkus ,

Das sehe ich auch so, an den Abhängigen verdient sonst nur die Pharmaindustrie.

Kommentar von Kathyli88 ,

Das stimmt. Und nach ein paar jahren geht es einem noch schlechter als die ursprüngliche ausgangssituation war. Die opioide schädigen nämlich den körper und auf einmal hat man dann herzprobleme und nierenprobleme und leberprobleme und der stoffwechsel funktioniert nicht mehr...und die leute fangen an zu zittern und drehen aufs aggressivste durch wenn sie das schmerzmittel nicht kriegen...und dann gehts ab in eine entzugsklinik (entzug von etwas von was sie einen vorher abhängig gemacht haben) weil man sie dann gar nicht mehr so einfach absetzen kann weil das so ein schock für den körper sein würde dass man es nicht aushalten würde. Wie lange nimmst du die denn ein? Wenn es schon länger ist, dann schmeiß sie nicht einfach weg, könnte sein dass du ansonsten schlimme entzugserscheinungen kriegst. Wenn es erst kurz ist, dann lass sie komplett weg. Wie gesagt bei mir waren nach dieser woche krankenhaus schon so leichte entzugserscheinungen zu bemerken...ich will gar nicht wissen wie es mir gehen würde wenn ich diese riesen mengen nach medikamentenplan vom arzt genommen hätte...hab zusätzlich noch einen haufen anderer schmerzmittel aufgeschrieben bekommen...mit 3-4 ibus am tag gings aber auch und mit physiotherapie. 

Kommentar von Chillersun03 ,

Die opioide schädigen nämlich den körper und auf einmal hat man dann herzprobleme und nierenprobleme und leberprobleme und der stoffwechsel funktioniert nicht mehr..

Das ist absolut nicht der Fall.

Kommentar von Kathyli88 ,

Dann nimm es mal 10-15 jahre und dann reden wir wieder. 

Kommentar von Seanna ,

Tilidin wird nicht umsonst oft und gerne in der Therapie von chronischen Schmerzpatienten eingesetzt. Stimme Chillersun absolut zu.

Antwort
von Seanna, 33

Die Frage ist doch nicht ernst gemeint. Du hast mehr als genug Erfahrungen mit Drogen und Entzug und Anfang 2015 war es eine Benzos Abhängigkeit, in die du dich manövriert hast.

Hier geht's wohl nur um Aufmerksamkeit.

Kommentar von kingaless ,

nein nicht wirklich hier geht es um sucht Problematik. die sache mit den benzos hat sich von alleine wieder erledigt mit dem tilidin ist es langsam echt ernst. das ist nunmal das Problem wenn man suchtkrank ist man kommt von jedem scheiß schwer wieder los

Kommentar von Seanna ,

Nein, das Problem ist, dass man sich trotz bekannter Suchtproblematik nicht von Stoffen fernhält, die suchterzeugend sind. // DAS sollte nämlich jeder süchtige tun, egal ob er schon mal von DIESEM Stoff abhängig war oder von anderen. Steht übrigens auch in der Packungsbeilage, dass das Menschen mit bekannter Suchtproblematik nicht einnehmen sollen. Wers trotzdem tut, ist selbst Schuld. Außerdem sind Opiate und deren Wirkung JEDEM Süchtigen hinreichend bekannt. Kann mir keiner erzählen.

Kommentar von kingaless ,

die benzos hab ich bekommen als ich panikattacken durch meine psychose hatte und das tilidin als ich sehr starke Zahnschmerzen hatte undzwar von ärzten die meine Probleme genau kennen. Manchmal kommt man eben nicht drum. Hauptsache seinen senf dazu geben auch wenn man keine Ahnung von sowas hat.

Antwort
von john201050, 34

wie lange machst du das schon?

wenns schon länger ist, dann bist du ganz bestimmt abhängig.

opioide gehören zwar zu den schönsten dingen auf der welt, aber genau das macht sie auch gefährlich. überleg dir gut, ob du dir das für immer versauen willst.

ich würde an deiner stelle so schnell wie irgend wie möglich aufhören.

und schieb es nicht raus mit "nächste woche höre ich auf". denn in einer woche ist es dann wieder "jetzt" die zeit zum aufhören. du kommst um den entzug nicht herum, aber um so länger du wartest, um so schlimmer wird er.

Antwort
von mondfaenger, 70

Du solltest unbedingt mit deinem Arzt darüber sprechen! Auch wie du am besten  ausschleichen kannst.

Antwort
von gabaniel, 49

Versuche es langsam auszuschleichen, reduziere alle paar tage die dosis bis du es irgendwann nicht mehr brauchst. Klar leichter gesagt als getan, aber wenn du es nicht schaffst geh zum Arzt!

Mit Opioiden ist nicht zu spaßen.

Antwort
von KatzenMarkus, 60

Tilidin fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und ist ein Opiod, hat also was mit Drogen zu tun. 

Daher musst du wohl erstmal ein paar Wochen schlimme  Entzugserscheinungen in kauf nehmen, wenn du Clean werden willst.

Kommentar von steka77 ,

Unter das BTM fallen nur die Tropfen

Kommentar von KatzenMarkus ,

Interessant. 

Kommentar von john201050 ,

jedes medikament ist eine droge. sonst würde es nicht wirken. (placebos ausgenommen)

auch koffein, alkohol, nikotin,... sind drogen.

aber darum gehts hier überhaupt nicht.

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