Sophist am 19.11.2007 um 12:02 Uhr
Wie wissen ja alle, dass es manigfaltige Argumente für und gegen Tierexperimente [medizinisch, militätisch, kosmetisch...] gibt. Viele sind ethisch nicht durchdacht oder emotional aufgeladen. Ich möchte ganz einfach wissen: Seid Ihr dafür oder dagegen? [In der kategorialen Entscheidung gibt es diesmal kein "das kommt drauf an" - es muss eine grundsätzliche Entscheidung her!]

ohne weiteren Kommentar..

Es muss zu 98% nichts mehr, dass an Tieren "versucht" werden muss, da doch schon alles rundsätzliche erforscht ist. Besonders die Versuche betreffs Kosmetik sind verwerflich, da es doch nun wirklich KEIN kosmetisches Produkt mehr gibt, das es nicht gibt. Wenn da noch Versuche angestellt werden müssen, kann man da mit Computerprogrammen simulieren und später mit freiwilligen Testerinnen am Objekt, das diese produkte auch einfordert. Die machen das dann aus eigenem Antrieb und wissen, was auf sie zukommen könnte. Auch bei Medikamenten sind Versuche mit freiwilligen Menschen, die es ja auch standardmässig gibt, besser da es wirklich an denen ausprobiert wird, die es angeht und auf deren Körper das ganze wirken muss.
Als Biologielaborant bin ich für Tierversuche, solange die Gesetzlichen Bestimmung (wie z.B. Tierschutzgesetz) beachtet werden.
Der heutige Stand der Technik wäre niemals so weitentwickelt, wenn es keine Tierversuche gäbe.
Man stelle sich doch mal die Frage: Wenn kein einziges Lebewesen dazu benutzt werden darf, Versuche an Ihm anzustellen, dann frage ich mich:
Seid Ihr bereit neuentwickelte, aber noch nicht getestete Pillen zu schlucken? Medikamente, von denen ihr nicht wisst, ob und wie sie wirken und ob sie eventuelle Nebenwirkungen haben?
So das ein Witz sein? Das Tierschutzgesetz ist für Tierversuche außer Kraft gesetzt! Oder wie will man Tierversuche durchführen ohne den Tieren zu schaden?
Heeeschen am 19. November 2007 15:27 Schließe mich mismid an - da hat wohl jemand die Frage nicht verstanden.....
critter am 19. November 2007 20:53 Typische Antwort von Laboranten, könnte noch einige namentlich nennen, alle sagen dasselbe.

Etwas Widerlicheres, Überflüssigeres und Lebensverachtenderes gibt es nicht!!!

Wir alle wollen neue tolle Medikamente und hübsche Kosmetika (naja überwiegend Frauen, hehe) aber niemand will Opfer bringen. Tierversuche sind nunmal unumgänglich. Ob sie im Falle kosmetischer Produkte auch vertretbar sind...darüber muss jeder selbst urteilen, aber medizinisch sind sie unabdingbar.
kann mir nicht vorstellen, dass da jemand dafür ist
zu einem sehr großen Teil lassen sich Tierversuche heute mit anderen Methoden ersetzen und es ist ungeheuerlich, dass von dieser Möglichkeit viel zu wenig Gebrauch gemacht wird und dass der Gesetzgeber hier nicht mehr eingreift!!

Kein einziges Lebewesen darf dazu benutzt werden, Versuche an ihnen anzustellen.
Gegen Tierversuche gibt es grundsätzlich Bedenken, weil sie in einem gewissen Ausmaß stets mit einem Leiden der Tiere verbunden sind (Tod wäre ein Extremfall).
Wesentlich ist die Frage, welchen Status Tiere in ethischer Hinsicht haben. Dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Ihnen überhaupt keine eigenständigen moralischen Rechte einzuräumen (Tiere sind dann nicht um ihrer selbst willen schützenswert), ist nicht völlig überzeugend. Sie haben Empfindungen und können meistens auch zumindest in einem gewissen Ausmaß denken. Daraus ergibt sich ein Eigenwert, der gegen einen bedenkenlose Benutzung als bloßes Mittel fremder Interessen spricht.
Dann kann eine Berücksichtigung ihrer Interessen an Leben und Schmerzfreiheit geboten sein bzw. ihr Subjektsein eines Lebens, in dem individuelles Wohlergehen gefühlt wird, verdient Beachtung.
Damit steht nicht unbedingt der Wert aller Lebewesen in jeder Hinsicht auf der genau gleichen Stufe (die besondere Vernunftbegabung der Gattung Mensch kann z. B. dann immer noch als Besonderheit angesehen werden).
Tierversuche, zu dem die Tiere ja keine Zustimmung gegeben haben, sollten wenigstens möglichst vermieden werden. Bei einer Interessensabwägung kann im Einzelfall der Nutzen eines Medikaments, für das Versuche zwingend nötig sind, Gewicht haben.
Auch wenn hier ein einfaches Ja oder Nein schwierig ist, wähle ich in der kategorialen Entscheidung den Standpunkt, der meine Überzeugung weitgehender trifft.

Du sollst nicht töten
die Frage ist so leicht leider nicht zu beantworten. Wir wären heute bei vielen Dingen nicht in der Lage, Zusammenhänge zu verstehen oder Krankheiten zu behandeln, wenn wir nicht aus Tierversuchen Information gewonnen hätten. Jeder Tierversuch ist moralisch bedenklich, zumal, wenn dem Tier dabei physischer oder psychischer Schaden zugefügt wird, aber leider ist es manchmal unumgänglich. Man muß dabei differenzieren zwischen Tierversuchen für die Grundlagenforschung, Versuchen für die Arzneimittelentwicklung und z.B. Versuche für die Kosmetikaentwicklung. Grundsätzlich bin ich der Meinung, daß Tiere nicht für die Erforschung und Entwicklung von Komfortpräparaten wie Shampoos oder ähnliches leiden dürfen (klassisches Beispiel sind die Kaninchen, denen ein Kindershampoo in die Augen geträufelt wurde, um sicherzustellen, daß es nicht brennt...) Grundlagenforschung und Arzneimittelentwicklung sind allerdings m.E. anders zu bewerten. Auch wenn hier vieles ebenso grausam ist, sollten wir uns die Frage stellen, ob wir wirklich ohne Medikamente gegen Diabetes, Depression, Alzheimer und fast alle anderen Krankheiten leben wollen würden. Zum einen ist die Wirksamkeit und Sicherheit eines jeden Medikamentes im Tierversuch getestet worden (wer möchte sich selbst als Versuchsperson zur Verfügung stellen?) zum anderen ist das Wissen über mögliche Therapieansätze häufig erst durch das Studium von Tiermodellen gewonnen worden.
Dieses Thema mit "ja" oder "nein" abhandeln zu wollen ist völlig unmöglich.
pj
schurke am 19. November 2007 16:33 d.h.

Absolut, da es so viele Alternativmethoden gibt, die leider nicht genutzt werden

Solange Tierversuche wirklich nur dann stattfinden, wenn es zwingend nötig ist - also allenfalls medizinische und keine "kosmetischen" Fragestellungen - und keine andere Möglichkeit existiert, um dieselben Resultate zu erhalten, dann bin ich dafür.
Heeeschen am 19. November 2007 15:32 Das kann man nur mit der Einschränkung sagen, dass Ergebnisse unter Forschungseinrichtungen ausgetauscht werden müssen, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden und das Versuche im Vorfeld genehmigt werden müssen.
Hallo Dies zu beantworten ist schwer...gäbe es diese Versuche nicht...viele Medikamnete die unseren Kindern/Familien geholfen haben...würde es schlecht aussehen.
ABER heutzutage gibt es soviele Möglichkeiten einem Tierversuch anders zu gestalten...und nicht immer und immer wieder das gleich...Versuche die vor Jahren schon gemacht wurden ect....das ich sage...NEIN...heutzutage muß es auch anders gehen.
Weiß aber nicht wie ich reagieren würde wenn aus meiner Familie jemand schwer krank ist udn das Medikament welches helfen kann muß erst am Tier getestet werden...sorry.
vg Tanja

Ganz ausschließen kann man Tierversuche nicht. Jede Frau hat sicher schon mal eine Medizin oder eine Kosmetik genommen, die früher mal an Tieren ausprobiert worden war.
Es wäre doch nicht auszudenken wenn es dann wegen des Verbots von Tierversuchen mehr Fälle wie Contagan geben würde.
Allerdings sollte man Tierversuche vielleicht staatlich überwachen und auf ein Minimum reduzieren. Momentan werden Tierversuche von mehreren Firmen zum gleichen Projekt parallel gemacht ohne die Erkenntnisse untereinander auszutauschen. So etwas sollte nicht mehr passieren.
Tierversuche haben Contagan auch nicht verhindert. Nicht mal Menschenversuche!
Heeeschen am 19. November 2007 15:31 Alle diese Versuche werden TÄGLICH wiederholt - auch wenn sie von Zig Konzernen vorher schon mit DEMSELBEN Ergebnis abgeschlossen wurden.
Warum muss heute noch!!! bewiesen werden, dass es schädlich ist, wenn man Tabakrauch in die Augen bekommt? (Kaninchen, Hunde, Affen werden mit Aufgeklammerten Augen und eingeschraubtem Kopf mit Tabakrauch beblasen und kriegen Laugen und Säuren in die Augen geschmiert). WELCHE ART MENSCH ist dazu in der Lage, diese Versuche durchzuführen?? Du, Boris??
boriswulff am 19. November 2007 18:12 Liebes Heeeschen. Genau darauf bin ich in meiner Antwort genau eingegangen. Es soll eine staatliche Überwachung stattfinden, dass ein wichtiges Experiment nur einmal ausgeführt wird. Ich bin absolut gegen eine sinnlose Wiederholung von Tierversuchen!
ja aber 1 mal ist doch keinmal! Was sagt 1 einziges Experiment aus? Nichts ....
... sofern es keine andere Möglichkeiten gibt.
Für die Tabakindustrie und Kosmetik bin ich allerdings dagegen!!
die die dafür sin haben nix im kopf

sollen sie mit ihrem achsotollen medizinischen know-how doch mal die -bestehenden- Alternativen fördern und verbessern anstatt an ihren veralteten Theorien festzuhalten.