Frage von Snook88, 117

Tierschutz informieren obwohl das Pferd artgerecht gehalten wird?

Hallo,

in meinem Bekanntenkreis gibt es eine junge Frau die extrem übergewichtig ist und dennoch auf Ihrer normal gebauten Oldenburger Stute reitet. Sie macht tatsächlich viel Bodenarbeit, gleichzeitig reitet Sie ohne Sattel und eben auch mehrere Stunden aus.

Das Bild der beiden ist schon sehr erschreckend, Sie reitet auch keine Turniere mehr, weil die Richter Sie "unfair" bewerten. Nun ja...der Eindruck spricht für sich. Ich stelle natürlich kein Bild öffentlich. Ihre Stute ist ca. 168cm groß, eine sportliche Oldenburger Stute und die besagte junge Frau muss mindestens 130kg wiegen.

Wird der Tierschutz bei solch einer Sache auch aktiv? Das Pferd wird top gehalten, es fehlt Ihr es an nichts.

Hat Jemand Erfahrung?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 7

Ich  kenne auch so ein Paar. Da macht der Tierschutz nichts zumal du ja schreibst, dass das Pferd sonst gut gehalten wird.

Allerdings kann ich verstehen, dass du dir Gedanken machst. Und die Argumene hier finde ich auch fragwürdig. Natürlich schleppten damals die Pferde die Ritter in Ritterrüstungen oder Soldaten in Uniform. Bei all den Beispielen, dass Pferde ein hohes Gewicht tragen können, fehlt allerdings immer die Frage:

wie lange halten sie es aus.

Von den Pferden von Hermann Göring, 220 kg, war z .B bekannt, dass diese nach jeweils zwei Jahren kaputt waren.

Natürlich kann ein sehr guter Reiter vieles ausgleichen, aber nicht jeder übergewichtige Reiter ist zugleich ein genialer Reiter. Dann wären ja die Richtlinien von ca 20% (höchstens) des Pferdegewichts unsinnig. Sind sie aber nicht. Es steht nirgendwo, dass ein Reiter, der z.B. das silberne Abzeichen hat, 30% haben darf. Und einer mit Goldenem Abzeichen dann 50% ?

Und ja, für einen modernen Warmblüter, also mit gehörig Blut, sind 130 Kilo entschieden zu viel. Gesund alt wird so ein Pferd dann eher nicht. Denn ein schweres Gewicht bedingt leider nicht automatisch ein gutes Reitvermögen.

Ich habe einen Bekannten, schätzungsweise gut 100 Kilo, der früher das Familienpferd - Warmblutstute - mitgeritten hat. Jetzt, nach dem Tod des alten Pferdes (mit 18!) hat die Familie ein neues Pferd, ein normales  Warmblutpferd. Er hat sich nun entschieden, nicht mehr zu reiten. Er bringt, sagt er selbst, nicht die nötige Disziplin auf, um abzuspecken. Er lernt jetzt das Fahren und das neue Pferd wird dann auch fachmännisch eingefahren. Ich finde das gut.

Aber dennoch: der Tierschutzverein macht dagegen nichts.

Antwort
von beglo1705, 117

Nein, wird er normal nicht. Da du auch schreibst, dass sie viel Bodenarbeit mit ihrem Pferd macht, wird sie wahrscheinlich wissen dass von einem Gewichtsträger auch gute Muskulatur verlangt wird, ohne geht´s nicht.

130Kg ist viel, aber ein gut trainiertes Warmblut packt das mit der entsprechenden Vorbereitung.

Der Tierschutz bzw. das Vet.Amt wird sich der Sache höchstens annehmen, wenn das Pferd sichtlich leidet in Form von ungepflegt, verletzt, krank, kein Wasser, kein Heu, kein Auslauf etc. pp. vorher passiert da wenig bis gar nix und wenn das nicht wenigstens mit Bildern festgehalten wird, interessiert das auch weiter keinen.

Kommentar von Snook88 ,

Das habe ich mir fast gedacht. Aus diesem Grund stelle ich hier meine Frage, um weit gefächerte Erfahrungswerte zusammen zu tragen. 

Antwort
von Michel2015, 16

Die werden sich todlachen.

Ich selbst kenne einige übergewichtige Damen die ausgezeinet reiten und
halte mich aus Urteilen tunlichst heraus. Mir selbst ist es ohnehin
unmöglich zu bewerten ob eine Frau 95 oder 130 kg wiegt. Wenn Du also
einen Wiegeschein hast, dann wäre das also ganz gut für die Anzeige.
Fotographieren ist ja verboten.

Wenn jemand der Meinung ist, dass ein Tier schlecht gehalten, gequält

oder dass ihm in irgendeiner Form Schmerzen zugefügt werden, dann hat

man/Frau das zu dokumentieren und den verantwortlichen, dem Landkreis

zuständigen Amt zu melden.

Ich kenne so etwas nicht "Unfair bewertet". Wenn jemand auf einem Turnier Mist baut, dann wird das öffentlich gemacht, da steht dann auch warum jemand aus der Prüfung ausscheidet. So sind die Regeln. Und solange man Pferde in der Rollkur vorstellen darf, ihnen in der Dressur die Zunge festbinden kann, dann schert sich sicher niemand um ein Übergewicht, denn das steht defintiv nicht in der LPO. Aber die kennt ja eh kam einer bis auf den Teil mit der Schabrackenfarbe.

Dass die Dame nicht in den Playboy kommt, ändert nichts an der Tatsache, dass sie sich frei bewegen darf und sich mit Pferden beschäftigt. Ansonsten ist das Diskriminierung, Mobbing, Schikane, Üble Nachrede und was noch alles. Bei Jugendlichen bewegt man sich auf böses Glatteis, denn es kann schon Körperverletzung sein, wenn man ein Dickes Mädchen öffentlich verurteilt.

Als "Fett gelten die Damen (nur unter Euch Damen) schon ab 75 Kg. Männer mit 85 Kg sind dagegen hochbegehrt. Man erkennt gleich das übliche Gewichts-Zerrbild  in der Ponywelt. Ich meine, woher weißt Du, dass sie 130 Kg wiegt? Steht das am Schwarzen Brett?

Also, ein bewaffneter Berufssoldat zu Pferd bringt locker bis 130 Kg auf die Waage. Der Unterschied ist, dass Polizei und Bundeswehr auf speziellen Sätteln reiten und nicht ohne. Da ist auch Kritik angebracht und das ist schon der einzige Punkt. Aber! Das Pferd denkt sich: "Lieber einen gut gepolsterten Hintern als zwei Höcker im Rücken" oder einen schlechten Sattel, denn wegen einem extrem schlechten Sattel könntest Du in jedem Stall mind. eine Anzeige absetzen.

Kommentar von Snook88 ,

Jetzt mal ernsthaft, warum muss alles gleich in Schikane und Mobbing enden?! Kann man nicht einfach ehrlich sein, ohne gleich der Diskriminierung angeprangert zu werden? Das Thema hat sich, Dank der Antworten hier eh erledigt, ich sehe sein, dass sich keine Instanz einschalten wird. Woher ich weiß, das Sie so viel wiegt? Ließ die Kommentare...da steht es drin ;) 

Antwort
von Negreira, 90

Die wenigsten Tierschützer sind wirklich Pferdekenner. Außerdem hat er keinerlei Rechte. Die Besitzerin kann im Hausverbot erteilen, damit hast Du nichts erreicht. Wenn das Tier gut gehalten wird, gehe ich davon aus, daß Du nicht viel machen kannst.

Der einzig zuständige Ansprechpartner wäre ein wirklicher Pferdekenner, der der Dame mit Argumenten kommen und gut zureden kann, oder das Veterinäramt Deiner Stadt oder Deines Landkreises. Ich bezweifle aber stark, daß die tätig werden, nur weil die Besitzerin übergewichtig ist.

Antwort
von Weymez, 99

Ich würde sie drauf ansprechen bevor ich den Tierschutz benachrichtige...  Den kannst du ja immer noch benachrichtigen wenn du den Eindruck Hase es tut sich nix...  

Woher weißt du den das die Frau 130 Kilo drauf hat?  Kann ja schließlich auch tauschen...  

Bei entsprechendem Training und Rückenmuskel Aufbau...  Kann auch ein Sportliches Pferd mehr tragen...  

Schön anzusehen ist es natürlich nicht...  Ganz und gar nicht...  

Kommentar von Snook88 ,

Das habe ich bereits versucht. Es hat nichts gebracht. 130kg ist nur ein Schätzwert. Ich selber habe damals 120Kg gewogen, wir beide sind gleich groß und Sie war leider deutlich mehr als ich. Ich habe mir damals ebenfalls einen 3 jährigen geholt und habe Ihn erst geritten, als ich 45kg abgespeckt hab. 

Kommentar von Weymez ,

Es klingt wirklich schon krass...  

Ein normal gebautes Sportpferd ob nun Oldenburger oder Hannoveraner...  Die können schon um die 100 Kilo tragen bei entsprechender Muskelaufbau..  

Der Ta darf dir da leider keine Auskunft geben...  

Aber finde ich gut das du geschafft Hast so viel abzunehmen...  

Wie wäre es wenn du einfach mit hier ganz normal redest...  Vielleicht mal zusammen ausreiten...  Besser kennenlernen und sie dann vielleicht fragst ob ihr zusammen Sport macht..  Oder oder oder... 

Vielleicht braucht sie nur jemanden der an ihrer Seite ist 

Kommentar von Snook88 ,

Danke, ich hatte etwas wofür es wirklich gelohnt hat! Wir sind vor einem Jahr mal in einer Gruppe zusammen geritten, Ihre beste Freundin ist auch mit mir sehr gut befreundet, es wurde bereits mehrfach versucht mit Ihr zu sprechen. Es ist wirklich traurig, mag sein, dass Ihr Pferd es aktuell noch weg stecken kann, aber man hat doch den Anspruch sein Pferd ein Leben lang zu haben. Daher kam meine Idee mit dem Tierschutz/ Vet Amt, dass Jemand offizielles mit Ihr spricht und vor Augen hält, was Sie vielleicht schon weiß, aber nicht wahr haben möchte. Der Ta kann an Ihrem Pferd natürlich ordentlich Geld verdienen, als ich damals die 100kg Grenze erreicht hatte, habe ich meinen Ta z.b. im Rat gefragt, ob ich schon schlank genug wäre um zwei oder drei Mal die Woche zu reiten. Mein Ta hat mir gott sei Dank seine ehrliche Meinung mitgeteilt. 

Kommentar von Weymez ,

Neija ich finde 90-100 Kilo jetzt noch nicht extrem zu viel zum reiten...  Wenn man sich nicht Grade auf ein Pony setzt...  Und das Pferd gut bemuskelt ist am Rücken...  



Beim mg reiten ist es zum Beispiel so das du nicht mehr als 75 Kilo bei einer Pony große bis 148 haben darfst.. ist das Pony /Pferd größer darfst du auch mehr Kilo haben..  

Eine aus meiner Mannschaft hat 90 Kilo drauf und hier Pony hat eine Größe von 1.50 und gehört mit zu den besten im Thema...  

Beim mg ist es so das die größe das Tiers eingetragen sein und die Reiter aufm Turnier auch gewogen werden wenn es zu krass aussieht...  


Daher denk ich das 100 Kilo für ein Sportpferd nicht zu viel ist...  


Weniger ist natürlich immer besser...  

Kommentar von ponyfliege ,

die meisten haflinger sind im ponymass - und tragen problemlos ein reitergewicht von 120kg - mit dem sie galoppieren, springen und reissende bergflüsse durchwaten.

als packpferd trägt ein haflinger 180kg.

ein shetlandpony zieht eine lore von einer tonne! auf schienen bergauf.

das gewicht muss möglichst dicht am pferd verteilt sein. je kleiner ein reiter ist, desto weniger kommt das hebelgesetz zur anwendung und desto weniger schränkt das gewicht des reiters das pferd ein.

ein 1,90m reiter mit 75kg bringt ein pferd eher aus dem gleichgewicht, als ein 1,55m reiter mit 85kg - einfach wegen der hebelwirkung.

Kommentar von Weymez ,

Klingt plausibel...  

Antwort
von DonkeyDerby, 87

Was ich in einem Pferdeforum gefunden habe:

"ein freiberger (leichtes ch-kaltblut) mit stockmass um die 155cm wird im
militär in der regel mit 80-120kg beladen. dabei handelt es sich um
starre lasten die nicht in der bewegung mitgehen. die pferde tragen
diese bis zu 6h am tag."

Oldenburger sind nicht nur größer, sondern auch sehr kräftig gebaut. Da sehe ich 130 kg nicht als Problem, zumal es keine "tote" Last ist.

Überleg mal, wieviele große schwere Männer reiten. In Spanien sitzen auf den Andalusiern nicht nur die schmalen jungen Männer, sondern auch ganz schön schwere Kolosse. Und dann kommt noch die Señora hinterm Sattel mit drauf...

Kommentar von Snook88 ,

Da magst du recht haben, allerdings ist ein Andalusier und auch ein Freibergen kompakter gebaut. Bei einem Alt Oldenburger Schlag, würde ich mir die Gedanken nicht machen. Doch diese Stute steht doch sehr im sportlichen Typ. Wenn die besagte Person aufsteigt (von einer Aufstiegshilfe), dann geht das Pferd mit einem großen Ausfallschritt in die Knie.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Ups, das klingt nicht ideal... Andererseits: Das Pferd hat offensichtlich ansonsten ein sehr gutes Leben. Und die Turniere sind zum Glück gestrichen. Ausritte sind nicht so belastend. Wenn ich mir dagegen ansehe, wie manche Springpferde geschunden werden, auch wenn da ein "Reiterfloh" draufsitzt...

Die Bodenarbeit hilft ja auch bei der Koordination und beim Muskelaufbau. Man muss eben alles relativ sehen. Manch ein Shetty, das sich auf der Wiese hinterm Haus totlangweilt und totfrisst, würde vielleicht sogar gerne mit der Oldenburgerin tauschen...

Kommentar von ponyfliege ,

das oldenburger pferd vom alten schlag war ein arbeits- und lastzugpferd. zur not ging der auch mal unter dem reiter - oder vor der kutsche.

der heute alt-oldenburger genannte schlag hat die arbeitspferde-eigenschaften verloren - und nicht besonders viele reitpferdepoints dazugewonnen.

ein sportpferd ist auf reiten und leistung gezüchtet.

Antwort
von sukueh, 83

Was hat die Dame denn gesagt, als du sie wegen ihres vermeintlich zu großen Gewichts und der Reiterei angesprochen hast ?

Kommentar von Snook88 ,

Sie hat mich so zu sagen im Regen stehen gelassen und mich komplett in allen Some Kanälen geblockt. 

Kommentar von sukueh ,

Eine erwartete Reaktion, würd ich mal sagen. Wenn, dann hätte möglicherweise der TA oder der Trainer größeren Einfluss darauf, dass die Dame notwendigerweise abnimmt.

Ich bezweifle, dass ein "Tierschutzverein" hier offiziell etwas machen kann. Wenn, dann müsste vermutlich eher das Vet-Amt benachrichtigt werden. Aber ob die bei einem einwandfrei gehaltenen Pferd nur aufgrund des Übergewichts des Reiters eine Handhabe haben, wage ich auch zu bezweifeln.

Kommentar von Snook88 ,

Das habe ich bereits vermutet. 

Antwort
von ManuTheMaiar, 97

Der Tierschutz kann hoffentlich nichts machen, wie stellst du dir das denn vor, willst du sie wegen ihres Gewichts diskriminieren ?

Kommentar von Snook88 ,

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ich möchte Ihr doch nicht das Pferd weg nehmen, es sollte Ihr nur endlich mal die Augen geöffnet werden. Da Sie auf "normale" Versuche nicht reagiert. 

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Die Augen für was, das sie deiner falschen Meinung nach nicht reiten darf nur weil sie fett ist, denn genau das ist Diskriminierung

Nur mal so, ein Ritter in voller Rüstung war auch nicht gerade leicht

Kommentar von Snook88 ,

Es ist immer wieder herrlich erleben zu dürfen, wie fremde Menschen sich anscheinend angegriffen fühlen! Ich habe mit keiner Silbe gesagt, dass Sie nicht reiten darf. Ich habe lediglich gesagt, dass Ihr Gewicht für Ihr Pferd, meiner Meinung nach nicht passend ist. Das Tier macht einen großen Ausfallschritt und geht in die Knie sobald die besagte Frau den Rücken besteigt. Ich habe ebenfalls geschrieben, dass es sich bei Ihrem Pferd um eine sportliche Stute handelt. Du möchtest doch nicht allen ernstes grade Pferde aus dem Mittelalter mit der heutigen Sportzucht vergleichen?!

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