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Tiere aus dem Tierheim: Pro oder Contra?

gefragt von dinorlidinorli am 28.05.2007 um 13:40 Uhr

Wir haben uns grade zwei Katzen aus dem Tierheim geholt, die keine besonders lustige Vergangenheit haben und mit denen es jetzt auch etwas schwierig ist. Wir ernten auch das ein oder andere Kopfschütteln, frei nach dem Motto: "Ist ja auch bescheuert, ein Tier aus dem Tierheim zu holen. Man weiß doch gar nicht, was man sich ins Haus holt!" Ich bin aber der Meinung, wenn alle so denken würden, würden die Tiere dort ja gar keine Chance bekommen. Wobei das mit einer Katze vielleicht auch leichter ist, als mit einem Hund. Was habt ihr denn für Erfahrungen gemacht?


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evistie
beantwortet von evistie am 28. Mai 2007 15:20
26x
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Ich habe bisher einen Hund und vier Katzen aus dem Tierheim geholt und kenne etliche solche Tiere in meinem Umfeld. Mit meinem Hund gab es keine Probleme, da er noch jung war und ganz offensichtlich kaum schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Die Katzen waren z. T. SEHR geschädigt (eine sollte wegen extremer Bissigkeit eingeschläfert werden), aber mit viel Geduld und Liebe wurden sie dann doch noch für viele Jahre sehr liebenswerte Hausgenossen.

Generell möchte ich sagen: Hunde aus dem Tierheim sind "einfacher" als Katzen aus dem Tierheim. Das liegt in der Natur der Hunde, die geführt werden und "gefallen" wollen. Katzen hingegen ziehen sich gern in sich zurück und wirken dann abweisend und "kratzig".

Versteh mich bitte nicht falsch: ich will Dir nicht ausreden, Dir im Tierheim ein Tier auszuwählen. Es ist so ein bißchen wie "Kind adoptieren" - Du gibst einem Lebewesen, welches bereits existiert, bessere Lebensbedingungen und Chancen. Aber Du kannst nicht wissen, welche schlechten Erfahrungen dieses Lebewesen bereits gemacht hat und wie sich das auf sein weiteres Verhalten und damit auf Dein Leben auswirkt. Daher mußt Du wahrscheinlich viel Zeit, Geduld und Liebe aufbringen, aber es wird Dir allermeistens reich gelohnt.

Ein allgemeiner Tipp noch: wenn man ins Tierheim geht, sollte man sich zunächst ausführlich mit den Pflegern unterhalten! Die haben die Tiere bereits etwas kennengelernt und können entsprechende Empfehlungen geben. Man sollte ihnen sagen, was man von seinem zukünftigen Tier erwartet und in welche Umgebung es kommt (Stichworte: Kinder/andere Tiere/muß es auch mal allein bleiben können/Freigang oder nicht (bei Katzen)/u. v. m.). Mit diesen Beratungen habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Ich wünsch Dir alles, alles Gute und viel Glück bei und mit Deinen beiden neuen Pelzgesichtern. Hierfür noch ein spezieller Tipp: manchmal ist "in Ruhe lassen" das Beste für Katzen. Laß sie von selber kommen! Katzen sind neugierig, und wenn sie "nicht beachtet" werden, läßt ihnen das keine Ruhe... wenn sie sich dann nähern, sprich viel mit ihnen, aber versuche nicht unbedingt, sie zu streicheln. Irgendwann sitzen sie von ganz allein auf Deinem Schoß!


Abigail
beantwortet von Abigail am 28. Mai 2007 13:56
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Ich finde es ganz toll von Euch Katzen aus dem Tierheim geholt zu haben. Wenn mehr Leute so denken würden wären die Tierheime nicht chronisch überfüllt.
Katzen sind nun mal sehr eigene Wesen. Habt Geduld mit ihnen und akzeptiert ihre Eigenheiten.
Wir hatten einmal einen älteren Hund aus dem Tierheim und das klappte sehr gut. Der Hund war unproblematisch und sehr anhänglich. Irgendwie kam es uns vor, als sei er dankbar.


gri1su
beantwortet von gri1su am 28. Mai 2007 13:56
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Also, ich finde toll, was Ihr gemacht habt. Tiere aus dem Tierheim haben auch ein schönes Zuhause verdient. Klar, dass die Katzen wohl schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich dementsprechend verhalten. Aber wenn sie merken, dass sie es bei Euch gut haben, werden sie schon zeigen, wie dankbar sie sind. Gebt nicht auf, und vor Allem, gebt nichts auf die ablehnende Reaktion Anderer. Ich find es toll.


soust
beantwortet von soust am 28. Mai 2007 13:51
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Wer den Kopf schüttelt, der soll mal in ein Tierheim gehen... Wenn er ruhig rausgehen kann, ohne sich überlegt zu haben, eins der jammernden Viecher mitzunehmen, dann ist er/sie natürlich für keine Argumente zugänglich.

Gerade bei Katzen und Hunden sollte man Züchter nicht auch noch ermutigen, sinnlos immer weiter zu "produzieren", das ist in jeder Tierschutzpublikation zu lesen. Man sollte eher den Kopf über Leute schütteln, die sich des Status wegen ein überzüchtetes Rassetier nach Hause holen, das im Lauf der Zeit viele Probleme durch krankes Verhalten und gesundheitliche Schwäche macht.

Haltet mit Euren Katzen durch! Die sind Euch auch jetzt schon äußerst dankbar, auch wenn sie's vielleicht noch nicht durch ihr Verhallten zeigen!!!!


xyungeloest
beantwortet von xyungeloest am 28. Mai 2007 14:06
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unser hund lukas ist auch aus dem tierheim. absolut lieb zu allen menschen und zu unseren katzen.

wir haben das nie bereut und würden es jeder zeit wieder tun.



critter
beantwortet von critter am 28. Mai 2007 14:14
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Bisher habe ich nur die allerbesten Erfahrungen mit Tierheim-Katzen gemacht. Vielleicht habe ich auch nur Glück gehabt.


krauthexe
beantwortet von krauthexe am 28. Mai 2007 14:22
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Gebt den Katzen alle Zeit,die sie brauchen und bedrängt sie nicht.Sie geben es Euch doppelt und dreifach an Zuneigung zurück.Hört nicht auf Dummschwätzer,die eh keine Ahnung haben.Viel Spass mit Euren Stubentigern.


fourseasons
beantwortet von fourseasons am 28. Mai 2007 16:16
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Was für ein Tier man bekommt, weiß man auch beim Züchter oft nicht. Züchter verkaufen Tiere um Geld zu verdienen und nicht aus Nächstenliebe. (Von Ausnahmen abgesehen) Unsere Dackeline aus dem Tierheim war 16 Jahre "Familienmitglied" und hat uns nur Freude gemacht. Katzen haben oft einen "eigenen Charakter", wer das akzeptiert hat sicher viel Freude, - auch mit Katzen aus dem Tierheim. Ich muß auch oft den Kopf schütteln, allerdings über die Gegenseite!

Kommentar von A521e3ba76c4794eea46a88ce74fd517smallCrazyDaisy am 4. Juni 2007 12:16

Was für Züchter kennst denn Du??? Die Kosten für Ausstellungen, Reisen, Vereinsgebühren, Tierarzt, Aufzucht etc. fressen die Einnahmen aus dem Welpenverkauf meistens gänzlich auf! Abgesehen davon, dass ja der Absatz der Welpen nie garantiert ist und die Chance nicht schlecht steht, auf einer munteren Schar reizender, aber hungriger Junghunde "sitzen zu bleiben". Auch die alten Hunde (ab 6 Jahren ist Schluss mit der Zucht!) wollen alle mit durchgefüttert werden! Wer behauptet, dass sich mit (Hunde-, Pferde-, usw.) Zucht Geld verdienen lässt, kann sich viel mit dem Thema beschäftigt haben...

Kommentar von 49493dc9649cb5aedd846309477e17dbsmallfourseasons am 4. Juni 2007 15:54

Ich haben in der nahen Verwandschaft drei Hunde (JRT) von Züchtern. Ich kenne vier Züchter, um diese Frage zu beantworten. Zwei davon kann man glatt vergessen. Wenn die Zucht keinen Erlös bringt, warum werden dann Tiere, insbesondere Hunde gezüchtet. Doch sicher nicht, um Gottes Schöpfungsakt fortzuführen. Also, nicht gleich aufregen, - ich habe ja nicht behauptet, daß alle Züchter böse Menschen sind! :-)


HirnClaudia
beantwortet von HirnClaudia am 28. Mai 2007 16:33
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Was heisst "Ihr habt Euch gerade zwei Katzen aus dem Tierheim geholt"? War das heute Morgen oder gestern? Oder wann?

Habt Ihr vielleicht einmal daran gedacht, dass die Katzen "noch" nicht wissen, dass Ihr keine Katzenhasser seid und Ihr ihnen ein gutes Zuhause geben wollt? Lasst ihnen Zeit - die müssen erst Vertrauen fassen! Aber sehr schön, dass Ihr zu den Wenigen gehört, die tatsächlich den Weg zum Tierheim gefunden haben.

Kommentar von 61f9453bd03c17d6483b69a8dfbc0660smalldinorli am 28. Mai 2007 17:30

Ist schon drei Monate her. Wir lassen den beiden alle Zeit der Welt. Das Problem ist auch nicht ihr mangelndes Interesse an uns (sie sitzen abends mit uns auf dem Sofa), sondern ihre ständige Kotzerei! Bei der kleinsten Aufregung spuckt die sensiblere von beiden uns die ganze Bude voll. Wir sind deshalb mit ihr in Behandlung und auch im Gespräch mit dem Tierheim. Das ist eine Sache der Geduld, aber einige Leute schütteln, wie gesagt den Kopf, und fragen uns, warum wir sie nicht einfach zurück bringen. Ist das nicht sympathisch?

Kommentar von 45b54a18f2f3b57a3d5b58a6ec9c02basmallKolibri am 28. Mai 2007 17:51

Seehr nette Zeitgenossen.... kopfschüttel

Kommentar von Simple_avatar6smallAbigail am 28. Mai 2007 18:08

Dinorli - Mein Kater kotzt seit 11Jahren und er ist nicht aus dem Tierheim.

Kommentar von 61f9453bd03c17d6483b69a8dfbc0660smalldinorli am 28. Mai 2007 18:19

Dann werde ich mich wohl damit arrangieren müssen, daß unser Fellmädchen seine ganz eigene Art hat, sich auszudrücken... :o)

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 29. Mai 2007 14:41

...unser Kater Winnie (12) kotzt auch. Und das liegt nicht am Fressen, sondern daran, dass er wie ein Irrer schlingt und sich alles auf einmal reinhaut. Und dann kommts halt wieder raus :-D

Kommentar von Simple_avatar3smallHirnClaudia am 28. Mai 2007 21:16

Die Frage ist, warum "k o t z e n" sie. Sind es die Haare, die wieder ausgespuckt werden oder vertragen sie das Futter nicht.

Lasse die anderen weiterhin so sympathisch sein! Du bist mir wesentlich sympathischer!! Ich bin auch Katzenfreundin. Ende der Woche bekomme ich von meiner Tierärztin wieder ein weggeworfenes ETWAS.


Katzentatze
beantwortet von Katzentatze am 29. Mai 2007 12:01
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Unser Hund und unsere Katzen sind alle aus Tierheimen oder aus "schlechter Haltung". Der Hund ist von einem Hundevermehrer, der sie mit 16 Wochen erschießen wollte, weil sie nicht mehr vermittelbat wäre. Sie war so dermaßen zerstört, dass selbst Hundeschulen und Tierärzte uns geraten haben, sie einschläfern zu lassen. Heute ist sie ein sagenhaftes Tier, um das uns alle beneiden. Bei den Katzen ist es ähnlich. Heute sind es ganz tolle Tiere. Eine der Katzen hat sich den Bauch jahrelang kahl geleckt. Das ist mittlerweile auch weg. Und ich habe festgestellt, das Tiere aus Tierheimen oftmals viel besser mit anderen Tieren auskommen, wenn sie einmal merken, das es ihnen nun gut geht. Das braucht aber manchmal Zeit.


Niklaus
beantwortet von Niklaus am 28. Mai 2007 19:51
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Das ist natürlich viel besser als Tiere aus dem Ausland mit zubringen


tienchen
beantwortet von tienchen am 29. Mai 2007 11:50
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Ich bin immer dafür, wenn man sich ein Tier anschafft, das man es erst im Tierheim versucht. Ich war einmal dort, ist zwar schon lange her, aber ich fand es einfach nur grausam, am liebsten hätte ich alle Tiere mitgenommen. :-(. Die in Tierheim lebenden Tiere haben es einfach verdient, das man ihnen eine Chance gibt. Es ist keine leichte Sachen ein Tier mitzunehmen und es zu erziehen, was schon viel Leid durchgemacht hat, aber ich denke, man kann mit dem Tier daran arbeiten und einfach für das Tier da sein. Jedes Tier hat Fehler, genau wie wir Menschen auch. Und man sollte damit versuchen umzugehen und daran gemeinsam zu arbeiten, denn schließlich sind Tierheim Tiere keine Probleme sondern Herausforderungen.


geheim
beantwortet von geheim am 29. Mai 2007 13:58
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ich finde, es gibt nichts besseres, als einem Tier aus dem Tierheim ein neues, gutes Zuhause zu schenken. Das gleicht für mich einer Adoption eines misshandelten Kindes. Ist zwar etwas crass, aber das ist meine ANsicht:-)


CrazyDaisy
beantwortet von CrazyDaisy am 29. Mai 2007 17:22
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Bei aller Tierliebe sollte man sich darüber im klaren sein, dass es womöglich nicht einfach wird mit einem Tier aus dem Heim. Das ist jedenfalls eher was für erfahrene Tierhalter. Anfänger sind leicht überfordert und schlimmstenfalls landet das Tier dann wieder im Heim (das passiert öfter als man denkt). Übrigens finde ich die Preise (als "Spenden" bezeichnet), die man dort für die Tiere zahlen muss, ganz schön happig. Das erklärt auch, weshalb soviele Tiere aus dem Ausland in hiesige Tierheime importiert werden - da liegt der Gewinn wohl im Einkauf... Bitte nicht missverstehen: Es gibt viele kleine Tierheime, die sich rührend um ihre Schützlinge sorgen und am Rande des Existenzminimums gute Arbeit leisten. Die meine ich auch nicht. Außerdem habe ich auch schon gute Erfahrungen mit Tierheimhunden und -katzen gemacht, ich bin aber auch abgehärtet...

Doch hier noch ein Tipp: Für die, die Bedenken haben, sich evtl. traumatisierte Tiere aus dem Tierheim zu holen, gibt es auch noch die Möglichkeit, ein Tier vor dem Tierheim zu bewahren!!! In Kleinanzeigen in Zeitung und Internet finden sich immer wieder Tiere, die umständehalber abgegeben werden müssen und deren Besitzer sich die Mühe machen, ein gutes neues Zuhause zu finden. So erfährt man auch gleich etwas über die Vergangenheit und das bisherige Umfeld des Tieres. Und man sollte niemanden verurteilen, der ein Tier abgeben muss - in Zeiten von Hartz IV, gescheiterten Beziehungen und tierfeindlichen Vermietern ist niemand vor einem solchen Schicksal gefeit!!!


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