Frage von bigHeartlove888, 68

Tierberuf ohne Erfahrung - möglich?

Hallo Community! Ich mache momentan eine grafische Lehre, doch danach würde ich sehr gerne einen Beruf mit Tieren machen, am liebsten Blindenführhundeinstruktorin oder Assistenzhundetrainerin oder ähnliches... Auch gegen Hundetrainerin hätte ich nichts einzuwenden... ;) Doch ich hatte leider noch nie einen Hund und habe deshalb nicht sehr viel Erfahrung... Übt irgendjemanden so einen Beruf aus und kann mir sagen, wie ich am besten vorgehen sollte? Oder einfach wie man sich optimal auf so einen Beruf vorbereiten könnte?

Ich freue mich über jede Antwort! :)

LG und einen schönen Tag

bigHeartlove888

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 39

Hallo,

diese ganzen "Berufe" sind keine klassischen Ausbildungsberufe, bedeutet, es gibt keine Ausbildungsbetriebe, in denen man sie erlernen kann.

Diese Arbeit kann man also nur dann machen, wenn man das notwendige Basiswissen und viel praktische Erfahrung im Umgang mit Hunden bereits mitbringt.

Hundeverhalten und Hundekommunikation ist aber nichts, was man ausschließlich durch das Lesen von Büchern erwerben kann - Theorie ist natürlich immer wichtig und eine Grundvoraussetzung. Aber die Praxis ist mindestens ebenso wichtig, denn Hunde verhalten sich nun mal nicht nach Lehrbuch.

Außerdem braucht man für die Erziehung und das Ausbildungstraining von Hunden auch so etwas wie eine "Begabung", ein tiefes Einfühlungsvermögen, Empathie. Nicht jeder, der über eine Menge theoretischen Wissens verfügt, kann auch tatsächlich mit Hunden umgehen. Das ist auch nichts, was man wirklich "erlernen" kann, zumindest nicht in vollem Maße.

Daher befürchte ich, dass dir für diese "Berufe" tatsächlich alle Grundlagen fehlen.

Aber vllt. könntest du in deiner Freizeit im Tierheim helfen? Die brauchen immer dringend helfende Hände - und dann könntest du ja vllt. eine Ausbildung zur Tierpflegerin machen? Und dann könnte, wenn dir das alles gut gefällt und gelingt, der nächste Schritt tatsächlich eine Weiterbildung im Bereich des Hundetrainings sein. Bei vielen guten Hundeschulen kann man Praktika machen und auch die Schulen für Blindenführhunde bilden geeignete Menschen als Trainer aus.

Gutes Gelingen

Daniela

Kommentar von bigHeartlove888 ,

Vielen Dank für deine Antwort Daniela! Ich werde mich mal in Tierheimen erkunden.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Eine sehr gute Antwort ... bis auf die letzten zwei Absätze.

Erstens: Die Fragestellerin will "Blindenführhundeinstruktorin oder Assistenzhundetrainerin" werden. Das heißt, sie wird sowieso nur mit extrem ausgeglichenen, ruhigen und stabilen Hunden in Berührung kommen. 

Zweitens: Außerdem kann sie das nicht auf der grünen Wiese werden, weil diese Hunde strenge Qualifikations-Prüfungen absolvieren müssen. Sie wird sich also - notgedrungen oder freiwillig - entsprechenden Ausbildern anschließen und von ihnen lernen.

Drittens: Damit steht einzig die Frage nach den "Voraussetzungen" im Raum: Besitzt sie die notwendigen Charaktereigenschaften, um diesen Job wirklich machen zu können?

Das lässt sich - zumindest aus der Frage - nicht einmal im Ansatz ableiten. Es wird sich also erst in der Praxis zeigen: Da sie sich anderen Ausbildern anschließt, werden diese urteilen und ihr eventuell zu- oder abraten. 

Und sollten sie ihr vielleicht doch abraten, weil ihr die eine oder andere wichtige Eigenschaft fehlt, dann hat sie zumindest mehr über Hunde gelernt, als manch anderer "Hunde-Besitzer" jemals in seinem Leben lernt. Das wird den Tieren, mit denen sie später in Berührung kommt, letztlich nur nutzen.

Es wäre also in jedem Fall eine "Win-Win-Situation", wenn sie diesen Plan wirklich durchzieht. Insofern ist abraten hier kein guter Ansatz.

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Trotz aller Kritik gebe ich dir im letzten Absatz durchaus Recht: Tierheime brauchen DRINGEND Hilfe. Und an kaum einem anderen Ort kann man besser und effektiver den praktischen Umgang mit Tieren lernen, als in einem Tierheim.

Dein Rat, sich erst einmal in einem Tierheim praktische Erfahrung zu holen und vor allem für sich selbst zu prüfen, ob dieser Job wirklich etwas ist, das sie dann dauerhaft machen (und damit ihr Brötchen-Geld verdienen) will, ist also für die Fragestellerin optimal.

Kommentar von bigHeartlove888 ,

Vielen Dank für deine Worte! :))

Kommentar von dsupper ,

Sie wird sich also - notgedrungen oder freiwillig - entsprechenden Ausbildern anschließen und von ihnen lernen.

Genau das habe ich geschrieben: "auch die Schulen für Blindenführhunde bilden geeignete Menschen als Trainer aus"

Besitzt sie die notwendigen Charaktereigenschaften, um diesen Job wirklich machen zu können?

Auch das habe ich geschrieben: Außerdem braucht man für die Erziehung und das Ausbildungstraining von
Hunden auch so etwas wie eine "Begabung", ein tiefes
Einfühlungsvermögen, Empathie. Nicht jeder, der über eine Menge
theoretischen Wissens verfügt, kann auch tatsächlich mit Hunden umgehen.

Und WO bitte habe ich ihr abgeraten??

Vor einer Kritik sollte man vllt. doch erst einmal genau und sinnentnehmend lesen?

Kommentar von Unsinkable2 ,

Und WO bitte habe ich ihr abgeraten?? ... Auch das habe ich geschrieben

Guck mal, meine vergessliche, kleine Wadenbeißerin:

Daher befürchte ich, dass dir für diese "Berufe" tatsächlich alle Grundlagen fehlen. ... und dann könntest du ja vllt. eine Ausbildung zur Tierpflegerin machen?

Schon vergessen?

Zwischen "Es ist völlig unbekannt, ob ihr die Grundlagen fehlen." und "Dir fehlen alle Grundlagen." hast du hoffentlich schon unterscheiden gelernt, hm?! Das Eine hast du geschrieben, das Andere nicht. Und nun rate einmal, was du geschrieben hast...

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Vor einer Kritik sollte man vllt. doch erst einmal genau und sinnentnehmend lesen?

Vielleicht solltest du lernen, mit Kritik - noch dazu wohlwollender - umzugehen, anstatt dich gleich angepisst zu fühlen und nach Waden zu schnappen, dsupper?

Kommentar von dsupper ,

Wenn jemand von sich selbst schreibt: "Doch ich hatte leider noch nie einen Hund und habe deshalb nicht sehr viel Erfahrung.."

dann ist es wohl gerechtfertigt, zu befürchten, dass die Grundlagen fehlen - denn diese ergeben sich in erster Linie aus der praktischen Erfahrung und dem persönlichen Umgang mit Hunden.

Und diese Befürchtung habe ich geäußert - wie du daraus nun ableitest, ihr hätte ihr davon abgeraten - ist mir völlig schleierhaft - aber Fantasie scheinst du zu haben. Und Satzstücke aus dem Gesamtzusammenhang herauszureißen, bringst auch nicht wirklich. Mein Vorschlag, eine Ausbildung zur Tierpflegerin zu machen, ergab sich aus dem von mir vorgeschlagenen Weg, wie sie doch noch vllt. zu ihrem Wunschberuf kommt (Tierheim-Tierpflegerin-Weiterbildung Trainerin).

Ich kann sehr wohl mit Kritik umgehen - aber nicht mit völlig sinnfreier und unberechtigter Kritik, wenn jemand eine Antwort scheinbar noch nicht einmal sinnentnehmend liest.

Kommentar von Lapushish ,

Unsinkable: Hundetrainer trainieren extrem ruhige und ausgeglichene Hunde? Seit wann? Wozu denn das Training?

Blindenhunde sind nicht von Geburt an ruhig und ausgeglichen. Klar werden entsprechende Rassen gewählt. Aber auch ruhige und ausgeglichene Hunde benötigen Erziehung, die man ohne Erfahrung wohl kaum so einfach tätigt.

Vor allem Die Ausbildung für Blindenhunde ist sehr komplex und muss konsequent, liebevoll und exakt erfolgen. Das kann nicht mal eben eine Laie ohne jegliche Erfahrung machen.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Blindenhunde sind nicht von Geburt an ruhig und ausgeglichen. Klar werden entsprechende Rassen gewählt.

Es werden nicht nur "entsprechende Rassen" gewählt, sondern auch innerhalb der Rasse nur ausgewählte Hunde aussortiert, die genau die notwendigen Charaktereigenschaften mitbringen. Oft werden ganze Würfe verworfen, weil kein einziger tauglicher dabei ist.

Mit anderen Worten: Es werden nur besonders ruhige und ausgeglichene Hunde verwendet. 

Vor allem Die Ausbildung für Blindenhunde ist sehr komplex und muss konsequent, liebevoll und exakt erfolgen. Das kann nicht mal eben eine Laie ohne jegliche Erfahrung machen.

Welchen Teil meiner Einlassung hast du nicht verstanden, Lapushish?

Kommentar von dsupper ,

@Unsinkable2 - du schreibst:

Oft werden ganze Würfe verworfen, weil kein einziger tauglicher dabei ist.

Ganze "Würfe" können gar nicht verworfen werden, wenn es um Hunde zur Ausbildung als Blindenführhund geht.

Die Welpen werden ja zuerst einmal in geeigneten Familien aufgezogen und erzogen (mit entsprechender Unterstützung) und kommen dann erst mit ca. 1 Jahr in die Ausbildung zum Blindenführhund.

Somit werden keine "Würfe" verworfen - sondern fast erwachsene Hunde. Bei Welpen und Junghunden lässt sich überhaupt noch nicht feststellen, ob sie für diese Arbeit und Aufgabe geeignet sind.

Kommentar von Lapushish ,

Ich habe deine Aussage sehr wohl verstanden und deshalb meine Meinung dazu abgegeben. Wie Blindenhunde ausgewählt werden, ist mir klar. Dennoch sind ausgeglichene Hunde nicht fertig erzogen und ausgebildet.

Offenbar überliest du hier einiges, bevor du antwortest.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Ich habe deine Aussage sehr wohl verstanden und deshalb meine Meinung dazu abgegeben.

Wenn du sie verstanden hättest, Lapushish, dann hättest du dir und mir deinen Kommentar erspart. 

Wie Blindenhunde ausgewählt werden, ist mir klar. Dennoch sind ausgeglichene Hunde nicht fertig erzogen und ausgebildet.

Wie ich bereits zuvor schrieb, wird bigHeartlove888 schon allein wegen der notwendigen Prüfungen gar nicht in der Lage sein, sich auf der grünen Wiese - also völlig losgelöst vom Rest der Welt - bewegen zu können. Sie wird sich - notgedrungen oder freiwillig - relevanten Ausbildern anschließen müssen. 

Der Rest ergibt sich, wenn du dir 3, 4 Sekunden zum Nachdenken nimmst, von ganz allein...

Nun habe ich wiederholen müssen, was ich schrieb. Soll ich es noch einfacher erklären, damit du es auch verstehst; oder klappt's dieses Mal besser?

Antwort
von xttenere, 23

du brauchst praktische Erfahrung dazu. Arbeite in einem Tierheim...lerne dort die Sprache der Hunde, und absolviere später die obligatorischen Schulungen.

Ohne diese geht gar nichts. Man kann nicht einfach mal so Hundetrainerin werden oder gar Blindenhund etc. ausbilden. Die verlangt viel Fachwissen und Übung im Umgang mit Hunden.

Obwohl ich selber jahrelang geprüfte Trainerin in einer Hundeschule war, würde ich mir nie anmassen, einen Blindenhund etc. selber als Instruktorin auszubilden.

Kommentar von Bernerbaer ,

Obwohl ich selber jahrelang geprüfte Trainerin in einer Hundeschule war, würde ich mir nie anmassen, einen Blindenhund etc. selber als Instruktorin auszubilden.

Danke!
So etwas ehrliches hört bzw. liest man sehr selten.

Antwort
von Lapushish, 39

Dsupper hat absolut Recht, so oder so ähnlich hätte ich auch geantwortet.
Ich lerne Tierpflegerin im Tierheim und einer Hundepension und mache anschließend Seminare zum Hundetrainer. Dazu benötigt es definitiv mehr als Bücher wälzen.

Antwort
von Bernerbaer, 28

So einfach wie du dir das vorstellst ist es nicht. Deine Voraussetzungen sind bei weitem nicht optimal.

Für eine entsprechende Ausbildung must du sehr viel Zeit und Geld aufwenden.

Außerdem brauchst du nach §11 Tierschutzgesetz einen Sachkundenachweis und eine behördliche Erlaubnis.

Ein paar Informationen gibt es hier: http://www.atn-ag.de/hundetrainer-ausbildung-bremen

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