Frage von Christel5, 179

Tierarzt hat ohne Zustimmung bei Behandlung eine Tätowierung an beiden Ohren unserer Katze angebracht, darf die Praxis das?

Eine zugelaufene Katze, um die wir uns zukünftig auch kümmern, haben wir kürzlich zur Sterilisation gebracht. Vorher hatten wir sie bei der selben Praxis zum Behandeln gegen Schnupfen und Ohrmilben gebracht. Wir haben dem Praxisteam gesagt, dass wir die Katze behalten. Wie auch Katzen, Generationen vor der jetzigen. Die OP lief gut. Die Maus hat jetzt riesengroße schwarze Ziffern an beiden Ohrblättern. Mit Verlaub, und hoffentlich nimmt es mir keiner übel. Es sieht nach Entstellung am Kopf aus und lässt eine Kennzeichnung in Konzentrationslagern erinnern. Was ist denn das jetzt? Wird das bei Tieren, wenn man sie in Praxen bringt, so gemacht? Heiligs Blechle.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Negreira, Community-Experte für Katzen, 32

Vor etlichen Jahren hat man wirklich noch die Ohrspitze abgeschnitten, um halbwilde oder verwilderte Katzen als kastriert zu kennzeichnen.

Daß Du Dich erschreckt hats, als Du die Ohren gesehen hast, kann ich gut nachvollziehen, der eine Arzt braucht eben mehr Tinte, als der andere. Aber mach Dich nicht verrückt. Deine Katze hat nichts davon gemerkt, im Vergleich zu der Bauchwunde tut das auch nicht sonderlich weh, und in einigen Wochen sind die Ohren wieder ganz normal. Wenn zu wenig Tinte in diese Registrierung läuft, kannst Du sie nach einer Weile nicht mehr lesen, deshalb ist es schon gut, wenn der Arzt das gründlich gemacht hat. Das Ganze hat aber nur Sinn, wenn Du die Katze auch registrieren läßt, dazu kannst Du unter Tasso.de ein Formular aufrufen, daß Dich als Halter kennzeichnet. Sollte sie nochmals verloren gehen, wäre das die beste Möglichkeit, die wiederzufinden. Es gibt noch ein paar andere Orgas, die registrieren, aber Tasso ist am bekanntesten.

Vermutlich ist der TA davon ausgegangen, daß Du einen abermaligen Verlust und eine mit einer späteren Kennzeichnung verbundene Narkose (die ja wiederum Geld kostet) vermeiden wolltest. Es ist daher durchaus üblich, daß diese Tätoos bei der Kastration gemacht werden, auch ohne Einwilligung des Besitzers. Vermutlich hat er die einfach vorausgesetzt.

Er hätte Dich fragen können, hättest Du dann "Nein" gesagt? Natürlich kannst Du den Posten von der Rechnung streichen. Andererseits ist ein guter Tierarzt mit Geld nicht aufzuwiegen, dazu noch jemand, der auch tierschützerisch denkt. So jemanden kannst Du in der heutigen Zeit mit der Lupe suchen. Wenn der Betrag nicht Dein Budget sprengt, würde ich einen Aufstand vermeiden und dem Arzt Deine Meinung lieb und nett schildern, ohne einen Aufstand zu machen. Dein Tier und Du habt nur Vorteile von dieser Kennzeichnung. LG.

Kommentar von Christel5 ,

Hi Negreira,

vermutlich hätte ich nicht "nein" gesagt, wenn der Arzt mich gefragt hätte.

Es war überaschend sie zurück zu bekommen - neben Bauchnarbe noch mit wunden Ohren. Sie hat so ein anderes Gesicht. Die Praxis ist ansonsten gut.

Danke für Deine Antwort.

Kommentar von Negreira ,

Gerne Christel. Ich hatte in meinem Tierheim viele entlaufene Katzen ohne Kennzeichnung. Sicher, wenn der Besitzer sich nicht selbst um den Verbleib seines Tieres kümmert, ist er es nicht wert, aber manchmal hätte ich gern gehabt, daß ein im Tierheim leidendes Tier wieder zu seinem Zuhause zurück kommt.

So einen Kater habe ich 19 Jahre lang gehabt, meinen Brösel, den ich leider vor knapp 2 Jahren einschläfern lassen mußte. Der ist einer alten Dame ins Auto gestiegen, hat sich auf den Rücksitz gelegt, und als sie vom Einkauf Zuhause ankam, war er plötzlich da. Es war Sommer, sie hatte die Fenster auf und nicht gesehen, wann er eingestiegen ist. Den habe ich sogar mit im Fernsehen gehabt, Fundanzeigen aufgegeben, nie hat sich jemand gemeldet. Das war so ein "Alleinkater", und am Anfang hat er furchtbar gelitten.

Schließlich habe ich ihn behalten und könnte immer noch über seinen Verlust heulen. Deshalb wäre ich sowieso für die Kennzeichnungspflicht, damit könnte man auch viele schlechte Halter herausfinden. Aber das ist nur meine unmaßgebliche Meinung. Liebe Grüße

Expertenantwort
von palusa, Community-Experte für Katzen, 14

das ist eine übliche praxis damit man einer katze von weitem ansieht dass sie ein zuhause hat. halsbänder sind gefährlich für miez und es passiert oft dass chips bei fundkatzen von privatleuten nicht ausgelesen werden aber die nummer im ohr wird lebenslang anzeigen dass die maus ein zuhause hat. das kann man auch nciht irgendwie übersehen

ich kenne es so dass man dazu seine zustimmung geben muss. also dass das nicht einfach so gemacht wird.

wo das oft direkt gemacht wird ist bei streunern. nummer im ohr heißt war schon gefangen und ist kastriert. damit man die katzen nicht mehrfach aufschneidet und rausfindet "oh.. hätt nu nicht sein müssen". da diese katze als streunerin gebracht wurde kann es evtl sein dass die info dass sie nun ein zuhause hat unterging und der arzt von ner verwilderten katze ausging.

Antwort
von michi57319, 74

Hätte nicht sein müssen, denke ich. Bietet aber auch Vorteile.

Das Tattoo ist die günstigste Lösung überhaupt, noch besteht nämlich keine Chippflicht für Katzen.

Einmal in Narkose, hat sich das quasi angeboten. Grundsätzlich kannst du diesen Teil der Rechnung ignorieren, weil du keinen Auftrag dazu erteilt hast.

Das verblasst übrigens im Laufe der Zeit und ist nicht mehr so deutlich zu sehen, wie frisch gestochen.

Antwort
von juli2080, 95

Wenn die Katze wieder wegläuft, dann erkennt man von weitem das die Katze warscheinlich kastriert ist und wo hin gehört. Der Chip unter der Haut fällt halt nicht auf und selten gehen Leute mit Tieren die sie gefunden hat zum Tierarzt um zu schauen ob die Katze ein Chip hat :) das tattoo wurde ja dann auch in der Narkose gemacht.. Sie hatte also in dem Moment keine Schmerzen..

Kommentar von juli2080 ,

Außerdem können sie die Katze auch mit den tattoo bei Tasso melden falls Sie wieder weg läuft.. Aufjedenfall finde ich persönlich ein tattoo auch besser als ein Stück Ohr was entfernt wurde, das sieht man leider auch öfters :(

Antwort
von SeBrTi, 22

Oh Mann kann dich verstehen, man möchte zumindest benachrichtigt werden...nun ich glaub wenn die Haare da nachwächst, sieht es nicht mehr so schlimm aus. 

Vl war es dem TA nicht klar das deine Katze weder gechippt noch tätowiert ist, und hat die Gelegenheit gleich genommen, denn sonst müsste deine Katze wieder narkotisiert werden. Aber ich finde, das sollst du nicht zahlen müssen. 

Antwort
von October2011, 25

Hi,

puh, da kann ich dich gut verstehen. Tätowieren sollte vorher mit dem Besitzer abgesprochen werden. Das war so definitiv nicht in Ordnung. So hätte man  z.B. auch auf einen Chip und das Wort CHIP in nur einem Ohr tätowieren können.

Sprich den Tierarzt darauf an, dass das nicht in Ordnung war und du die Tätowierung nicht bezahlst weil du sie nicht in Auftrag gegeben hast.

October

Antwort
von Sesshomarux33, 69

Hallo, 

das ist normal, hat nicht mal ansatzweise was mit "Konzentrationslager" zu tun, sondern mit der Regestrierung. So kann man die Katze zuordnen. Andernfalls kann man Tiere auch chipen lassen, dabei kommt ein Chip unter die Haut welches man mit einem Gerät lesen kann. 

Normalerweise hätte der Tierarzt das schon mit euch absprechen sollen. Wobei ich jetzt nicht weiß, wie das mit Fundtieren aussieht. Es wäre jedenfalls so oder so ratsam gewesen. 

Mit freundlichen Grüßen

Sesshomarux33

Kommentar von Christel5 ,

Ich hätte nichts gegen Registrierung, meine Katzen will ich zurückhaben, wenn sie irgendwo hingeraten.

Sie so einfach hingetintet nach einer Behandlung zurück zu bekommen ist ein kleiner Schock.

Kommentar von Sesshomarux33 ,

Kann ich verstehen, sieht anfangs etwas krass aus. Warte ein Weilchen ab, dann sieht man das gar nicht mehr so arg. :) 

Kommentar von michi57319 ,

Glaub ich dir. Dein TA hat es nur gut gemeint. Wobei das Gegenteil von gut eben auch gut gemeint ist. Zwei Sätze vor der OP hätten sicherlich gereicht, um dein Einverständnis zu bekommen.

Antwort
von 1Paradise1, 62

Wenn sie nicht kastriert war und keine Kennzeichnung(Chip) hat ja.dann gilt sie als Wildling und sollte kastriert werden!  Jede Katze,die Freigang hat sollte unter dem Kastrationsgesetz deuschlandweit langsam gelten,damit das Elend auf unseren Strassen von armen Streunern endlich ein Ende hat!

Kommentar von Christel5 ,

Sie ist uns zugelaufen, und wir haben wir sterilisieren lassen. Eine Süße. Ach 1Paradise1, ich glaube, Deine ideale Vorstellung ist noch weit hin.

Kommentar von 1Paradise1 ,

ja,leider....

Antwort
von Christel5, 26

Dass es so eine Kennzeichnung gibt, um seine Katzenlieblinge zu schützen ist interessant - und auch ein bisschen lustig :) - durchaus pragmatisch.

Antwort
von Barbdoc, 44

Ich erinnere mich daran, daß die beiden Katzen meiner Schwiegermutter grüne Markierungen an den Ohren hatten. Ich ging davon aus,daß sich Tierfänger nicht trauen würden, so deutlich markierte Katzen weiterzuverkaufen..

Kommentar von Christel5 ,

Das hat mich jetzt schon etwas innerlich gelacht, danke.

Kommentar von Barbdoc ,

Tut mir leid, den Kommentar versteh ich nicht.

Antwort
von Christel5, 10

Liebe Antworter,

schlimm ist es eigentlich nicht, Katze geht es gut, hat Spaß am Leben. Die Bauchnarbe scheint ihr nichts auszumachen, sie hat guten Appetit und spielt gerne.

Eine Userin hat geschrieben, dass die Tinteneinzeichnungen nach einiger Zeit zurückgehen und nicht mehr so auffällig sind. Die sind zur Zeit noch sehr prägnant. Ich versuche, ein Foto von unserer Maus zu machen und hier zu zeigen.

Der Grund für die Sache ist an sich sinnvoll.

Danke für die Antworten, und ich versuche (internet-technisch nicht die Beste) ein Bild herein zu stellen.

Liebe Grüße, Christel5 :)

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