Frage von Pikalas, 51

Therapie für Insassen, eine Lösung?

Warum gibt es in den Gefängnissen keine Psychotherapeuten? Ich mein jeder Mörder, Vergewaltiger, Betrüger usw. ist doch im Grunde genommen "psychisch krank" oder nicht? Was bringt es wenn sie nach Jahren wieder raus sind, die Zeit die sie zum Nachdenken hatten nutzt jeder wohl kaum zur Eigentherapie. Wenn die einfach angeketten, alles einem Therapeuten erzählen könnten, wäre doch eine Lösung.

Will der Staat diese Therapien nicht bezahlen? Oder ist das Rückfälligkeitsrisiko nach absitzen der Strafe doch geringer als ich vermute?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Seanna, 23

Es gibt durchaus Psychotherapie für Straftäter, das nennt sich forensische Psychiatrie.

Aber die wenigsten Gefängnisse in Deutschland leisten sich das - müssen schließlich auch alle draußen durch Steuern zahlen - und die Erfolgsquote ist deutlich niedriger durch das kriminelle und geringe soziale Umfeld.

Aber davon abgesehen ist bei weitem nicht jeder Straftäter therapiebedürftig oder therapiefähig!

Ein Mörder zb hat zwar idr einen massiven Moralkonflikt, aber das ist keine psychische Störung.

Das wäre wie wenn wir jedem mit Redebedarf eine Psychotherapie zahlen würden (was zum Glück nicht so ist!) oder jedem, dem seine Nase nicht gefällt die Nasenkorrektur...

Antwort
von schloh80, 15

Leider muss ich dich enttäuschen: die meisten Straftäter sind psychisch völlig gesund. Angebote im Strafvollzug orientieren sich am Ziel der Resozialisierung und Rehabilitation. Hierfür gibt es zahlreiche Maßnahmen und Angebote in den Haftanstalten. 

Psychisch erkrankte Straftäter werden im Maßregelvollzug (forensische Psychiatrie) untergebracht, wo sie u.a. auch Psychotherapie erhalten.

Straftäter, egal ob psychisch erkrankt oder nicht, bei denen von einer hohen Wiederholungsgefahr ausgegangen werden muss, werden nach dem Maß- oder sonst. Strafvollzug in die Sicherungsverwahrung überführt.

Antwort
von SeelenOnkel, 6

Hi Pikalas,

ich glaub an GUT und BÖSE. Die Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit ist auch im affektiven Ausnahmezustand noch vorhanden. Nur der schuldunfähig Kranke kann nicht mehr den Unrechtsgehalt seiner Tat erkennen.

Es gibt sozialtherapeutische Anstalten - seit den 70ern für Sexual- seit kurzem auch für Gewaltstraftäter. Motivierte Gefangene kriegen da eine Therapie.

Man muss zwischen Hangtätern (z.B. Sadisten, Pädophilen, Berufskriminellen) und Ausrastern (Affekt, oft auch wegen Alkohol oder Lebenskrise) unterscheiden. Letztere haben ja oft Defizite (50% aller Gefangenen sollen Persönl.störungen aufweisen) die man therapieren kann, wenn derjenige will. Bei Ersteren hat der Schutz d. Allgemeinheit Vorrang.

Antwort
von Harald2000, 9

Abgesehen davon, dass es psychologische Betreuung - ebenso wie geistliche -  i.A. auch in Gefängnissen gibt, hat die Psychotherapie dort ihre Grenzen, weil die Rahmenbedingungen ungünstig, Vertrauensverhältnisse schwierig, die Motivation nicht eindeutig etc.

Antwort
von kolmappierkolle, 32

1. Gibt es Therapien für Fälle, bei denen es nötig ist.

2. Erkläre mir bitte, von welcher "psychischen Krankheit" du redest.

Kommentar von Pikalas ,

Na, ein Mörder ist doch wohl nicht ganz dicht im Kopf, der wird doch wohl irgendwelche Wege in seinem Leben gegangen haben müssen, die ihn letztendlich zu dieser Tat verleitet haben oder glaubst du 100% an einen freien Willen?

Kommentar von kolmappierkolle ,

ein Mörder ist doch wohl nicht ganz dicht im Kopf

Inwiefern? Natürlich, ein Mörder hat einen Menschen getötet, aber welche psychische Krankheit hat diese Person deiner Auffassung nach?

Kommentar von Pikalas ,

Misshandlung in der Kindheit bis hin zur Geldnot, keine Ahnung was Menschen dazu verleitet Mörder zu werden.

Muss man denn gleich ne Psychose, Depression etc haben um als pychisch krank angesehen zu werden?

Therapien tun ja wohl auch den ach so normalen Menschen gut

Kommentar von Misako99 ,

Hi auch, ich bring mich mal mit ein. ;)

Also ich will jetzt hier nichts falsches sagen, aber ich denke auch das es nicht komplett aus freien Willen geschieht... ich denke eher es ist der Instinkt. 

Es heißt ja immer, die Sicherungen sind bei dem durchgeknallt und ich glaube auch, ab diesen Moment handeln Menschen nur noch aus Instinkt. Mein Gedanke ist, dass jede Psyche eines Menschen unterschiedlich belastbar ist. Wenn sie jetzt zum Beispiel immer gemobbt wurde, geschlagen wurde, ect. ... so wird diese Tätigkeit für den Menschen normal. Sobald die Psyche diese Last nicht mehr halten kann, schaltet sich das Denken aus und es ist nur noch der Instinkt da mit den Grundgedanken -das was er mir angetan hat, bekommt er alles wieder zurück- da man den Schmerz immer schlimmer empfunden hat, denke ich geschieht es auch das Leute ihre Kraft unterschätzen und so passiert das halt

Also wie gesagt, dass ist nur das was ich denke..... es kann auch anders sein! ;)

LG Misako 

Antwort
von WelleErdball, 11

Warum gibt es in den Gefängnissen keine Psychotherapeuten?

Warum stellst du so eine Behauptung auf?

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