Frage von BottmSky, 60

Therapie enttäuschend?

Meine Erwartungen an eine Psychotherapie sind extrem enttäuschend. Ich habe ernst haft gedacht, psychologen wüssten halt dinge die man nicht einfach so auch selber rausfinden kann. Ich war schon seit jahren bei mehreren psychiatern und therapeuten und der witz ist das was die so versucht haben, hab ich alles selbst schon durch das internet gewusst bzw probiert..

Kennt das jmd auch?

Antwort
von Tasha, 39

Lies mal das Buch "Hochbegabt und hochsensibel" von Andrea Brackmann, da wird genau dieses Phänomen beschrieben!

Tipp: Der Psychologe muss nicht mehr wissen als du, er muss dich nur anleiten, bessere Lösungsstrategien als vorher zu finden und auszuüben. Wenn du das auch alleine kannst, brauchst du ihn nicht mehr. Manchmal braucht man auch keine Psychologen, sondern nur jemanden zum reden. Da reicht dann ggf. auch ein Onlineforum. Z.B. das hier:

https://www.psychotherapiepraxis.at/pt-forum/

Dort berichten User auch über Erfahrungen mit Psychotherapie; dieses Unterforum könnte für dich ganz interessant sein!

Antwort
von Goodnight, 25

Psychologen wissen vom Leben oftmals wesentlich weniger als ihre Klienten. Was man auf der Schulbank gelernt hat, heisst noch lange nicht, dass man anderen helfen kann.

Dann gibt es einfach Situationen, die man auch mit Psychologie nicht ändern kann, die muss man durchstehen und aussitzen.

Viele Therapeuten brauchen ihre Klienten mehr als die Klienten die Therapeuten. Sie beziehen ihr Selbstbewusstsein über das Leid der Klienten. Oftmals ist die Neugier  und sich  besser als der Klient zu fühlen, wesentlich grösser als der Auftrag zu helfen.

Schlicht viele Therapeuten missbrauchen ihre Klienten.

Ein befreundeter Arzt sieht das ganze sehr kritisch. Er sagt oft, dass Therapeuten oftmals mehr Schaden anrichten, als sie helfen.

Dem kann ich mich leider nur anschliessen.

Kommentar von XY123XY123 ,

Gut gesagt, sehe ich genauso. Anfügen möchte ich nur, dass eine Psychotherapie zumindest insofern sinnvoll ist (wenn es eben jemand macht), als der Klient irgendwann (hoffentlich) draufkommen wird, dass niemand auf der Welt in ihn hineinschauen kann und seine Probleme besser lösen kann als er selbst. Und er wird idealerweise die Gründe erkennen, warum er das dachte und dies wird ihm weiterhelfen.

Antwort
von sternchen01973, 31

Das problem ist, das man Psychologie nicht aus Büchern erlernen kann. Um die Psyche eines Menschen zu verstehen und sich in die jeweilige Situation hineinversetzen zu können, bedarf es einiger Talente, die einem schon mit in die Wiege gelegt wurden. Entweder man besitzt dieses Talent, dann benötigt man kein Studium, oder aber man besitzt es nicht, dann kann man es sich aber auch nicht aneigenen.

Leider glaubt jeder jeden Beruf erlernen zu können. Das man damit aber vielen mehr schlechtes als gutes tut wollen die meisten nicht wahrhaben, bzw. begreifen, weil sie einfach nur das Geld sehen. Das soll jetzt nicht heißen, das jeder Psychologe schlecht ist, aber es gibt halt sehr viele unfähige unter ihnen.

Ein anderer Punkt ist aber auch der, das Psychologen und Therapeuten dir nur Hilfestellung geben können, sie können dir nicht alles abnehmen. Einzig und allein nur du kannst etwas an dir ändern. Aussenstehende können dir nur Tips oder Ratschläge geben und versuchen dich dabei zu unterstützen. Aber umsetzen mußt du es ganz allein. Es muß in deinem Kopf klick machen, du mußt dem was dich quält die Stirn bieten und zu dir selber sagen "Mit mir nicht mehr".

Ich kenne deine Hintergründe nicht, aber ich hoffe die letzten Sätze treffen einigermassen auf dich zu.

Antwort
von menz84, 28

Ja, geht mir ganz genau so!

In erster Linie muss man sich selbst helfen (können). Eine Psychotherapie kann dabei lediglich unterstützen.

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