Frage von joschi1989, 88

Therapie Alkoholiker?wie stellt man sowas an?

Wie fängt man eine Therapie an? Geht man zum Hausarzt und der leitet einen dann weiter oder wie?
Und kann man sowas denn auch alles ambulant machen oder funktioniert das nur stationär?
Wird das ganze dann von der Krankenkasse bezahlt oder muss man es selber tragen?
Und noch eine Frage, man sagt ja immer wenn ein trockener Alkoholiker einen Schluck Alkohol anfasst, wird er sofort rückfällig.
Kann mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen, denn ich zum Beispiel war früher extremer Raucher mindestens anderthalb Schachteln am Tag und ich hatte sich merkliche Entzugserscheinungen wenn ich keine Zigaretten hatte. Heute rauche ich nur noch, wenn ich mal weg bin auf einer Party und danach habe ich auch nicht das Bedürfnis weiter zu rauchen.
Also ist es theoretisch auch möglich einen Alkoholiker dahin zu therapieren, dass er den Alkohol eben nicht mehr im Alltag trinkt , sondern dann bei besonderen Gelegenheiten ohne dass es gleich wieder eskaliert. Der Mensch um den es geht, trinkt nur Bier , davon aber mindestens 6-10 Flaschen am Tag (meisten halbe Liter) es gut auch Zeiten da trinkt er mal 2 Wochen keinen Alkohol, allerdings dann immer alkoholfreies Bier. Dann gibt es aber auch Zeiten, da trinkt er auch alles andere wenn kein Bier da ist, Hauptsache Alkohol...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Herpor, 23

Am besten zu einer Psychosozialen Beratungsstelle (Caritas, Stadtmission oder Städtische Einrichtung). Die besorgen einen Therapieplatz.

Bezahlung durch LVA bei Arbeitern, BFA bei Angestellten, Staat oder Stadt bei Beamten.

Es gibt stationäre Therapien von 6 Wochen bis zu vier Monaten.

Meist geht dem eine Entgiftung (Krankenhaus) voraus, die vbon der Kraqnkenkasse bezalt wird und vom Hausarzt verordnet wird.

Wenn ein trockener Alkoholiker einen Schluck Alkohol trinkt, dann "wird" er nicht rückfällig, dann "ist" er rückfällig. Und er säuft dann weiter. Ich bin seit fast 29 Jahren trocken und gehe ebenso lange in eine Selbsthilfegruppe. Ich kenne keinen Alkoholiker, der wieder gelernt hat, kontrolliert zu trinken.

Ob das bei dir so ist, also ob du Alkoholiker bist, kannst du nur selbst rausfinden. Also immer wieder trinken und immer wieder auf die Schnauze fallen, bis du genug hast.

Ich habe das so gemacht. Allerdings musste ich dazu auch 27 Jahre saufen.

Gerade lese ich, dass es nicht um dich selbst geht.

Das ist ein ganz anderes Problem. Durch Überreden oder Überzeugen geht da nichts. Der Alkie muss seine eigenen ERfahrungen machen, bis er wo weit ist, einzusehen, dass er nicht normal trinken kann.

Du kannst nicht für ihn trocken werden, noch ihn überzeugen.Was du tun kannst ist, Hilfe durch Nichthilfe zu leisten.

Wie das geht, lernst du bei Al-Anon (im Netz oder besser real) auf der Heimseite der Al-Anon Familiengruppen.

Viel Glück!

Und: informiere die Person über die Dinge, sie sie tun kann. Biete deine Hilfe an, wenn er trocken werden will. Aber lass die Finger davon, sie trockenlegen zu wollen. Das geht in die Hose.

Antwort
von SiViHa72, 39

Erstmal gehts zum Hausarzt, derw ird dann wohl an einen Facharzt überweisen. Könnte mir vorstellen: Neurologe.

Bei Alk kenne ich es wirklich nur so,d ass die Leute ganz trocken w erden, also auch keinen Kuchen mehr essen, der Alk beinhaltet , kein Gläschen nur mal zum Geburtstag o.ä.

Antwort
von Sabiatrenborns, 41

Guten Morgen,

wenn Du so eine Therapie anfangen möchtest (egal welche) kannst Du Dich immer mit allem an den Hausarzt wenden. Ein guter Hausarzt, kann Dir dann sagen wie Du es machen kannst oder Dir auch entsprechende Kliniken raussuchen.

Viel Glück und alles Gute ...

Antwort
von Ille1811, 33

Wenn jemand, der viel Alkohol trinkt, 'kontrolliert Alkohol trinken kann', dann ist er kein Alkoholiker, hat nur Missbrauch mit dem Alkohol getrieben.

Ein Alkoholiker kann nicht kontrolliert trinken! Selbst wenn er 20 Jahre trocken ist, löst die Einstellung 'Na, jetzt kann ich doch sicher etwas Alkohol trinken' einen Rückfall aus.

Antwort
von Schewardnadze, 6

Das was Du meinst, nennt man in Fachkreisen: Kontrolliert Trinken Wollen, das funktioniert nur leider niemals nicht. Hausarzt, Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker können Dir sachdienliche Hinweise und gute Tipps mitgeben. Diskretion ist Ehrensache.

Antwort
von gri1su, 35

Zunächst einmal: Auch in alkoholfreiem Bier ist eine geringe Menge Restalkohol enthalten. Daher ist der Begriff "alkoholfrei" eigentlich irreführend und es müßte richtigerweise "alkoholarm" heissen. 

Und ja, auch dieses Bier KANN zu einem Rückfall führen, muss aber nicht zwangsläufig.

Es gibt zwei Arten von Alkoholikern: Die sogenannten Spiegeltrinker und die Quartalstrinker.

Spiegeltrinker trinken regelmäßig, um den Level immer auf einem bestimmten Stand zu halten

Quartalstrinker sind durchaus in der Lage, zwischendurch mal Pausen in verschiedener Länge einzulegen.

Grundvoraussetzung für Hilfe bei einem Alkoholiker ist, dass er erkannt hat, ein Alkoholiker zu sein, dass er bereit ist, sich helfen zu lassen, und dass er aktiv diese Hilfe unterstützt. Solange diese Grundvoraussetzungen nicht gegeben sind, ist auch jede Hilfe vergebens.

Kostenträger für eine Therapie ist letztendlich über die Krankenkasse die zuständige Rentenversicherung. Da solche Therapie sehr teuer ist, wird natürlich schon recht genau geprüft, ob Aussicht auf Erfolg besteht.

Eine ambulante Therapie würde ich nicht empfehlen. Wesentlich besser ist eine stationäre Therapie (Langzeittherapie über mehrere Wochen / Monate).

Dazu wendet man sich an den Hausarzt. Der schreibt einen sogenannten Sozialbericht und den entsprechenden Antrag. Beides wird über die Krankenkasse beim Rentenversicherungsträger eingereicht - bei Genehmigung bekommt man dann einen Platz in einer entsprechenden Einrichtung zugewiesen bzw. mehrere Einrichtungen zur Auswahl genannt.

Empfehlenswert ist immer vorher eine sogenannte Entgiftung unter ärztlicher Aufsicht. Das würde mehrere Tage (kann bis zu drei Wochen dauern) in einem Krankenhaus oder einer speziellen Einrichtung bedeuten.

Antwort
von kubamax, 30

Erst Hausarzt, dann evtl. stationäre Entgiftung (2 Tage bis 2 Wochen, gibt es auch ambulant) dann evtl stationäre oder ambulante Entwöhnung über mehrere Wochen. Wenn in der Nähe eine ambulante Entwöhnung (zB http://www.kpb-fachambulanz.de/) möglich ist, dauert es länger, da man dort nur ein- bis zweimal pro Woche an Aktivitäten teilnimmt. Die stationäre Entwöhnung über Wochen und Monate ist wirklich nur für schwere Fälle. Zusätzlich Selbsthilfegruppen sind auch nicht schlecht. Die müssen aber einem liegen und sollten kein Zwang sein. Manchen hat zusätzlich Sport geholfen.

Antwort
von User1952, 31

Er sollte zu den "Anonymen Alkoholiker" gehen. Das ist eine Einrichtung für Alkoholiker. Findest du im Internet. Das wäre ambulant.
Wenn er schon sehr abhängig ist, also er braucht schon am Morgen Alkohol, dann sollte er zum Arzt gehen der wird ihn dann in ein Krankenhaus überweisen. Wenn er es geschafft hat ohne Alkohol auszukommen dann darf er keinen Schluck Alkohol trinken denn da wird er bestimmt rüchfällig.
Er sollte auf jeden Fall eine Therapie machen da erfährt er alles was zu tun ist. Alles Gute.

Antwort
von Tacheles88, 18

Rauchen ist mit Alkoholsucht nicht wirklich zu vergleichen. Ein Alkoholentzug (wenn es wirklich ein Alkoholiker ist) ist ein ganz anderes Kaliber.

Wenn jemand wirklich, von sich aus aufhören will, würde ich versuchen einen Arzt zu finden der "Baclofen" in der Therapie einsetzt. Soviel ich weiß ist das in Deutschland noch schwierig, soll es aber geben.

Antwort
von hapahapa, 24

...du gehst zum hausarzt ,der schreibt dir eine überweisung fürs krankenhaus ...dort bist du dann 10 tage zur entgiftung...danach bist du "geheilt"

Kommentar von Schewardnadze ,

Von wegen geheilt. Alkoholismus ist eine lebenslange Krankheit, davon heilt man nicht, man kann sie nur zum Stillstand bringen.

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