hallo. ich möchte gern wissen wenn ich eine kostenfreie psychologische therapie machen möchte, geh ich zum hausartz und der überweist mich oder wie läuft das? und muss ich dem hausarzt bestimmte gründe nennen? bzw. macht der das einfach so?
therap
Antworten (10)
-
1Antwort von
Jottae Halte viele Antworten einfach für tendenziell falsch. Meiner Meinung nach (über 30 Jahre Psychotherapeut und Tätigkeit in Klinik für Psychiatrie) ist der Hausarzt nie die richtige Anlaufstelle, wenn ich glaube, ein psychisches Problem zu haben. Jeder kassenrechtlich zugelassene Psychotherapeut (egal ob Arzt oder Psychologe ) ist mit Sicherheirt die beste Anlaufstelle. Die ersten Kontakte werden von allen Kassen bezahlt.Leider ist in der "Normalbevölkerung" immer noch der grosse Irrglauben vorhanden, dass nur Ärzte sich bei Krankheiten, sei es körperlich oder psychisch, auskennen.Daran hat leider die 2000 durch das Psychotherapeutengesetz durchgesetzte Gleichstellung von approbabierten psychologischen Psychotherapeuten mit approbabierten ärztlichen Psychotherapeuten nicht allzuviel geändert.(Wie viele Stellungnahmen auf die Frage zeigen.)Die Überweisung durch einen Arzt ist absolut nicht mehr notwendig!
-
1Antwort von
inka188inka188
Stimmt nicht, kostenlos sind die probatorischen Sitzungen nicht. Auch dafür brauchst du eine Überweisung. Du kannst aber auch direkt zum Therapeuten gehen und die Praxisgebühr dort bezahlen. Dafür kriegst du dann eine Quitung, mit der du beim Hausarzt weitere Überweisungen holen kannst (wenn du in dem Quartal noch welche brauchst), ohne nochmal zu bezahlen. Das gilt für die "Kennlern"-Sitzungen genauso, wie später für die richtigen. Wenn du dich für einen Therapeuten entschieden hast, schickt der dich vor Therapiebeginn sowieso nochmal zum Doc, weil abgeklärt werden muss, dass nichts körperliches hinter deinen Beschwerden steckt (ist Krankenkassen-Prozedere). Das alles zahlt die Kasse, wenn der Therapeut eine Kassenzulassung hat (frag ihn vorher, du wirst ja eh erstmal anrufen).
Viel Erfolg - und gib nicht so schnell auf, es kann eine Weile dauern, den Therapeuten zu finden, der passt und nochmal eine Weile, bis ein Platz frei wird!
LG - Inka
Kommentar von
NordseehundNordseehund liebe inka188, bist Du denn absolut sicher, dass das erste Kontaktgespräch, in dem man nur die Formalitäten klärt und weiteres vereinbart, bereits etwas kostet? Ich meine nicht, denn Vertragsverhandlungen sind ja keine BEhandlungen, oder?! Von kostenfreien "probatorischen Sitzungen" war eh nicht die Rede.
Kommentar von
inka188inka188 Ja. Auch das erste Gespräch ist ein Arztbesuch und die kosten. Auch für dieses erste Gespräch hast du ganz normal eine Stunde Zeit, in der nicht nur die Formalitäten geklärt werden, sondern auch schon mal ein bißchen was erzählt, worum es eigentlich geht. Das macht kein Therapeut umsonst! Aber es ist am Ende ja auch egal, alles was du brauchst ist eine Überweisung, dann zahlt doch die Kasse.
LG - Inka
-
1Antwort von
AristellaAristella
Als erster Ansprechpartner sollte immer der Hausarzt dienen können. Klar musst du dem Gründe angeben, einfach so schickt der dich nirgendwo hin!
-
-
0Antwort von
Jottae Ich nehme niemandem etwas krumm, schon gar nicht, wenn er mir im Kern nicht widerspricht. Auch habe ich keinen Omnipotenzanspruch oder die Absicht , die Kompetenz von Haus- oder anderen Ärzten grundsätzlich in Frage zu stellen. Und natürlich habe ich eine andere subjektive Sicht als jeder andere, der nicht meinen oder einen ähnlichen Erfahrungshintergrund hat. Deshalb nochmal als Ergänzung zur Beantwortung der Frage und den meisten Antworten: Der Fachmann , für die Psychotherapie von psychischen Erkrankungen ist der Psychotherapeut und nicht der Haus- oder irgendeinanderer Arzt. Natürlich ist der medizinische Fachmann zu konsultieren, wenn die Vermutung von organischen (auch biologisch begründeten psychiatrischen oder psychischen Erkrankungen) besteht. Ich setze aber voraus, dass dies ein zugelassener Psychotherapeut abzuschätzen gelernt hat, denn dies ist Teil seiner Ausbildung. Das es dabei gute und schlechte Ausbildungen und Therapeuten gibt versteht sich von selbst. Wenn die ärztlichen Kollegen annährend soviel Psychologie im Studium und in der Ausbildung , wie Psychotherapeuten medizinisches und psychiatrisches Grundwissen erworben hätten, dann hätte ich bei einem Arzt tatsächlich weniger Angst, dass er es versäumt, jemanden einer notwendigen psychotherapeutischen Behandlung zuzuführen. Damit möchte ich aber nicht die auch vorhandenen psychologisch kompeten Mediziner verunglimpfen, doch davon habe ich selbst in der Psychiatrie nicht genug, gemessen am Arbeitsfeld und objektiven Qualitätkriterien kennengelernt.
-
0Antwort von
NordseehundNordseehund
@Jottae als Betroffener (jahrelange Therapieerfahrung ; - die Dauer sowie Art der kontaktierten Einrichtungen will ich hier aus persönlichen Gründen nicht nennen) bin ich Spezialist in eigener Sache: ich komme sehr gut mit meinem "approbabierten psychologischen Psychotherapeuten" klar und habe ein gutes Verhältnis zu ihm. Er hat jedenfalls nichts dagegen, dass ich meine Überweisungen von meinem Hausarzt hole, was auch für Überweisungen zu meinem Urologen oder HNO-arzt recht praktisch ist. Was hat denn mein Therapeut mit den anderen Fachgebieten zu tun: - ich verstehe ihn in unseren Sitzungen recht gut! Und die generelle Übersicht meines Hausarztes über meine gesundheitliche Situation hilft mir auch dabei, zum Beispiel an Gutachten zu gelangen, die ich für andere Anträge beim Rentenversicherungsträger oder Amt für soziale Dienste vielleicht brauche. Er sammelt nämlich die Berichte in hervorragender Weise.
Es ist auch mal wohltuend mit der "Normalbevölkerung" Umgang zu haben und sich nicht nur in Psychokreisen (hier bitte nicht abwertend zu verstehen) zu tummeln, denn das ist doch auch ein Stück Normalität (eventuell = Behandlungsziel?). Nimm mir liebe(r) Jottae mein Einwand bitte nicht allzu krumm; er ist nicht persönlich gemeint sondern nur die Ergänzung eines Fachmannes der dicht dran an seiner persönlichen Realität ist ;-)
-
0Antwort von
NordseehundNordseehund
Der Hausarzt als Anlaufstelle ist nie verkehrt! Ausser der üblichen Praxisgebühr fallen bei dem Hausarzt für eine Überweisung keine Kosten an. Du kannst aber auch erst eimal einen Therapeuten Deines Vertrauens aufsuchen und mit ihm ein Erstgespräch führen, um zu sehen, ob sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen könnte. Das ist meist kostenlos und eine Art "Werbeveranstaltung" des Therapeuten. Dann wird man etwa 5 sogenannte "probande Sitzungen" vereinbaren, wo man sich gegenseitig "beschnuppert", ob eine vertrauensvolle Zusammenarbeit denkbar ist. Das ist wie eine Probezeit. Wie die abgerechnet werden, wird Dein Therapeut wissen. Manchmal ist es sinnvoll einen Neurologen hinzuzuziehen, wenn der Therapeut kein Vollmediziner ist, um eine Diagnose für den Antrag bei der Kasse zu formulieren. Übrigens galt bisher die Techniker Krankenkasse als besonders kulant in Sachen Psychotherapie...
Viel Erfolg!
-
0Antwort von
uli67uli67
Also ich habe direkt bei den Psychologen angerufen. Meist haben die nämlich sehr lange Wartezeiten. Ich bin dann zu einem hin und ich musste dann noch zu einem anderen. Krankenkasse hat alles bezahlt.
-
-
0Antwort von
denkenhilftdenkenhilft
Also bei mir hat das damals beim Hausarzt angefangen. Der hielt das auch für eine gute Idee. Dann hatte ich ein Beratungsgespräch bei einem Therapeuten, den Termin bekam ich recht schnell, der hat mir dann gesagt, wie es in meinem Fall am besten weiterginge, aber auch, daß er keine Zeit für mich hat. Mit einer Liste ausgestattet suchte ich mir dann einen Therapeuten, mit dem ich weiterarbeiten konnte. Wartezeiten von einem halben Jahr sind allerdings Standard.
-
0Antwort von
Agnes10Agnes10
Wenn du eine Überweisung vom Hausarzt hast, dann ist die Therapie kostenfrei. Die Kosten trägt deine Krankenkasse. Aber der Hausarzt muß einen Grund auf die Überweisung schreiben. Du erzählst bei dem Therapeuten zwar bei Terminnachfrage auch worum es geht, aber für die Krankenkasse muß ein Grund angegeben sein.
-
0Antwort von
flamingstarflamingstar
Einfach so mit Sicherheit nicht. Da müssen schon triftige Gründe vorhanden sein. Wenn der Hausarzt meint, du hast eine psychologische Therapie nötig, dann wird er dich schon an einen Psychiater überweisen.
...wenn auch vom Fachmann beantwortet "(über 30 Jahre Psychotherapeut und Tätigkeit in Klinik für Psychiatrie)" scheint mir auch diese Antwort zwar von Erfahrung geprägt aber halt aus einer bestimmten Blickrichtung gesehen, also subjektiv. "tendenziell" ist eine gute Einschränkung erklärt aber die anderen Antworten dennoch für falsch. Das ist doch der Streit der Spezialisten, die nicht aus ihrer Sichtweise herauskönnen (oder wollen...?) und nur ihren eigenen Standpunkt für richtig halten. - Was ist denn falsch daran, einen Hausarzt zu kontaktieren? Hast Du Angst, dass der von einer Therapie abraten könnte? Oder geht es nur darum die eigene Omnipotenz zu stärken?