Thema Unterhalt für 18jähr. bei der Mutter wohnende Schülerin?

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3 Antworten

Momentan ist die Schülerin noch ein privilegiertes volljähriges Kind mit einem Unterhaltsanspruch an beide Eltern, somit besteht ihr gegenüber für beide Eltern eine gesteigerte Erwerbsobliegenheit. 

Der Mutter könnte somit ein fiktives Einkommen angerechnet werden, welches sie erzielen könnte, wenn sie nicht in Teilzeit sondern in Vollzeit arbeiten würde.

Die Mutter kann der Tochter ihren Anteil am Gesamtunterhalt aber in Form von Unterkunft und Verpflegung statt Bargeld gewähren. 

Durch den fiktiven Zuschlag zu ihrem Einkommen erhöht sich also nur ihr "rein rechnerischer" Anteil am Gesamtunterhalt und der Anteil des Vaters, der diesen ja tatsächlich als Bargeld an die Tochter zu leisten hat, fällt entsprechend geringer aus.

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Meine Gedanken dazu sind: Deine Tochter ist in der Ausbildung (Schule, später Studium oder Lehre) und solange zahlst du für dein Kind. Der Nachweis über dein Einkommen ist zu erbringen. Ich kann verstehen, dass man seine Leistung in finanz. Hinsicht minimieren möchte. Denke aber daran, dass deine Tochter irgendwann einmal fragt, warum der Vater sich drücken und Kleinrechnen wollte. Du wirst die nächsten Jahrzehnte noch mit ihr in Verbindung bleiben--- so oder so!

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Kommentar von Lexusclass
29.10.2015, 10:56

Danke für die Antwort. Es geht darum, die Mutter könnte eine Vollzeitarbeit aufnehmen. Das Einkommen beider Elternteile werden zur Berechnung herangezogen. Die Tochter belegt das Einkommen unterhalb des Selbstbehalt. Es gibt zwei Unterhaltsberechtigte. Es besteht kein Kontakt.

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Unabhängig vom Einkommen der Mutter (real oder fiktiv) hat der Vater an die Tochter Unterhalt zu leisten, bis sie ihre Erstausbildung (= Abitur + Studium bzw. Abitur + Ausbildung) bis maximal zur Vollendung des 27. Lebensjahres zu leisten.

Die Höhe des zu leistenden Kindesunterhaltes ist abhängig vom Einkommen des Vaters und dem Alter des Kindes der "Düsseldorfer Tabelle" zu entnehmen.

Guckst Du hier:

http://www.finanztip.de/duesseldorfer-tabelle/

Also wenn der Vater zwischen 2.301 und 2.700 Euro netto monatlich verdient, muss er an sein Töchterlein jeden Monat 580 Euro bezahlen. Punkt.

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Kommentar von Lexusclass
29.10.2015, 11:01

Danke für die Antwort. Ich kenne die Düsseldorfer Tabelle. Meine weitergehende Frage war dann: Ab der volljährigkeit sind beide ELternteile Barunterhaltspflichtig. Beide Einkommen werden quotiert. Die Mutter arbeitet Teilzeit. Ihr Einkommen liegt unterhalb des Selbstbehalt. Kann die Mutter zur Aufnahme einer Vollzeitarbeit aufgefordert werden ? oder kann ein fiktives Einkommen herangezogen werden ? oder kann der Vater von der  Mutter  den Differenzbetrag herausverlangen ?  Es gilt eine gesteigerte Erwerbsobliegenheit !  PUNKT

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Kommentar von DFgen
29.10.2015, 15:04
Unabhängig vom Einkommen der Mutter......
Die Höhe des zu leistenden Kindesunterhaltes ist abhängig vom Einkommen des Vaters und dem Alter des Kindes der "Düsseldorfer Tabelle" zu entnehmen

Falsch.

Ab der Volljährigkeit sind beide Eltern barunterhaltspflichtig. (Die Mutter hat lediglich das Recht, der Tochter statt Bargeld "Kost und Logis" zur Verfügung zu stellen, solange diese noch bei ihr wohnen kann.)

Der Bedarf des "Kindes" ist somit  zu berechnen nach dem Einkommen beider Eltern zusammen und sein Anspruch wird dann auch auf beide Eltern - anteilig im Verhältnis ihrer Einkommen zueinander - aufgeteilt.

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Kommentar von ichweisnix
30.10.2015, 09:09

Unabhängig vom Einkommen der Mutter (real oder fiktiv) hat der Vater an die Tochter Unterhalt zu leisten

Die Höhe richtet sich aber auch nach den Einkommen der Mutter. Der Unterhaltsanspruch richtet sich nämlich grundsätzlich gegen BEIDE Elternteile auf das Geschlecht des Elternteils kommt es dabei grundsätzlich nicht an. Das ist schon wegen der im Grundgesetz festgeschrieben Gleichberechtigung so.

Nach §1606 Abs 3 BGB gilt aber:

Der Elternteil, der ein minderjähriges unverheiratetes Kind betreut, erfüllt seine Verpflichtung, zum Unterhalt des Kindes beizutragen, in der Regel durch die Pflege und die Erziehung des Kindes.

Lebt ein minderjähriges Kind bei einen Elternteil ( was in der Praxis meißt die Mutter ist ), so muß dieser Elternteil in der Regel keinen Barunterhalt leisten und nun der andere Elternteil ( meißt der Vater )  den vollen Barunterhalt leisten.

Bei volljährigen Kindern ist das nicht so, insoweit spielt hier immer das Einkommen beider Elternteile eine Rolle.


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