Frage von Psychofabrik, 313

Thema Scheidung nach 20 Jahren...Fristen zur Einreichung der Scheidung?

Meine Frau und ich sind seit Ende des Jahres genau 20 Jahren verheiratet, seit mehreren Jahren aber offiziell getrennt lebend. Da beide neue Partner haben, möchten wir nun das Projekt Scheidung einvernehmlich einleiten. Gegenseitige Unterhaltsansprüche wollen wir beide nicht stellen. Daher meine Frage: Ändert sich mit dem Datum des 20.Hochzeitstages etwas rechtlich (Versorgungsausgleich o.Ä.) oder ist es quasi irrelevant ob eine Woche davor oder danach die Scheidung eingereicht wird?Ich möchte hier keine Fristen verpassen wenn sich mit Stichtag 20.Hochzeitstag gravierend etwas ändert.Daher wäre ich über kurze prägnante Antwort dankbar.Besten Dank im Voraus und frohe Weihnachten dem Forum.

Antwort
von DFgen, 235

Die "lange Ehedauer" hätte nur Einfluss, wenn einer von euch beiden nachehelichen Unterhalt beantragen würde oder müsste (im Fall der "Bedürftigkeit"*).

  • "Nachehelicher Unterhalt" wird nur noch in Ausnahmen zugesprochen, eine davon wäre "lange Ehedauer" (ab 8...12 Jahren).
  • *) Aber selbst, wenn einer von euch "bedürftig" wäre und dadurch ggf. Unterhalt einfordern "müsste", könnte durch die neue gefestigte Partnerschaft der Anspruch bereits verwirkt sein......

Ebenfalls auswirken könnten sich die 20 Ehejahre beim "Versorgungsausgleich", also der Aufteilung der Rentenansprüche aus der Ehe....

  • Zwar wird bei mehr als drei Ehejahren der Versorgungsausgleich "automatisch" gemacht, allerdings könntet ihr selbst ggf. auch darauf verzichten, falls dadurch keiner von euch "sittenwidrig" benachteiligt würde...

Wenn ihr euch über alles einig seid, sollte einer unkomplizierten Scheidung nichts im Wege stehen.

Ihr bräuchtet dann auch nur einen (1) Anwalt beauftragen....

Kommentar von Psychofabrik ,

Vielen Dank für die detaillierte Antwort. Den Part des Verzichts auf den Versorgungsausgleich bei so langer Ehezeit wußte ich noch nicht. Mit der "Sittenwidrigkeit" wirds knifflig, ich bin 5 Jahre älter und hab damit natürlich bei inzwischen gleichem Beruf und in etwa ähnlichen monatlichen RV-Zahlungen mehr eingezahlt. Allerdings habe ich schon zu "guten Ehezeiten" auf meine Kindererziehungspunkte für unsere 2 inzwischen großen Kindern verzichtet, obwohl wir sie gemeinsam großzogen. Vielleicht gleicht das ja ne womögliche "Sittenwidrigkeit" aus ;-). Muß man einen Antrag stellen, wenn beide vorhaben auf den Versorgungsausgleich zu verzichten?

Antwort
von Schuhu, 237

Wenn ihr euch einig seid, wahrscheinlich auch keinen gemeinsamen Besitz mehr zu verteilen habt, jeder im Rentenalter sein Auskommen haben wird, geht die Scheidung ratzfatz über die Bühne. Eure lange Ehezeit ändert nichts daran.

Kommentar von Psychofabrik ,

Sehr gut, fürchtete schon, meinen Anwalt über Weihnachten an die Türen des Familiengerichts mein Scheidungsersuchen nageln lassen zu müssen. Dennoch hörte ich mal etwas von 20 Jahren. Es betrifft aber dann wohl nur den unbegrenzten Unterhalt, oder?....

Kommentar von Schuhu ,

Ja, und der fällt ja insofern weg, als ihr beide versorgt seid. Möglicherweise wird derjenige mit der geringeren Rente etwas von der Rente des anderen zugesprochen bekommen. Das ist aber kein Weltuntergang.

Kommentar von Psychofabrik ,

Uff...Danke für die schnelle Antwort, Weihnachten kann kommen, lach....Schöne Feiertage.

Kommentar von Schuhu ,

Gleichfalls. Fröhliche Weihnachten für alle vier!

Antwort
von Biberchen, 191

nein da ändert sich nichts!

Kommentar von Psychofabrik ,

Danke Dir, das klingt erstmal fein, bist Du Dir sicher?

Antwort
von colocolo, 207

Ob ihr 20 Jahre oder 20 Tage verheiratet wart, ändert nichts am Versorgungsausgleich.

Kommentar von Psychofabrik ,

Dankeschön, wenngleich ich nach 20 Tagen Ehe keinen machen müsste, was mir besser gefallen würde ;-)

Kommentar von turnmami ,

Dann müsst ihr halt einvernehmlich den VAG ausschließen.

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