Frage von xxxsofiexxx, 71

Thema Kündigungsfrist, darf mein Chef das?

Hallo ! Also, ich bin am 15.1 ein Arbeitsverhältniss eingegangen. Im Arbeitsvertrag steht drin das ich 6 Monate Probezeit habe, Fristlos kündigen hätte ich allerdings nur in den ersten zwei Wochen gekonnt. Nach diesen zwei Wochen muss ich eine Kündigungsfrist von vier Wochen einhalten, trotz Probezeit. Mein Arbeitgeber allerdings darf mir angeblich die ganzen 6 Monate über fristlos kündigen. Jetzt meine Frage, ist das erlaubt ?

Das Problem ist, der Arbeitsvertrag ist von mir unterschrieben, schön blöd. Ich weiß das selber, daher bitte ich drum mich dahingehend nicht zurecht zuweisen.

Ich wünsche euch einen schönen Tag, Lg.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von NSchuder, 27

In der Probezeit dürfen beide Seiten das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen jederzeit kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt dabei für beide Seiten 2 Wochen muss aber nicht zum 15. oder Monatsende ausgesprochen werden.

Eine einseitige Einschränkung dieser Möglichkeit in der Form, dass der Arbeitnehmer nur in den ersten beiden Wochen kündigen darf, wäre meiner Meinung nach eine ungerechte Benachteiligung einer Vertragspartei und die Klausel daher unwirksam.

Zur Sicherheit würde ich aber einen Fachanwalt für Arbeitsrecht um Bestätigung fragen.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 21

Vorab: Es wäre nützlich, wenn man den Wortlaut der Kündigungsvereinbarung genau wüsste.

Wenn das was Du hier schreibst, tatsächlich so im Arbeitsvertrag steht, ist die komplette Kündigungsvereinbarung m.E. nichtig.

Fristlose Kündigungen in der Probezeit gibt es nur im § 22 Berufsbildungsgesetz (Ausbildungen).

Fristlose Kündigungen sind dann möglich, wenn eine der beiden Vertragsparteien derart "Mist" baut, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zumutbar ist und/oder sich ein schon (von welcher Seite auch immer) mit einer Kündigungsandrohung abgemahntes "Vergehen" wiederholt. Diese sind aber unabhängig von einer Probezeit oder der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses.

Die vom Gesetzgeber im § 622 Abs. 3 BGB zulässige verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen kann nur durch anwendbaren Tarifvertrag verkürzt werden (§ 622 Abs. 4 BGB). Verkürzt bedeutet aber nicht fristlos. Greift bei Euch überhaupt ein Tarifvertrag (wage ich ja zu bezweifeln)?

Wenn tatsächlich im Vertrag steht, dass Dein AG eine kürzere Kündigungsfrist (nach zwei Wochen) hat als Du, ist das Makulatur. Das Gesetz sagt im § 622 Abs. 6 BGB eindeutig dass für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den AN keine längere Frist vereinbart werden darf als für die Kündigung durch den AG.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 13

Der Arbeitgeber hat Unrecht, denn nach § 622 Abs.:6 BGB darf für die Kündigung durch den Arbeitnehmer keine längere Frist vereinbart werden, als für die Kündigung durch den Arbeitgeber.

Da die getroffene Regelung nicht dem Gesetz entspricht,ist sie nichtig, egal, ob du unterschrieben hast oder nicht.

Antwort
von MrKnowIt4ll, 45

Eine fristlose Kündigung ist doch nur mit entsprechendem Grund gültig!

Kommentar von xxxsofiexxx ,

Von Arbeitsnehmer oder Arbeitgeber seite aus ?

Kommentar von MrKnowIt4ll ,

Von AG Seite aus, er kann dich nicht ohne Grund rauswerfen - fristlos. Außer im Vertrag steht, dass es keine Kündigungsfrist gibt...ich weiß aber nicht mal ob das überhaupt geht.

Kommentar von PeterSchu ,

Von beiden Seiten

Antwort
von nickboy, 33

nein ist nicht erlaubt  dein AG hat dann auch 4 wochen kündigungsfrist auser im vertrag steht genau drinne das dein AG dir jederzeit fristlos kündigend arf selbst dann ist es fraglich ob es mit dem deutschen recht vereinbar ist

Antwort
von sternstefan, 18

Das kommt auf die genaue Formulierung an (die wir leider nicht kennen).

Auch wenn der Arbeitgeber in der Probezeit dir jederzeit ohne Angaben von Gründen kündigen darf, muss er trotzdem die Kündigungsfrist einhalten.

Wenn der Arbeitnehmer aber stehlen sollte oder etwas ähnlich Schlimmes anstellt, dann darf natürlich fristlos gekündigt werden. Das ist aber etwas anderes als eine normale Probezeit-Kündigung.

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