yumanji am 24.02.2008 um 22:53 Uhr
Morgen wird ein guter Freund meiner Familie beerdigt, seine Witwe lehnt zur Zeit jeden Kontakt ab, hat uns auch gebeten von Beileidsbekundungen am Grab abzusehen. Wir sind alle gleichermaßen geschockt über den plötzlichen Tod unseres Freundes, würden gerne der hinterbliebenen Familie beistehen. Ich war noch nie in einer solchen Situation, habt Ihr einen Rat für mich, wie ich mich am besten verhalten kann. Ist es unhöflich trotzdem zur Beerdigung zu gehen?

Sie hat Euch ja nicht gebeten fernzubleiben. Ihr sollt Ihr lediglich nicht kondolieren. Gebt dem Freund das letzte Geleit und schreibt eventuell an die Witwe einen Brief, in dem Ihr Eure Hilfe anbietet. Wahrscheinlich würde sie eine Beileidsbekundung am Grab nicht verkraften und bittet daher um diesen Abstand.
Du kannst ruhig zur Beerdigung gehen. Die Witwe möchte nur micht, das Ihr jeder die Hand schüttelt. Geh ruhig hin und verlass Dich auf Dein Gefühl, eine Beerdigung ist immer etwas unwirklich, da der Tote grade noch da war, und der eigene Geist es noch nicht begreifen kann. L.G.
Ich glaube, mit diesen Beileidsbekundungen ist gemeint, dass nach der Beerdigung jeder der trauernden Familie am Grab nochmal extra persönlich sein Beileid ausspricht.
Ich würde zur Beerdigung gehen und dann noch eine Trauerkarte schreiben, die dann in aller Ruhe gelesen werden kann.

Natürlich kannst Du zur Beerdigung gehen. Nur solltest Du die Witwe am Grab zufieden lassen. Manche Hinterbliebene können dieses Kondolieren am Grab nicht vertragen, was ich gut verstehen kann, denn es ist unglaublich belastend. Ihr könnt ihr stattdessen eine Karte schicken, auf der Ihr Euer Beileid kundtut und Hilfe anbietet. Die Karte kann sie lesen wenn es ihr besser geht und darauf zurückkommen.

Du schreibst sie möchte keine Beileidsbekundungen am Grab, das bedeutet Du kannst der Beerdigung etwas im Hintergrund beiwohnen und gehst dann anschließend sofort wieder.

Geh zur Beerdigung wenn es ein Freund Deiner Familie war. Du mußt auch keine Beileidsbezeugungen am Grab abgeben. Wenn die Zeit gekommen ist wird auch die Witwe in ihrer Trauer wieder mit euch sprechen und Du kannst die Familie unterstützen. Laß ihr ein bißchen Zeit...die braucht sie jetzt.
Beerdigungs-Knigge:
http://www.dirschauer.info/cgi-bin/akzente.pl?aktion=show&num=5

Denk auch an Dich selbst. Jemanden, den man gern hatte, auf seinem letzten Weg zu begleiten, ist für jeden eine sehr persönliche und wichtige Sache. Du tust es nicht nur für die Hinterbliebenen, sondern auch für dich selbst - es ist ein Abschied.
Die Wünsche der Witwe sind selbstverständlich zu respektieren.
Allesamt gute Antworten. Geh hin, insbesondere, wenn es Dir wichtig ist und respektiere den Wunsch auf Abstand der Witwe. Auch das mit der Karte ist eine gute Idee, zusätzlich Deine Bereitschaft zur Hilfe und Anteilnahme auszudrücken. Alles Gute!
wenn ein geliebter Mensch verstorben ist, möchte man am liebsten alleine sein. Ich würde in Deiner Stelle selbstverständlich zur Beerdigung gehen aber auf jeden Fall den Wunsch der Witwe respektieren. Nach der Beerdigung nochmal den Kontakt suchen und zuhören und fragen, ob man irgendwie behilflich sein kann. LG
Ich habe das schon mehrmals erlebt, daß die Familie keine "Beileidsbekundungen am Grab" möchte. Das bedeutet, daß Du zwar zur Beerdigung gehst und der Zeremonie beiwohnst, daß Du aber anschließend nicht zum offenen Grab gehst und der Familie die Hand gibst.
Die Menschen gehen unterschiedlich mit Trauer um. Manche sind froh, wenn sie die ganze Zeit reden können, manche möchten das ganz alleine mit sich selbst abmachen. Wenn die Witwe diesen letzten Weg für sich für richtig hält, muß man das akzeptieren. Sicherlich findest Du genügend andere Menschen, mit denen Du selbst reden und Deine Trauer verarbeiten kannst. Der Witwe/der Familie kannst Du einen Brief schreiben (ist manchmal noch schwerer, als mit den Menschen selbst zu reden...). Drücke darin ruhig Deine persönliche Trauer aus. Biete aber auch an, daß Du jederzeit für sie da sein willst. Vielleicht gibt es auch konkrete Hilfen, die Du anbieten kannst (Kinderbetreuung, Begleitung beim Gang zu den Behörden - was auch immer, abhängig vom Grad Euren bisherigen Kontaktes). Wenn sie das Bedürfnis haben, werden sie sich dann sicherlich melden.
könnten meine worte sein DH
Super tolle Antwort, HerrLich. Genauso würde ich es auch machen.
Das ist sehr einfühlsam! Einen Brief zu schreiben ist der beste Rat. DH
Das sehe ich auch so, vielen Dank dafür