Frage von Andex173, 35

THC nicht gleich THC-COOH, Straßenverkehrsgesetz?

Grüße. Folgendes Anliegen beschäftigt mich.

Hier erstmal die Liste der "verbotenen Rauschmittel im Straßenverkehr"

Liste der berauschenden Mittel und Substanzen

Berauschende Mittel Substanzen

Cannabis Tetrahydrocannabinol (THC)

Heroin Morphin

Morphin Morphin

Cocain Cocain

Cocain Benzoylecgonin

Amfetamin Amfetamin

Designer-Amfetamin Methylendioxyamfetamin (MDA)

Designer-Amfetamin Methylendioxyethylamfetamin (MDE)

Designer-Amfetamin Methylendioxymetamfetamin (MDMA)

Metamfetamin Metamfetamin

Da dort explizit Tetrahydrocannabinol (THC) geschrieben wird, bin ich stutzig geworden. Denn die Drogentests werden ja bekanntlich auf THC-COOH untersucht. Aber ist denn THC-COOH überhaupt als THC zu bezeichnen, denn an sich ist es nicht Psychoaktiv und somit nimmt es keinen Einfluss auf den Verkehr oder den Körper. Somit kann man davonausgehen, dass man dies Rechtsmäßig gar nicht verwerten dürfte?

Hier der Ausschnitt aus Wikipedia. Δ9-THC wird im Menschen überwiegend zu 11-Hydroxy-Δ9-THC (11-OH-Δ9-THC) oxidiert. Dieses Stoffwechselprodukt ist ebenfalls psychoaktiv und wird weiter zu 11-Nor-9-carboxy-Δ9-THC (11-COOH-THC, THC-COOH, THC-Carbonsäure, nicht psychoaktiv) verstoffwechselt.

Ich weiß ja auch dass mit dem THC-COOH nur eine Einschätzung auf die "Art" des Kiffers gemacht wird. Ob er ein gelegentlicher oder routinierter Konsument ist.

Theoretisch ist das doch Verfassungswidrig oder sehe ich da was falsch?

Gibt es dazu ein Gesetz dass meine Frage in etwa beantworten könnte.

Antwort
von clemensw, 35

Nein.

Strafbar ist nur die Teilnahme am Straßenverkehr im berauschten Zustand, d.h. Unter dem Einfluss von aktiven THC. 

THC-COOH ist nicht berauschend, die gemessene Menge ist aber ein Hinweis auf das Konsumverhalten.

Und hier kommt nun FEV 46 iVm Anlage 4 Nr. 9 ins Spiel: Ein Konsument von THC ist nur dann geeignet, ein Fahrzeug zu führen, wenn er ausreichend zwischen Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr trennen kann.

Weißt aber der THC-COOH Wert auf regelmäßigen Konsum hin, wird dieses Trennvermögen bezweifelt und weitere Maßnahmen  (z.B. äG, MPU) einleiten. 

Antwort
von aXXLJ, 27

Ob es verfassungswidrig ist, dass eine Ungleichbehandlung in der Pönalisierung von Cannabisgebrauchern und Alkoholgebrauchern im Straßenverkehr existiert, sollte in der Tat eruiert werden, denn kein Gebraucher des wesentlich giftigeren Zellgifts Alkohol muss mit verkehrsrechtlichen Konsequenzen rechnen, sobald sein Alkoholpegel abgebaut ist.
Der Cannabisgebraucher hingegen wird dem gegenüber bestraft, wenn sein THC-Wert zwar schon abgebaut ist, aber die (nicht psychoaktiven) Abbauprodukte noch tage- oder wochenlang nachweisbar sind.
Konkret: Es besteht das Risiko erheblicher und kostenträchtiger Folgen, sofern man nicht berauscht von Cannabis am Straßenverkehr teilnimmt, aber tags zuvor oder Tage davor davon berauscht gewesen ist.

Kommentar von clemensw ,

Auf der anderen Seite stellt sich dann aber die Frage, ob die Besserstellung des Konsums von THC gegenüber anderen, gleichfalls illegalen Drogen gerechtfertigt und verfassungskonform ist.

Denn bei THC wird zumindest noch die Möglichkeit der Eignung geprüft, die bei anderen Drogen von vornherein komplett verneint wird.

Kommentar von aXXLJ ,

...Wobei auch die genaue Definition des Begriffs "Drogen" eine Rolle spielen sollte, nachdem unstrittig sein dürfte, dass man(che/r) nach 2 Litern Kaffee übler hinter dem Steuer unterwegs ist als jemand, der/die vor-vorgestern ein-, zweimal am reefer genuckelt hat.

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