Frage von Hotel13135, 65

Terrorattacken auf Atomkraftwerke?

Wie groß ist die Gefahr von Terrorattacken auf Atomkraftwerke? Ich kann mir ungefähr ausmalen, was das für Folgen hat. Wie kann man das verhindern? Reicht da einfach nur mehr Sicherheitspersonal?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Uzay1990, 55

So einfach lässt sich ein AKW zum Glück nicht "kaputt machen". Damit möglichst viele Menschen geschädigt werden, müsste eine Kernschmelze herbeigeführt werden. Hierzu müssten alle Sicherheitseinrichtungen außer kraft gesetzt werden, damit im Rahmen einer Überhitzung des Reaktorkerns es zu einer Explosion kommt bei der radioaktives Material in der Umgebung verteilt wird. Hierzu braucht man von außen einen Tsunami (siehe: Fukushima) oder das Bedienpersonal macht etwas (bewusst) falsch (siehe: Tschernobyl).

Ergo: Das ist alles nicht so einfach und dürfte die Kompetenz von ideologisch verblendeten Hobbybastlern bei weitem übersteigen :-)

Antwort
von Shiftclick, 51

Zunächst einmal weiß ich nicht, was genau du dir als Folgen vorstellst. Wenn wir von den häufigsten Anschlägen ausgehen, dann bewirkt ein Sprengstoffgürtel oder -Rucksack bei einem Kernkraftwerk nichts. Natürlich kann man sich vorstellen, dass ein Flugzeug, das auf ein AKW stürzt, katastrophale Folgen hätte, aber das wäre so einfach nicht zu bewerkstelligen, selbst wenn man eine Maschine gekapert hätte. Das heisst jetzt nicht, dass deine Sorgen unbegründet sind, aber vermutlich sind andere Anschläge weitaus wahrscheinlicher.

Kommentar von martinzuhause ,

"Natürlich kann man sich vorstellen, dass ein Flugzeug, das auf ein AKW stürzt, katastrophale Folgen hätte, "

auch ein flugzeug würde die kuppel über dem eigentlichen reaktor nicht durchschlagen

Kommentar von Shiftclick ,

So ist der Plan. Ob's stimmt, weiß ich nicht.

Antwort
von Pramidenzelle, 44

Na ja, mit "klassischem" Sicherheitspersonal, also so Bodyguard-Typen macht man halt gegen ein Flugzeug, was da hinein knallt wenig, egal ob es sich um einen Terroranschlag oder einen ganz blöden Unfall handelt ...

Und das der erste Artikel, den man bei google zum Thema findet doch glatt so aktuell ist, dass er aus dem Jahr 2007 stammt, sagt einem auch einiges.
Auch von abgeschalteten Kernkraftwerken geht noch eine Gefahr aus und da Merkels Abschalt-Wahn nach Fukushima dazu geführt hat, dass viele Leute das Thema als beendet ansehen, wird sich auf politischer Ebene wohl auch zu wenig damit beschäftigt - so bekommt zum Beispiel meines Wissens die Endlagerforschung nicht unbedingt genug Gelder - als hätte sich der Müll spontan in Luft aufgelöst, wenn man weniger neuen produziert.

Kommentar von Pramidenzelle ,

Ach ja, und in besagtem Artikel ging es übrigens darum, welche Kraftwerke einen Flugzeugabsturz laut Gutachten trotz dicker Betonwände & Bleiverkleidung eben nicht aushalten würden - wie weit sich das allerdings gebessert hat, weiß ich nicht.

Kommentar von exxonvaldez ,

Es gehört schon sehr viel fliegerisches Können dazu ein Flugzeug direkt in ein KKW zu fliegen.

Einem Hobby-Piloten würde das wohl kaum gelingen.

Kommentar von Pramidenzelle ,

Ich hab selbst höchstens ein bisschen Ahnung von der Physik, aber keine vom Fliegen aus der Sicht eines Piloten und ich persönlich mache mir eigentlich auch weniger Sorgen um jemanden, der absichtlich reinfliegt, als um einen dummen Unfall - Murphy's Gesetz und so...

Antwort
von Tarasios, 12

Hab das zwar in einem anderen Thread schonma geschrieben aber es scheint ja durch die anschläge von Belgien ma wieder erhöhte Panik unter den Menschen gibt.

Hir meine antwort:

Wenn man sich ma so den aufbau eines solchen Kernreaktors anschaut

ist relativ schnell zu erkennen , dass sone "standard Terroristenbombe"
da nichtmal einen Kratzer in die ausenhüllen des Reactors bomben könnte.

Der einzige weg so ein ding wirklich zu Zerstören ist die Kühlen der Brennelemente zu stoppen.

Was wirklich kaum möglich ist und ein hohes maß an zeit beansprucht.

Es sind erst 2 Akw´s in der geschichte der Menschheit zerstört wurden.

1). Tschernobyl: Was im eigentlichen sinn gar kein Atom-"kraftwerk" war!

Es wurde während des Kalten-Krieges dazu benutzt um in absoluter
Recordzeit und unter allen umständen Material für Atombomben
herzustellen.

2). Fukushima: Wurde an einem sehr sehr SEHR ungünstigen Ort gebaut
und von wirklich krassen Naturgewalten außer Funktion gesetzt.

Alles in allem lässt sich ein Atomkraftwerk keinesfalls so einfach
zerstören oder zu einer Kernschmelze bringen wie es die meisten Filme
oder in Horrorvorstellungen einiger Grünen-Aktivisten scheint.

Brauchst also nicht soooooooo viel Angst davor haben.

Ist zwar möglich aber über alle maßen unwarscheinlich.

Antwort
von Treetop, 47

Die sensiblen Teile (insbesondere die Hauptreaktoren) eines Kernkraftwerks sind nicht nur von außen durch meterdicken Beton/Stahlplatten geschützt (da würde selbst ein Panzer nicht durchkommen), sondern werden auch von innen durch unglaublich viele Sicherheitsmaßnahmen vor Zugriff geschützt. Ich war mal in einem französischen Atomkraftwerk und die hatten gefühlt alle 50 Meter eine 2 Meter dicke Stahltür, die mit Fingerabdrucksensoren und sonstigen Sachen geschützt war.

Meines Wissens nach besitzt ein Großteil der Kernkraftwerke auch SoA-Missiles (Flugabwehrraketen), die eine Boeing ohne große Probleme verdampfen könnten, bevor sie auf das Kernkraftwerk stürzt.

Kommentar von Lucky8Bastard ,

Ich arbeite in Kernkraftwerken in ganz Deutschland und habe bisher noch nichts von Flugabwehrraketen gehört ^^

Allerdings hat mittlerweile fast jedes Kraftwerk Nebelwerfer die das ganze Gelände und auch kilometer darüber hinaus alles in dicke Rauchschwaden hüllen, und das innerhalb von Sekunden.

Kommentar von Treetop ,

Habe von einem Freund in Chinon (Frankreich), der dort in einem AKW arbeitet, gehört, dass die Anlage ein SAM mit scharfen Gefechtsköpfen besitzt. Kann man vielleicht nicht generalisieren, würde aber auch wohl kaum veröffentlicht werden. In seinem AKW wissen noch nicht einmal alle Mitarbeiter davon.

Antwort
von Vyled, 45

So wie ich Teilweise Firmengelände kenne, kommt man auch nicht "einfach so" drauf. Allerdings kann ich mir gut vorstellen das die Terroristen im Falle viel stärker sein werden als "Sicherheitspersonal" da dieses oft nicht mal Waffen mit sich führen darf.

Wenn die Terroristen aber wirklich wollen, würden sie auch irgendeinen weg finden, da bin ich mir recht sicher und selbst wenns mit Raketenwerfern ist oder sonst was.

Kommentar von Lucky8Bastard ,

Ich arbeite in Kernkraftwerken in ganz Deutschland und das Sicherheitspersonal ist immer scharf bewaffnet ;-)

Und selbst wenn sie die Sicherheitsmitarbeiter überwältigen würden, wären sie immernoch nicht drin. Werden die Eingangsschleusen geschlossen, bringt auch ein Raketenwerfer oder ein Sprengstoffgürtel nichts, da lacht der meterdicke Stahlbeton drüber ^^

Antwort
von exxonvaldez, 28

Denkbar gering.

Es ist praktisch unmöglich sich dort Zutritt zu verschaffen.

Terroristen suchen sich weiche Ziele. Ein Kernkraftwerk gehört nicht dazu.

Antwort
von HeymM, 36

Ist doch ganz einfach als Terrorist ohne Waffen in ein Atomkraftwerk zu kommen und irgendwann in die Luft zu sprengen.

Man bewirbt sich dort, arbeitet jahrelang als "seriöser" Sicherheitsmitarbeiter in den entsprechenden Hochsicherheitstrakten und wenn Allah ruft zum allabendlichen Gebet, wird geopfert, in Form eines Selbstmordanschlags.

Kommentar von Treetop ,

Nein, so funktioniert das nicht. Die Bereiche, in denen ein Anschlag verübt werden könnte, der erheblichen Schaden verursacht, werden einerseits so gut wie nicht von Menschen betreten (hier läuft so gut wie alles automatisiert) und die Mitarbeiter werden einem umfassenden Mitarbeitercheck unterzogen. Es gibt Gerüchte, dass Kernmitarbeiter "locker" von Geheimdiensten überwacht werden.

Kommentar von HeymM ,

Okay. war auch nur ein Gedankenspiel.

Kommentar von Lucky8Bastard ,

Und selbst wenn ein "Terrorist" sich eingeschleust hat, was will er dort anrichten? Waffen kriegt auch ein Mitarbeiter nicht in das Gelände rein (Taschen-/Metallldetektoren die jeder Mitarbeiter benutzen muss).

Und man ist als Mitarbeiter ja nie alleine irgendwo und kann den "großen,roten Knopf" drücken. Sicherheitspersonal ist auch im Kraftwerk selbst an sicherheitsrelevanten Stellen eingesetzt.

Kommentar von HeymM ,

Wie oben bereits erwähnte: es war nur ein Gedankenspiel.

Antwort
von sabbelist, 30

Ich glaube nicht, das die Terroristen Gebiete, in denen Sie später Ihren fanatischen Glauben verbreiten möchten, verseuchen würden, indem Sie ein Atomkraftwerk zerstören.

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